Von Gott inspirierte heilige Schriften?

Hallo allerseits

Mir kommen bei der Lektüre der Beiträge ketzterische Gedanken:
Alle (Oder fast alle) grossem Religionen beruhen auf göttlich inspirierten Schriften, in denen Gott sozusagen seine Ansichten darlegt (Bibel, Koran, usw.).

Wieso kann man sicher sein, das dem tatsächlich so ist, dass diese Schriften tatsächlich von Gott oder welch einem anderen höheren Wesen auch immer inspiriert sind?
Vor allem, wenn die darin stehenden jeweiligen Ausssagen widersprüchlich sind?

Die Akzeptanz der „Göttlichkeit“ dieser Werke ist doch die Ursache für das Überlegenheitsgefühl einer Religion gegenüber einer anderen, so nach dem Motto: Wir haben Recht und Die Anderen haben Unrecht…
Könnte es nicht sein, das jeder ein bisschen Recht hat? Wieso maßen es sich Menschen an, sich wg. der „Feinstruktur“ Gottes in dogmatische Grundsatzdiskussionen zu stürzen. (und schlimmeres anzurichten…)
In meinen Augen ist es doch albern, sich über Dinge zu streiten, wo man nichts beweisen kann.

Oder

Gruss
Mike
(dernurstauntüberwasmansichstreitenkann)

Hi Michael,
genau das ist eines der Themen in der päpstlichen Enzyklika „Dominus Jesus“, die vor einigen Monaten vom Vatikan veröffentlicht worden ist.
Die katholische Kirche nimmt wie jede andere große Religion in Anspruch, dass ihre Schriften vom Heiligen Geist inspiriert sind, und zwar die Heiligen Schriften des Alten und Neuen Testaments ohne wenn und aber.
Das wird den Mitgliedern der Katholischen Kirchen zu glauben abverlangt.
Damit sind die Grundlagen der christlichen Kirche nicht diskutierbar. Nur so funktioniert der Glaube. Alles, was um die Heiligen Schriften herum aufgebaut und entstanden ist, ist schlüssig, wenn der Inhalt dieser Bücher wahr ist.
So einfach ist das.
Also reine Glaubenssache.
Gruß,
Francesco

Hi Francesco,

Die katholische Kirche nimmt wie jede andere große Religion in
Anspruch, dass ihre Schriften vom Heiligen Geist inspiriert
sind, und zwar die Heiligen Schriften des Alten und Neuen
Testaments ohne wenn und aber.
Das wird den Mitgliedern der Katholischen Kirchen zu glauben
abverlangt.

Leider ist das nicht die Meinung des Vatikans.
Auf dieser Grundlage könnten nämlich alle christlichen Kirchen eine Gemeinsamkeit finden.
Die Forderung des Vatikans war aber, dass alle Zusatz-Offenbarungen der Wahrheit der heiligen Schrift gleichzusetzen sind.

Gruss Harald

Hallo Mike,

ich kann dir nur in Bezug auf meinen Glauben oder vielmehr meine Religion antworten. Hierbei ist es mir wichtig einmal aufzuzeigen, dass es in der jüdischen Lehre keine Aussagen über andere Religion oder deren Gläubige gibt. Bis auf die ersten noachidischen (nach Noach) Gebote richten sich alle Gebote und die Lehre in erster Linie nur an das jüdische Volk. Dabei werden aber fast keine Vorgaben, bezogen auf den Glauben gemacht. So ist es mir z. B. frei, ob ich an Wiedergeburt glaube oder nicht.

Zu anderen Religionen kann ich mich aber nur äussern, wenn sie die Lehre betreffen, z. B. bezogen auf falsche Übersetungen des sogenannten ‚alten Testatments‘. Ob aber der christliche Glaube nun vom E’igen gewollt ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen.

Aus dieser Haltung (Glauben?) heraus ergibt sich auch keine Überlegenheit, da es hier nur um die Beziehung zwischen G’tt und dem jüdischen Volk geht.

