Vorbildfunktion

Hallo,

mich würden eure Erfahrungen interessieren bezüglich Vorbildfunktion.

Ich bin inzwischen der Meinung, dass der Vorbildfunktion ein viel zu hoher Stellenwert beigemessen wird. Ok, es ist natürlich auch altersabhängig, aber lassen wir das Mal außen vor und betrachten eher die Langzeitwirkung, bzw. vielleicht ab einem Alter von 10-12 J.

Wir gehen davon aus, dass die Eltern diese Eigenschaften auch angemessen in der Erziehung umsetzen, also nicht übertrieben fordern ( Druck machen etc.).

Kleine Beispiele:
Eltern sind sehr höfliche Menschen, bestehen aber nicht darauf, dass das Wort bitte in jedem Satz vorkommen muss - Kind sagt kaum Danke/Bitte, Guten Tag, Auf Wiedersehen, formuliert eher fordernd (ich habe durst), als fragend bittendend (ich würde gerne etwas trinken).

Eltern sind ordentlich, Kind unordentlich.

Mein Sohn (15) hat z.B. von klein auf mitbekommen, dass wir ackern wie die blöden und viel Arbeiten (ich allerdings im häuslichen Büro). Trotzdem ist er ein fauler Hund.

Er bekam immer vorgelebt, dass ein Mann auch Hausarbeiten erledigt. Trotzdem gibt es immer wieder Mal einen Kampf, immer nur phasenweise werden Hausarbeiten freiwillig gemacht.
Wobei er ein Kind ist, welches sich selbst Computerverbot erteilt, wenn er merkt, dass er es übertreibt. Vernünftig ist er also schon.

Was bei mir bisher gut geklappt hat, dass er mit Geld umgehen kann. Aber er ist auch ein kleiner Geizknochen *gg*.

In der Erziehung läuft sicher nicht immer alles rund und man macht einiges sicher „falsch“ (naja, was ist richtige Erziehung *g*), bzw. ist man hinterher schlauer, wie man es anders hätte anstellen können.

Wie seht ihr das, was sind eure Erfahrungen?
Wenn nun das Kind das „Vorbildverhalten“ nicht übernimmt, worin seht ihr die Ursache?
Z. B in Erziehungsfehlern (Inkonsequenz, zu viel Druck etc.), Individualität des Kindes, altersbedingter Auflehnung die sich wieder legt, allgemeiner Überbewertung der Vorbildfunktion?

Agnes

Hallo Agnes

Also bei mir ist es auch nicht viel anderster!
Ich habe einen Sohn (12 Jahre alt) und eine Tochter (10 Jahre alt) und beide sagen auch nur ganz selten bitte oder Danke.Eigentlich sage ich ja immer bitte oder Danke, aber ich denke das hat die „Jugend von heute“ von der Schule und halt so an sich.Besonderst in der Schule werden sie schnell Ausenseiter wenn sie so höflich… sind, aber zu anderen Leuten sagen meine Kiddys auch Hallo.
Ich denke das gehört halt dazu, solange sie nicht ganz abschalten ist es OK.

Ich hoffe konnte dir helfen!

Hallo,

Wir gehen davon aus, dass die Eltern diese Eigenschaften auch
angemessen in der Erziehung umsetzen, also nicht übertrieben
fordern ( Druck machen etc.).

Kleine Beispiele:
Eltern sind sehr höfliche Menschen, bestehen aber nicht
darauf, dass das Wort bitte in jedem Satz vorkommen muss -
Kind sagt kaum Danke/Bitte, Guten Tag, Auf Wiedersehen,
formuliert eher fordernd (ich habe durst), als fragend
bittendend (ich würde gerne etwas trinken).

Ist das schon immer so? Wenn ja, wie wurde von den Eltern auf diese Forderungen" reagiert?

Eltern sind ordentlich, Kind unordentlich.

Meiner Meinung gibt es ja ein „Chaos-Gen“, das bestimmt, wie „ordentlich“ man ist :wink:

Mein Sohn (15) hat z.B. von klein auf mitbekommen, dass wir
ackern wie die blöden und viel Arbeiten (ich allerdings im
häuslichen Büro). Trotzdem ist er ein fauler Hund.

Hat er regelmäßige Aufgaben von Anfang an bekommen oder war im Haushalt helfen immer freiwillig, also nur wenn er wollte?
Mein Großer ist auch ein fauler Hund:wink: Und ich muss mir selbst sagen, dass ich es versäumt habe, ihm regelmäßige Aufgaben zu geben. Ab einem gewissen Alter (Pubertät) ist es leider so, dass sich bestimmte Verhaltsweisen vorübergehend ändern, dass man faul, bockig, frech ist.
Zum Glück geht auch diese Phase (meist) irgendwann vorüber, d.h. wenn sie dann erwachsen werden und irgendwann selbst Verantwortung übernehmen (müssen), eigene Familie, eigene Wohnung usw. - erst dann kannst du beurteilen, wie erfolgreich deine Erziehung war!
Dann stellt man aus „KIndsicht“ fest, dass manche Dinge, die man als Kind echt ätzend fand, vielleicht doch irgendwie sinnvoll, praktisch, gut waren und sind.

Beatrix

Grundlage
Hallo Agnes!

