Irgendwie habe ich gerade gar keine Lust, deine Geschichtsbücher und die dir von deinen Klassenkameraden mitgebrachten Fotokopien durchzulesen. Aber das bisschen, was du selbst schon gelessen hast, hast du offenbar kräftig durcheinandergeschmissen und zusammengerüttelt. Mal schauen, ob ich es schaffe, nur deinen letzten Satz in seine Einzelteile zu zerlegen und sinnvoll wieder zusammenzubauen:
Wartburgefst (warum?) => Hambacherfest (warum hat sich
Metternich da so aufgereget und daraufhin die Karlsbader
Beschlüsse durchgesetzt?)
Das Wartburgfest fand 1817 statt und war eine Protestveranstaltung gegen restaurative Wiederherstellung der deutschen Kleinstaaterei und damit einhergehende Einschränkung der bürgerlichen Rechte. Eine unmittelbare Reaktion Metternichs auf dieses Fest gab es nicht. Die Karlsbader Konferenz wurde vielmehr aufgrund der Ermordung des russischen Generalkonsuls August von Kotzebue am 23. März 1819 einberufen.
Der Mörder Kotzebues allerdings war ein Burschenschafter , somit gibt sich ein rückwirkender Schluss auf das Wartburgfest, da dort die Allgemeine Deutschen Burschenschaft als Dachorganisation der Studenten aller deutschen Universitäten gegründet wurde.
Metternichs Ziel während des Wiener Kongresses war die restaurative Wiederherstellung des Status Quo Ante, der seit dem westfälischen Frieden 1648 für stabile politische Verhältnisse in Europa gesorgt hatte. Die Entstehung eines neuen (groß)deutschen Nationalstaats im Zentrum Europas hätte diese Stabilität genauso gestört, wie das napoleonische Frankreich.
Da dieser deutsche Nationalstaat aber wesentliche Forderung des Wartburgfestes und der Burschenschafter war, sich somit unmittelbar gegen Metternichs Vorstellungen wandte, war dessen ‚Aufregung‘ verständlich, die Ermordung Kotzebues ein willkommener Anlass für die Karlsbader Beschlüsse.
Das Hambacher Fest hingegen fand erst 1832 statt. Auslöser dieser Veranstaltung war ein Protest gegen die vielfachen deutschen Zollgrenzen sowie die Unterdrückung und der massive Abbau der Rechte der pfälzischen Bevölkerung durch ihre bayerische Herrschaft. Wesentliche Forderungen dieses Festes waren aber wiederum, ähnlich wie beim Wartburgfest, die nach bürgerlichen Freiheiten und deutschem Nationalstaat. Da es in Folge des des Hambacher Festes zu einem bewaffneten revolutionären Aufstand, dem Frankfurter Wachensturm kam, den die ausführenden Burschenschafter als Fanal für eine deutsche Revolution setzen wollten, wurden in Folge die Karlsbader Beschlüsse wieder vorgeholt und nochmals verschärft.
Gruss
Schorsch