wie wir sind
Hi,
wie wir sind und was aus uns wird, wird von vielen Faktoren bestimmt.
Nehmen wir, um die Sache einfach verständlich zu halten, nur mal die drei Faktoren
- genetische Veranlagung
- soziales Umfeld (Eltern, Freunde aber auch die Gegend)
- Intelligenz
dazu kommt, dass wir in unserem Leben mehrere Phasen durchleben
Auf den Säugling und das Kind hat die genetische Veranlagung wohl den stärksten Einfluss (nehmen wir als Beispiel vielleicht 50%).
Das soziale Umfeld (Kontakt zur Mutter und Menschen unsers unmittelbaren Umfeldes) hat mit vielleicht 25% auch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss.
Unsere Intelligenz ist stark gefordert und ich veranschlage mal 25%.
Als Heranwachsender gerät die genetische Veranlagung in den Hintergrund (ich schätze 25%).
Dafür hat das soziale Umfeld (Eltern, Altersgenossen, soziales Leben in Vereinen) nun einen ganz erheblichen Einfluss auf uns (ich nehme hier 60%). Unsere Intelligenz wird in dieser Phase des Menschwerdens nicht so stark gefordert und deshalb nehme ich hier nur 15%.
Als Erwachsener Mensch verdrängen wir unsere genetische Veranlagung so gut wir eben können und deshalb rechne ich hier mit nur 10%.
Das soziale Umfeld beeinflusst uns nicht mehr ganz so stark und ich nehme 40%. Nun ist die Zeit gekommen unsere Intelligenz einzusetzen und deshalb rechne ich in dieser Lebensphase mit 50%.
Im hohen Alter verschiebt sich das Ganze nochmals. Wir werden wieder zunehmend Opfer unserer genetischen Veranlagung = 70%. Das soliale Umfeld beeinflusst uns kaum noch = 10%. Unser Verstand läst uns zunehmend in Stich = 20%.
Klar, diese Zahlen habe ich, nur zur Erläuterung, stark vereinfacht und auch willkürlich gewählt. Ich hoffe, das wurde verstanden.
Ich fasse zusammen:
Säugling/Kind: 50 : 25 : 25
Heranwachsender: 25 : 60 : 15
Erwachsener: 10 : 40 : 50
Greis: 70 : 10 : 20
Wir erkennen ,dass sich die Einflüsse der Faktoren im Laufe unseres Lebens permanent verschieben und wir erkennen auch wie. Diese Einflüsse können wir nur bedingt steuern.
Aber fest steht, dass wir immer auch den Einflüssen unseres sozialen Umfeldes (also insbesondere auch unserer Eltern - und da sind wir schon bei den Vorbildern, der „Vorbildfunktion“) ausgesetzt sind. Wir können uns diesem Einfluss nicht ganz entziehen. Es täte vielen Eltern und damit auch ihren Kindern gut, sich über diese Einflussnahmen / Wechselwirkungen mal ein paar Gedanken zu machen.
Fazit: Wir, als Eltern, geben, nur zu oft ungewollt und in den meisten Fällen auch unbewusst, unseren Kindern IMMER ein Vorbild ab (ob ein positives oder ein weniger positives sei hier mal dahin gestellt). Wir können uns dieser Verantwortung nicht entziehen - auch wenn heute nur zu viele dies nur zu gerne würden.
Ach ja, die Fragen
Wie seht ihr das, was sind eure Erfahrungen?
Es ist schwer, sehr schwer - ich meine seinen Nachwuchs aufzuziehen.
Es kostet unbeschreiblich viel Kraft.
Wenn nun das Kind das „Vorbildverhalten“ nicht übernimmt,
worin seht ihr die Ursache?
Das ist ein Trugschluss. Das Kind, bzw. der Heranwachsende nimmt die Eltern (genau wie sein sonstiges soziales Umfeld) sehr wohl - wohl überwiegend unbewusst - als Vorbild. Das Problem ist also woanders zu suchen.
Z. B in Erziehungsfehlern (Inkonsequenz, zu viel Druck etc.)
Das wäre ein Ansatz (ohne jetzt den Finger heben zu wollen)
Bedenkt, auch wir Eltern sind nur Menschen und machen massenhaft Fehler
Individualität des Kindes, altersbedingter Auflehnung die sich
wieder legt
Nun ja, das gehört zur Pupertät dazu, was die Sache aber nicht leichter macht. Weder für das Kind noch für die Eltern.
…allgemeiner Überbewertung der Vorbildfunktion?
Das mit Sicherheit nicht! Die Vorbildfunktion kann nicht überbewertet werden.
Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, diese Einlassungen verständlich darzulegen und dass sie eine Hilfe im Sinne der Anfrage waren.
Freundliche Grüsse
Ray
PS: Ich weiss, dass das Leben wesentlich komplizierter und anstrengender ist - also verschont mich bitte 