Ich würde die Bedeutung der Vorbildfunktion nicht in Frage stellen: Dein Sohn ist 15 Jahre alt und damit in einer Phase, in der es mich stark wundern würde, wenn er fleißig wäre und „Hier!“ rufen würde, wenn es um Hausarbeit geht. Warte mal ein paar Jahre…

Ich denke, dass ausreichend Studien bewiesen haben, dass Kinder von rauchenden Eltern ebenfalls zur Zigarette greifen, auch, wenn sie gepredigt bekommen wie schädlich das ist, um nur ein Beispiel zu nennen.

Gruß
Lea

Hallo,

erst einmal danke für die bisherigen Antworten.

Ich habe mich leider zu kompliziert, bzw. unklar ausgedrückt.

Ich suche keine Hilfe, mache mir auch keine Sorgen wegen meines Sohnes, und bin mir absolut im Klaren, dass er pubertiert.

Es geht mir hier um eine Grundsatzfrage über den Stellnwert der Vorbildfunktion.
Hat sie wirklich einen so enormen Einfluss auf die Erziehung wie ihr nachgesagt wird, oder macht man es sich dadurch zu einfach, da einfach viel mehr Faktoren in die Erziehung reinspielen.

Agnes

Hallo Agnes,
ich habe zwei Jungs, beide habe ich denke ich gleich erzogen. Von Beginn an waren diese beiden Herren komplett unterschiedlich. Ich denke es hat sehr viel mit Charakter zu tun. Mein 11jähriger ist der komplette Chaot. Mein 6jähriger eher pedantisch. Sage ich beiden gleichzeitig, dass die Zimmer jetzt aufzuräumen sind, sieht nach einer halben Stunde das Zimmer von dem Großen noch fast genauso schlimm aus, während man bei dem Kleinen vom Fußboden essen kann.
Der Große war von klein auf sehr freundlich, offen und lachte viel. Der Kleine war von klein auf eher skeptisch, zurückhaltend und zum Lachen braucht er einen trifftigen Grund.
Ich bin irgendwie so ein Mittelding zwischen den beiden und versuche durch Erziehung einfach Ihre Charaktereigenschaften in die richtige Bahnen zu leiten. Vorbildfunktion ist denke ich schon wichtig dabei. Was die Ordnung anbelangt denke ich aber, dass man hier durch Vorbildfunktion nicht so viel erreicht, hier kann man wahrscheinlich nur versuchen durch „Einfordern“ was zu erreichen. Damit meine ich, dass man durch Vorleben aus einem unordentlichen Menschen höchst wahrscheinlich keinen ordentlichen machen kann, sondern ihn anhalten muss, in die Richtung aktiv zu werden (damit meine ich jetzt aber nicht Strafen).
Andere Sachen, wie der Umgang mit Alkohol, denke ich, kann man durch Vorleben allerdings doch beeinflussen, was nicht heißt, dass das immer klappen muss, denn es kommt ja die Zeit, in der dann andere „Vorbilder“ gesucht werden, die dann erneut Einfluss haben.

Viele Grüße
Simone

Hallo Killi,

so an sich.Besonderst in der Schule werden sie schnell
Ausenseiter wenn sie so höflich… sind, aber zu anderen
Leuten sagen meine Kiddys auch Hallo.

Wenn man sich bedankt und Bitte sagt wird man zum Aussenseiter?
Wahrscheinlich schämen sich die Kiddies noch, vor anderen Danke zu sagen?

Ich denke das gehört halt dazu, solange sie nicht ganz abschalten ist :es OK.

Andere mögen da anderer Meinung sein, aber ICH fände das überhaupt nicht OK, wenn das dann so wäre.

Erst gestern hat mir ein Bekannter von den Vorstellungstagen seines Sohnes erzählt. Dort haben 16 bis 18-jährige Realschulabgänger teilweise die Ausbildungsleiter bei Bosch mit „Ey sagmal, wann gibts denn was zum essen hier,Mann“ und solchen Sprüchen angesprochen…

Die einfachsten Benimmregeln oder Manieren sind da nicht existent, und für mich fängt das eben mit Danke und Bitte an. Das Ganze hat auch etwas mit Respekt zu tun. Aber irgendwie gibt es den ja auch nicht mehr so richtig.

Grüße
Didi

wie wir sind
Hi,

wie wir sind und was aus uns wird, wird von vielen Faktoren bestimmt.
Nehmen wir, um die Sache einfach verständlich zu halten, nur mal die drei Faktoren

  • genetische Veranlagung
  • soziales Umfeld (Eltern, Freunde aber auch die Gegend)
  • Intelligenz

dazu kommt, dass wir in unserem Leben mehrere Phasen durchleben

Auf den Säugling und das Kind hat die genetische Veranlagung wohl den stärksten Einfluss (nehmen wir als Beispiel vielleicht 50%).
Das soziale Umfeld (Kontakt zur Mutter und Menschen unsers unmittelbaren Umfeldes) hat mit vielleicht 25% auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss.
Unsere Intelligenz ist stark gefordert und ich veranschlage mal 25%.

Als Heranwachsender gerät die genetische Veranlagung in den Hintergrund (ich schätze 25%).
Dafür hat das soziale Umfeld (Eltern, Altersgenossen, soziales Leben in Vereinen) nun einen ganz erheblichen Einfluss auf uns (ich nehme hier 60%). Unsere Intelligenz wird in dieser Phase des Menschwerdens nicht so stark gefordert und deshalb nehme ich hier nur 15%.

