Von Gott inspirierte heilige Schriften?

Problem
Hi Harald

Es war nicht davon die Rede, dass andere Religionen nicht
göttlich inspiriert wären. Sondern dass sie nicht von unserem
Gott inspiriert wurden.

Ah ja, hab ich was missverstanden.

Dann erhebt sich aber ein riesiges Problem: Wenn eine Religion behauptet, es gäbe nur einen Gott, und dieser sei der Eigene, dann müssen die heiligen Bücher anderer Religionen entweder vom gleichen Gott inspiriert sein, oder gar nicht, da es ja nur einen Gott gibt. Wenn man der anderen Religion zugesteht, das sie durch einen anderen Gott inspiriert wurde, dann gibt es ja mindestens zwei Götter.

Das Postulat der unterschiedlichen Manifestationen des gleichen Gottes kann dieses Dilemma nicht lösen, weil ja dann wieder alle Religionen den gleichen Gott haben.

Wenn man aber behauptet, die Schriften der anderen seien eben nicht göttlich inspiriert, dann erhebt man seine eigene Religion über die der anderen.

Es bleibt schwierig
Gruss
Mike

Hi Mike

Dann erhebt sich aber ein riesiges Problem: Wenn eine Religion
behauptet, es gäbe nur einen Gott, und dieser sei der Eigene,
dann müssen die heiligen Bücher anderer Religionen entweder
vom gleichen Gott inspiriert sein, oder gar nicht, da es ja
nur einen Gott gibt. Wenn man der anderen Religion
zugesteht, das sie durch einen anderen Gott inspiriert wurde,
dann gibt es ja mindestens zwei Götter.

Ich halte es ebenso für einen Irrtum, zu behaupten, es gäbe nur einen Gott.

Der Gott Israels hat in den 10 Geboten festgelegt: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“

Wäre das nicht sinnlos, wenn es keine anderen Götter gäbe?

Lies dazu doch den Thread „Wieviele Götter gibt es“ weiter unten.

Gruss Harald

Danke an alle
Hallo allerseits

Zweifle zwar immer noch…
Aber jetzt auf etwas höherem Niveau.

danke an alle Disputiererinnen und Disputierer
Mike

Hallo Thomas,

Auch ich bin der Überzeugung, daß man die Tatsache, daß
bestimmte Schriften von Gott inspiriert sind, nicht beweisen
oder widerlegen kann.

Den einzigen Weg, den ich kenne - und den ich selber gegangen
bin - ist, sich mit den Schriften auseinanderzusetzen und dann
Gott in einem Zwiegespräch zu bitten, einem Klarheit über den
Wahrheitsgehalt zu geben. Das Ergebnis nennt man dann Glauben.

Ja, gibt dann Gott jedem eine andere Antwort? Die Verfechter der Sklaverei beriefen sich auf die Bibel, die Abolitionisten ebenfalls, die Pazifisten wie die Verfechter des „gerechten Krieges“, die Befürworter der Todesstrafe wie deren Gegner, die Progressiven wie die Traditionalisten, die Weintrinker wie die Abstinenzler. Entweder widerspricht Gott sich ständig selbst (was ich doch nicht annehme) oder es ist ein Gutteil menschlichen Missverstehens dabei. Was die Leute ihren „biblischen Glauben“ nennen ist meiner Meinung nach ein Teil göttlicher Eingebung und 99 Teile ihrer höchstpersönlichen Irrtümer, Vorurteile und Dummheiten.
gruß,
bb

Hallo Francesco,

In 2000 Jahren wird man den christlichen Glauben an den
Hirtengott der Nomaden im vorderen Orient ebenfalls belächeln.
Dann weiss man es auch besser.
Also ist Logik angesagt. Nur wer Angst hat, etwas zu verlieren
(seinen bildlichen Glauben an den alten weissbärtigen Mann auf
dem mittelalterlichen Thron), der weigert sich, sein logisches
Denken anzuwenden.

Also ich gehöre sicher nicht zu den schlauesten Köpfen im Christentum, aber weder glaube ich an einen weißbärtigen alten Mann auf einem Himmelsthron, noch kenne ich jemand, selbst unter den Fundamentalisten, der das glaubt.Also stell uns nicht dümmer hin als wir sind.
Und wenn du über den Hirtengott der Nomaden lachst, dann sitz einmal, wie ich es getan habe, nachts in der wüste Sinai und schau in die Sterne, geh dort durch die Berge und sieh nur steine unter dir und einen riesigen Himmel über dir - dann fühlst du etwas von dem, was die alten Propheten gefühlt haben, nämlich gerade den Gott, der keinen Namen, keine Gestalt, kein Bildnis hat, sondern einfach „da ist“.
mfg,
bb

Hallo Francesco,

Damit sind die Grundlagen der christlichen Kirche nicht
diskutierbar. Nur so funktioniert der Glaube. Alles, was um
die Heiligen Schriften herum aufgebaut und entstanden ist, ist
schlüssig, wenn der Inhalt dieser Bücher wahr ist.
So einfach ist das.

