Vom MBA zum Doc

Hallo zusammen,

ich werde in Kürze meinen Gang zum MBA antreten. Mir ist nun in den Sinn gekommen, im Anschluss eventuell eine Doktorarbeit nachzulegen, habe mich aber noch nicht intensiv mit dem Thema befasst. Daher meine (eventuell dumme) Frage:

Wie geht es nach dem MBA weiter? Wie wird man Dr. und im Anschluss Prof.?

Danke und Grüße
Detlef

Hallo Detlef,

ich werde in Kürze meinen Gang zum MBA antreten. Mir ist nun
in den Sinn gekommen, im Anschluss eventuell eine Doktorarbeit
nachzulegen, habe mich aber noch nicht intensiv mit dem Thema
befasst. Daher meine (eventuell dumme) Frage:

Wie geht es nach dem MBA weiter? Wie wird man Dr. und im
Anschluss Prof.?

zuallererst brauchst Du einen Doktor"vater", der überhaupt bereit ist, Dir die Möglichkeit zu eröffnen. Sprich: Du musst mit einem Lehrstuhlinhaber an einer FH oder Univ. verhandeln.

Sieht der Lehrstuhlinhaber eine Möglichkeit für Dich, bekommst Du in der Regel das Thema und in etwa eine Zeitvorgabe, d.h. wie lange Du forschen darfst, bis Du ein korriergierfähiges Ergebnis vorlegen musst = die Dissertation. Zwischendurch ist der Doktorvater oder seine Mannschaft Dein Ansprechpartner für Fragen, Korrekturen usw. In der Regel zieht sich dieser Prozess über mehrere Jahre hin und natürlich alles in Deiner Freizeit.
Am Schluss steht eine Prüfung der Dissertation durch zwei Wissenschaftler und eine mündliche Prüfung. Danach, so Du alle weiteren Vorgaben, wie Drucklegung etc. erfüllst, darfst Du Dr. (und die Abkürzung für das Fach) vor den Familiennamen setzen.

Was nun die Promotion also den Professor angeht, das ist das Ganze im Prinzip eine Stufe verschärfter:
Du forschst einige Jahre auf Deinem wissenschaftlichen Gebiet und veröffentlichst fleißig Aufsätze, bzw. schaffst Dir einen Namen in der Wissenschaft oder Wirtschaft. Du lehrst also an einer FH oder Univ., Du bist Manager/Ingenieur in leitender Stellung, Du besuchst Tagungen usw.

Während dieser Zeit erstellst Du ähnlich wie die Dissertation eine wissenschaftliche Arbeit größeren Umfangs von möglichst bahnbrechendem Inhalt. Gleichzeitig verhandelst Du mit einer passenden Hochschule, ob und in welcher Form Du diese wissenschaftliche Arbeit als Promotionsarbeit verwenden darfst. Prüfung, mündliche Prüfung grob gesagt etwa wie bei Dissertation gehabt.

Nach erfolgter Promotion kannst Du Dich dann an einer Hochschule für eine Professur bewerben - und dann Deinerseits Doktorvater sein.

viele grüße
Geli

Hallo Geli,

Am Schluss steht eine Prüfung der Dissertation durch zwei
Wissenschaftler und eine mündliche Prüfung.

das ist das Rigorosum, aber das nur am Rande.

Danach, so Du alle weiteren Vorgaben, wie Drucklegung etc. erfüllst, darfst Du
Dr. (und die Abkürzung für das Fach) vor den Familiennamen
setzen.

und bist somit promoviert.

Was nun die Promotion also den Professor angeht,

so beschreibst Du in dem folgenden ganz offensichtlich die Habilitation. Oder haben die Gebräuche in der akademischen Welt sich inzwischen so stark geändert?

Gruß,
Karin

Hallo Detlef,

Mir ist nun
in den Sinn gekommen, im Anschluss eventuell eine Doktorarbeit
nachzulegen,

hast Du schon geprüft, ob Du mit diesem speziellen MBA, den Du machst auc hpromotionsberechtigt bist?!

Wie geht es nach dem MBA weiter? Wie wird man Dr.

Wenn der Abschluss zur Promotion berechtigt, mußt Du einen sog. Doktorvater (heute eher Betreuer oder Prüfer genannt) finden, der Dir ein Thema stellt oder ein von Dir vorgeschlagenes Thema so gut findet, daß er es wagt die Verantwortung dafür zu übernehmen.
Das besagte Theam wird bearbeitet, meist so lange, bis der Betreuer der Meinung ist’nun ist gut’ und man schreibt aus den Ergebnissen die Arbeit zusammen.
Ist dies´geschehen und mindestens zwei Prüfer haben ihr OK gegeben (die Zahl hängt von der Promotionsrdnung des Fachbereichs ab), gibt es die mündliche Abschlussprüfung, in Form des sog. Rigorosum oder einer Disputation. Ist auch diese Hürde genommen, wird die Doktorarbeit veröffentlicht und Du darfst Dich Dr. Hastenichtgesehen nennen.

und im
Anschluss Prof.?

Das ist wieder etwas komplizierter, denn Prof. ist kein Titel, sondern eine Amtsbezeichnug.
Um dorthin zu kommen, ist es normalerweise nötig, sich zu habilitieren, also eine weitere wissenschaftliche Arbeit zu erstellen, an die noch strengere Maßstäbe angelegt werden als an eine Promotion.
Hat man auch diese Hürde genommen, ist man noch lange kein Prof, denn dazu muß man erst mal eine Arbeitstelle als ein solcher ergattern.
Hat man ‚nur‘ die Habilitation darf man sich Dr. habl. Hastenichtgesehen nennen (bei Medizienern gern geführt). Ist man zwar Lehrender, aber kein Prof, darf man sich häufig Privatdozent nennen was durch ein PD im Namenszug ausgedrückt werden kann.

Aber längst nicht jeder, der einen Dr. hat, wird auch habilitieren, je höher man hinaus will, desto dünner wird die Luft.

Trotzdem viel Spaß und Erfolg.

Gandalf

Normal kenne ich das aus dem Ausland und dort ist nach dem MBA oft nur der DBA möglich, was eine praktische Richtung bedeutet. Auch danach kann man zum Prof werden, einige Fälle sind bekannt.

http://en.wikipedia.org/wiki/Doctor_of_Business_Admi…

Hallo,

der Weg vom Dr. zum Professor ist seit ein paar Jahren anders, als er früher war: Es gibt jetzt zwei Strecken - die klassische über die Habilitation und die neue (nach dem sog. Hochschulrahmengesetz) über die Juniorprofessur. Juniorprofessur wird man zunächst für sechs Jahre, anschließend kann man ordentlicher Professor werden (das ist aber kein Automatismus). Das spart den Karriereschritt der langwierigen Habilitation. Juniorprofessoren haben die gleichen Befugnisse und Verpflichtungen wie ordentliche Professoren, kosten die Uni aber weniger Geld (weniger Gehalt und geringere Lehrstuhlausstattung).

So oder so - es ist ein langer Weg, und er wird immer steiniger, v. a. weil die Unis in einer Rigorosität Stellen einsparen,dass die Zwischenschritte zum Professor in einigen Jahren gar nicht mehr möglich sein werden. Das ist aber ein anderes Thema!
Grüße aus B.