Von SATA-Raid booten

Ich habe vor, mir das Mainboard ASUS PC4C800 Deluxe Intel i875 P so kaufen. Desweiteren sollen 2 Maxtor 6Y160M0 160 GB SATA - Festplatten am boardeigenem SATA-Raid (Promise PDC20378) im Raid-1 - Verbund laufen. Kann ich von der Master-Platte dann auch booten oder benötige ich dafür eine Platte extra, die nicht am Controller hängt?
Betriebssystem wird Linux.

Was versteht man unter der Bezeichnungen „3x 160 GB an Raid“? Meines Erachtens ist dies doch gar nicht möglich, nur 2, 4, 8, etc Festplatten an einem Controller.

Vielen Dank im voraus.

Moin

Kann ich von der Master-Platte dann
auch booten oder benötige ich dafür eine Platte extra, die
nicht am Controller hängt? Betriebssystem wird Linux.

Das geht, ist allerdings so nicht ganz glücklich gewählt: Die Promise-Chip’s laufen nur als SATA-Chips, nicht aber als RAID-Chips unter linux. (Im Klartext: das wird ein software-raid-System, dafür braucht man keinen RAID-Controller)

Was versteht man unter der Bezeichnungen „3x 160 GB an Raid“?

2 Platten im Gebrauch, eine in Reserve, ein RAID-1 (oder 0) über 3 Platten oder ein RAID-4 (das kann der Controller aber wahrscheinlich nicht) mit 3 Platten.

Meines Erachtens ist dies doch gar nicht möglich, nur 2, 4, 8,
etc Festplatten an einem Controller.

üblich sind nur gerade Anzahlen, ja das hast du Recht.

cu

Würde schon gern ein Hardware-RAID verwenden. Welche Controller sind unter Linux optimal dafür geeignet? Highpoint-Ctrl. vielleicht?

Der Rechner soll als kleiner Fileserver laufen. Würde auch ein anderes Board nehmen und einen RAID-Controller mit RAID-5, wenn damit 3 Platten bedient werden können. 1 Master, 2 jeweils gespiegelt???

Danke.

Hallo,

RAID-5 funktioniert etwas anders als 1 Master und 2 gespiegelt. Ist aber auch wesentlich sinnvoller :smile: - allerdings kosten die Hardware Controller, die RAID-5 beherrschen schon richtig viel Geld. Im Gegenzug dafuer laufen eben diese auch problemlos unter Linux. Besonders gute Erfahrungen habe ich hier mit den Controllern der Firma 3ware gemacht.

Viele Gruesze
Patrick

Moin

Würde schon gern ein Hardware-RAID verwenden.

Wozu ? In meinem XP1700+ stecken 2 Platten im RAID-1-Modus. Alleine (ohne RAID, einfach raw per dd) schaffen sie jeweils 48MB/s. Im Software-RAID-1-Modus (time cp grosse_datei /dev/null) komm ich auf 40-45MB/s und die load bleibt deutlich unter 0.2.

Bei RAID 4 und 5 siehts anders aus, weil da XOR’s berrechent werden müssen.

Welche Controller
sind unter Linux optimal dafür geeignet? Highpoint-Ctrl.
vielleicht?

Bloss nicht. Versuchs mit 3ware (escalade).

Der Rechner soll als kleiner Fileserver laufen. Würde auch ein
anderes Board nehmen und einen RAID-Controller mit RAID-5, wenn
damit 3 Platten bedient werden können. 1 Master, 2 jeweils
gespiegelt???

nein, RAID-4/5 funktioniert anders. Die Daten werden auf 2(3) Platten verteilt, die 3(4) enthält ein XOR. Fällt eine aus läuft das System normal weiter. Schneller aus RAID-1, sicherer als RAID-0.

cu

Eigentlich gehört’s schon gar nicht mehr in diese Rubrik…
Die Escalade - Controller von 3ware… gibt’s die auch als 32bit-PCI - Version? Welches Board mit 64bit-PCI - Steckplätzen (ein einziger würde ja genügen) könnte mit 'nem 3,2 GHz Pentium 4 (kleinere Taktung auch ok) mit Hyper-Threading, mit ECC-DDR400 RAM (registered natürlich besser) und Linux als Betriebssystem mit besagtem 64bit-RAID-Controller in Frage kommen?
Was versteht man unter Hot-Swap bzw. Hot-Spare? Ist dies auch mit dem Software-RAID von Linux möglich? Kann ich darüber auch Level 5 fahren?

Hallo,

ich bin mir nicht sicher, aber ich befuerchte die SATA Controller gibt es nur als 64bit PCI Version - Alternative dazu waere natuerlich ein PATA Controller von 3ware, die gibt es auch als 32bit PCI Version.

