Vornamensproblematik

hallo,

Und im Kindergarten hieß ein Junge „Thadée“.

und was ist daran grundsätzlich komisch? das zweite e? es ist jedenfalls korrekt…

Fremdsprachige Namen sind halt dann am interessantesten, wenn
man keine Ahnung hat…

ich finde, es ist ein unterschied, ob sich eltern durch die wahl eines ausgefallenen (fremdländischen) namens nur interessant machen wollen und dem kinde dadurch schon ne künstlich-kosmopolitische wiege bauen wollen (das sind dann in der tat manchmal die, die keine ahnung haben), oder ob in der familie verschiedene wurzeln durch die namensgebung gepflegt werden sollen. in meinem freundes- und verwandtenkreis gibt es sehr viele bi- oder multinationale familien. warum sollten deren kinder einen hierzulande klassischen namen tragen?

mir persönlich mindestens so wichtig wie der klang ist die bedeutung eines namens.

schönen abend!
tabaiba

Eine Freundin von mir ist Türkin und hat einen polnischen Ehemann. Die beiden haben den polnischen Nachnamen als Familiennamen angenommen und für ihren Sohn eine türkischen Vornamen. Das Kind hat natürlich auch den polnischen Nachnamen.
Ich finde das sehr gut, da ich finde, dass das Kind dadurch mitbekommt, dass es auch zwei Kulturen stammt und auf diese stolz sein kann.

Wenn mir Vornamen nicht gefallen, dann ist das mein Problem und nicht das der Eltern. So ist mein Patenkind jüngst mit einem Namen getauft worden, den ich nie gewählt hätte und wählen würde. Aber den Eltern gefällt er und sie haben ihn mühevoll und mit viel Liebe für ihre Tochter ausgesucht.

Daher ein Appell dafür, dass man ungeliebte Vornamen mit einem Lächeln hinnimmt und daran denkt, dass alle Eltern das Beste für ihr Kind wollen. Jemand der das Leben seines Kindes „selbtherrlich vorausbestimmen möchte“ hat bestimmt ebenso nur die Interessen seines Kindes, auf seinen eigenen Erfahrungsschatz beruhend, im Auge wie jemand, der sein Kind anti-autoritär erzieht.

Ich finde es gut, wenn Eltern sich um die Erziehung ihrer Kinder bemühen und mehr noch, wenn sie sich um die kleinen Seelen bemühen. Und wenn sie sich dann einen unglücklichen Namen ausgesucht haben… das ist für mich Nebensache.

Hallo Leute,

nachdem ich jetzt die Antworten gelesen habe, möchte ich doch noch was anmerken.

Ich gehe davon aus, dass die Eltern ihr Kind zwar YVES getauft haben, selbst aber nie wussten wie man den Namen ausspricht. Nur so kann ein ÜVÜS draus werden.

Und DAS find ich so schrecklich an der Sache.

Gruß
L

Hallo,

Ich gehe davon aus, dass die Eltern ihr Kind zwar YVES getauft
haben, selbst aber nie wussten wie man den Namen ausspricht.
Nur so kann ein ÜVÜS draus werden.

Und DAS find ich so schrecklich an der Sache.

In unsere kleine Stadt zog zu meinen Zeiten ein „Georg“ zu, da konnten die Eltern aber machen, was sie wollten, der wurde nur „Schorsch“ gerufen.
Dezenter, aber für die Eltern ebenso unerwartet und unschön, war das Mädchen, das von hochdeutschsprechenden, sogenannten „Noigeplackten“ Anja getauft worden war, aber bei uns eben zur „Onjaa“ wurde. (Das inzwischen bereits berühmte Aschtritt-Beispiel wurde ebenfalls schon gebracht.)

Nicht immer sind die Eltern schuld.
Was gerade eins unter Löwenzahn geschrieben wurde, finde ich sehr richtig: Eltern wollen das Beste für ihr Kind. Das sollte man einfach mal so akzeptieren.
Aber es lästert sich natürlich wunderschön über die angeblichen Unterschichten.

