Von Absolutismus bis Wartburgfest

Hallo,

also, wir haben in Geschichte in den letzten drei Wochen (in denen ich krank war) vom Absolutismus bis zum Wartburgfest Alles durchgearbeitet.
Kennt irgendjemand eine Übersicht, in der Alles erklärt ist?
Oder vielleicht die Zusammenhänge (im Geschibuch peil ich es nicht und so einzelne Erklärungen, da find ich irgendwie nie Rückschlüsse :frowning: )
Also, ich bin „schon“ soweit:
Absolutismus => Aufklärung => franz. Revolution => Napoleon (wie kam es aber dazu?) => Ende Napoleons, mit Verbannung nach St. Hellena (warum?) => Was kam dann, anstelle von Napoleon, wie ging es mit seinen Projekten weiter? => Wo ist das Heilige römische Reich bzw. das Heilige römische Reich deutscher Nation geblieben (was ist der Unterschied zwischen diesen Reichen?) => irgendwie daraus ist der dt. Bund entstanden (aber, wie genau?) => Wartburgefst (warum?) => Hambacherfest (warum hat sich Metternich da so aufgereget und daraufhin die Karlsbader Beschlüsse durchgesetzt?)
Vielleicht kennt sich ja jemand aus
Danke schonmal,
Fee

Hallo,

viele Fragen, ich versuche es mal in Kurzfassung.
In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts war es durch die Mißwirtschaft der Könige und ihrer Mätressen in Frankreich zu einer absoluten Verarmung des Volkes gekommen - es gab buchstäblich Revolten wegen des täglichen Brotes, aus dieser Lage heraus kam es zur Revoltion.
Dort aber ergriffen im Laufe weniger Jahre basolute Chaoten die MAcht, die die Probleme auch nicht lösen konnten sondern statt dessen nicht nur alle Adligen sondern aucvh sich gegenseitig einen Kopf kürzer machten.
Napoleon stand als general im Dienste der revolutionären Regierung - meist im Ausland (Italien, Ägypten etc). Durch seine Siege wurde er sehr populär, so daß er nach seiner Rückkehr aus Ägypten mit Hilfe der Armee staatsstreichartig die MAcht ergreifen konnte. Zunächst nannte er sich erster Konsul, später lies er sich zum Kaiser krönen.

Sein Regimne war äußerst aggresiv nach außen. Durch Militäraktionen und Erpressung brachte er den Rheinbund zustande - d.h. ein Teil der deutschen Fürsten schloß sich da zusammen und erklärte den Austritt aus dem heilig römischen Kaiserreichj deutscher Nation. Im Zuge dieser Entwicklung erklärten die HAbsburger Österreich zum Kaiserreich (war ja vorher nur Erherzogtum), damit war der österreichische deutsche Kaiser auch Kaiser von Österreich, anschließend legte er unter dem Druck Napoleons die deutsche Krone nieder - damit war das deutsche Kaiserreich zu Ende.
Napoleon erorberte außer Italien und Spanien (hatte er schon) in der Folgezeit ganz Deutschland und griff dann Rußland an, Das ging aber schief - und in der Folgezeit rollte die Kriegswelle zurück (u.a. Völkerschlacht bei Leipzig), am Ende wurde Frankreich erobert und Napoleon abgesetzt.
Der Franzose hatte aber ganz schön auf der Landkarte gewütet und neue Länder geschaffen bzw. Grenzen gezogen - um das Ganze zu ordnen trafen sich die europäischen Länder auf dem Wiener Kongreß.
Und dort wurde das deutsche Kaiserreich nicht wieder begründet - die deutschen Ländchen wurden für souverän erklärt. Sie schlossen sich (es waren wohl 36) im deuztschen Bund zusammen unter dem Vorsitz Österreichs - dieser Bund hatte aber keine Weisungsbefugnis und konnte nur mit Zustimmung aller was beschließen - also praktisch nie.
Napoleon wurde erst einmal nach Elba geschickt als Herzog. Nur blieb er nicht da sondern er setzte nach frankreich über und eroberte das nochmal. Das war die 100 Tage-Herrschaft. Länger ging die nicht, dnn wurde er bei Waterloo endgültig besiegt durch die Preußen uind Engländer. Und danach schob man in nach St. Helena ans Ende der Welt ab, man hatte echt die Schnauze voll von dem kerl.
Dioe enstehende deutsche Kleinstaaterei, in der sich jeder kleine Fürst auspielen konnte wie sonstwas, war nun echt nicht das Gelbe vom Ei, zumal viele dieser Ländchen nicht mal ein geschlossenes Gebiet hatten. Praktisch war oft schon das Nachbardorf Ausland und dazwischen eine Zollschranke, es gab Fälle, da waren orte zweigeteilt oder sogar einzekne Grundstücke. Das hinderte die wirtschaftliche Entwicklung total - von dem Gefühl der Menschen, die sich ja als einheitliche Deutsche fühlten, mal ganz zu schweigen. Und unter diesen verhältnissen entstand aus der Studentenbewegung heraus die deutsche Nationalbewegung, die einen einheitlichen seutschen Staat forderte.
Das lag nun aber nicht im Interesse der fürstlichen Durchlauchte, die ja ihre Ländchen nicht verlieren wollten. Und schon gar nicht lag es im Interesse der Habsburger und ihres Kanzlers Metternich. Denn in Österreich/Ungarn waren ja viele Völker zusammengepfercht mit dem Kaiser als einziges Bindeglied. Ungarn, Östereicher, Kroaten, Tschechen, Slowenen, Italiener, Polen und noch ne HAndvoll andere - da mußte jede NAtionalbewegung wie ein Sprengsatz wirken, der das Ding auseinenaderriß. Deshalb drängte meternich so auf Beschlüsse gegen die deutsche NAtionalbewegung.
Die Geschichte gab ihm ja auch recht - als 1871 das deutsche reich entstand, blieb Österreich draußen. Das ging gar nicht anders, mit diesem Vielvölkerstaat war einfach kein Nationalstaat zu machen.

