Liebe Experten,
im Evangelium nach Markus (auch Matt.und Johannes) gibt es das genannte Kapitel (Mark. 4, 10 - 12)
Ich verstehe das nicht ganz: Hier sagt Jesus, dass nur seine Jünger seine Botschaft verstehen sollen, „die draußen“ aber nicht,
„damit sie sich nicht bekehren und ihnen dann vergeben wird“ .
Wer ist gemeint mit denen „draußen“?
Warum sollen diese sich nicht bekehren?
Ich dachte, das Evangelium ist für alle, und alle SOLLEN sich bekehren? Später bekommen doch die Jünger sogar den Auftrag, das Wort auszubreiten, oder?
Verstehe ich diese Stelle falsch? Oder wurde hier etwas falsch übersetzt?
Könnt ihr mir das erklären?
Gruß Martina
Hallo Martina,
im Evangelium nach Markus (auch Matt.und Johannes) gibt es das
genannte Kapitel (Mark. 4, 10 - 12)
Ich verstehe das nicht ganz: Hier sagt Jesus, dass nur seine
Jünger seine Botschaft verstehen sollen, „die draußen“ aber
nicht,
„damit sie sich nicht bekehren und ihnen dann vergeben wird“ .
Wer ist gemeint mit denen „draußen“?
Die „draußen“ sind jene Zuhörer, die nicht zum engsten Jüngerkreis gezählt wurden.
Warum sollen diese sich nicht bekehren?
Möglicherweise ist hier Ursache und Wirkung nicht exakt definiert.
Jesus zitiert ja den Propheten Jesaja (Jes.6,9-10):
"9 Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Höret und verstehet’s nicht; sehet und merket’s nicht!
10 Verstocke das Herz dieses Volks und lass ihre Ohren taub sein und ihre Augen blind, dass sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich nicht bekehren und genesen. "
und da handelt es sich um die Ankündigung des Strafgerichtes über Israel, nämlich die babylonische Gefangenschaft.
Ich dachte, das Evangelium ist für alle, und alle SOLLEN sich
bekehren? Später bekommen doch die Jünger sogar den Auftrag,
das Wort auszubreiten, oder?
Das kam aber erst später.
Und so richtig zum Predigen sind die Jünger auch erst nach der Ausgiessung des Heililgen Geistes am Pfingsttag gekommen.
Verstehe ich diese Stelle falsch? Oder wurde hier etwas falsch
übersetzt?
Könnt ihr mir das erklären?
ich habe es zumindest versucht 
Gruss Harald
Etwas off Topic
Jesus zitiert ja den Propheten Jesaja (Jes.6,9-10):
Hallo, Harald,
wäre es nicht genauer, wenn Du schriebest „Matthäus legt Jesus ein Jesaja-Zitat in den Mund“?
Denn wenn ich mir das Matthäus-Evangelium so anschaue, dann empfinde ich das fast mit Händen zu greifende Bemühen von Matthäus, Jesus in einen alttestamentarischen Kontext zu stellen. Mehr als in den anderen Evangelien werden hier immer wieder Bezüge zum AT hergestellt.
Mag dies nicht daran liegen, dass Matthäus mit dieser Betonung „geschichtlicher Kontinuität“ vor allem Juden von dem von ihm gefundenen Messias überzeugen wollte? Und ob ihm da nicht manchmal auch ein wenig der Gaul durchgegangen ist, denn viele Jesus"zitate", die sich gerade auf das AT beziehen findet man ja nur hier!
Ich bin mir dessen bewußt, dass ich hier von der Ursprungsfrage auf ein angrenzendes Feld geraten bin, aber beim Lesen Deiner Antwort fiel mir dieser Zusammenhang wieder ein, über den ich schon seit Längerem immer wieder stolpere.
Grüße
Eckard.
Hallo,
bin grad noch wach, daher…
wäre es nicht genauer, wenn Du schriebest „Matthäus legt Jesus
ein Jesaja-Zitat in den Mund“?
Denn wenn ich mir das Matthäus-Evangelium so anschaue, dann
empfinde ich das fast mit Händen zu greifende Bemühen von
Matthäus, Jesus in einen alttestamentarischen Kontext zu
stellen. Mehr als in den anderen Evangelien werden hier immer
wieder Bezüge zum AT hergestellt.
Mag dies nicht daran liegen, dass Matthäus mit dieser Betonung
„geschichtlicher Kontinuität“ vor allem Juden von dem von ihm
gefundenen Messias überzeugen wollte? Und ob ihm da nicht
manchmal auch ein wenig der Gaul durchgegangen ist, denn viele
Jesus"zitate", die sich gerade auf das AT beziehen findet man
ja nur hier!
