Vollflächen-Induktionsfeld

Hallo,
wir planen, uns eine neue Küche zuzulegen. Aktuell denken wir dabei über einen Vollflächen-Induktionsherd nach, wobei der Miele KM 7678 FL das vorgeschlagene Gerät ist. Grund für die Vollfläche ist eigentlich die Möglichkeit, zwei große Pfannen gleichzeitig verwenden zu können, wobei dann die Böden der beiden auch gleichmäßig und vollflächig erhitzt werden soll. Aktuell haben wir einen Neff-Induktionsherd. Der hat vier gleich große Flächen, aber die Pfannen sind leider zu groß für diese Flächen und die Speisen werden dann am einen Rand schwarz, am gegenüberliegenden weiß.

Nun die Frage: Vollflächen-Induktion heißt imho, dass sich unter der Fläche viele kleine Induktionsspulen befinden, sodass dann jeder Topf vollständig erwärmt wird - unabhängig von seiner Position. Aber ist das tatsächlich so? Das einzige Bild, das ich vom Innenleben gefunden habe (http s://www.kuechen-forum.de/forum/themen/induktion-verursacht-grosse-enttaeuschung-und-riesen-frust.39550/page-4) zeigte bei einem Miele-Kochfeld nur 12 größere, ovale Spulen. Dagegen gab es von Gaggenau eine Angabe von 48 Spulen (http s://www.ricardo.ch/de/a/gaggenau-cx-480-100-in%C2%ADduk%C2%ADti%C2%ADon-1021139604/).

Was stimmt denn nun? Und löst das Miele-Kochfeld mein Problem mit den großen Pfannen?
Gruß
Frager

(Links mit Leerzeichen, weil Neuling hier)

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Was ich seit etwas über zwei Jahren hier stehen habe.

Das Ding hat ja eigentlich sechs variable Kochflächen mit Topferkennung. Wenn man mal einen größeren Topf mit Wasser füllt und dieses erhitzt, sieht man sehr gut, dass das nicht besonders gleichmäßig passiert. Nun ist es auch vom Kochgeschirr abhängig, ob das wirklich Folgen hat. Wenn sich die Temperatur leidlich gleichmäßig verteilt, macht sich das ungleiche Erhitzen nicht unbedingt bemerkbar. Ich persönlich bin mit dem Ergebnis bisher immer zufrieden gewesen und konnte nicht feststellen, dass in einem Topf oder einer Pfanne ungleichmäßige Hitze zu einem ungleichmäßigen Kochergebnis geführt hat.

ABER: ob das mit den beiden großen Pfannen funktioniert, weiß ich nicht. Ich scheitere regelmäßig daran, einen großen Bräter so auszurichten, dass der „Fehlstellungssensor“ nicht Alarm schlägt und die beiden Kochfelder, auf denen der zunächst erkannt wurde, abstellt bzw. ich gebe mich dann meist damit zufrieden, dass der Bräter nur auf einem Kochfeld erkannt wird, was für das gewünschte Ergebnis ausreichend ist.

Wie wäre es denn damit, mal die Küchenstudios abzutelefonieren und nachzufragen, ob Ihr Eure Pfannen mal zum Probeerhitzen vorbeibringen könnt? Ihr könnt dazu ja genau das sagen: Ihr habt gehört, dass es bei übergroßem Kochgeschirr zu Schwierigkeiten kommt und wollt das Gerät deswegen live ausprobieren.

Gruß
C.

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Aus technischer Sicht, verweise ich auf die Anleitung Seite 33 bei Miele KM7678FL

Sie können auf diesem Kochfeld maximal 6 Kochgeschirre gleichzeitig verwenden.

Das Gerät hat aus Technikersicht gesehen 6 Bedienzonen, die kombiniert werden können, deswegen wird @C_Punkt auch mit seinem Geschirr regelmäßig Schwierigkeiten haben.