Was das Board betrifft, da wuerde mir spontan eigentlich nur das Tyan Trinity GC-SL einfallen, das hat 2 64bit PCI Steckplaetze, kann allerdings nur mit ECC DDR266 RAM umgehen. Andere P4 Boards mit 64bit PCI Slots fallen mir jetzt leider nicht ein… wenn es Intel sein soll, dann handelt es sich dabei meistens um Boards fuer den Xeon.

Hot-Swap ist nur mit speziellem Rahmen moeglich (bei SATA2 auch ohne), damit kannst du eine IDE Platte im laufenden Betrieb austauschen ohne dass sich das System daran stoert. Wenn also eine Platte in deinem RAID Array ausfaellt, musst du das System zur Wartung nicht erst herunterfahren. Ich weisz jetzt nicht, ob der 3ware Hot-Swap auch ohne diese Rahmen beherrscht oder nicht… moeglich waere es.

Hot-Spare sind Ersatzplatten in deinem RAID Array, wenn du z.B. 8 160GB Platten an einen 3Ware Controller packst, dann koenntest du eine als Spare definieren und haettest dann an Gesamtspeicher 6*160GB (die Checksummen brauchen auch Platz) also 960GB. Sollte eine Platte des Arrays ausfallen, dann uebernimmt die Spare Platte umgehend den Platz. Einen Ausfall von mehr als einer Platte verkraftet leider kein RAID5, es gibt allerdings im Software RAID des 2.6er Kernels mittlerweile RAID6, das durch intelligente Checksummen einen Ausfall von mehr als einer Platte verkraften kann. Das ist aber noch nicht wirklich ausreichend getestet und Hardware Controller dafuer gibt es eh nicht.

Das Software RAID von Linux kann auch RAID5 und auch hier kann man Spare Platten definieren. Hot-Swap haengt hier vom Hot-Swap Rahmen ab… ohne die geht hier leider nichts (bis sich SATA2 bei allen Controllern durchgesetzt hat).

Worum geht es dir den grundsaetzlich? Ist es die Datensicherheit oder mehr die Geschwindigkeit? Wenn es nur um Erhoehung der Datensicherheit geht (auch ein RAID5 ersetzt keine Backups… das Array verkraftet nur einen Plattenausfall), dann reicht dir Software RAID dicke.

Viele Gruesze
Patrick

Wow. Erstmal vielen lieben Dank für die ausführliche Erklärung. Finde ich sehr informativ. Sonst bin ich immer derjenige, der wegen solch Details gefragt werde. Habe mich allerdings in meinem Computerleben bisher noch nicht so tiefgründig mit RAID auseinandergesetzt.

Es soll ein Fileserver für sensible und große Files werden. Es werden (lediglich) 4 Windows 2000 (später XP-Pro) Arbeitsplätze bedient. Den LAN-Flaschenhals löse ich mit einem Gigabit-LAN. Wäre sozusagen noch die Schnittstelle zu den Platten. Sicherheit (ob Ausfall oder unerwünschte Zugriffe) hat bei mir generell höchste Priorität.

Hot-Swap wäre lediglich die Krone von dem ganzen, aber nicht dringend erforderlich.
Somit werden es 3 SATA-Festplatten mit je 160 GB an (normalen) SATA-Controller über Linux’ Software-RAID 1 mit Hot-Spare. Datensicherung erfolgt über ein AIT-Streamer von Sony.

Meine letzte und abschließende Frage: Macht das ganze einen Sinn oder gibt’s noch bessere Vorschläge?

Danke.

Hallo,

also du hast dann quasi ein Array mit der Groesze von 160GB (gespiegelt, da RAID1) mit einer Spare, falls eine Platte ausfaellt. Das ganze als Software RAID unter Linux… das klingt gut :smile:. Das wuerde ich wohl auch so machen. Bei 3 Platten koenntest du natuerlich auch immer noch ein Software RAID5 ohne Spare machen… damit hast du 320GB statt nur 160GB Platz. Da du keine Spare Platte hast, muesstest du den Server dann aber zum Austausch der defekten Platte umgehend runterfahren, da das RAID Array bei Ausfall einer Platte tierisch langsam wird, da die Daten ja aus den Pruefsummen berechnet werden. Der einzige Vorteil waere hier der Gewinn an Speicherplatz… ansonsten ist es RAID1 nicht unbedingt ueberlegen und du hast natuerlich den Nachteil, dass du keine Spare Platte hast bzw. eine extra Spare Platte noch zusaetzlich Geld kostet.

Ein gutes HOWTO zum Thema Software RAID unter Linux findest du hier: http://www.tldp.org/HOWTO/Software-RAID-HOWTO.html - das deckt eigentlich so ziemlich alles ab… und beschaeftigt sich vor allem mit der aktuellen Software mdadm anstatt den veralteten raidtools.

Viele Gruesze
Patrick