Von bis zu

Hallo alle,

immer wieder lese ich in der Zeitung solche
Drei-Präpositionen-Konstrukte wie: „Es wird eine Erhöhung von bis
zu xx Euro ins Auge gefasst“ oder „Das kann einen Rabatt von bis
zu xx Prozent bedeuten“. Das klingt so scheußlich - kann man denn
da nicht einfach das „von“ weg lassen? Ein Rabatt bis zu xx
Prozent? Eine Erhöhung bis zu xx Euro?
Gruß
Bolo2L

Hallo.

da nicht einfach das „von“ weg lassen? Ein Rabatt bis zu xx
Prozent? Eine Erhöhung bis zu xx Euro?

Stimme Dir zu. Außerdem erhöhe ich - wenn - um soundsoviel. „Um bis zu“ klingt allerdings genauso schauderös …

Gruß kw

Nominalstil und Konsequenzen
Hallo Bolo,

ja, das klingt in der Tat nicht besonders elegant. In deinen Beispielen (jedenfalls beim zweiten) könnte man m.E. das „von“ auch weglassen. (in deinem ersten Beispiel müsste es übrigens „um bis zu“ heißen…)

Aber es gibt Konstruktionen, da geht es nicht.
Beispiele:
Das Web-Paket umfasst das Design und die Einrichtung von bis zu 5 Seiten…
Die XY-AG beschließt den Rückkauf von bis zu 75.000 Aktien…

In all diesen Sätzen wird eine Nominal-Konstruktion verwendet und die erfordert eben dieses „von“. Schön und sprachlich elegant ist das allerdings nicht. Typische Business- und Verwaltungssprache eben.
Gib mal bei google „von bis zu“ ein, die Anzahl der Treffer erschlägt dich: 137.000!!!

Vermeiden kannst du das, wenn du statt dieser Nominal-Konstruktionen Verb-Konstruktionen benützt, also etwa:
Die XY-AG beschließt, bis zu 75.000 Aktien zurückzukaufen.

Gruß
Uschi

Bedeutungsunterschied
Hallo Uschi,

Die XY-AG beschließt den Rückkauf von bis zu 75.000 Aktien …
Die XY-AG beschließt, bis zu 75.000 Aktien zurückzukaufen.

Gruß,

Wolfgang Berger

Und wie,…
lieber Wolfgang,

Die XY-AG beschließt den Rückkauf von bis zu 75.000 Aktien …

soll sie den Rückkauf durch jemand anderen als sich selbst entscheiden? Theorie und Praxis klaffen hier wohl auseinander…

Die XY-AG beschließt, bis zu 75.000 Aktien zurückzukaufen.

Gruß Kubi

Semantik und Praxis
Hallo Kubi,

entscheiden? Theorie und Praxis klaffen hier wohl
auseinander…

Weder bin ich Experte für Aktiengesellschaften und deren Machtgebahren, noch habe ich die geringste Kenntnis über das hier betroffene Unternehmen.
Darum kann ich nicht wissen, ob die vorliegende semantische Trennung von Beschluß und Ausführung so gemeint war oder ohne Sinnentstellung aufgehoben werden kann.

Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Wolfgang,

Weder bin ich Experte für Aktiengesellschaften und deren
Machtgebahren, noch habe ich die geringste Kenntnis über das
hier betroffene Unternehmen.

Merkt man :wink:
Über das hier betroffene Unternehmen kannst du auch gar keine Kenntnis haben, denn diese AG wurde von mir frei erfunden.

Darum kann ich nicht wissen, ob die vorliegende semantische
Trennung von Beschluß und Ausführung so gemeint war oder ohne
Sinnentstellung aufgehoben werden kann.

Nix für ungut, aber warum schreibst du dann, dass da ein Bedeutungsunterschied bestünde?
Es besteht keiner. Es handelt sich dabei schlicht und einfach um ein von mir konstruiertes Beispiel (das aber mit richtigen Firmenbezeichnungen jederzeit so in den einschlägigen Börsennachrichten erscheinen könnte), um zu zeigen, dass es sprachlich und stilistisch besser ist, den Nominalstil zu vermeiden.
Das Verb, aus dem „Rückkauf“ gebildet wurde, ist eben „zurückkaufen“ und es handelt sich dabei auch nicht um irgendwelche finsteren Machenschaften („Machtgebaren“) der AGs, sondern um eine durchaus übliche Methode der Kurspflege…

Gruß
Uschi

Hallo Uschi,

Darum kann ich nicht wissen, ob die vorliegende semantische
Trennung von Beschluß und Ausführung so gemeint war oder ohne
Sinnentstellung aufgehoben werden kann.

Nix für ungut, aber warum schreibst du dann, dass da ein
Bedeutungsunterschied bestünde?

Weil ich in meinem Beruf bei solchen Sachen genau sein muß. Es ist halt oft so, daß man beim Auflösen einer Nominalkonstruktion sehr leicht zusätzliche Informationen einschmiert, die vorher nicht drin waren. Ich darf das nicht; aber es ist klar, daß das bei anderen Gewerken weniger streng zugeht.

Gruß,

Wolfgang Berger

Meta
Liebe deutsche Sprachwissenschaft,
wommerdochma sehn, wer den längeren hat.
Den ummekehrten Zruf, meini.
„Metazruf“, oder auch „Zrufatem“

„Mathema“ heißt wissen, orzwo.

Und „Semantik“?
Hamse ma´n Tick?
Meta k®inst.

Paaaaatsche, amici,
Ragazzi del Europa!

???

Und wie lautet jetzt nochmal die Frage?
Ich versteh hier nur Bahnhof.
Ein Semantiker würde jetzt hier vermutlich mit der Schulter zucken.

Gruß
Uschi

Enzephale Flatulenz