Von heut auf morgen nicht mehr 'verrückt'?

Hallo

Wenn jemand meint „ein anderer zu sein“. Also nicht in einer vollkommenen Bewusstseinsänderung, sondern eher in Richtung „In mir steckt eine zweite Person“ und das so weit geht, das man dieser einen Namen gibt und diese Person ein eigenes (vor)Leben hat und sie laut des „Besessenen“ einen wichtigen Einfluss auf sein Leben hat, ja dieses sogar bestimmt und leitet.

Kann eine solche Psychose - die über 8 Jahre lief - einfach von heute auf morgen „von sich aus“ (also ohne das sich etwas bei dem Betroffenen ändert, oder in seinem Leben, oder er therapiert wurde) enden?

Das er plötzlich sagt „Er ist nicht mehr in mir“ und für ihn diese ganze Sache keinerlei Bedeutung mehr hat, sich ab und zu zwar noch „verlassen“ fühlt, aber ansonsten die Sache hinter sich gelassen hat (Schon seit über 10 Jahren)

Ist sowas möglich, oder war das von demjenigen dann nur gespielt?

Danke für die Antworten

Gruß
Andreas

Hallo Anorak,

ich meine, das sieht nur für seine Umwelt so aus, als ob es sich von einem auf den anderen Tag von alleine erledigt hätte.

Beste Grüße

Annie

Hallo,

Kann eine solche Psychose - die über 8 Jahre lief - einfach von heute auf morgen „von sich aus“…enden?

Ich will nicht ausschließen, dass sowas passieren kann. Erwarten würde ich es eher nicht.

Das hier

„Er ist nicht mehr in mir“ und … sich ab und zu zwar noch „verlassen“ fühlt

scheint mir aber doch Anlass zur Vermutung zu geben, dass das Problem nicht wirklich erledigt ist. Möglicherweise hat es sich auch verlagert. Bei bestimmten dissoziativen Persönlichkeitsstörungen ist das Therapieziel in der Regel ja, eine Kooperation zwischen den oder im Idealfall eine Integration der verschiedenen Persönlichkeiten zu erreichen. Das „Verschwinden“ mit dem bleibenden Gefühl des „Verlassenseins“ scheint mir nicht unbedingt darauf hinzudeuten, dass hier eine Integration stattgefunden hat. Ein (medizinischer) Psychotherapeut kann da aber sicher mehr dazu sagen.

Schöne Grüße,
Jule

Nicht ‚von heut auf morgen‘
Hi Andreas,

deine Beschreibung läßt leider keinerlei Vermutung sinnvoll erscheinen, um was es sich dabei gehandelt haben könnte. Und eine reguläre Diagnose ist ja auch offenbar damals nie gestellt worden. Die Andeutungen könnten auf eine DIS (Dissoziative Identitätsstörung, früher auch unter der Bezeichnung Multiple Persönlichkeitsstörung) weisen, aber auch auf eine psychotische Erscheinung (aus dem schizophrenen Formenkreis). Beide haben nichts miteinander zu tun. Ebenso aber auch auf zahlreiche Dispositionen noch wieder ganz anderer Art. Darunter auch weniger dramatische.

Daher solltest du vorsichtig sein mit Formulierungen wie „verrückt“ oder „Psychose“. Und es läßt sich auch nichts darüber sagen, was es damit auf sich hat, daß diese Person die besagten Erscheinungen nicht mehr hat.

Eine DIS, bei der lediglich eine einzige sog. Innenperson auftritt, ist sehr selten. Es gibt Beispiele, wo sich DIS fast (d.h. bis auf die Erinnerungen) spurlos aufgelöst hat, auch ohne Therapien. Aber das sind dann Prozesse, die mit einschneidenden Änderungen in den Lebensumständen verbunden sind, und die auf keinen Fall „von heute auf morgen“ stattfinden. Darüberhinaus passen auch die gegenwärtigen(?) Beschreibungen der Person keineswegs zu so einem Beispiel. Ebensowenig wie die Angabe der Dauer von 8 Jahren.

Bei einigen anderen Störungsbildern würde eine relativ plötzliche Auflösung schon eher möglich sein. Es kann sich natürlich auch um Phasen handeln. Wenn die Person sich selbst Sorgen um das Ganze macht, würde sich die Konsultation eine psychologischen Psychotherapeuten, wie von Jule schon gesagt, empfehlen.

Ist sowas möglich, oder war das von demjenigen dann nur gespielt?

Auch wenn es „gespielt“ gewesen wäre (sog. Simulationen sind im Umfeld von Hypochondrien ggf. möglich), und das über 8 Jahre, heißt das ja nicht, daß es kein therapeutisch relevantes Phänomen gewesen ist.

Kommt alles darauf an, wie die Person das Ganze selbst beurteilt (und genauer beschreibt).

Gruß
Metapher

Hallo
Ich habe „verrückt“ im Titel nur verwendet, weil die Überschrift aussagekräftig genug sein sollte und der Platz doch begrenzt ist :wink:

Da ich kein Fachmann bin wollte ich auch sonst mit keinen „Fachbegriffen Hilflos um mich werfen“.

Die ganze Thematik in wenigen Worten zusammenzufassen ist natürlich schwierig.

Die Sache ist aber die, das dieser Gedanke „einen anderen in sich zu tragen“ sich in keiner Weise auf die Umwelt des Betroffenen ausgewirkt hat. Er nutzte zwar oft einen Fremden Namen, dies aber eher im Sinne eines „Künstlernamen“, den er für Kreative Werke einsetze (Malereien, Musik usw.).
Dann irgendwann hieß es „er ist weg“ und hat seitdem nie wieder diesen Namen genutzt. Die Künstlerische Tätigkeit ist dabei übrigens auch „auf der Strecke geblieben“, ob dies aber etwas damit zu tun hat, oder ob das einfach mit einer „Interessenverschiebung“ zu tun hat (oder den Beruf) kann man natürlich schwer sagen.

Es ist auch in seinem Leben nichts passiert, das die Lebensweise verbessert oder verschlechtert hat. Wirklich „Super“ war es aber nie und ist auch in den letzten Jahren immer eher schlechter geworden.

Gruß
Andreas