Schalom,
Eli

Wieso kann man sicher sein, das dem tatsächlich so ist,
dass diese Schriften tatsächlich von Gott oder welch einem
anderen höheren Wesen auch immer inspiriert sind?

Vor allem, wenn die darin stehenden jeweiligen Ausssagen
widersprüchlich sind?

Sicher sein kann man nur in der Hinsicht, dass man das glaubt. Oder auch nicht.
Unabhängig von der Inspiration der Schriften: Die Entscheidung, wann z.B. Redaktionsschluss des NT war, welche Schriften hineingenommen und was herausgelassen wurde, ist von Menschen getroffen worden. (Manche) Christen glauben, dass diese dabei vom Heiligen Geist geleitet wurden. Also dass auch dieser Auswahlprozess göttlich inspiriert war.
Das ist aber nicht beweisbar.

In meinen Augen ist es doch albern, sich über Dinge zu
streiten, wo man nichts beweisen kann.

Das kommt darauf an. Hängt von der Streitkultur ab. Und auf welcher Ebene sich dieser Streit abspielt. Darüber zu streiten, ob diese Schriften göttlich inspiriert sind oder nicht, ist wahrscheinlich sinnlos. Aber besteht z.B. darüber bei Diskussionspartnern eine einheitliche Meinung, so kann man immer noch über die Interpretation dieser Schriften streiten.
Oder z.B. darüber, ob das Gottesbild, das man aus diesen Schriften ableiten kann, ähnlich oder identisch ist, oder ob sich gravierende Unterschiede ergeben.

Dann ist unter anderem der Zahn sehr schnell gezogen, Allah des Koran sei mit dem Gott der christlichen Bibel identisch.
Wenn ein Christ seine Bibel ernst nimmt, und ein Anhänger des Islam seinen Koran, dann empfinden beide wahrscheinlich diese Gleichsetzung als Blasphemie, weil die Eigenschaften, die dem jeweiligen Gott/Allah in diesen Schriften zugeschrieben werden, trotz mancher Ähnlichkeiten doch ziemlich inkompatibel sind.

HastaLavista

Hi Harald,
du hast selbstverständlich Recht. Ich wollte mit den Heiligen Schriften der Bibel nur ein Beispiel geben.
Gruß,
Francesco

Hallo Michael

Auch ich bin der Überzeugung, daß man die Tatsache, daß bestimmte Schriften von Gott inspiriert sind, nicht beweisen oder widerlegen kann.

Den einzigen Weg, den ich kenne - und den ich selber gegangen bin - ist, sich mit den Schriften auseinanderzusetzen und dann Gott in einem Zwiegespräch zu bitten, einem Klarheit über den Wahrheitsgehalt zu geben. Das Ergebnis nennt man dann Glauben.

Der in Deinem Beitrag angeklungene Hinweis, daß man an die göttliche Inspiration eh nicht glauben kann, da die Schriften Widersprüche enthalten, ist aus zwei Gründen unbegründet. Erstens tauchen viele Widersprüche nur dann auf, wenn man voraussetzt, daß Gott nicht existiert und zweitens setzt man damit die Logik als Herrn über Gott ein. Aber letztlich ist auch unsere Logik nur menschlich und kann von Gott und der Realität immer überstimmt werden (als nicht-Theologisches Beispiel setz dich einmal mit der Quantenmechanik auseinander, da kommt Deine Logik ganz schön ins Wanken).

Ins Streiten kann man über diese Dinge erst dann geraten, wenn bestimmte Annahmen zur Lebensgrundlage geworden sind und das liegt nun leider an der Psychologie der Menschen, daß sie sich in ihrer Person angegriffen fühlen, wenn man für sie grundlegende Glaubenddinge in Zweifel zieht. Obendrein werden oft politische oder soziale oder rassische Probleme mit diesen Dingen verknüpft, so daß man sich nur oberflächlich über die Schriften streitet, tatsächlich geht es um ganz andere Dinge. Aber dafür kann Gott ja nichts.

