Nicht ‚von heut auf morgen‘
Hi Andreas,
deine Beschreibung läßt leider keinerlei Vermutung sinnvoll erscheinen, um was es sich dabei gehandelt haben könnte. Und eine reguläre Diagnose ist ja auch offenbar damals nie gestellt worden. Die Andeutungen könnten auf eine DIS (Dissoziative Identitätsstörung, früher auch unter der Bezeichnung Multiple Persönlichkeitsstörung) weisen, aber auch auf eine psychotische Erscheinung (aus dem schizophrenen Formenkreis). Beide haben nichts miteinander zu tun. Ebenso aber auch auf zahlreiche Dispositionen noch wieder ganz anderer Art. Darunter auch weniger dramatische.
Daher solltest du vorsichtig sein mit Formulierungen wie „verrückt“ oder „Psychose“. Und es läßt sich auch nichts darüber sagen, was es damit auf sich hat, daß diese Person die besagten Erscheinungen nicht mehr hat.
Eine DIS, bei der lediglich eine einzige sog. Innenperson auftritt, ist sehr selten. Es gibt Beispiele, wo sich DIS fast (d.h. bis auf die Erinnerungen) spurlos aufgelöst hat, auch ohne Therapien. Aber das sind dann Prozesse, die mit einschneidenden Änderungen in den Lebensumständen verbunden sind, und die auf keinen Fall „von heute auf morgen“ stattfinden. Darüberhinaus passen auch die gegenwärtigen(?) Beschreibungen der Person keineswegs zu so einem Beispiel. Ebensowenig wie die Angabe der Dauer von 8 Jahren.
Bei einigen anderen Störungsbildern würde eine relativ plötzliche Auflösung schon eher möglich sein. Es kann sich natürlich auch um Phasen handeln. Wenn die Person sich selbst Sorgen um das Ganze macht, würde sich die Konsultation eine psychologischen Psychotherapeuten, wie von Jule schon gesagt, empfehlen.
Ist sowas möglich, oder war das von demjenigen dann nur gespielt?
Auch wenn es „gespielt“ gewesen wäre (sog. Simulationen sind im Umfeld von Hypochondrien ggf. möglich), und das über 8 Jahre, heißt das ja nicht, daß es kein therapeutisch relevantes Phänomen gewesen ist.
Kommt alles darauf an, wie die Person das Ganze selbst beurteilt (und genauer beschreibt).
Gruß
Metapher