„Wahr“ ist ein sehr vieldeutiges Wort, meine ich. eine historische Erzählung ist in einem anderen Sinn wahr als ein Gleichnis oder eine Parabel.
Und schlüssig ist gar nix, eben weil diese Bücher so vielfältig und vieldeutig sind, dass man fast alles und nichts daraus postulieren kann, wie du sehr einfach der Kirchengeschichte entnehmen kannst, in der ja von Einstimmigkeit keine Rede sein kann. auch in der modernen katholischen Kirche gibt es so divergierende Strömungen, dass man fast schon von einem Zerreißen sprechen kann.
mfg,
bb

Hi Harald,

Ich halte es ebenso für einen Irrtum, zu behaupten, es gäbe
nur einen Gott.

Der Gott Israels hat in den 10 Geboten festgelegt: „Du sollst
keine anderen Götter neben mir haben.“

Wäre das nicht sinnlos, wenn es keine anderen Götter gäbe?

Lies dazu doch den Thread „Wieviele Götter gibt es“ weiter
unten.

Der Thread war schon weg als ich nach längerer Pause wieder ans Brett kam, aber deine Ansicht ist wirklich verblüffend. Ich erinnere mich, dass es irgendwo in der Bibel heißt „Jahwe ist usner Gott, so wie der Sowieso der Gott Moabs ist“ (du weißt sicher welches Zitat ich meine). Soweit ich die Geschichte der israelischen religion noch im Kopf habe hat sich der „Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“ zuerst als Familiengott manifestiertt, dann als Stammesgott und erst zu Zeiten der Propheten wurde er zum einzigen Gott (oder als solcher erkannt).Soweit ich weiß kannte man zu Jesu Zeiten nur noch „Gott“ und eben „Götzen“. Du redest aber von einem Gott - also auch nicht davon, den islam hätte der Teufel inspiriert, denn der ist ja kein Gott.
Vielleicht kannst du mich aufs Laufende bringen?
gruß,
bb

Definitions-Problem
Hallo Barbara,

Ich erinnere mich, dass es irgendwo in der Bibel heißt „Jahwe
ist usner Gott, so wie der Sowieso der Gott Moabs ist“ (du
weißt sicher welches Zitat ich meine). Soweit ich die
Geschichte der israelischen religion noch im Kopf habe hat
sich der „Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs“ zuerst als
Familiengott manifestiertt, dann als Stammesgott und erst zu
Zeiten der Propheten wurde er zum einzigen Gott (oder als
solcher erkannt).

Also ob Familiengott oder Stammesgott macht wohl kaum einen Unterschied aus. Die Familie Jakobs/Israels ist zum Stamm angewachsen, aber der Gott ist der Gleiche geblieben.

Soweit ich weiß kannte man zu Jesu Zeiten nur
noch „Gott“ und eben „Götzen“.

Ja, bei den Juden.
Sie haben aus Angst, Jahwe zu beleidigen, die anderen Götter nicht mit diesem Titel angeredet.

Du redest aber von einem Gott -
also auch nicht davon, den islam hätte der Teufel inspiriert,
denn der ist ja kein Gott.

Warum ist der Teufel kein Gott?
Was kennzeichnet einen Gott?

Paulus bezeichnet Satan als „Gott dieser Welt“.
Und er schreibt auch von manchen Menschen: „ihr Bauch ist ihr Gott“.

Gruss Harald

Hallo Harald,

Du redest aber von einem Gott -
also auch nicht davon, den islam hätte der Teufel inspiriert,
denn der ist ja kein Gott.

Warum ist der Teufel kein Gott?

Weil du dann beim persischen Dualismus mit einem guten und einem bösen Gott wärst und nicht mehr beim Monotheismus. In der Bibel steht eindeutig, dass der Satan ein Geschöpf Gottes ist, ein Engel.

Paulus bezeichnet Satan als „Gott dieser Welt“.
Und er schreibt auch von manchen Menschen: „ihr Bauch ist ihr
Gott“.

Das ist doch wohl im übertragenen Sinne gemeint, so wie Luther sagte, woran einer sein Herz hängt, das sei sein Gott (oder, wie es ein Trottel formulierte: „Der Fußball is mei Religion“.)

Ich erinnere mich, dass es irgendwo heißt: „Ich bin der Erste und der Letzte, außer mir ist kein Gott“. (Ich glaube in der Offenbarung)
gruß,
bb

Hallo allerseits

Mir kommen bei der Lektüre der Beiträge ketzterische Gedanken:
Alle (Oder fast alle) grossem Religionen beruhen auf göttlich
inspirierten Schriften, in denen Gott sozusagen seine
Ansichten darlegt (Bibel, Koran, usw.).

Gruss
Mike
(dernurstauntüberwasmansichstreitenkann)

Es ist tatsächlich erstaunlich,

Lieber Mike,

über was man sich streiten kann. Bei den heiligen Schriften würd ich sagen: wenn man sich so ausgiebig streitet, war die ursprüngliche Quelle der Inspiration zumindest erstaunlich tief. Wobei die dargelegten Ansichten die des Religionsstifters, bzw. Autoren sind.

Gruss,
Paul.