Hi Thomas
… und dann
Gott in einem Zwiegespräch zu bitten, einem Klarheit über den
Wahrheitsgehalt zu geben. Das Ergebnis nennt man dann Glauben.
Nun, es führen viele Wege nach Rom, und noch mehr zu Gott (oderwieauchimmer). Und jeder sollte versuchen, ihn zu gehen.
Es ist sehr interessant, was man da vor allem über sich selbst herausfindet.
Der in Deinem Beitrag angeklungene Hinweis, daß man an die
göttliche Inspiration eh nicht glauben kann, da die Schriften
Widersprüche enthalten,
Das war ein Missverständniss. Es KANN sein, das die Schriften inspiriert sind, aber ich bezweifle mal, das die Inspiration Gott vollständig bzw. nahezu vollständig beschreibt. Die inneren Widersprüche z.B. in der Bibel zeigen m.E. klar, das dieser Gott vielschichtiger ist, als in der Kirche gepredigt wird. (man vergleiche nur den Gott des NT mit dem des AT) Natürlich immer vorausgesetzt, das beide Wälzer inspiriert sind.
Mit dem Postulat der unvollständigen Inspiration lassen sich die unterschiedlichen Gottesbilder in den versch. Werken zwanglos erklären. Jedes erfasst nur einen Teil der insgesamt nicht fassbaren Wahrheit. Damit würde aber der Absolutheitsanspruch einiger Religionen den Bach hinunter gehen. Und darin liegt meineserachtens das Problem: Z.B. ist die kat. Kirche der Ansicht, sie alleine hätte die glückseligmachende Meinung.
Aber letztlich ist
auch unsere Logik nur menschlich und kann von Gott und der
Realität immer überstimmt werden (als nicht-Theologisches
Beispiel setz dich einmal mit der Quantenmechanik auseinander,
da kommt Deine Logik ganz schön ins Wanken).
Die Realität sollte sich immer logisch erklären lassen, darauf beruht die Forschung *g*. Wenn wir sie nicht erklären können, dann stimmt was mit unserem gegenwärtigen Modell nicht.
Scherz am Rande: Die Natur ist die beste Wissenschaftlerin, Sie hat immer recht und redet nicht schlecht über ihre Kollegen…
Ins Streiten kann man über diese Dinge erst dann geraten, wenn
bestimmte Annahmen zur Lebensgrundlage geworden sind und das
liegt nun leider an der Psychologie der Menschen, daß sie sich
in ihrer Person angegriffen fühlen, wenn man für sie
grundlegende Glaubenddinge in Zweifel zieht.
Rational ist das nicht zu erklären: Entweder sie sind sich in ihrem Glauben sicher, dann können ihnen irgendwelche Zweifler nichts anhaben, oder sie sind sich nicht sicher, aber dann zweifeln sie selber. Es ist schon schwierig, wenn man plötzlich über das nachdenken muss, was einem mundgerecht und schön vorgekaut serviert wird.
Du hast wahrscheinlich recht, das es bei den ganzen Religionsstreitereien mehr um weltliche Macht als um geistliche Seligkeit geht.
Aber wenn Gott nun all dies hier geschaffen hat, allmächtig und allwissend ist…
dann könnte er doch schon was dafür.
*g*
Gruss
Mike
(derewigzweifelnwird)