Vor 31.12.04 - welche Versicherung besser?

Hallo liebe Versicherungsexperten,

was ratet Ihr, welche Form der Versicherung ist besser/günstiger/sicherer/aus ??? anderen Gründen empfehlenswerter:

a) kapitalbildende LV
b) private LV (wohl nix mit Riesterzuschlag)
c) ??? was anderes

Situation: ehem. Besserverdiener, jetzt in Elternzeit und nur KiGeld, unverheiratet, weibl., 1 kleines Kind, in Partnerschaft lebend, bald wieder freiberuflich tätig (Einkommen schwankend und eher gering), Wiedereinstieg im Beruf beabsichtigt, aber Zeit und Höhe der Einkünfte (Voll- od. Teilzeit?) ungewiss. Aber man möchte die Steuerfreiheit der Zinsen aus Versicherungen, die man ab 31.12.04 nicht mehr hat, nicht verspielen.

Vericherungsstatus: eine schwache LV, die nur um VWL nicht zu verlieren in jungen Jahren abgeschlossen wurde und in 4 Jahren fällig ist. Verlängern geht, aber unter Beibehalten der besch…eidenen Versicherungssumme, was zwar geringere Monatsbeiträge bedeutet, aber sonst nicht in meinem Sinne ist, da eine höhere Summe, wegen des Alters (nun, ja immerhin 8 Jahre älter als damals) „teuerer“ als bei einer Neuversicherung käme …

Ich habe ein bisschen geschnuppert, aber letzendlich bin ich mir sicher: Versicherung ja, neu - klar, aber was LV, RV oder sonstiges? Blöd ist halt, dass ich jetzt auf Grund meines geringen Einkommens nicht viel einzahlen kann und wenn ich ab 2004 die Prämie erhöhen möchte ist’s vorbei mit der Nichtbesteuerung der Zinsen. Mist …

Ziel: ein bisschen was im Alter zu haben, geht vor Absicherung von Partner und Kind, da das Kind durch das Vermögen des Vaters bzw. zu erwartende Erbschaft eh relativ gut abgesichert ist. Also eher RV, dann, oder? Die zahlen doch bein nicht Erleben des Rentenalters, die eingez. Beiträge zurück - oder?

Viele Grüße und Dank im Voraus

etwas verwirrt und ratlos, wie immer, wenn ich mit diesem Thema zu schaffen habe

Ama

Hallo Ama

was ratet Ihr, welche Form der Versicherung ist
besser/günstiger/sicherer/aus ??? anderen Gründen
empfehlenswerter:

a) kapitalbildende LV

nicht gut!

b) private LV (wohl nix mit Riesterzuschlag)

ist das gleiche. Doch ich glaube, Du meinst die fondsgebunde LV.
Besser, doch auch nicht das Optimale, besonders nicht die deutschen… mit ganz wenigen Ausnahmen. Die Condor kommt seit einiger Zeit besonders gut bei Testern weg,

c) ??? was anderes

Ja:
1.eine Risikoabsicherung in einer Höhe, die garantiert, dass Deine Familie bei Deinem evtl. vorzeitigem Tod abgesichert ist.
2. Kapitalanlagen, die gute Renditen bei geringem Risiko bieten. Da gibt es mehrere. Das Geld, das bei Deiner VWL ausbezahlt wird in einer Kapitalanlage investieren.
3. Zeit nehmen!
Grüße
Reimund

b) private LV (wohl nix mit Riesterzuschlag)

ist das gleiche. Doch ich glaube, Du meinst die fondsgebunde
LV.
Besser, doch auch nicht das Optimale, besonders nicht die
deutschen… mit ganz wenigen Ausnahmen. Die Condor kommt seit
einiger Zeit besonders gut bei Testern weg,

Danke, Raimund, für deine Tipps. Ich meinte eigentlich unter b) RV, also eine private Rentenversicherung, als Alternative zu einer LV. Die sollte doch im Alter die Rente etwas aufbessern. Wonach richtet man sich dabei? Was sollte die insges. an Zinsen abwerfen? Wie ist es, wenn man vor dem Tag der Auszahlung stirbt, was bekommen da die Angehörigen. Fonds Sparen sowieso, denn ich setze nicht gerne alles auf eine Karte, aber RV wäre doch sinnvoll, oder?

