Voraussetzung fürs Verlegen von Aussenfliesen?

Guten Abend
Meine Frau und ich helfen meinen Schwiegereltern dabei, die Gartenterrasse aufzuwerten. Unter anderem soll der bestehende Fliesenboden durch einen neuen ersetzt werden. Unterdessen sind die alten Platten entfernt und der Beton kann wieder „neu bestückt“ werden. Leider ist der Beton in der Zwischenzeit verregnet worden. Wir fragen uns nun, wie trocken der Untergrund sein muss, damit man die Fliesen draufbeppen kann… Muss der Beton komplett ausgetrocknet sein - oder kann das Austrocknen auch mit Fliesen drauf geschehen?
Weil wir entscheiden müssen, ob wir Mittwoch - bei mittelfristig sonnigen Aussichten - loslegen oder doch eher bis im Frühling warten sollen, sind wir Ihnen für eine rasche Antwort dankbar.

Schon mal herzlichen Dank!
Freundliche Grüsse
JonasB

Nun, ich würde auf gar keinen Fall im kalten Herbst auf enem feuchten Beton Fliesen aufbringen. Sie können auch auf keine erhärtete, aber noch feuchte, frisch verputzte Wand Fliesen aufbringen. Können schon, aber nach zehn Tagen sind sie wieder unten oder stehen nur noch in sich im Fugenmörtel.

Zumal wenn auch noch Nachtfröste möglich sind, ist dringend davon abzuraten. Den offenen Beton bis zum Frühling mit einer Plane schützen, dann ausgetrocknet entsprechende Haftemulsionen aufstreichen, eventuell vor eine Oberflächenversiegelung vornehmen, dann im Mittelbett und ganzflächig die Terrasse verfliesen. Also mit dem „Torbogen“ sowohl die Fläche mit dem Mörtel versorgen, als auch die Fliese. Beim Einsatz dann sollte sich „Berg in Tal“ ergeben.

Tipp am Rande: Auf Terrassen können sich extreme Temperaturen gegenüber stehen, im Sonnenlicht bis zu 60 Grad, während der Boden im Schatten vielleicht nur 20 Grad hat. Daher unbedenkt einen flexiblen Außenmörtel benutzen und eine Flexfuge. Je nach Größe der Terrasse muss auch an eine oder gar mehrere Dehnungsfugen gedacht werden.

Ich hoffe, ich konnte auf die Schnelle helfen.

Mit freundlicher Empfehlung
Dr. Peter Echevers H.

nabend,

Die Sache mit dem Nachtfrost ist richtig. Unbedingt beachten, ab 5°C ist Schluss.

Der Rest ist sicher gut gemeint aber mehr nicht.

Dem Beton macht Wasser nix. Auch Frost nicht. Wie man auf einen Vergleich mit frischem Mörtel kommt, weiß ich nicht.

Der Boden sollte eine Pfützen haben und darf maximal mattfeucht sein. Ist durch den Abbruch und das Wasser ein Schmierfilm vorhanden, muss der runter.

Ist der Boden leicht mattfeucht (und absolut sauber!), würde man auf eine Grundierung verzichten und gründlich mit Kleber vorziehen. Bei trockenem Boden Tiefengrund aufbringen.

Auf eine Abdichtung kann verzichtet werden, hält ohnehin besser. Nur müssen alle angrenzenden Bauteile Wasser vertragen können. Wenn eine Abdichtung vorhanden war, gehört diese ersetzt.

dann im Mittelbett und
ganzflächig die Terrasse verfliesen. Also mit dem „Torbogen“
sowohl die Fläche mit dem Mörtel versorgen, als auch die
Fliese. Beim Einsatz dann sollte sich „Berg in Tal“ ergeben.

In welchem Buch stand denn dieses?
Die Zahnung richtet sich nach der Fliese. Beidseitig ist allerdings zu Empfehlen. Bei Fließbettkleber reicht es aus, die Fliese dünn abzuspachteln.

Tipp am Rande: Auf Terrassen können sich extreme Temperaturen
gegenüber stehen, im Sonnenlicht bis zu 60 Grad, während der
Boden im Schatten vielleicht nur 20 Grad hat. Daher unbedenkt
einen flexiblen Außenmörtel benutzen und eine Flexfuge. Je
nach Größe der Terrasse muss auch an eine oder gar mehrere
Dehnungsfugen gedacht werden.

Wichtigster Punkt vergessen: die Plattengröße und Farbe.
Bei großen Fliesen (>= 60cm, die man ohnehin nicht nehmen sollte) und/oder dunklen Fliesen stellen sich sehr hohe Anforderungen an den Kleber. Ein normaler Flexkleber reicht da bei weitem nicht mehr. Alternativ entkoppelt man den Belag, ist aber auch nicht billig.

Generell ist von einem normalen Flexkleber abzuraten, ein Fließbettkleber sollte es sein oder ein gleichwertiger Kleber für eine vollsatte Einbettung.

Doppelt aufziehen mit einer R12 würde ich lassen, das gib ne riesen Sauerei und nen mords Verbrauch. Zudem dürfte man bei einigen Klebern die zulässige Schichtdicke überschreiten.
Möchte man es unbedingt, dann mit einer 8er Zahnung beidseitig.
Für den Außenbereich und für Großformate gibt es spezielle Zahnungen die eine hohlraumfreie Verlegung begünstigen (Holotop beispielsweise).