Gruß
Thomas

Hi Thomas,
so wie du es abweist, die menschliche Logik als Beweisschema für die göttliche Existenz und Inspiration einzusetzen, kann mit der gleichen Argumentation behauptet werden: Was glaubst du an den Gott, das menschliche Gehirn ist nicht dazu in der Lage, in diese übersinnliche Sphäre vorzudringen.
Ist es mit unserem christlichen Glauben doch nicht viel anders als vor 3000 Jahren mit dem Glauben der alten Griechen an die berühmten Götter des Olymp. Auch die waren nach dem Glauben der Griechen unzweifelhaft existent.
Heute weiss man es besser.Oder anders?
In 2000 Jahren wird man den christlichen Glauben an den Hirtengott der Nomaden im vorderen Orient ebenfalls belächeln. Dann weiss man es auch besser.
Wir Menschen sind leider nur in der Lage, die uns gegebene Fähigkeit logisch zu denken für alles einzusetzen.
Übrigens ist diese Logik nicht nur eine Erfindung der Menschen, um Gott auszuspähen, sondern fusst auf die Zusammenhänge in der Natur und dem Lauf der Zeit. Hat der christliche Gott nicht gesagt: „Ich schaffe den Menschen nach meinem Ebenbild“.
Also ist Logik angesagt. Nur wer Angst hat, etwas zu verlieren (seinen bildlichen Glauben an den alten weissbärtigen Mann auf dem mittelalterlichen Thron), der weigert sich, sein logisches Denken anzuwenden.
Die katholische Kirche gehört zu denen, die am meisten Angst haben. Denn der Papst hat einiges zu verlieren, wenn Gott eine neue Gestalt annimmt.
Gruß,
Francesco

Hi Francesco

Die katholische Kirche nimmt wie jede andere große Religion in
Anspruch, dass ihre Schriften vom Heiligen Geist inspiriert
sind, und zwar die Heiligen Schriften des Alten und Neuen
Testaments ohne wenn und aber.

  1. Aber worauf begründet sich dieser Anspruch, ausser das die Bibel heilig ist, weil sie heilig ist… irgendwie unbefriedigend.
  2. Das heisst doch nicht, das die anderen „heiligen“ Schriften NICHT von Gott, Allah oderwemauchimmer inspiriert sind.

Damit sind die Grundlagen der christlichen Kirche nicht
diskutierbar. Nur so funktioniert der Glaube. Alles, was um
die Heiligen Schriften herum aufgebaut und entstanden ist, ist
schlüssig, wenn der Inhalt dieser Bücher wahr ist.

Ein Zirkelschluss also…
Es beruht alles auf der Annahme, das diese Bücher heilig sind. Aber wie kann man sich dieser Annahme sicher sein? Wie wird festgelegt, was „heilig“ oder „inspiriert“ ist. Das machen doch Menschen, und die sind fehlbar (egal was der Papst sagt)

Gruss
Mike

Hallo Francesco

so wie du es abweist, die menschliche Logik als Beweisschema
für die göttliche Existenz und Inspiration einzusetzen,

Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, als sei Logik - auch im Zusammenhang mit Glauben und Gott - nicht etwas ganz essentielles. Für mich ist Logik die Grundlage aller Dinge, die Menschen objektiv - also ohne Ansehen der Person, der Herkunft oder des kulturellen Einflusses - zu erkennen vermögen. Meine Aussage ist, daß Gott diese Logik einschliesst und grösser ist als diese.

mit der gleichen Argumentation behauptet werden: Was glaubst
du an den Gott, das menschliche Gehirn ist nicht dazu in der

Heute weiss man es besser.Oder anders?

Deine Bemerkungen weisen doch gerade darauf hin, daß die Kraft der Logik beschränkt ist (aber da wo sie gilt, sehr mächtig) und sehr wohl kulturellen Einflüssen unterliegt. Aber man soll sich eigentlich nicht wundern, wenn Gott einem so manches Mal unlogisch erscheint - Menschen sind die überwiegende Zeit des Tages auch nicht logisch.

