Hallo.
Nee, das bayrische System hat mir zuviele Schwächen. Das geht
schon bei der lachhaften G8-Diskussion los, wo sich sowohl
Schulen als auch Bürokratie anstellen, wie die ersten
Menschen.
8 Schuljahre mit entrümpelten Lehrplänen, Schülern die auf die
Schule gehen, die ihren Begabungen entspricht (und das können
die Eltern mangels Fachkompetenz und Vergleichserfahrung
unmöglich verantwortlich allein entscheiden)und einem
einheitlichen Bundesabitur wären durchaus genug. Das in
Verbindung mit einer verpflichtenden Ganztagsschule wie in den
meisten anderen uns umgebenden Staaten würde die Misere schon
lindern…
Das ist aber nicht das bayrische Schulsystem - was Du da beschreibst ist „DDR light“. 
Ein weiterer Punkte wäre die viel zu geringe
Durchlässigkeit.
Kann ich so nicht sagen: Wir hatten in diesem Abiturjahrgang
von 126 Abiturienten 16, die nach der 10 von der Realschule
kamen, die beste von ihnen hat eine Abiturnote von 2,0.
Es ging mir an diesem Punkt um die Durchlässigkeit in Bayern und dort gibt es teilweise derbe Ecken und Kanten, was das Thema „Realschule + spätere Oberstufe“ angeht. Dort sind Baden-Würrtemberg und Sachsen fast ein ganzes Jahrzehnt voraus. Stichwort „Berufliches Gymnasium“, oder Stichwort „einfacher ÜBergang von der Realschule auf eine Regelgymnasium“. Ich mußte mich selbst schon auf Grund von diversen Verwicklungen in der Nachhilfe an das Kultusministerium dort wenden, weil es plötzlich hieß „Keine Anfängerkurse für die zweite Fremdsprache für Wechsler.“ - damit standen dann bspw. Realschüler mit mathematisch-technischem Profil schön dumm da.
Vielleicht hat sich das aber doch schon entspannt.
Weiterhin ist aber die FOS13 eher fragwürdig - das Konzept ist eindeutig nicht wirklich darauf getrimmt, ein gutes Abitur zu liefern, sondern soll „'mal eben“ den Mangel an diesem entscheidenden und leistungsfähigen Bildungsweg kurzfristig beheben.
Ich kann nur von Mathematik her sagen, dass das Niveau der
schriftlichen Abituraufgaben in den 3 Ländern BY, BW und
Sachsen in etwa äquivalent ist mit dem bei uns, wobei RLP ja
leider nach wie vor kein Zentralabitur hat, so dass ich nur
von den Aufgaben der Gymnasien sprechen kann, die ich kenne.
Okay, darüber läßt sich vielleicht sogar etwas mehr herausfinden. Dennoch ist es Mathematik nicht alleine.
Beispielsweise ist seit Jahren ein eklatanter Mangel des Regelgymnasiums (allgemein), daß von der Lehrerseite falsche Eindrücke zu bestimmten Studiengängen vermittelt werden.
Ich will jetzt hier nicht auf dem Regelgym herumhacken, nur weil ich selbst den viel gesünderen Weg über die Realschule gegangen bin, sondern an diesem Problem sind vorallem die Bildungssysteme und die Unis schuld.
Jedesmal, wenn ich zum „Tag der Offenen Tür“ meines alten Gymnasiums komme, stürzen sich die Eltern und Lehrer wie wild auf mich, weil sie einfach einmal *realistische* Eindrücke des Studiums haben wollen.
Welche Kurse sollten gewählt werden?
Worauf kann man verzichten?
Worauf kann *ich* unter *welchen Umständen* eventuell verzichten?
Wie sieht es mit dem Unterschied von GK und LK aus?
Weder die Lehrer haben dort wirklich Einblick, noch kann man das als Schüler in diesem Maße selbst herausfinden.
So passiert es halt, daß neben einem im Studiengang Elektrotechnik Leute sitzen, die sich Wunder was auf ihre Leistungskurse Mathe und Physik einbilden und nach 2 Semestern aufhören.
Zuvor bemerkte man dann erstaunt, daß man als ausgesprochener Grundkursler Mathe und Physik prima mitkommt, weil man eben schon immer mehr Praxisbezug und stark (theoretisch) Fächer der Technik gehört hat. Und vorallem hatte man sichtlich gute Lehrer und gute Schulen.