Viele Grüße und herzlichen Dank nochmal

Ama

Hallo Ama,

bei der Konstellation eindeutig - Fondsparen, wegen der Liquiditätsreserven. Vergiss das mit der Steuerfreiheit der Erträge.

Wenn doch, dann FondsLV - wegen der Liquidität und Flexibilität nach Ablauf der 12 Jahre - kannst Du aber nicht als Vorsorgeaufwendungen geltend machen.

Und sonst - Rentenversicherung, weil die Rendite ca. doppelt so hoch ist wie bei einer Kapitallebensversicherung!

Wieso eigentlich nicht Riester? Im Erziehungsurlaub und mit Kind hast Du doch extrem hohe Zulagen und Anpassungsmöglichkeiten? Müsste ich natürliuch genau prüfen - und dafür benötige ich mehr Informationen.

Viele Grüße
Thorulf Müller

Danke, Raimund, für deine Tipps. Ich meinte eigentlich unter
b) RV, also eine private Rentenversicherung, als Alternative
zu einer LV.

Rentenversicherung oder Lebensversicherung, das ist im Zweifelsfall exakt dasselbe Modell, nur daß das eine als Einmalzahlung und das andere als monatliche Rente ausgezahlt wird.

Bei vielen Verträgen kann man sich das zu Ablauf sogar aussuchen.

Beides kann „kapitalbildend“ oder „fondsgebunden“ sein. Kapitalbildende Versicherungen, wie Du selbst schon festgestellt hast, sind eher Geldvernichtung denn alles andere.

Bei der Rentenversicherung sind Sterbetafeln immens wichtig - die Versicherer müssen sich auf steigende Lebenserwartung einstellen, was für sie längere Auszahlungen bedeutet. Daß das die Dir belasteten Kosten nicht gerade senkt, kannst Du Dir vorstellen.

Die fondsgebundene Variante (Fondspolice bzw. Fondsrentenversicherung) ist an sich ein schlaues Modell, kommt allerdings sehr auf den Anbieter an. Kostenbelastung, Fondsauswahl, Wechselmöglichkeiten, das alles und mehr will bedacht sein. Ist ein spannendes Thema.

Nicht unbedingt einem Billiganbieter glauben, darauf allein kommt es nicht an und die Renditeberechnungen lassen sich strecken, wodurch die Ablaufleistung ungleich höher erscheint, nur weil nicht die gleiche Berechnungsgrundlage verwendet wurde.

Wie ist es, wenn man vor dem Tag
der Auszahlung stirbt, was bekommen da die Angehörigen.

Rentenversicherung: Eingezahlte Beiträge oder Fondsguthaben, falls höher, plus eventuell einen kleinen Aufschlag. Das ist es üblicherweise.

Todesfallschutz, sprich Familienabsicherung, sollte man immer vom Kapitalaufbau trennen. Halte die Kosten separat und damit transparent, dann kannst Du nicht unbemerkt übervorteilt werden.

Fonds
Sparen sowieso, denn ich setze nicht gerne alles auf eine
Karte, aber RV wäre doch sinnvoll, oder?

Nur als fondsgebundene Variante, wie oben kurz angerissen - kaufst Du eine kapitalbildende Rentenversicherung, verleihst Du damit Dein Geld an eine (meist Aktien-)Gesellschaft, die Dir nicht einmal die erwirtschaftete Rendite abgeben muß (Stichwort Überschuß"beteiligung").

Das spannende an einer Fondspolice ist eben neben der Steuerfreiheit die Möglichkeit, kostenlos unter einer Vielzahl von Fonds zu wechseln. Damit bewahrst Du Dich davor, in schlechten Börsenzeiten in der Falle zu stecken und kannst Dir darüber hinaus ein sinnvolles Ablaufmanagement sichern (Zu Rentenbeginn in schwankungsarme Fonds umschichten etc.).