4-7 Tage frostfreies Wetter sind anzuraten, Normalhärtender Kleber wird bei diesen Temperaturen 2-3 Tage brauchen - je nach Fliesengröße.
Sonst Schnellkleber verwenden (gleiche Bedingungen wie oben, nur eben schnell härtend).

grüße
lipi

Hallo Jonas,
den Hinweis von „littlepinguin“ kannst Du als richtig und zudem als ausreichend zur Beantwortung Deiner Frage ansehen.
Stehendes Wasser, nicht ausreichende Temperatur und labile Schichten (aus dem Rückbau der Altfliesen) sind die kritischen Punkte.
Worauf man zusätzlich achten sollte, das ist ein ausreichendes Gefälle, und zwar weg vom Gebäude.
Wenn die alten Fliesen entfernt wurden, ist ein entsprechender Aufbau sicher möglich, soweit die Seiten in der Aufbauhöhe nicht baulich begrenzt sind.
Die von Altfliesen freigelegte Betonoberfläche wird von den alten Kleberresten weitgehend zu befreien sein; danach könnte man die neuen Fliesen mit einem für den Außenbereich geeigneten (damit zementgebundenen) Mörtel im Gefälle verlegen.
Das würde man dann mit einem Dickbettmörtel ausführen, wenn denn zuvor kein Gefälle separat ausgebildet werden konnte.
-.-.-…-.-.-.-
Gruß: Klaus

…gehören nicht ins freie.

gruß inder

Wer sagt und wo steht das?

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Wer sagt

ich, der flieseninder.

und wo steht das?

im www. z.b. im bauexpertenforum. google bringt auch einiges.

im ernst:

mein alter plattenlegerkumpel hat das immer gesagt und ich habe noch keine terasse gesehen, wo das dauerhaft hält. die sind nach 10-15 jahren alle im arsch.

natürlich kann man dem kunden viel erzählen und man macht es auch, aber die chose ist irgendwann im eimer, wenn man nicht penibel auf material und schichtaufbau achtet.

ich würde eine terrasse niemals fliesen.

Wer sagt

ich, der flieseninder.

und wo steht das?

im www. z.b. im bauexpertenforum. google bringt auch einiges.

im ernst:

mein alter plattenlegerkumpel hat das immer gesagt und ich
habe noch keine terasse gesehen, wo das dauerhaft hält. die
sind nach 10-15 jahren alle im arsch.

Hi,

nö, sind sie nicht. Auf der Terrasse meiner Schwiegereltern liegen seit ich das Haus kenne (um die 30 Jahre) Fliesen, bei meinen Großeltern auch seit über 30 Jahren.

Bis auf vereinzelte Fliesen, die manuell beschädigt wurden, sind die alle noch in Ordnung und sehen besser aus, als das Waschbetonzeugs, das man sonst so sieht.

Gruß
Tina

Hallo Jonas,

eine Alternative für Terrassenfliesen wären WPC Dielen, schau mal hier: http://www.wpc-terrasse.de/

Sie werden auf entsprechende Unterkonstruktionen montiert, sind witterungsbeständig. Auf den Beton würde ich eine wasserabweisende Schicht auftragen, damit Regenwasser etc. nicht in den Beton zieht und darauf diese Konstruktion.

Eine weitere Alternative wäre normale Terrassenplatten auf Füße oder auf Mörtelsäckchen zu verlegen, gibt eine feine Oberfläche mit schmalen Fugen, die aber offen sind. Unkrautsamen & Co fallen nach unten durch. Hier muss aber mit einer entsprechenden Höhe gerechnet werden !!

http://www.koll-betonstein.de/downloads/flyer_avelin…

@ den Inder:
Fliesen im Außenbereich sind tatsächlich durch Eisdruck (im Winter) gefährdet. Wenn sich denn unterhalb der Fliesen bei der Verlegung Hohlräume bilden können, die Wasser aufnehmen und im Winter durch Eisbildung zur Schadensfalle werden.
Eine 100%-ige rückseitige Benetzung mit Fliesenkleber gibt es nicht. Deswegen sind die Hohlräume wie vor auch nicht zu verhindern.
Insofern ist Dein Gedanke, dass es im Außenbereich zu (Frost)Schäden kommen wird, nachvollziehbar.
Mittlerweile verlegt man die Fliesen auf einer Drainmatte (technisch hier abgekürzt), sodass der Haftverbund zwischen Fliesen und Verlegeuntegrund im Regelfall nicht durch Eissprengung gestört wird.
Allerdings habe auch ich schon Fliesenflächen im Außenbereich gesehen, welche viele Jahre klaglos ihren Dienst taten. Aber die Gefahr des Ablösens schwingt tatsächlich wie ein Schwert über dem Bauhern …
-.-.-.-.-.-.
Gruß: Klaus

Vielen Dank für Eure Antworten. Wir haben auf das Verlegen der Fliesen vorerst also verzichtet und die ganze Geschichte auf Frühling vertagt. Danke auch für die Alternativvorschläge!
Liebe Grüsse
JonasB