Ich möchte auch ausdrücklich darauf hinweisen, daß Flächenbündige Felder im Falle einer Reparatur wieder aus Ihrer Silikonfuge herausgeschnitten werden müssen, eine Reparatur also prinzipiell von zwei Technikern erfolgt und die Ersatzteile nicht günstig sind, bei diesen Feldern empfehle ich immer eine Garantieverlängerung. Im Gerät sind 6 Induktoren verbaut, zu je 235€ netto und 3 Elektronikmodule zu je 625€ netto. Das BSH Feld hat eine Steuerung für 714€ brutto und 2 Elektroniken zu je 233€ und 2 Relaismodule zu je 330€ brutto. Das BSH Feld hat eine große anzahl vieler kleiner Induktoren, kommt also dem „frei beweglichen Feld“ näher als das Miele. Da heute sich jeder Hersteller alles sofort patentieren lässt, gehe ich davon aus, daß Miele da so schnell nicht dran kommt.

Die Produktbeschreibung bei Gaggenau: Gleichzeitiger Einsatz von max. 4 Kochgeschirren auf dem Kochfeld möglich.

Die Kollegen von BSH sind was Induktion angeht weiter, BSH hat Balay übernommen und damit die direkte Nähe zur uni Barcelona, wo die Induktionsforschung betreiben, die BSH Felder sind auch mit einer „Geschirrqualitätserkennung“ programmiert, wo man sein Geschirr auf Induktionstauglichkeit prüfen kann. Nicht jedes gekennzeichnete Geschirr taugt für Induktion, denn manche Hersteller „kleben“ in den Sandwichboden drei dünne Metallstreifen und prägen dann „Induktionstauglich“ auf. Das funktioniert so nicht, die Böden müssen vollflächig aus FE-Metallen bestehen.

Wir selbst privat mögen diese Touchbedienungsfelder gar nicht und kochen auf einem Miele Gaskochfeld mit Erdgas. Das wollte bei meiner Argumentation nicht verleugnen.

Wenn es so ein Schnickschnack sein muß, würde ich tatsächlich das BSH nehmen aber mit Rand zum herausheben nach oben im Defektfall.

Viel Erfolg bei der Entscheidungsfindung, es ist spannend in diesem Fall.

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Hallo,
danke für deine Erfahrung mit dem Miele-kochfeld, C_Punkt. Und danke für den technischen Hintergrund dazu, Dennis.
Ihr beide habt mir einen ziemliche Enttäuschung erspart! Offensichtlich ist hier das Miele-Kochfeld nicht das, was wir uns vorstellen. Ich habe bei Siemens und Bosch in den Ersatzteilshop geschaut - dort sieht man die verwendeten Spulen. Demnach ist das nur Siemens-Kochfeld mit den vielen kleinen Spulen ausgestattet - Bosch bietet nur ähnliches wie Miele mit 11-12 ovalen Spulen. Andererseits ist das Siemens-Kochfeld eher ein Computer als ein Herd. Und die Kosten für das Ding…
Tja - das müssen wir uns doch erst mal in Natura anschauen. Und notfalls bei unserem alten Neff bleiben (mit allen seinen Nachteilen) und warten, bis das passende auf den Markt kommt.
Gruß und nochmals Danke
Frager

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Hallo,
was es nicht alles für Zufälle im Leben gibt - bei uns tauchte absolut die gleiche Frage in dieser Woche auf. Wir kochen auf einem Ceran-Kochfeld von NEFF und wollten eigentlich auf Induktion umsteigen, weil wir dachten, dass es eben einfacher ist, wenn die gesamte Fläche benutzt werden kann, gerade bei großen Töpfen oder Pfannen.
Tja, wir werden auf diesen teuren „Schnickschnack“ verzichten und bei Ceran bleiben und nur mal schauen, ob es diese Kochfelder auch mit anderen Aufteilungen der Kochzonen gibt.
Danke für die Info.
Gruss
Czauderna

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Unser Gaskochfeld funktioniert auch bei Stromausfall, da es mechanische Thermosicherungen hat. Ist mir aktuell echt das liebste, wobei Gaskochfelder einen erheblichen Nachteil haben: Hitze strömt am Topf seitlich rundum nach oben, was die Griffe erhitzt.

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