Als Erwachsener Mensch verdrängen wir unsere genetische Veranlagung so gut wir eben können und deshalb rechne ich hier mit nur 10%.
Das soziale Umfeld beeinflusst uns nicht mehr ganz so stark und ich nehme 40%. Nun ist die Zeit gekommen unsere Intelligenz einzusetzen und deshalb rechne ich in dieser Lebensphase mit 50%.

Im hohen Alter verschiebt sich das Ganze nochmals. Wir werden wieder zunehmend Opfer unserer genetischen Veranlagung = 70%. Das soliale Umfeld beeinflusst uns kaum noch = 10%. Unser Verstand läst uns zunehmend in Stich = 20%.

Klar, diese Zahlen habe ich, nur zur Erläuterung, stark vereinfacht und auch willkürlich gewählt. Ich hoffe, das wurde verstanden.
Ich fasse zusammen:

Säugling/Kind: 50 : 25 : 25
Heranwachsender: 25 : 60 : 15
Erwachsener: 10 : 40 : 50
Greis: 70 : 10 : 20

Wir erkennen ,dass sich die Einflüsse der Faktoren im Laufe unseres Lebens permanent verschieben und wir erkennen auch wie. Diese Einflüsse können wir nur bedingt steuern.

Aber fest steht, dass wir immer auch den Einflüssen unseres sozialen Umfeldes (also insbesondere auch unserer Eltern - und da sind wir schon bei den Vorbildern, der „Vorbildfunktion“) ausgesetzt sind. Wir können uns diesem Einfluss nicht ganz entziehen. Es täte vielen Eltern und damit auch ihren Kindern gut, sich über diese Einflussnahmen / Wechselwirkungen mal ein paar Gedanken zu machen.

Fazit: Wir, als Eltern, geben, nur zu oft ungewollt und in den meisten Fällen auch unbewusst, unseren Kindern IMMER ein Vorbild ab (ob ein positives oder ein weniger positives sei hier mal dahin gestellt). Wir können uns dieser Verantwortung nicht entziehen - auch wenn heute nur zu viele dies nur zu gerne würden.

Ach ja, die Fragen

Wie seht ihr das, was sind eure Erfahrungen?

Es ist schwer, sehr schwer - ich meine seinen Nachwuchs aufzuziehen.
Es kostet unbeschreiblich viel Kraft.

Wenn nun das Kind das „Vorbildverhalten“ nicht übernimmt,
worin seht ihr die Ursache?

Das ist ein Trugschluss. Das Kind, bzw. der Heranwachsende nimmt die Eltern (genau wie sein sonstiges soziales Umfeld) sehr wohl - wohl überwiegend unbewusst - als Vorbild. Das Problem ist also woanders zu suchen.

Z. B in Erziehungsfehlern (Inkonsequenz, zu viel Druck etc.)

Das wäre ein Ansatz (ohne jetzt den Finger heben zu wollen)
Bedenkt, auch wir Eltern sind nur Menschen und machen massenhaft Fehler

Individualität des Kindes, altersbedingter Auflehnung die sich
wieder legt

Nun ja, das gehört zur Pupertät dazu, was die Sache aber nicht leichter macht. Weder für das Kind noch für die Eltern.

…allgemeiner Überbewertung der Vorbildfunktion?

Das mit Sicherheit nicht! Die Vorbildfunktion kann nicht überbewertet werden.

Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, diese Einlassungen verständlich darzulegen und dass sie eine Hilfe im Sinne der Anfrage waren.

Freundliche Grüsse
Ray

PS: Ich weiss, dass das Leben wesentlich komplizierter und anstrengender ist - also verschont mich bitte :wink:

Hallo Agnes,

mich würden eure Erfahrungen interessieren bezüglich
Vorbildfunktion.

ich glaube sehr wohl an die Vorbildfunktion, aber vor allem im Negativen. Merke: Die Kinder machen immer wieder die Eltern nach, egal wie gut man sie erzieht. *g*

Wir gehen davon aus, dass die Eltern diese Eigenschaften auch
angemessen in der Erziehung umsetzen, also nicht übertrieben
fordern ( Druck machen etc.).

aber auch nicht schleifen lassen, das ist oft der Knackpunkt. Alleine vom Vorbild kommt auch nicht so leicht erwünschtes Verhalten.

Kleine Beispiele:
Eltern sind sehr höfliche Menschen, bestehen aber nicht
darauf, dass das Wort bitte in jedem Satz vorkommen muss -
Kind sagt kaum Danke/Bitte, Guten Tag, Auf Wiedersehen,
formuliert eher fordernd (ich habe durst), als fragend
bittendend (ich würde gerne etwas trinken).

Naja, wenn ich Durst habe, dann sage ich auch „Ich habe Durst“. Allerdings: Wenn meine Tochter so gekommen wäre, dann hätte sie zur Antwort erhalten: „Du weißt, wo die Getränke stehen! Bringst Du mir bitte auch xyz (aktuell von mir gewünschtes Getränk) mit?“

Eltern sind ordentlich, Kind unordentlich.

Bei uns war und ist das umgekehrt. Auch hier, kleine Story: Meine Tochter beklagte sich mit ca. 12 Jahren, dass ich ihre Wäsche nicht ordentlich genug in ihren Schrank räumen würde. Meine Reaktion: Ich legte ihr die Wäsche immer aufs Bett, auf dass sie sich den Schrank nach ihren Ordnungsprinzipien einräumen könne.

Mein Sohn (15) hat z.B. von klein auf mitbekommen, dass wir
ackern wie die blöden und viel Arbeiten (ich allerdings im
häuslichen Büro). Trotzdem ist er ein fauler Hund.