Das soll jetzt nur ein kleines Beispiel aus persönlicher Erfahrung sein - ist selbstverfreilich nicht repräsentativ, weil ich nun nicht gerade unbegabt (besonders auf der angesprochenen Schiene) bin und Schulen/Lehrer immer etwas streuen.
Doch schon ein sehr gut eingehaltener, didaktisch ansprechend vorgetragener Lehrplan ist die beste Voraussetzung für wenig Startschwierigkeiten ins Studium.
Letzendlich sieht man aber mehr und mehr: Das Kurssystem ist ein gewaltiger Fehlschlag, weil es zuviel Spezialisierung und andererseits zuviel Möglichkeiten der Abwahl gibt, während andererseits zuwenige Fächer geprüft werden.
Es läßt mich jedes Mal zusammenzucken, wenn ich mit Enthusiasmus berichtet bekomme, wie schön es endlich ist, Deutsch oder Mathematik abgewählt zu haben.
Bei *fast* allen naturwissenschaftlichen und technischen Studiengängen rächt es sich ebenfalls mehr und mehr Chemie links liegen zu lassen. Bei uns mußten das viele Leute vom Regelgymnasium in solchen Fächern wie „Werkstoffe der Elektrotechnik“ schmerzlich erfahren, was es heißt, mit sehr angestaubten, lückenhaften Mittelstufenkenntnissen in ein solches Fach zu geraten.
Das könnte nicht passieren, wenn es - wie früher - ein vollwertiges KLASSISCHES Abitur gäbe ohne Abwahl und vielleicht sogar wieder (in der Reinstform) mit Prüfung in jedem Fach (bekannterweise dann natürlich die Mehrzahl der Fächer als mündliche Prüfungen).
Darüber hinaus könnte man noc hso einige effiziente Methoden aus der Uni übernehmen, doch das ist dann wirklich weitab vom Thema hier
…
Doch: das ist ja das Schlimme, dass die Noten im Vergleich zu
früheren Jahren eine schleichende Inflation erfahren, nicht
jedoch die Kenntnisse widerspiegeln. Deswegen ist ja eine
grundsätzliche Diskussion darüber, was in welchen Schulen in
welchen Fächern eigentlich wirklich gelernt werden soll,
unumgänglich!
Ich meinte das eher so: Während die Hürden immer geringer werden, steigt aber auch der Notenschnitt nicht so, wie man es erwarten würde. Tendenziell beobachtet man an mehr und mehr Ecken sogar Verschlechterungen.
Daß natürlich auch heutzutage mehr und mehr gute Noten wie Zucker in den Arsch geblasen werden, ist sicherlich richtig. Du hast dort sicher noch bessere Einblicke als ich. 
Ach, die Kids haben schon einigen Stress, aber das liegt nicht
(nur) am System (richtige Schüler auf den richtigen
Bildungsweg, s.o…)sondern auch daran, dass die
Rechtsvorschriften über die Justiziabilität der Noten jeden
Lehrer zwingen, permanent das Notenbuch in der Hand bzw. im
Kopf zu haben. Dann passiert es halt, dass es Tage gibt, wo es
Tests hagelt. Davon abgesehen kräht an der Uni später kein
Hahn danach ob du an drei aufeinander folgenden Tagen 3
Klausuren hast…an der Schule versuchen wir, solche „Härten“
zu vermeiden!
Och ja, die armen überlasteten Jugendlichen. Ist ist wirklich hart, am Tag eine Stunde mehr für die Schule quer zu üben, und dafür sich nicht ins Bushäuschen zum Herumlungern setzen zu können! Unmenschlich!
Ich kann mich sehr gut an Tage mit 5 bis 6 Leistungskontrollen erinnern - wen hats angehoben? Niemanden. Wem hat es geschadet? Niemandem. Die Leute sollen nicht so tun, als ob ein wenig mehr Auslastung gleich ein Weltuntergang ist.
Sicher sollten solche arbeitsintensiven Tage nicht mutwillig und ständig heraufbeschworen werden, doch deswegen immer so herumzujammern von wegen „Dauerstreß“ ist völliger Blödsinn. 
Eine etwas disziplinierte und konzentriertere Herangehensweise an „Schule“ ist reine Gewöhnungssache. Inzwischen sehen aber sogar immer weniger Eltern dieses „Gesetz der Regelmäßigkeit“ ein. Dann braucht man sich nicht zu wundern, woher oft die Einstellung und Mentalität einer steigenden Anzahl der Schüler herkommt.
Beste Grüße.
MfG