Von D über Frankreich/Süd nach Spanien/Nord?

Hallo,
ich plane in 2006 eine Reise mit dem PKW durchzuführen,
die vom Ruhrgebiet aus
über den Süden Frankreich in den Norden Spaniens führen soll.
Dauer der Reise mindestens 3 Wochen
Kriterien: Touristische Zentren sollen nach Möglichkeit gemieden werden.
Ich möchte den Reiz der Landschaften (ökologisches Potential) und der Ansiedlungen (Dörfer und Städte),
so wie die regionalen Küchen,
kennenlernen.

Kann mir jemand für diese gelante Reise eine Route empfehlen?
An Literatur und Kartenmaterial bin ich auch interessiert.

Besten Dank im Voraus

moin,
da hast du was gutes vor!
allerdings passt „abseits von touristischen zentren“ nicht zum sagenhaften angebot an landschaften, die frankreich bietet - dort wo es spektakulaer schoen ist, werden sich touristen nicht vermeiden lassen.

ich habe vor 4 jahren mal folgende reise gemacht:

start in frankfurt - erstes ziel vogesen.
die ostseite der vogesen ist sehr touristisch, aber wenn du mitten durch faehrst, findes du durchaus lauschige doerfer mit erstklassigen restaurants.
viele parkplaetze bieten kurspaziergaenge zu nahegelegenen wasserfaellen an - die natur ist „intakt“.

dann quer durch die berge der franche comte ins bresse. nicht zu unrecht haben die bressehuehner einen guten ruf auf speisekarten - so nen vogel sollte man mal an sich gelassen haben.
vom bresse in die alpen. klar, hier ist tourismus, aber hier gibt es auch die hoechsten berge europas mit spektakulaeren ausblicken.
fahr dann allerdings nicht zu frueh im jahr, denn bis mai sind viele paesse noch gesperrt, und du musst nach 60km den gleichen weg zurueckfahren.

von den meeralpen dann zum verdon - die schluchten dort sind atemberaubend! mann kann die schlucht beidseitig auf hoehe befahren, oder man goennt sich 1-2 tage und durchwandert die schlucht am fluss.

die cote d’azur kannste knicken - haste einen ort gesehen, hast du sie alle gesehen… und schweineteuer wird es da…

also quer rueber ins zentrallmassiv. die vulkane der auvergne sollte man mal besucht haben, und die heimischen kaesesorten haben weltruf.

westlich der auvergne liegt das „plateau des mille vaches“ . wie der name schon sagt: hier gibt es viele kuehe - sonst eigentlich nichts, aber mit sicherheit nette doerfer mit freundlichen menschen, die gut essen koennen.

dann nach suedosten - dort empfehle ich annaeherung an die ardeche. mit dem auto lassen sich die schluchten der ardeche in 2 stunden abfahren, man sollte sich aber wenigstens eine der spektakulaeren hoehlen dort angeschaut haben. wenn du vor der kanusaison ( mai-september ) dort anreist, kannst du durchaus der einzige gast sein, dem der fremdenfuehrer die entstehung und schoenheiten der hoehlen erklaert.

wenn man schon in der gegend ist: pont du gard bei nimes! toristisch zwar total verseucht, aber das teil sollte man mal gesehen haben. man darf sich zwar leider nicht mehr mit ner flasche rotwein oder nem joint oben drauf setzen, aber nen besuch ist das echt wert.

dann rueber an die tarn: das fluesschen hat auch eine tiefe schlucht in die berge gegraben, ist aber touristisch nicht so erschlossen, wie die ardeche. man kann in einfachstgasthaeusern billig uebernachten, die kueche ist nicht sensationell, aber man wird satt, und spaetestens abends, wenn du auf einer terasse mit einer flasche wein den grossen raubvoegeln zuschaust, entdeckst du den reiz dieser landschaft.

dann sollte es wieder touristisch werden: ueber albi + castres nach carcassonne.
carcassone ist tagsueber voellig ueberlaufen. man sollte hier aber direkt in der festung uebernachten:es gibt teure hotels, aber viele der kleinen laeden vermieten auch billige fremdenzimmer. so ab 18.00 uhr dann wird die stadt leer und ruhig und man kann den charme der festung aufsaugen und an jeder ecke prima essen.

von carcassone ist es dann nicht mehr weit in die pyreneen. hier lohnt es sich, mit einer guten strassenkarte kreuz und quer zu fahren - ein abstecher nach andorra lohnt sich z.b.
unbedingt machen: ueber denn col de tourmalet fahren! das ist der legendaere pass, auf dem manche tour de france entscheidungen gefallen sind.
falls du uebrigens vor hast, waehrend der tour auf solche einem pass zu sein, empfehle ich anreise 2 tage vor ankunft der fahrer, denn sonst bekommst du keinen vernuenftigen platz mehr fuer wohnmobil oder zelt.

noch einmal sollte es in der gegend touristisch werden: fahr nach lourdes! ich habe noch nie solch eine ansammlung von herrlichem kitsch gesehen, wie in den andenkenlaeden da.
ich bin zwar kein glaeubiger mensch, aber man kann in lourdes an der heiligen quelle doch einen gewissen „spirit“ einer unbegreifbaren macht verspueren, wenn man beobachtet, mit welcher intensivitaet die menschen dort die staette erleben.
von lourdes aus steht dir norspanien dann in fast allen richtungen offen.
prinzipiell hatte ich auf der reise uebrigens vor, in billighotels zu 30.- zu uebernachten. nachteil dieser hotels ist, dass sie meist am stadtrand im industriegebiet liegen - leg also ca 20.- drauf und du findest ein durchschnittliches bis gutes hotel in der stadtmitte und brauchst nach dem fuenften calvados nicht mehr auto fahren…
bon route
khs

Hi
hab nur ne route Karlsruhe-Bordeaux über Dörfer und nur ein paar km Autobahn, jedoch bis Spanien nichts

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Karl-Heinz,
der Tip war schon mal super.
Geplant habe ich die Reise für den Zeitraum Ende Mai - Mitte Juni.
Hast Du einen Rat zu den Hotels in dem Bereich?
Kennst Du Spanien auch?
Ich habe an die Richtung Picos de Europa gedacht. Ob Galicien auch mit dabei ist wird sich dann vor Ort entscheiden.
Die Reise soll nicht zum Streß werden.
Wie sagt man so schön: Der Weg ist das Ziel.
Schönen Gruß
und besten Dank
Hägar