Ob Kinder wirklich mitbekommen, woher die ganzen Dinge zum Leben kommen, ist noch die Frage. Wenn die Eltern klaglos anschaffen, was die Kinder brauchen (manchmal sogar, was die Kinder wollen) dann ist es für Kinder schwer zu lernen, dass das Geld nicht auf den Bäumen wächst.

Er bekam immer vorgelebt, dass ein Mann auch Hausarbeiten
erledigt. Trotzdem gibt es immer wieder Mal einen Kampf, immer
nur phasenweise werden Hausarbeiten freiwillig gemacht.

Naja, das ist kein Thema für „freiwillig“. Ich mache Hausarbeit auch nicht freiwillig, sondern weil sie getan werden muss. Sowas muss zugeteilt werden. Und hier kenne ich ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis: Die Mutter neigt zum Bemuttern, der Vater tut gerne mal nichts im Haushalt: Hier ist es schier unmöglich, die Kinder zur Hausarbeit zu bewegen, weil sie ja vom Vater das Leben mit der „vollautomatischen Hausfrau“ vorgelebt bekommen.

Wie seht ihr das, was sind eure Erfahrungen?

Siehe oben.

Wenn nun das Kind das „Vorbildverhalten“ nicht übernimmt,
worin seht ihr die Ursache?

Die kann vielfältig sein. Wie schon geschrieben: Negative Vorbilder werden immer gerne übernommen.

Viele Grüße,

Karin

Hallo,

ich glaube sehr wohl an die Vorbildfunktion, aber vor allem im
Negativen. Merke: Die Kinder machen immer wieder die Eltern
nach, egal wie gut man sie erzieht. *g*

*g* an eine Vorbildfunktion an sich glaube ich auch. Allein schon darum, weil der Mensch durch Nachahmung lernt. Aber ich würde die Entwicklung eines Kindes nicht vorwiegend mit schlechter/guter Vorbildfunktion begründen.

Wir gehen davon aus, dass die Eltern diese Eigenschaften auch
angemessen in der Erziehung umsetzen, also nicht übertrieben
fordern ( Druck machen etc.).

aber auch nicht schleifen lassen, das ist oft der Knackpunkt.
Alleine vom Vorbild kommt auch nicht so leicht erwünschtes
Verhalten.

Genau, so sehe ich das auch. Da spielt ja viel rein. Konsequentes und adäquates Handeln der Eltern, Umgangsformen, Erziehungsstil…

Nicht jeder Erziehungsstil taugt für jedes Kind. Ich mene sogar, dass der innerhalb der Entwicklung des Kindes evtl.(!) sogar mal gewechselt werden muss, bzw. den Stadien angepasst werden muss.
Das habe ich zumindest an meinem gemerkt. Eine Zeit lang und je nach Thema reagierte er ganz gut auf ruhige, klärende Gespräche und Vertrauen seine Vernunft/Einsicht und Freiwilligkeit, dann aber wieder brauchte er einfach eine „härtere“ bestimmendere Gangart.

Naja, wenn ich Durst habe, dann sage ich auch „Ich habe
Durst“. Allerdings: Wenn meine Tochter so gekommen wäre, dann
hätte sie zur Antwort erhalten: „Du weißt, wo die Getränke
stehen! Bringst Du mir bitte auch xyz (aktuell von mir
gewünschtes Getränk) mit?“

*g* Es ging mehr um das Verhalten außerhalb der eigenen 4 Wände. Da waren die Eltern natürlich leicht schockiert, wo sie doch so ein gutes Vorbild sind :wink:

Eltern sind ordentlich, Kind unordentlich.

Bei uns war und ist das umgekehrt.

Na sowas, nicht einmal die eigentlich bequemere (negative) Vorbildfunktion der „Unordentlichkeit“ wurde übernommen *g*

Ob Kinder wirklich mitbekommen, woher die ganzen Dinge zum
Leben kommen, ist noch die Frage. Wenn die Eltern klaglos
anschaffen, was die Kinder brauchen (manchmal sogar, was die
Kinder wollen) dann ist es für Kinder schwer zu lernen, dass
das Geld nicht auf den Bäumen wächst.

Also ich weiß nicht, man kann doch einem Kind klar machen, dass man Arbeiten muss, um Geld zu verdienen, bzw. Existenz zu sichern. Und sei es, man erklärt es am Beispiel Essen. Pflanzen müssen gepflegt, geerntet werden = Arbeit, Früchte = Lohn/Geld.

Naja, das ist kein Thema für „freiwillig“. Ich mache
Hausarbeit auch nicht freiwillig, sondern weil sie getan
werden muss. Sowas muss zugeteilt werden.

Bedingt. Wenn mein Kind begriffen hat, dass es gewisse eher unangenehme Dinge gibt, die eben getan werden müssen, und es Aufgabe innerhalb einer Gemeinschaft ist, sich daran zu beteiligen, kann man da eine gewisse Freiwilligkeit schon erreichen. Etwas anderes ist es, aus organisatorischen Gründen diesbezügliche Regelungen einzuführen, oder die Arbeiten aufzuteilen.

Und hier kenne ich
ein Beispiel aus dem Bekanntenkreis: Die Mutter neigt zum
Bemuttern, der Vater tut gerne mal nichts im Haushalt: Hier
ist es schier unmöglich, die Kinder zur Hausarbeit zu bewegen,
weil sie ja vom Vater das Leben mit der „vollautomatischen
Hausfrau“ vorgelebt bekommen.