Was Du wahrscheinlich meinst sind die sogenannten Erfüllungs- oder Reflexionszitate im Mt-Ev (dies und jenes geschah, weil sich eine AT-Prophezeiung erfüllen mußte). Bei denen hast Du sicherlich Recht mit Deiner These. Jedoch solltest Du Mt gegenüber fair sein, denn es ist anzunehmen, daß eben bestimmte Stellen aus dem AT in Jesus erfüllt sah und im Diskurs der SChriftgelehrten, ob denn nun Jesus der Messias sei oder nicht, eben seinen Beweis führte.
Ob Mt. nun Jesus bestimmte Zitate in den Mund gelegt hat oder nicht, kann kein Mensch wissen. Mt. nennt gerade hier gerade keine besonders außergewöhnlichen Zitate, d.h. wahrscheinlich wird sie der durchschnittliche Jude seiner Zeit gekannt haben. Jesus wird, das ist wahrscheinlich historisch, als Rabbiner und damit als jemand angesprochen, der sich in den Heiligen Schriften des Judentums auskennt (also was wir AT nennen). Es wäre eher verwunderlich, wenn er als Jude nicht ständig aus seiner eigenen heiligen Schrift zitiert hätte:wink: Ob er nun dieses Zitat jemals benutzt hat, ist zwar wohl wahrscheinlich, historisch aber nicht beweisbar (da zu unspezifisch, man beweist auch nicht, daß Caesar mal seine Uniform ausgezogen hat:wink:
Grüße,
Taju
Ich bin mir dessen bewußt, dass ich hier von der
Ursprungsfrage auf ein angrenzendes Feld geraten bin, aber
beim Lesen Deiner Antwort fiel mir dieser Zusammenhang wieder
ein, über den ich schon seit Längerem immer wieder stolpere.
Grüße
Eckard.
zumal …
Ob Mt. nun Jesus bestimmte Zitate in den Mund gelegt hat oder
nicht, kann kein Mensch wissen.
… die analoge Passage in Joh.12.37-43 das ganze nicht als Jesus-Zitat zeigt, sondern als interpretierenden Kommentar de Autors.
Gruß
Metapher
Hallo Eckard,
Jesus zitiert ja den Propheten Jesaja (Jes.6,9-10):
wäre es nicht genauer, wenn Du schriebest „Matthäus legt Jesus
ein Jesaja-Zitat in den Mund“?
nein, es wäre nicht genauer.
Im Gegenteil.
Ich würde hier meine (eher Deine) Meinung hineinmischen. Und die hat hier nix verloren.
Matthäus schreibt, dass Jesus es gesagt hat. Und solange das Gegenteil nicht bewiesen ist, muss ich mich an das halten, was geschrieben steht. Das gilt bei allen Berichten so. Warum sollte es mit der Bibel anders sein?
Gruss Harald
Hallo Martina
Warum sollen diese sich nicht bekehren?
Ich dachte, das Evangelium ist für alle, und alle SOLLEN sich
bekehren? Später bekommen doch die Jünger sogar den Auftrag,
das Wort auszubreiten, oder?
Das Evangelium sollte zu allen Menschen getragen werden, aber weder Jesus, noch von seinen Jüngern erwarteten jemals, dass mehr als eine kleine Minderheit ihnen folgen würden.
Matthäus 7:3
Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der Weg, der in die Vernichtung führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen; 14 doch eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.
Sollte nun jemand einwenden, dass das Christentum eine Weltreligion ist, die fast 2 Milliarden Menschen umfasst, so sollte er sich folgende Frage beantworten. Wieviele dieser Christen sind bereit an ihrem Glauben festzuhalten, auch wenn damit Nachteile, Verfolgung oder Tod verbunden wären, so wie es für die Christen im ersten Jahrhundert galt?
Solange Jesus spektakuläre Wunder wirkte und die Armen speiste, hatte er eine Menge „Fans“. Sobald er aber ungewöhnliche religiösen Dinge lehrte oder außergewöhnliche Opfer verlangte, war das zuviel für seine „Fans“.
(vergleiche Johannes 6:48-69)
Die Volksmengen haben sich die Gleichnisse von Jesus und seine Predigten gerne angehört. Er war interessant und unterhaltsam.
Aber seine Jünger wollten diese Gleichnisse wirklich verstehen und haben Jesus gefragt, was sie bedeuten. (siehe Matthäus 13:36)
Das hat sie von den Volksmengen unterschieden.
Gruß
Carlos