Obertonreihe
Auch hallo nachmal,
Ich wollte eigentlich den Grund, warum man da so macht, wenn
es einen gibt. Also einen Historische erklärung, wenn der
Ursprung so weit zurückliegt.
Wie gesagt, das darzustellen ist etwas schwieriger.
Aber du schreibst, dass du physikalisch orientiert bist, also wird es dich vielleicht freuen zu hören, dass dem Ganzen ein physikalisches Prinzip zugrundeliegt: die Obertonreihe, also die Zusammensetzung in der Natur vorkommender Töne aus Teiltönen im Frequenzverhältnis 1 : 2 : 3 : 4 : 5 : 6 : 7 : …
http://de.wikipedia.org/wiki/Obertöne
Es ist nun naheliegend anzunehmen, dass sich die Entwicklung der Musik (sowohl was Melodik als auch Harmonik betrifft) an genau dieser Obertonreihe entlanggehangelt hat.
Sehr primitive Musikkulturen kommen mit einem sehr kleinen Tonvorrat aus, wie man es an (in allen Kulturen ähnlichen) Kinderliedern a la „Ringelreihe“, „Angsthase, Pfeffernase …“ ablesen kann. Diese Lieder kommen mit drei Tönen aus, die dem 5. bis 7. Teilton der Obertonreihe entsprechen (also den ersten drei vom Grundton verschiedenen Teiltönen).
In etwas weiter fortgeschrittenen Musikkulturen (z.B. viele asiatische Kulturen, aber auch schottische Dudelsackmusik) kennt man das System der „Pentatonik“, also Skalen die aus jeweils fünf Tönen bestehen, die dem Ausschnitt vom 6. bis zum 10. Teilton der Obertonreihe entspricht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pentatonik
Unsere westliche Musikkultur beruhte seit der griechischen Antike lange Zeit (und noch heute hauptsächlich) auf dem Tonvorrat des 8. bis 15. Teiltons. Man nennt diesen Tonvorrat auch „diatonisch“, weil sich in Skalen, die auf diesem Tonvorrat beruhen, jeweils Ganz- und Halbtonschritte abwechseln.
http://de.wikipedia.org/wiki/Diatonik
Weitere Entwicklungen führten etwa ab dem Barock zur „Chromatik“, also einem Tonvorrat in dem sämtliche Halbtonschritte des Oktavraums gleichberechtigt vorkommen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Chromatik
Andere Musikkulturen kennen aber noch weiter differenzierte Tonvorräte, etwa mit Vierteltonschritten.
Literaturtipps zum Weiterlesen:
- Robert Jourdain: Das wohltemperierte Gehirn. ISBN 3-8274-1122-X Buch anschauen
- Leonard Bernstein: Musik - die offene Frage. ISBN 3-442-33052-1 Buch anschauen
Grüße
Wolfgang