Ich vermute ja, dass der Mensch sich immer die ihm angenehmsten aneignet und nachahmt. Daher wohl auch dieser relativierbare Effekt der Vorbildfunktion.

Die kann vielfältig sein. Wie schon geschrieben: Negative
Vorbilder werden immer gerne übernommen.

Oder halt die für einem persönlich am angenehmsten.

Agnes

Hi,

das sind wirklich sehr interessante Ausführungen.
Wobei du, wenn ich es richtig verstanden habe, nicht nur die Vorbildfunktion der Eltern einbeziehst. Was ich ja auch richtig finde, denn ein Mensch orientiert sich ja nicht nur an seinen Eltern. Als soziales Wesen kann man sich erfolgreiches Verhalten ja auch anderswo abschauen.

Gerade Kinder verhalten sich in unterschiedlichem Umfeld mitunter sogar extrem unterschiedlich. Bei der Oma, im Verein, in der Schule, bei seinen Kumpels.

Wir erkennen ,dass sich die Einflüsse der Faktoren im Laufe
unseres Lebens permanent verschieben und wir erkennen auch
wie. Diese Einflüsse können wir nur bedingt steuern.
Aber fest steht, dass wir immer auch den Einflüssen unseres
sozialen Umfeldes (also insbesondere auch unserer Eltern - und
da sind wir schon bei den Vorbildern, der „Vorbildfunktion“)
ausgesetzt sind. Wir können uns diesem Einfluss nicht ganz
entziehen. Es täte vielen Eltern und damit auch ihren Kindern
gut, sich über diese Einflussnahmen / Wechselwirkungen mal ein
paar Gedanken zu machen.

Ich denke, das ist ja auch das „gefährliche“ in der Pubertät (2. Trotzphase? *g*). Der Drang zum Widerspruch, Rebellion, sich von den Eltern abzugrenzen, Grenzen massiv neu abzustecken, evtl. sogar die Eltern schocken wollen…und vor allem das Suchen neuer Vorbilder.

Ich habe mir schon überlegt, dass wir es wesentlich einfacher hatten, unsere Eltern zu schocken und zu rebellieren. Es reichte bei den meisten schon einfach nur frech zu sein, bei anderen mussten dann schon härtere Dinge herhalten, wie z.B. die aktuelle Mode zu tragen oder ein grüner Streifen im Haar, Punkfrisur.

Und heute? Was schockt moderne Eltern denn heute noch? Mit einer Punkfrisur, oder Modeerscheinungen schockt man wohl die wenigsten.
Ungepflegtsein, Rumgemotze und freche Antworten, laute Musik, Leistungsabfall in der Schule etc… kalkulieren aufgeklärte Eltern heutzutage ja ein.

Was muss also her? Komasaufen, Drogenkonsum, Kriminalität oder extreme politische Gesinnungen. Alles eben alles eine Ecke extremer. Jetzt bitte richtig verstehen und dies nicht als Verallgemeinerung von mir ansehen. Ist nur so ein Gedanke, warum viele Jugendliche so in Extreme abdriften.

Wenn nun das Kind das „Vorbildverhalten“ nicht übernimmt,
worin seht ihr die Ursache?

Das ist ein Trugschluss. Das Kind, bzw. der Heranwachsende
nimmt die Eltern (genau wie sein sonstiges soziales Umfeld)
sehr wohl - wohl überwiegend unbewusst - als Vorbild. Das
Problem ist also woanders zu suchen.

Aber es übernimmt sie nicht unbedingt und lebt nicht unbedingt danach.
Demnach ist die Auswirkung der Vorbildfunktion relativ und eben individuell sehr unterschiedlich

…allgemeiner Überbewertung der Vorbildfunktion?

Das mit Sicherheit nicht! Die Vorbildfunktion kann nicht
überbewertet werden.

Wobei für meine Begriffe deine Ausführungen eigentlich nicht so deutlich herausstellen dass der Effekt des Vorlebens umfangreich übernommen wird.

Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, diese Einlassungen
verständlich darzulegen und dass sie eine Hilfe im Sinne der
Anfrage waren.

Durchaus. Danke!

Agnes

Hallo,

Ich würde die Bedeutung der Vorbildfunktion nicht in Frage
stellen

das tue ich auch nicht! Ich zweifle nur am Stellenwert, der ihr - zumindest in meinem Umfeld - beigemessen wird.

Dein Sohn ist 15 Jahre alt und damit in einer Phase,
in der es mich stark wundern würde, wenn er fleißig wäre und
„Hier!“ rufen würde, wenn es um Hausarbeit geht. Warte mal ein
paar Jahre…

Oooch weißt du, da habe ich keine Probleme. Er hat inzwischen einen umfangreichen, aber in meinen Augen humanen Haushaltsplan am Kühlschrank hängen. Incl. z.B. alle 2 Monate Bad putzen und 1 x monatl. Wäsche waschen :wink:
Ohne Ermahnungen klappt das allerdings nicht *gg* Er ist halt sehr vergesslich *g*

Ich denke, dass ausreichend Studien bewiesen haben, dass
Kinder von rauchenden Eltern ebenfalls zur Zigarette greifen,
auch, wenn sie gepredigt bekommen wie schädlich das ist, um
nur ein Beispiel zu nennen.