So, hab jetzt viel geschrieben - ein Fazit häng ich noch dran. Laß Dich, wenns geht unabhängig, beraten, stell, wenn Du dem Berater nicht direkt glauben willst (drum prüfe, was sich ewig…) Vergleiche an, ein Anruf bei einer Verbraucherzentrale kann da nicht schaden.

Grüße e ciao,

~c.~

Hallo Ama,
wenn Mann und Kind soweit abgesichert sind, das bei dem Ausfall deiner Arbeitskraft keine finanziellen Lücken entstehen kannst du dich mit deinen Beiträgen auf den reinen Sparvorgang konzentrieren. Hier ist es nun entscheiden t deine Risiko/ bzw. Anlagementalität zu kennen.

Bist du eher der sichere Typ (keine Schwankungen meiner Anlage und eher eine durschnittliche Rendite von 3-4,5% dann ist eine Rentenversicherung nicht verkehrt. Die einmalige Auszahlung am Ende wäre dann Kapitalertragssteuerfrei (halt Abschluß in diesem Jahr tätigen). Du solltest auch auf die Ertragsstärke der Versicherung achten und die Anlagementalität der Versicherung.

Wenn du bereit bist auch mal Schwankungen deiner Anlage in Kauf zu nehmen und du höhere Renditen in deiner Anlage erwartest, so bist du dann bei den Fond-Versicherungen besser aufgehoben.

Willst du eher flexibel mit deinen Geldern umgehen (Verfügbarkeit, höhe der Einzahlungen, Laufzeiten, etc.) dann bist du besser in der Fond-Abteilung aufgehoben. Heißt also geziehlt nach deiner Anlagamentalität einzelne Fondtitel kaufen.

Soweit erstmal der grobe Überblick. Ob und wie man eventuell staatliche Zuschüße/Förderungen mit einbauen kann (Riester, etc.) kann man nur nach einer kompletten Datenaufnahme und Auswertung sagen.

Mal „ins blaue“ geschossen würde ich sagen, das eine Rentenversicherung mit einem Beitrag vereinbart werden sollte, den du auf jedenfall zahlen kannst. Einschluß Dynamik nicht vergessen. Dann kannst du dein Geld aus der LV in 4 Jahren noch in Fonds anlegen (oder sonst was machen) und fährst somit dann auf zwei Geleisen.

Abschließend nochmal der Hinweis auf die Berufsunfähigkeit. Bei Mann und bei der Frau nicht vergessen. Für Kinder empfehele ich die Invaliditätszusatzversicherung zur Unfallversicherung.

Gruß

Martin

Hallo Ama,
wenn Du eine Rentenversicherung möchtest, solltest Du eine Grundsatzüberlegung machen:
soll das gesamte Kapital bei einem vorzeitigen Tod nach Rentenbeginn vererbt werden oder ist Dir das schnurz egal.
Im 2. Fall brauchst Du nur nach der Qualität der Gesellschaft und der Rendite sehen.
Im ersten solltest Du entweder eine RV auswählen, die mindestens 20 Jahre Rentengratie bietet, oder eine, die vererbbar ist.
Zur Erklärung: einer Junggesellin ist es relativ gleichgültig, was nach ihr ist. Hauptsache während ihrer lebenszeit ist genug Geld zum leben vorhanden.
Einem Familienvater, der seine Altersvorsorge privat absichert, der legt sehr großen Wert auf eine Vererbbarkeit. Denn stell Dir sie Situation vor: er hat eine tolle RV, die jedoch nur 5 jahre Rentengarantie hat. Nun wird er 65, bezieht Rente… und stirbt mit 67! Soll vorkommen! Was ist nun mit seiner Wittwe? nach weiteren 3 Jahren bekommt sie kein Geld mehr: die Rentengarantie ist abgelaufen. Sie kaut den Kalk von den Wänden oder lebt von den Almosen der hoffentlich vorhandenen Kinder.
Welche Versicherungen für Dich geeignet wären, sollte genauer geprüft werden
Sonst noch Fragen?

Grüße
Raimund