Gruß
Eklastic

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Moin,

Und im Kindergarten hieß ein Junge „Thadée“.

und was ist daran grundsätzlich komisch? das zweite e? es ist
jedenfalls korrekt…

Korrekt ja, aber nicht für einen Jungen. „-ée“ ist grundsätzlich ein Mädchenname, die männlichen Formen dazu enden auf „-é“.

Das meine ich: oft kriegen Jungen Mädchennamen und umgekehrt. Wenn ich einen fremdländischen Namen für mein Kind will, kann man aber doch wohl erwarten, daß ich mich vorher wenigstens darüber schlau mache…

Gruß

Kubi

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Hallo,

gerade gehabt (bin an einer Schule) - es gibt auch Eltern, die falscher Aussprache vorbauen: mir vorgestellt wurde ein „Lenard“.
Ich will das aufschreiben - Leonard.
Nein, ohne o.
Okay, auch Lenard ist mir geläufig.
Nein, das war auch falsch, er schreibt sich wirklich so wie mans spricht:
Lennat.

Gruß
Eklastic

Dschingis…
Einer von diesen Ex-Jecken dieser unsäglichen Musikgruppe wohnt bei mir im Dorf und sein Sohn ging mit meinem in eine Klasse. Vom ehemaligen Glanz ist nichts mehr übrig außer dem Plan, ein Comeback zu versuchen. Gott bewahre…!!

Kevinismus
Hi,

Kind (schreibt an die Tafel): YVES.

Ich lach’ mich grad schlapp hier :open_mouth:).

Das Thema hatten wir dieser Tage ebenfalls in einer anderen Galaxis und dort machte mich jemand auf diese Seite aufmerksam (nachdem ich über die „Schakkeliiiine! Komm mal bei die Mama!“-Ruferinnen, die hier in der Umgebung relativ häufig anzutreffen sind, äh… ja, zugegeben, gelästert habe).

http://de.uncyclopedia.org/wiki/Kevinismus - bitte nach unten scrollen und die Zitate lesen. Yves ist ja noch harmlos (jedenfalls im direkten Vergleich zu Jason).

Gruß
Lilith

DANKE FÜR DEN LINK!

Alle KollegInnen um mich rum lachen sich gerade schlapp!!
:wink:)

hallo,

Korrekt ja, aber nicht für einen Jungen. „-ée“ ist
grundsätzlich ein Mädchenname, die männlichen Formen dazu
enden auf „-é“.

und was ist mit timotée, irénée, amédée?
(ganz zu schweigen von orphée oder prométhée)

es gibt eben immer auch ausnahmen der berühmten regel…

Das meine ich: oft kriegen Jungen Mädchennamen und umgekehrt.

klar, wirklich peinlich ist es, wenn die eltern in der tat zu doof waren…
es gibt ja aber auch namen, die für beide geschlechter gelten: nicola, sascha… fallen mir da spontan ein, es gibt noch mehr. und natürlich das klassische italienische andrea für jungs. wahrscheinlich zicken da die deutschen standesämter. aber nicht jedes kind wird ja in deutschland geboren und lebt dann doch hier.

und dann die dinger, die in der schreibweise gleich sind und nur anhand der aussprache erkennen lassen, ob es ein mädchen oder ein junge ist (jean englisch und jean französisch)

Wenn ich einen fremdländischen Namen für mein Kind will, kann
man aber doch wohl erwarten, daß ich mich vorher wenigstens
darüber schlau mache…

durchaus - und manchmal kommen dann so weiblich aussehende männliche vornamen dabei raus, die die nicht-eingeweihten an der nase rumführen :smile:

bonne journéeeee :smile:
tabaiba

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Hi Elke

@Eltern wollen das Beste für ihr Kind.