Genau diese Studien haben aber auch ergeben, dass Kinder von Nichtrauchern auch zu Rauchern werden, wenn auch nicht in gleichem Umfang.
Und da finde ich meine Frage „Welchen Stellenwert hat nun die Vorbildfunktion?“ nicht unbedingt abwegig.

Agnes

Hallo,

Eltern sind ordentlich, Kind unordentlich.

Meiner Meinung gibt es ja ein „Chaos-Gen“, das bestimmt, wie
„ordentlich“ man ist :wink:

Gut möglich :wink: Mal googeln, ob es schon entdeckt wurde *g*

Hat er regelmäßige Aufgaben von Anfang an bekommen oder war im
Haushalt helfen immer freiwillig, also nur wenn er wollte?

Das wechselte. Ganz kleine wollen ja viel mithelfen. Später läuft das weniger freiwillig, sondern eher aus „familiärem Pflichtgefühl“ und zunehmend und phasenweise auch nur nach Aufforderung.

Selbstverständlich war schon immer, dass alle, außer dem, der gekocht hat, den Tisch abräumen, und jeder stellte auch sein Geschirr in die Maschine.

Ab schätzungsweise Schulalter erhielt er dann konkrete Aufgaben, die allerdings zunächst ich vorgegeben hatte.
Aber halt nur so Kleinigkeiten, wie Müll runterbringen, sein Zimmer Fegen/Saugen, Frühstück richten, Spüma ausräumen, Wächekorb aus dem Keller holen, Rasen mähen, Treppe fegen.
Als er sich beschwerte und Müll runter bringen doof fand, übernahm er eine Aufgabe seiner Wahl (Treppe fegen und Staubsaugen. Das macht er sehr gerne)
eine Weile habe ich es dann schludern lassen und war nicht mehr so konsequent :frowning:. Inzwischen hat er einen konkreten Haushaltsplan abzuarbeiten, einige Arbeiten sind da auf konkrete Tage bestimmt (Katzenklo), andere muss er innerhalb einer Frist erledigen.

Mein Großer ist auch ein fauler Hund:wink: Und ich muss mir
selbst sagen, dass ich es versäumt habe, ihm regelmäßige
Aufgaben zu geben. Ab einem gewissen Alter (Pubertät) ist es
leider so, dass sich bestimmte Verhaltsweisen vorübergehend
ändern, dass man faul, bockig, frech ist.

Wie wahr :wink:

Zum Glück geht auch diese Phase (meist) irgendwann vorüber,
d.h. wenn sie dann erwachsen werden und irgendwann selbst
Verantwortung übernehmen (müssen), eigene Familie, eigene
Wohnung usw. - erst dann kannst du beurteilen, wie erfolgreich
deine Erziehung war!

Ich denke auch, dass einem nur die Hoffnung bleibt, dass man die eigenen, bzw. gewisse gesellschaftliche Werte (z.B. nicht stehlen, ehrlich sein) vermitteln konnte, und sie später zu diesen „Tugenden“ zurückfinden.

Dann stellt man aus „KIndsicht“ fest, dass manche Dinge, die
man als Kind echt ätzend fand, vielleicht doch irgendwie
sinnvoll, praktisch, gut waren und sind.

Wie wahr! Das sagten mir meine Eltern auch, und es interessierte mich nicht. Und erzähle ich es meinem Sohn, erkläre ihm, dass mich das damals auch nicht interessiert, und es interessiert ihn nicht :wink:

Agnes

Hallo Agnes,

Genau diese Studien haben aber auch ergeben, dass Kinder von
Nichtrauchern auch zu Rauchern werden, wenn auch nicht in
gleichem Umfang.
Und da finde ich meine Frage „Welchen Stellenwert hat nun die
Vorbildfunktion?“ nicht unbedingt abwegig.

die Frage ist nun: In welchem Umfeld haben sich diese Kinder bewegt? Meine Tochter ist bei den Falken zur Raucherin geworden, hat zwischendrin wegen einer Beziehung aufgehört und jetzt wieder angefangen.

Die einfache Vorstellung, dass das Elternhaus ALLES bewirkt, hat ja auch früher schon nicht funktioniert. „Dabei ist er aus so gutem Hause!“

Gruß, Karin

Hallo Agnes,

Vorbildfunktion ist ein Teil der Erziehung. Wenn Du aber immer nur etwas vorlebst, was auch noch offensichtlich keinen Spass macht (wir ackern wie die blöden), dann würde ich mir das als Kind angucken und sagen: Ach sollen die mal so leben - mir ist das zu anstrengend. Will heissen: Du musst auch von dem Kind etwas fordern und dabei konsequent sein. Mit 15 Jahren ist es aber glaube ich schon ein bisschen spät.

Viele Grüße

Will heissen: Du musst auch von dem Kind
etwas fordern und dabei konsequent sein. Mit 15 Jahren ist es
aber glaube ich schon ein bisschen spät.

Hallo Chili,

Du hast recht damit, dass man immer konsequent bleiben soll und an Kinder auch (berechtigte) Forderungen stellen muss.

Wenn man mit Erziehung erst anfingt, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist 15 Jahre alt ist, das ist dann wirklich zu spät. Nur in diesem Fall ist das ja anders.

Ich bin mir sicher, dass es nicht zu spät ist, und dass das Kind dennoch Nutzen und Vorteile und all das irgendwo gespeichert hat.

