Hallo Bastett,
ich selbst bin zwar Geigerin, habe aber mehrfach aus Interesse in Krankenhäusern gearbeitet, zuletzt auf einer Palliativstation, auf der ich mich intensiv mit dem Thema Tod, Sterben, Trauer und Bergleitung auseinandersetzen musste. Ganz zentral auch für meinen inneren Umgang und meine Vorbereitung fand ich immer das Gespräch und den Austausch mit der/dem Sterbenden selbst, in dem auch Ängste oder Sorgen angesprochen werden können, vor allem wenn wie bei Deiner Bekannten Kinder Fragen haben. Entscheidend finde ich außerdem, dass das Thema nicht tabuisiert wird (da habe ich nach Deinen Zeilen auch nicht den Eindruck), sondern dass es in den Alltag integriert wird, weil es eben auch zum Alltag gehört. Wichtig ist für Helfer, Begleitende, nahe Angehörige, eben für alle, die die Krankheit mittragen, zu wissen, dass sie nicht um jeden Preis „durchhalten“ müssen, sondern sich auch selbst Hilfe suchen und annehmen können. Ich habe erlebt, dass es sowohl der/dem Sterbenden als auch den Angehörigen sehr gut tun kann, gemeinsam über eine Trauerzeremonie oder Trauerfeier zu sprechen, wie sie gestaltet sein soll, usw. Natürlich sind das alles keine Dinge, die eben mal in Kürze besprochen werden können, oft sind es kurze Momente in einem Gespräch, die sich ganz natürlich ergeben. In jedem Fall blieb in meinem bisher Erlebten das offene Gespräch immer die wichtigste Form, in der Sterbende und BegleiterInnen ihre Bedürfnisse äußern und gemeinsam einen guten Weg finden konnten.
Sicherlich können auch Hospize und soziale Dienste Dir weiterhelfen, schau mal hier: http://www.hospiz.net/adressen/index.html
Ein gutes Forum zur Sterbebegleitung habe ich bisher noch nicht entdeckt - mag es vielleicht daran liegen, dass jede Sterbebegleitung ein urpersönliches und tiefes Erlebnis ist, das unter Umständen nicht so einfach in Worte zu fassen ist? Nebenbei könnte ich mir vorstellen, dass professionelle SterbebegleiterInnen der Schweigepflicht unterliegen.
Ich schreib Dir noch ein paar Buchtitel und -autorInnen auf, die sich von unterschiedlichen Zugängen her mit dem Sterben beschäftigen:
Anne-Marie Tausch, Reinhard Tausch
„Sanftes Sterben“
Monika Specht-Tomann, Doris Tropper
„Bis zuletzt an deiner Seite“
Jiddu Krishnamurti
„Über Leben und Sterben“
Marie de Hennezel, Jean-Yves Leloup
„Die Kunst des Sterbens“
Dorothee Döring
„Leben in Würde bis zuletzt“
zwei Erfahrungsberichte, die ich sehr mochte:
Michael Schophaus
„Im Himmel warten Bäume auf dich“
Ken Wilber
„Mut und Gnade“
außerdem noch ein Link mit Literaturempfehlungen, um Kinder an das Thema heranzuführen, da hab ich aber nicht alle gelesen:
http://www.kinder.trauer.org/buecher.htm
Ich wünsch Dir und Deinen Bekannten eine gute und reiche gemeinsame Zeit, in der Ihr Euch auch gegenseitig begleitet.
Anna