Hallo zusammen,
Mein Mann und ich haben einen gemeinsamen Kreditvertrag für eine Wohnung, bei der wir auch gemeinsam im Grundbuch stehen.
Nach der Trennung möchte ich jetzt alles alleine übernehmen, er ist einverstanden.
Kaufvertrag damals (ohne Nebenkosten): 260.000 DM, 60.000 hatten wir als Eigenkapital.
Darlehen jetzt noch: 93.000 Euro.
Ich verdiene brutto knapp 50.000 Euro / Jahr.
Könnte auch 20.000 Euro oder so als jetziges Eigenkapital dazuschiessen (wenn das für die Risikoberechnung der Bank einen Unterschied machen sollte…).
Frage: Ist es wahrscheinlich, dass die Bank sich darauf einläßt (ohne weitere Bürgschaft)? Schreibe ich der Bank einen Brief oder mache ich lieber einen Termin (Sparda ist in Stuttgart, ich arbeite in München?
Gibt es weitere Tipps zum Vorgehen??
Danke schon mal!
Pünktchen
Frage: Ist es wahrscheinlich, dass die Bank sich darauf
einläßt (ohne weitere Bürgschaft)? Schreibe ich der Bank einen
Das kann Dir nur Deine Bank beantworten. Aus meiner Sicht könnte es möglich sein.
Brief oder mache ich lieber einen Termin (Sparda ist in
Stuttgart, ich arbeite in München?
Laß Dir von der Bank ein schriftliches Darlehensangebot machen. Das kannst Du telefonisch oder schriftlich anfordern.
Gibt es weitere Tipps zum Vorgehen??
Du mußt mit Deinem (Noch)-Mann einen notariellen Kaufvertrag über seinen Eigentumsanteil abschließen, wenn die Bankangelegenheit geklärt ist. Grunderwerbssteuer fällt bei Kaufvertträgen unter Eheleuten aber nicht an.
Ich habe mal schnell nachgerechnet und glaube Du kannst allein finanzieren. Allerdings hat die Bank überhaupt keinen Grund eine werthaltige Sicherheit, wie Deinen Mann aus der Haftung zu entlassen.
Idealerweise versuchst Du meine Profistrategie. Du gehts zu einer Bank Deines Vertrauens und erklärst, dass Du ein Haus kaufen möchtest, reichst die Unterlagen Deines Hauses ein und stellst einen Kreditantrag. Wenn dieser genehmigt wird, dann kannst Du umfinanzieren. Bei meinen Bankverhandlungen sind Pfandentlassungen sehr selten gelungen.
Wie Nordlicht schreibt, der Ankauf der zweiten Hälfte ist ohne Grunderwerbssteuer möglich. Die einfachste Strategie ist, Du kaufts die Hälfte Deines Mannes gegen Übernahme der Finanzierung (Ratenzahlung) und verpflichtest Dich beim nächsten Zinsänderungstermin umzufinanzieren.
Kostet wenig und ist sofort umsetzbar.
Hallo Pünktchen,
zunächst mal ein Frage: Wann läuft die Zinsbindung des Darlehens aus?
Wenn dies in den kommenden 3-4 Jahren der Fall wäre, hättest Du schon mal einen Vorteil! Die Bank sollte an einer Verlängerung des Darlehens über diese Zeit hinaus interessiert sein (wenn Du Deine Raten pünktlich gezahlt hast). Zu diesem Zeitpunkt könntest Du die Bank ja nach Belieben wechseln. Die mögliche Aussicht auf Verlängerung könnte die Bank dazu veranlassen, Deinen Es-Mann aus der Haftung zu entlassen - nach einer positiven Bonitätsprüfung von Dir.
Dass Du das Darlehen ja auch kündigen könntest bei einem Verkauf - und dabei könnte es sich in Deinem Fall ja handeln, könnte eine weitere Motivation für die Bank sein, der Haftentlassung Deines Ex-Mannes zuzustimmen.
Weitere Alternative:
Du vereinbarst mit Deinem Mann, dass Du die Raten zahlst und er erst bei der Zinsverlängerung aus der Haft für das Darlehen entlassen wird. Wie bereits gesagt ist dann ja ein Bankwechsel möglich und die Bank kann Dich dann nicht dazu zwingen, dass Dein Ex-Mann weiter für das Darlehen geradestehen muß. Du könntest Dich in diesem Fall schon mal um ein Forwarddarlehen kümmern, denn wenn Du weisst, dass Du von anderen Banken das Geld bekommen kannst ist dies für Dich schon mal beruhigend. Tip für den Anbietervergleich: http://www.vergleich.de/baugeld.html
Zum Abschluß noch ein paar Worte zum Vorgehen bei der Bank (Du fragtest ja danach): Ich würde zunächst mal bei Deinem Bank-Berater anrufen - um die Grundstimmung rauszuhören. Um einen anschließenden Brief wirst Du nicht herumkommen, da Du ja eine verbindliche(schriftliche) Antwort benötigst.
Gruß Schlarzi