Nur in der Pubertät (bei uns wird die Zeit *Eselsjahre* genannt) wird ohnehin ALLES in Frage gestellt, man will alles, nur nicht so wie die Eltern sein und versucht sich mit eigenen Verhalten abzugrenzen und zu distanzieren. Das ist eine Notwendigkeit im Abnabelungsprozess und im „Erwachsenenwerdeprozess“.

Auch die *Kämpfe*, die stattfinden sind notwendig, und lehren fürs Leben. Eltern sind sozusagen auch die ersten „Herausforderer“ oder Versuchskaninchen für den Ernst des Lebens.

Und auch diese *Kämpfe* prägen das Kind und haben ebenso Vorbildfunktion (wie geht man mit Konflikten um, wie geht man mit „Gegnern“ um, wie vertritt man eigene Meinung usw. usf.)

Die Früchte der Erziehung kommen erst danach wieder zum Vorschein. So meine Erfahrung, sowohl mit meinem Kind, als auch aus näherer Umgebung.

Es ist schwer diese Phase durchzustehen und nicht die Nerven zu verlieren, oder keine Zweifel zu bekommen über die eigenen Erziehungsmethoden.
Aber das lohnt sich hart (konsequent) und herzlich (verständnisvoll) zu bleiben und sich immer wieder vorzusagen, dass auch diese PHASE vorbei geht.

Viele Grüße
Maja

HIlfreich, aber keine Garantie
Hallo!

Zusammengefaßt würde ich sagen: Gutes Vorbild der Eltern ist hilfreich, aber kein Garant für das Wohlverhalten der Kinder.

Beim Thema Essen z.B. ist der Zusammenhang zwischen Elterlichem Vorbild und Kind nachgewiesen (bis zum 3. Lebensjahr soll das weitgehend festgelegt sein, erschreckend). Ähnliches habe ich beim Thema „Lesen“ gelesen.

Wir gehen davon aus, dass die Eltern diese Eigenschaften auch
angemessen in der Erziehung umsetzen, also nicht übertrieben
fordern ( Druck machen etc.).

Hm, ich denke, es hilft nicht viel, wenn die Eltern sich selbst das gewünschte Verhalten aufzwingen, nur um dem Kind ein Vorbild zu sein. Das muss schon den eigenen Überzeugungen entsprechen und selbstverständlich gelebt werden. Außerdem darf man dabei nicht vergessen, dass es ja meist mehrere mögliche Vorbilder gibt, die Bandbreite ist also da u.U. sehr groß.

Eltern sind sehr höfliche Menschen, bestehen aber nicht
darauf, dass das Wort bitte in jedem Satz vorkommen muss -
Kind sagt kaum Danke/Bitte, Guten Tag, Auf Wiedersehen,
formuliert eher fordernd (ich habe durst), als fragend
bittendend (ich würde gerne etwas trinken).

Natürlich müssen Kinder das erst lernen. Und ein gutes Vorbild der Eltern spielt dabei meiner Erfahrung nach schon eine Rolle. Jetzt nicht unbedingt innerhalb der Familie (da gelten ja häufig andere Regeln), aber gegenüber dritten (z.B. Verkaufsgespräche, jemanden Fremden nach dem Weg fragen) hat bei uns das Vorbild schon Früchte getragen.

Eltern sind ordentlich, Kind unordentlich.

Hier spielt einfach der Charakter eine große Rolle. Vorbild hin oder her. Ich habe übrigens auch schon von umgekehrten Fällen gehört.:smile:

Mein Sohn (15) hat z.B. von klein auf mitbekommen, dass wir
ackern wie die blöden und viel Arbeiten (ich allerdings im
häuslichen Büro). Trotzdem ist er ein fauler Hund.

Naja, er ist 15! Ob er faul ist oder nicht, kann man evtl. erst mit Mitte 20 beurteilen, finde ich. Bis dahin spielt die Begehung Jugendsünden eine zu große Rolle. Ob er aus seinem Leben was macht, auf seine Ziele hinarbeitet, dass kommt doch erst später.

Wobei er ein Kind ist, welches sich selbst Computerverbot
erteilt, wenn er merkt, dass er es übertreibt. Vernünftig ist
er also schon.

Das läßt doch hoffen :smile:

Wenn nun das Kind das „Vorbildverhalten“ nicht übernimmt,
worin seht ihr die Ursache?

individuelle Charaktereigenschaften, Bandbreite an Vorbildern, Pubertät (Auflehnung), kindliches Verhalten…

Ich finde Vorbild sehr wichtig und denke es spielt eine große Rolle bei der Erziehung. Kinder lernen viel durch Nachahmung und Gewohnheit. Sieht man das Verhalten vieler Eltern, wundert einen kaum mehr das Verhalten der Kinder. Aber gekünstelt oder aufgesetzt bringt auch nichts.

Grüße
kernig

Hallo beieinander,

ich häng mich mal einfach hier mit dran:

Hm, ich denke, es hilft nicht viel, wenn die Eltern sich
selbst das gewünschte Verhalten aufzwingen, nur um dem Kind
ein Vorbild zu sein. Das muss schon den eigenen Überzeugungen
entsprechen und selbstverständlich gelebt werden.

Das spielt mit Sicherheit eine große Rolle. Ich selber habe z.B. nie im Leben ein eigenes Auto besessen, weil ich es schlicht in der Großstadt für überfüssig halte. Wegen Sehproblemen (keine als fahreinschränkend festgelegten) habe ich es dann ganz drangegeben und genieße das Leben in (mehr oder weniger) vollen Zügen.