In 2000 Jahren wird man den christlichen Glauben an den
Hirtengott der Nomaden im vorderen Orient ebenfalls belächeln.
Dann weiss man es auch besser

Na ja, sprechen wir uns in 2000 Jahren noch mal.

Also ist Logik angesagt. Nur wer Angst hat, etwas zu verlieren
(seinen bildlichen Glauben an den alten weissbärtigen Mann auf
dem mittelalterlichen Thron), der weigert sich, sein logisches
Denken anzuwenden.

Ich weigere mich nicht, ich erkenne Grenzen an.

Die katholische Kirche gehört zu denen, die am meisten Angst
haben. Denn der Papst hat einiges zu verlieren, wenn Gott eine
neue Gestalt annimmt.

Wie gut, daß ich nicht katholisch bin.

Gruß
Thomas

Hat der
christliche Gott nicht gesagt: „Ich schaffe den Menschen nach
meinem Ebenbild“.
Also ist Logik angesagt.

Warum? Wer sagt, dass Logik die einzige Eigenschaft Gottes ist? Nach deiner Argumentation wurde der Mensch doch wohl nicht mit der Logik als einziger Eigenschaft und Fähigkeit ausgestattet, oder? Warum sollte er dann so einseitig nur die Logik gebrauchen. Sie ist natürlich etwas ganz tolles, aber eben nur eine Art Werkzeug, und nicht unbedingt auf alle Probleme anwendbar. Viele Aspekte des menschlichen Lebens sind der Logik nicht zugänglich.

Nur wer Angst hat, etwas zu verlieren
(seinen bildlichen Glauben an den alten weissbärtigen Mann auf
dem mittelalterlichen Thron), der weigert sich, sein logisches
Denken anzuwenden.

Dagegen kann man messerscharf logisch argumentieren:
Nur wer Angst hat etwas zu verlieren (z.B. ein rein materialistisches Weltbild), klammert sich an die Logik als einziges Mittel zum Erkenntnisgewinn, und weigert sich, neben der Logik auch andere Fähigkeiten wie Inspiration und Glauben anzuwenden. *grins*

Hi,
Inspiration und Glaube sind ok, um eine Idee zu entwickeln. Aber danach unterliegen sie keiner Nachprüfbarkeit mehr. Du kannst immer sagen: Ich glaube halt, was willst du denn!.
Das förderte immer wieder das Entstehen von Sekten. Sie sind in ihren Grundlagen nicht angreifbar, weil sie mit dieser Argumentation alles Vernünftige vom Tisch fegen. Also nehmen wir neben der Logik als weiteres Instrument die menschliche Vernunft. All dies setzen wir in unserem alltäglichen Leben, in Schule, Beruf und Haushalt ein. Was dir als unvernünftig und als unlogisch erscheint, weist du von dir.
Nur im Glauben läßt du dies nicht zu. Da gilt nur Inspiration und Glaube allein. Logik und Vernunft finden dort keinen Platz. Die sind ja ach so menschlich und reichen an das Göttliche nicht heran. Das göttliche ist nur den Gläubigen vorenthalten und ganz besonders den Christen, die führend in der Verneinung von Vernunft und Logik sind.
Gruß,
Francesco

Nur im Glauben läßt du dies nicht zu. Da gilt nur Inspiration
und Glaube allein. Logik und Vernunft finden dort keinen
Platz. Die sind ja ach so menschlich und reichen an das
Göttliche nicht heran.

Das habe ich nicht geschrieben/gesagt. Verneinung der Logik ist grottenschlechte Theologie.
Nur ist Logik nicht ausnahmslos auf alle theologischen Probleme anwendbar. Genauso wie Logik und Vernunft z.B. im zwischenmenschlichen Bereich nicht ausnahmslos andwendbar sind, sondern die wirklich wichtigen Entscheidungen z.B. teilweise auf emotionaler Schiene getroffen werden. Deswegen müssen sie nicht falsch sein. Auch wenn sie logisch nicht nachvollziehbar sind.
Deswegen habe ich deutlich zu machen versucht, dass ich es für unseriös und dogmatisch halte, sich lediglich auf die Logik zu beschränken und von vorneherein andere Möglichkeiten des Erkenntnisgewinns auszuschliessen bzw. zu diskreditieren.
Das Problem der Überprüfbarkeit sehe ich auch, aber nicht alles, was nicht überprüfbar ist, muss zwangsläufig falsch sein. Man muß nur offen darlegen, z.B. welche Aussagen logisch nachprüfbar sind, und welche auf Inspiration, Glauben etc. beruhen. Solange man das sauber voneinander trennt, sehe ich das Problem nicht.

