Von HerzEN, bei MutterN

Hallo zusammen,

wie erklärt sich die Endung „-(e)n“ in den Redewendungen

„Das kommt von Herzen“
„Bei Muttern schmeckt es am besten“
„Das Paket kommt von Muttern“.

Mehrzahl ist das ja keine. Es hängt somit irgendwie mit der Grammatik zusammen (Dativ? Er gibt deN KinderN…) Bei den Konstruktionen mit „von“ könnte ich so halbwegs noch den Dativ gelten lassen (von wem? - Herzen, Muttern) aber in der Konstruktion mit „bei“??? (bei wem? - Muttern). Nach dem Dativ fragt man doch eigentlich nur nach „Wem?“ - ohne Zusatzwort, oder liege ich da falsch? Oder ist es eine archaische Form, was weiß ich, vielleicht ein Relikt des Ablativs oder des Vokativs, der sich in solchen Einzelfällen noch äußert? (Verzeiht, ich habe nie Latein gelernt, daher ist das mit Ablativ und Vokativ völlig unfundiert, da ich nur weiß, dass es in Latein so was gibt, aber keine Ahnung habe, wie die sich bilden, wann die verwendet werden etc.).

Danke für Eure Antwort.

Schönen Sonntag wünscht

Alexander

Hallo, Alexander,

wie erklärt sich die Endung „-(e)n“ in den Redewendungen

„Das kommt von Herzen“
„Bei Muttern schmeckt es am besten“
„Das Paket kommt von Muttern“.

Oder ist es eine archaische Form,

in gewisser Weise schon; das hat aber nichts mit dem Lateinischen zu tun.

„Bei Muttern“ oder „für Vatern“ sind schwache Dativ- bzw. Akkusativformen, die sich nur noch in Umgangssprache und Mundart erhalten haben, vgl. http://www.personal.uni-jena.de/~x1gape/Wort/Wort_No… (S 9):

„(vii) In der heutigen Standardsprache ist das Genitiv-s die einzige Kasusendung von Flexionsmuster III.
Im älteren Deutsch (regional noch heute) erscheint im Dativ und im Akkusativ die Endung -en/-n:
(45) (Nominativform Gellert:smile: Mit Gellerten stand er nicht im besten Vernehmen (J. W. Goethe). Nominativform Menzel:smile: Börnes Zorn loderte am grimmigsten gegen Menzeln (H. Heine). Als er mit der Beute heim zu Muttern kam, wartete bereits die Polizei…“

und http://www.duden.de/deutsche_sprache/sprachberatung/…
.

Der Dativ „Herzen“ neben „Herz“ ist hingegen auch heute standardsprachlich, siehe http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=in…
http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Inflecti…

Gruß
Kreszenz

Hallo auch,

wie erklärt sich die Endung „-(e)n“ in den Redewendungen

„Das kommt von Herzen“

Das ist nicht nur in Redewendungen so. Das Herz wird immer so dekliniert, wenn es sich um ein Herz im übertragenen Sinn handelt: Von ganzem Herzen, in meinem Herzen. Vom Herz und zum Herz führen nur Blutgefäße.

Möglich daß die Neuschreibreform auch das abgeschafft hat, aber ich empfinde das so.

Grüße Bellawa.

Hiermit möchte ich mich für Eure beiden Hilfestellungen sehr bedanken.

Viele Grüße

Alexander