Obwohl meine Tochter da (logischerweise) sehr viel mehr mit anderer Lebenseinstellung außerhalb der Familie groß geworden ist, steht sie selber diesem Verkehrsmittel ebenfalls reserviert gegenüber. Sie fährt zwar hin und wieder selber Auto (den Führerschein hat sie sich mit knapp 18 selber durch Jobs in den Ferien finanziert), aber das funktioniert über ein inoffizielles Car-Sharing mit einem Bekannten.

Gruß, Karin

Auch Hallo!

Zusammengefaßt würde ich sagen: Gutes Vorbild der Eltern ist
hilfreich, aber kein Garant für das Wohlverhalten der Kinder.

so sehe ich das auch.

Beim Thema Essen z.B. ist der Zusammenhang zwischen
Elterlichem Vorbild und Kind nachgewiesen (bis zum 3.
Lebensjahr soll das weitgehend festgelegt sein, erschreckend).
Ähnliches habe ich beim Thema „Lesen“ gelesen.

Das interessiert mich. In Bezug auf was wurde dieser Zusammenhang nachgewiesen? Schmatzen, nicht schmatzen *g*?, Die Art der Speisen?

Hm, ich denke, es hilft nicht viel, wenn die Eltern sich
selbst das gewünschte Verhalten aufzwingen, nur um dem Kind
ein Vorbild zu sein. Das muss schon den eigenen Überzeugungen
entsprechen und selbstverständlich gelebt werden.

Das dürfte klar sein, finde ich. Kinder haben recht gute Antennen dafür, was wie gemeint ist. Nich umsonst gibt es viele Kinder, die „Muttertaub“ sind und z.B. erst dann auf ein NEIN hören, wenn auch wirklich Nein gemeint ist :wink:

Außerdem
darf man dabei nicht vergessen, dass es ja meist mehrere
mögliche Vorbilder gibt, die Bandbreite ist also da u.U. sehr
groß.

Sehe ich auch so.

Natürlich müssen Kinder das erst lernen. Und ein gutes Vorbild
der Eltern spielt dabei meiner Erfahrung nach schon eine
Rolle. Jetzt nicht unbedingt innerhalb der Familie (da gelten
ja häufig andere Regeln),

Bei uns auch. Das ist nach meinen Erfahrungen aber nicht weiter schlimm, da schon recht kleine Kinder ganz gut unterscheiden können, wo was geht, und wo nicht. Bestes Beispiel Oma :wink:

aber gegenüber dritten (z.B.
Verkaufsgespräche, jemanden Fremden nach dem Weg fragen) hat
bei uns das Vorbild schon Früchte getragen.

Lustige Episode: Zu Hause darf er auch mal den „Teller leertrinken“. Aber er wusste auch sehr früh, dass man das eben nur zu Hause macht. Bei der Tante war er dann leicht verunsichert. Durch den häufigen und regelmäßigen Kontakt, bewegte er den Teller schon richtung Mund, verharrte plötzlich, schaute mich an, und flüsterte mir ins Ohr: „Mama, was meinst du? Bei Tante Geli kann ich die leckere Soße doch bestimmt auch aus dem Teller trinken.“

Naja, er ist 15! Ob er faul ist oder nicht, kann man evtl.
erst mit Mitte 20 beurteilen, finde ich. Bis dahin spielt die
Begehung Jugendsünden eine zu große Rolle. Ob er aus seinem
Leben was macht, auf seine Ziele hinarbeitet, dass kommt doch
erst später.

Einerseits schon, allerdings bin ich momentan schon leicht beunruhigt, da er noch nie besonders ehrgeizig war, und ich nicht abschätzen kann, ob das noch umschlägt. Denn von mir bekommt er mit, dass ich mit 41 nochmal die Schulbank drückte, mir stets Wissenszuwachs beschaffe, und nun schon wieder ein weiteres Berufsfeld anvisiere.

Leider muss ich gestehen, dass ich bis heute noch nicht weiß, wie man Ehrgeiz fördert :frowning:

Wobei er ein Kind ist, welches sich selbst Computerverbot
erteilt, wenn er merkt, dass er es übertreibt. Vernünftig ist
er also schon.

Das läßt doch hoffen :smile:

Ja, denn ich bin ein Mensch, der nur ungern, bzw. wenn es nicht mehr anders geht und die Grenzen überschritten sind, Druck anwendet. Wobei ich widerum gerne klare Regeln aufstelle. Bei Kleinkindern einseitig, und mit zunehmendem Alter gemeinsam „erarbeitete“.

individuelle Charaktereigenschaften, Bandbreite an Vorbildern,
Pubertät (Auflehnung), kindliches Verhalten…

Auch da kann ich dir zustimmen.

Ich finde Vorbild sehr wichtig und denke es spielt eine große
Rolle bei der Erziehung. Kinder lernen viel durch Nachahmung
und Gewohnheit. Sieht man das Verhalten vieler Eltern, wundert
einen kaum mehr das Verhalten der Kinder. Aber gekünstelt oder
aufgesetzt bringt auch nichts.

Unbedeutsam ist die Vorildrolle sicher nicht, aber dennoch scheint ihre Wirkung andererseits recht relativ.

Agnes

Hallo chili,

Du musst auch von dem Kind
etwas fordern und dabei konsequent sein. Mit 15 Jahren ist es
aber glaube ich schon ein bisschen spät.

*gg* Für einige Dinge wohl schon. Anscheinend z.B. beim Ess- und Leseverhalten :wink:

Agnes