Du vergisst ausserdem, das auch eine große Portion (nicht logisch begründbaren) Glaubens notwendig ist, dass Logik und Vernunft die einzig richtigen Erkenntniswege ist. Irgendwelche a-priori Annahmen sind immer notwendig. Ich gebe zu, dass Logik und Vernunft mit das Beste sind, was wir haben, aber versuch das mal zu beweisen! Auch das musst Du mehr oder weniger glauben :wink:

Das göttliche ist nur den Gläubigen
vorenthalten und ganz besonders den Christen, die führend in
der Verneinung von Vernunft und Logik sind.

Wer hat denn das behauptet?

Hat der
christliche Gott nicht gesagt: „Ich schaffe den Menschen nach
meinem Ebenbild“.
Also ist Logik angesagt.

Wenn der Mensch nur nach Logik handeln würde, wären wir schon lange ausgestorben! nur Gefühle und Glauben treibt uns voran!
Maschinen sind immer logisch.
Grüße
Raimund

Hi Thomas

… und dann
Gott in einem Zwiegespräch zu bitten, einem Klarheit über den
Wahrheitsgehalt zu geben. Das Ergebnis nennt man dann Glauben.

Nun, es führen viele Wege nach Rom, und noch mehr zu Gott (oderwieauchimmer). Und jeder sollte versuchen, ihn zu gehen.
Es ist sehr interessant, was man da vor allem über sich selbst herausfindet.

Der in Deinem Beitrag angeklungene Hinweis, daß man an die
göttliche Inspiration eh nicht glauben kann, da die Schriften
Widersprüche enthalten,

Das war ein Missverständniss. Es KANN sein, das die Schriften inspiriert sind, aber ich bezweifle mal, das die Inspiration Gott vollständig bzw. nahezu vollständig beschreibt. Die inneren Widersprüche z.B. in der Bibel zeigen m.E. klar, das dieser Gott vielschichtiger ist, als in der Kirche gepredigt wird. (man vergleiche nur den Gott des NT mit dem des AT) Natürlich immer vorausgesetzt, das beide Wälzer inspiriert sind.
Mit dem Postulat der unvollständigen Inspiration lassen sich die unterschiedlichen Gottesbilder in den versch. Werken zwanglos erklären. Jedes erfasst nur einen Teil der insgesamt nicht fassbaren Wahrheit. Damit würde aber der Absolutheitsanspruch einiger Religionen den Bach hinunter gehen. Und darin liegt meineserachtens das Problem: Z.B. ist die kat. Kirche der Ansicht, sie alleine hätte die glückseligmachende Meinung.

Aber letztlich ist
auch unsere Logik nur menschlich und kann von Gott und der
Realität immer überstimmt werden (als nicht-Theologisches
Beispiel setz dich einmal mit der Quantenmechanik auseinander,
da kommt Deine Logik ganz schön ins Wanken).

Die Realität sollte sich immer logisch erklären lassen, darauf beruht die Forschung *g*. Wenn wir sie nicht erklären können, dann stimmt was mit unserem gegenwärtigen Modell nicht.
Scherz am Rande: Die Natur ist die beste Wissenschaftlerin, Sie hat immer recht und redet nicht schlecht über ihre Kollegen…

Ins Streiten kann man über diese Dinge erst dann geraten, wenn
bestimmte Annahmen zur Lebensgrundlage geworden sind und das
liegt nun leider an der Psychologie der Menschen, daß sie sich
in ihrer Person angegriffen fühlen, wenn man für sie
grundlegende Glaubenddinge in Zweifel zieht.

