'Vom Terrorist zum Staatsmann'

hi,

es häufen sich natürlich arafatbiografien, nachrufe und ähnliches, auch auf 3sat, so der titel vorgestern: „Vom Terrorist zum Staatsmann“.

bin ich die einzige, die beim lesen dieser überschrift magenkrämpfe bekommt? nicht politische, oh nein, sondern grammatische, da es doch heißen sollte: „Vom Terrorist en zum Staatsmann“!

vom präsident bis zum mensch - das ist ja furchtestbar!
oder gar korrekt nach neuschreibreform?

gruß
datafox

hi, datafox,

ich stieße häufiger in dieses Horn, wenn ich nicht die Erfahrung gemacht hätte, dass das

  1. nutzlos, da ohne Folgen, ist,
  2. einem nur eine schlechte Presse einbringt.

Das gehört, wie die Sache mit dem „erschrecken“ oder die „AGB´s“ oder das „flexibilere Arbeitszeiten“, das ich eben im Radio von einem Wirtschaftswissenschaftler (dem Präsident en des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel) vernehmen dürfte, zum Thema „Niveau der Allgemeinbildung“, das eben im Brett „Universität und Schule“ besprochen wird.

Es bleibt nur: selber nicht mitmachen bei dem Unsinn!

Gruß Fritz

Moin, moin Datafox,

nein, das ist nicht korrekt, war es nie und wird es hoffentlich nie werden!
Solche Sprachunfähigkeit findet sich aber selbst in höchsten politischen Kreisen: ein Bundeskanzler, der 1982 seine erste Regierungserklärung abgab, sagte wörtlich: „Die Bundesrepublik bedoht niemand!“ Sprachlicher Logik zufolge hätten wir dann sofort die Bundeswehr abschaffen können - aber das hat er natürlich nicht gemeint.

Gruß - Rolf

hi

Es bleibt nur: selber nicht mitmachen bei dem Unsinn!

gut aber: das war 3sat, eine produktion des (ich denke) deutschen fernsehens (wenns schweizer oder österreicher waren, isses ebenso schlimm), eine bio über einen prominenten kopf des 20. jahdts, in einer fetten überschrift über den bildschirm… man meckert über pisa und daß die ausländer kein deutsch können und dann das… ts ts.

gruß
datafox

naja …
hi mitnand,

also ich bin ja selbst an sich gern mit dabei, wenn es drum geht, die sprache (und v.a. die kommunikationsgenauigkeit) zu retten, aber in diesem fall seh ichs doch etwas entspannter.

ich denk, deutsch ist auf dem weg, wortmorphologie abzubauen und bedeutungsverhältnisse der syntax anzuvertrauen. (es geht den weg, den englisch schon lang gegangen ist; und englisch funktioniert auch ganz gut.) das wird nicht aufzuhalten sein. die formulierung ist immer noch eindeutig - der dativ wird von der präposition markiert. auch sonst ist kein grund für missverständnisse gegeben.

ich würd niemand(em) einen strick aus der sache drehen wollen.

m.

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Servus, Michael:smile:

auch sonst ist kein grund für
missverständnisse gegeben.
ich würd niemand(em) einen strick aus der sache drehen wollen.

müd, wie ich bin, geb ich dir ja irgendwie recht - wäre ja einfach, wir verstehen einander, missverständnisse sind nicht zu erwarten, und schliessliche *nehmen wir 's ja nicht so genau* - aber: wo bleibt die LUST? Die lust an der sprache, die lust am formulieren, die lust an der präzision, und letztendlich die lust am denken?
fragt sich, schlapp aus Wien grüssend,
jenny

… aber: wo bleibt die LUST? Die lust an der sprache,
die lust am formulieren, die lust an der präzision, und
letztendlich die lust am denken?

Die ist mit Heinz Erhardt gestorben…

die LUST ???
hallo jenny,
die lust ??? ja, auf die lust mag ich auch nicht verzichten. aber die liegt - glaubich - nicht im dativ-en beim „terroristen“ und sie lag auch nicht im dativ-e beim „staatsmanne“, der er früher gewesen wäre. dass das -e verloren gegangen ist, haben wir alle verinnerlicht. am -en kiefeln wir noch.
nehmen wir doch die lust in die scharfsinnige auseinandersetzung, wie sie hier geschieht. ob müd oder nicht, ob zu sprache oder nicht. ob mit älteren dativ-endungen oder nicht - ich glaub nicht, dass die lust an präzision oder gar am denken an den endungen hängt.
auf bald!
m.

… aber: wo bleibt die LUST? Die lust an der sprache,
die lust am formulieren, die lust an der präzision, und
letztendlich die lust am denken?

Die ist mit Heinz Erhardt gestorben…

den schätz ich sehr, den knaben - v.a. die dinge von ihm, die nicht nur (kluger) klamauk waren. aber deinen befund kann ich nicht teilen.
m.

an die MODs
hi,
sehe grade, dass jemand von euch an meinem artikel von davor was geändert hat - und frag mich was? ich find den unterschied nicht.
bin vielleicht auch schon müd. *Bg*
gute nacht!
m.

hi, m.,

ich habe das unnötige Ganzkörperzitat entfernt.
Tipp für die Zukunft: Lösch es selber weg!
Spart Speicherplatz und erleichtert das Lesen. :wink:

Fritz MOD

und englisch
funktioniert auch ganz gut.

ich hätte nichts dagegen, würde 3sat auf englisch senden. man könnte von mir aus auch englisch als amtsprache einführen (wäre ohnehin besser für die EU), aber dennoch ist das alles kein argument für richtigkeit dieses schrecklichen dativs *im deutsch*!

gruß
datafox

hi datafox,

, aber dennoch ist das alles
kein argument für richtigkeit dieses schrecklichen dativs *im
deutsch*!

vor 90 jahren hätte es noch geheißen „vom terroristen zum staatsmanne“. dann ist das -e bei beim „staatsmanne“ weggefallen und sicher haben das viele als schreckliche verarmung des deutschen gesehen.
jetzt kommts zum „terrorist“.
ich find ihn nicht wirklich „schrecklich“. aber das sind doch eigentlich nur mehr geschmacksurteile. oder täusch ich mich?
m.

Hallo m.!

die lust ??? ja, auf die lust mag ich auch nicht verzichten.
aber die liegt - glaubich - nicht im dativ-en beim
„terroristen“ und sie lag auch nicht im dativ-e beim
„staatsmanne“, der er früher gewesen wäre.

Woran jeder seine Lust hat, mag unterschiedlich sein; hier im Brette bewegen sich sehr wohl einige, die an der korrekten Verwendung der deutschen Sprache ihre Lust finden!

Hanna

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… aber: wo bleibt die LUST? Die lust an der sprache,
die lust am formulieren, die lust an der präzision, und
letztendlich die lust am denken?

Die ist mit Heinz Erhardt gestorben…

… aber deinen befund kann ich
nicht teilen.

Vielleicht noch nicht gestorben, aber auf jeden Fall schon schwer am Keuchen :wink:

f.