Gernot Geyer

Irgendwie habe ich gerade gar keine Lust, deine Geschichtsbücher und die dir von deinen Klassenkameraden mitgebrachten Fotokopien durchzulesen. Aber das bisschen, was du selbst schon gelessen hast, hast du offenbar kräftig durcheinandergeschmissen und zusammengerüttelt. Mal schauen, ob ich es schaffe, nur deinen letzten Satz in seine Einzelteile zu zerlegen und sinnvoll wieder zusammenzubauen:

Wartburgefst (warum?) => Hambacherfest (warum hat sich
Metternich da so aufgereget und daraufhin die Karlsbader
Beschlüsse durchgesetzt?)

Das Wartburgfest fand 1817 statt und war eine Protestveranstaltung gegen restaurative Wiederherstellung der deutschen Kleinstaaterei und damit einhergehende Einschränkung der bürgerlichen Rechte. Eine unmittelbare Reaktion Metternichs auf dieses Fest gab es nicht. Die Karlsbader Konferenz wurde vielmehr aufgrund der Ermordung des russischen Generalkonsuls August von Kotzebue am 23. März 1819 einberufen.

Der Mörder Kotzebues allerdings war ein Burschenschafter , somit gibt sich ein rückwirkender Schluss auf das Wartburgfest, da dort die Allgemeine Deutschen Burschenschaft als Dachorganisation der Studenten aller deutschen Universitäten gegründet wurde.

Metternichs Ziel während des Wiener Kongresses war die restaurative Wiederherstellung des Status Quo Ante, der seit dem westfälischen Frieden 1648 für stabile politische Verhältnisse in Europa gesorgt hatte. Die Entstehung eines neuen (groß)deutschen Nationalstaats im Zentrum Europas hätte diese Stabilität genauso gestört, wie das napoleonische Frankreich.

Da dieser deutsche Nationalstaat aber wesentliche Forderung des Wartburgfestes und der Burschenschafter war, sich somit unmittelbar gegen Metternichs Vorstellungen wandte, war dessen ‚Aufregung‘ verständlich, die Ermordung Kotzebues ein willkommener Anlass für die Karlsbader Beschlüsse.

Das Hambacher Fest hingegen fand erst 1832 statt. Auslöser dieser Veranstaltung war ein Protest gegen die vielfachen deutschen Zollgrenzen sowie die Unterdrückung und der massive Abbau der Rechte der pfälzischen Bevölkerung durch ihre bayerische Herrschaft. Wesentliche Forderungen dieses Festes waren aber wiederum, ähnlich wie beim Wartburgfest, die nach bürgerlichen Freiheiten und deutschem Nationalstaat. Da es in Folge des des Hambacher Festes zu einem bewaffneten revolutionären Aufstand, dem Frankfurter Wachensturm kam, den die ausführenden Burschenschafter als Fanal für eine deutsche Revolution setzen wollten, wurden in Folge die Karlsbader Beschlüsse wieder vorgeholt und nochmals verschärft.

Gruss
Schorsch