Rational ist das nicht zu erklären: Entweder sie sind sich in ihrem Glauben sicher, dann können ihnen irgendwelche Zweifler nichts anhaben, oder sie sind sich nicht sicher, aber dann zweifeln sie selber. Es ist schon schwierig, wenn man plötzlich über das nachdenken muss, was einem mundgerecht und schön vorgekaut serviert wird.

Du hast wahrscheinlich recht, das es bei den ganzen Religionsstreitereien mehr um weltliche Macht als um geistliche Seligkeit geht.
Aber wenn Gott nun all dies hier geschaffen hat, allmächtig und allwissend ist…
dann könnte er doch schon was dafür.
*g*
Gruss

Mike
(derewigzweifelnwird)

Hallo Michael

Das war ein Missverständniss. Es KANN sein, das die Schriften
inspiriert sind, aber ich bezweifle mal, das die Inspiration
Gott vollständig bzw. nahezu vollständig beschreibt. Die
inneren Widersprüche z.B. in der Bibel zeigen m.E. klar, das
dieser Gott vielschichtiger ist, als in der Kirche gepredigt
wird. (man vergleiche nur den Gott des NT mit dem des AT)
Natürlich immer vorausgesetzt, das beide Wälzer inspiriert
sind.

Es wird dich vielleicht überraschen, aber jeder ernstzunehmende Theologe und auch jeder Christ, der nur ein klein wenig in sich geht, wird Dir gern bestätigen, daß das Bild Gottes, wie es aus der Bibel gelesen werden kann, niemals vollständig ist. Die vollständige Beschreibung Gottes war und ist nie eine Behauptung des Christentums gewesen.
Was aber behauptet wird ist, daß die Bibel für uns relevante Eigenschaften Gottes beschreibt. Diese sind mit Begriffen wie Liebe, Sünde, Erlösung, Verehrung usw. verbunden

Mit dem Postulat der unvollständigen Inspiration lassen sich
die unterschiedlichen Gottesbilder in den versch. Werken
zwanglos erklären. Jedes erfasst nur einen Teil der insgesamt
nicht fassbaren Wahrheit. Damit würde aber der
Absolutheitsanspruch einiger Religionen den Bach hinunter
gehen. Und darin liegt meineserachtens das Problem: Z.B. ist
die kat. Kirche der Ansicht, sie alleine hätte die
glückseligmachende Meinung.

Ganz so einfach ist es nicht. Das Zugeben von Unvollständigkeit bedeutet nicht automatisch, daß sich die verschiedenen Religionen zwanglos vereinigen könnten. Vielmehr bestehen bei den Grundansätzen, die als wesentlich genannt werden, so grosse Unterschiede, daß eine Vereinigung nur schwer denkbar ist. Aber Gegensätze festzustellen sollte natürlich nicht bedeuten, den Andersdenkenden gleich einen Kopf kürzer zu machen.

Die Realität sollte sich immer logisch erklären lassen, darauf
beruht die Forschung *g*. Wenn wir sie nicht erklären können,
dann stimmt was mit unserem gegenwärtigen Modell nicht.

Aber bestimmt unsere Logik die Natur oder die Natur unsere Logik? Ich denke nur das Zweite ist korrekt.

Mike
(derewigzweifelnwird)

Sei mal optimistisch, auch Du kannst aus Deinen Zweifeln einen positiven Glauben gewinnen.

Gruß
Thomas

Hi Thomas

Es wird dich vielleicht überraschen, aber jeder
ernstzunehmende Theologe und auch jeder Christ, der nur ein
klein wenig in sich geht, wird Dir gern bestätigen, daß das
Bild Gottes, wie es aus der Bibel gelesen werden kann, niemals
vollständig ist.

Überrascht mich nicht, aber es scheint ziemlich wenige ernstzunehmende Theologen und noch viel weniger in sich gehende Christen zu geben. Die meisten quatschen doch blos unreflektiert das nach, was ihnen vorgesetzt wird. Das sollte dann auch noch möglichst einfach sein, damit es jeder „begreift“.