Da bin ich ganz Deiner Meinung… aber oft bestrafen viele ihre Kinder hart, bedauerlicherweise, sicherlich unwissentlich, mit den typischen „Unterschichtsnamen/Lower class names“

Jungen: Kevin, Marvin, Dennis, Joshua, Justin etc

Mädchen: Jacqueline, Peggy, Chantal, Kylie etc

Gruß

http://de.uncyclopedia.org/wiki/Kevinismus -

sehr super der Link,
am Aller-aller-allerbesten jedoch ganz unten der Link auf das „Selbsthilfe-Forum“. Da kommt man dann auf http://www.baby-foren.de/

Ein Thread, der über mehrere Seiten geht heißt: „Korrekte Aussprache von…“ *UMFALL*

Danke für den Link, kann ja leider keine Sterne vergeben,

LG
Shannon

Moin,

Korrekt ja, aber nicht für einen Jungen. „-ée“ ist
grundsätzlich ein Mädchenname, die männlichen Formen dazu
enden auf „-é“.

und was ist mit timotée, irénée, amédée?
(ganz zu schweigen von orphée oder prométhée)

es gibt eben immer auch ausnahmen der berühmten regel…

Recht hast Du. Schande über mein Haupt, das wußte ich noch nicht. Mir sind diese männlichen ée-Namen noch nie bewgegnet, obwohl ich insgesamt ca. 4 Jahre in Frankreich gelebt habe.

Einen Stern für die Entfernung eines Brettes von meinem Hirn.

Liebe Grüße

Kubi

hallo,

Recht hast Du. Schande über mein Haupt, das wußte ich noch
nicht. Mir sind diese männlichen ée-Namen noch nie bewgegnet,
obwohl ich insgesamt ca. 4 Jahre in Frankreich gelebt habe.

die begegnen einem auch nicht so oft, sind ja eher selten. nicht unschön allerdings - gerade thadée gefällt mir gut, allerdings in der polnischen variante noch besser.

schon komisch, dass manche namen in einer sprache furchtbar, in einer anderen sehr schön klingen, nicht? und bei anderen namen ist es dann genau die andere sprache, die den namen schöner macht. cristóbal finde ich z.b. entsetzlich, christoph mag ich sehr gern, christopher schon wieder nicht so. thaddäus auf deutsch ist hingegen nicht so der brüller. matthias oder matthäus muss auch nicht sein, matthew erst recht nicht, matej oder matteo hingegen finde ich schön. und manchmal ist es auch nur die schreibweise: joseph sieht schön aus. josef geht gar nicht.

so, schluss jetzt… sonst hör ich nicht mehr auf… ich lieeeebe namen :smile:

Einen Stern für die Entfernung eines Brettes von meinem Hirn.

de rien…

schönen abend
tabaiba

Joseph vs. Josef
Hallo auch!
Hier muß ich doch mal, aus sehr persönlichen Gründen einhaken:

nur die schreibweise: joseph sieht schön aus. josef geht gar
nicht.

Versteh ich nicht. Ehrlich. Halte ich für eine unnötige und unschöne Amerikanisierung des Namens, womöglich noch amerikanisch ausgesprochen - grusel.

Grüße
kernig

Hallo

nur die schreibweise: joseph sieht schön aus. josef geht gar
nicht.

Versteh ich nicht. Ehrlich. Halte ich für eine unnötige und
unschöne Amerikanisierung des Namens, womöglich noch
amerikanisch ausgesprochen - grusel.

Amerikanisierung? Wie kommst du darauf?

Joseph mit ph ist die alte Schreibweise, wie man den griechischen Buchstaben Phi ins Deutsche übersetzt hatte, wie bei Philosoph, Photo usw.

Oder meinst du Josef sei amerikanisiert?
Das glaube ich aber auch nicht, das ist eher eingedeutscht.

Viele Grüße
Simsy

tach,

nee, nicht amerikanisch ausgesprochen.

sagt dir eichendorff was? kennst du das alte testament? oder thomas mann? auch wenn er später in kalifornien lebte - er dachte sicherlich nicht an die anglophone variante, als er joseph und seine brüder schrieb…

mit amerikanisierung hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun.

viele grüße
tabaiba,
die im übrigen auch am telephon oder der photographie festhält…

Hallo zusammen!

mit amerikanisierung hat das nichts, aber auch gar nichts zu
tun.

stimmt - aber übrigens noch viel weniger mit