Das Zugeben von
Unvollständigkeit bedeutet nicht automatisch, daß sich die
verschiedenen Religionen zwanglos vereinigen könnten. Vielmehr
bestehen bei den Grundansätzen, die als wesentlich genannt
werden, so grosse Unterschiede, daß eine Vereinigung nur
schwer denkbar ist.

Vereinigung wäre ein Riesenschritt, der wahrscheinlich niemals durchzusetzten wäre, aber vieleicht den Glauben des anderen anzuerkennen, und das auch dessen Glaube auf Gott beruht.
Ich erinnere nur an die Diskussion weiter unten „Der Gott der Moslems ist nicht unser Gott“. Wenn man einer anderen Religion die „göttliche Inspiration“ abspricht (und implizit der eigenen zubilligt) dann stellt amn sich über diese andere Religion. (Und zwar ohne jegliche sinnvolle Begründung) Die daraus resultierenden Folgen könen auch heute noch fatal sein.

Sei mal optimistisch, auch Du kannst aus Deinen Zweifeln einen
positiven Glauben gewinnen.

Na, schau mer mal

Gruss
Mike

Hi Hasta

Dann ist unter anderem der Zahn sehr schnell gezogen, Allah
des Koran sei mit dem Gott der christlichen Bibel identisch.
Wenn ein Christ seine Bibel ernst nimmt, und ein Anhänger des
Islam seinen Koran, dann empfinden beide wahrscheinlich diese
Gleichsetzung als Blasphemie, weil die Eigenschaften, die dem
jeweiligen Gott/Allah in diesen Schriften zugeschrieben
werden, trotz mancher Ähnlichkeiten doch ziemlich inkompatibel
sind.

Dann haben wir aber ein Problem: Alle monotheistischen Religionen gehen davon aus, das es nur einen Gott gibt. Wenn aber der Gott der Bibel nicht mit dem Gott des Koran ident ist, dann muss einer der beiden zwingend falsch liegen.(wenn beide recht hätten, gäbe es ja zwei verschiedene Götter nebeneinander, ein Wiederspruch in sich) Aber welches Buch ist nun falsch? Woher nehmen irgendwelche „Religonsforscher“ die Sicherheit, das ihre Ansichten richtig und alle anderen falsch sind?

Adios
Mike

Dann haben wir aber ein Problem: Alle monotheistischen
Religionen gehen davon aus, das es nur einen Gott gibt. Wenn
aber der Gott der Bibel nicht mit dem Gott des Koran ident
ist, dann muss einer der beiden zwingend falsch liegen.(wenn
beide recht hätten, gäbe es ja zwei verschiedene Götter
nebeneinander, ein Wiederspruch in sich) Aber welches Buch ist
nun falsch? Woher nehmen irgendwelche „Religonsforscher“ die
Sicherheit, das ihre Ansichten richtig und alle anderen falsch
sind?

Diese Art von Sicherheit gibt es in der Religion nur in der Form des Glaubens. Dieser ist aber kein Privileg irgendwelcher „Religionsforscher“, sondern steht jedem Menschen frei.
Es lässt sich nicht „beweisen“, dass irgendeine Religion die richtige ist.

HastaLavista

Hi Michael

Ich erinnere nur an die Diskussion weiter unten „Der Gott der
Moslems ist nicht unser Gott“. Wenn man einer anderen Religion
die „göttliche Inspiration“ abspricht (und implizit der
eigenen zubilligt) dann stellt amn sich über diese andere
Religion. (Und zwar ohne jegliche sinnvolle Begründung) Die
daraus resultierenden Folgen könen auch heute noch fatal sein.

hier dürftest Du etwas mißverstanden haben.

Es war nicht davon die Rede, dass andere Religionen nicht göttlich inspiriert wären. Sondern dass sie nicht von unserem Gott inspiriert wurden.

Du hast der an sich wertfreien Aussage eine Wertigkeit beigefügt.
So entstehen Mißverständnisse.

Gruss Harald