Hallo,
seit 2009 bekommt man ja selbst genutzten Strom aus einer PV-Anlage auch vergütet.
Kann mir jemand (möglichst allgemein Verständlich) erklären, wie diese Vorrangschaltung technisch realisiert wird?
Oder anders gefragt, woher weiß der Strom, daß er bevorzugt über den Zähler für den Eigenverbrauch gehen soll?
Normal würde ich sagen, daß der Strom den Weg des geringsten Widerstands geht. Ist das hier etwa auch so einfach und das passiert einfach „von selbst“?
Cu Rene
Servus Rene
Oder anders gefragt, woher weiß der Strom, daß er bevorzugt
über den Zähler für den Eigenverbrauch gehen soll?
Weil er schlau ist. Außer er ist gelb, dann ist er doof.
Ernsthaft:
Mit einem Zähler wird erfaßt, was die PV-Anlage einspeist - erstmal innerhalb des Hauses. Dieser Zähler sitzt also mit dem Bezugszähler in Reihe. Der Bezugszähler zählt in beide Richtungen mit getrennten Zählwerken. Wird also mehr Leistung benötigt als die PV-Anlage gerade leistet, dann zählt das Bezugszählwerk. Wird mehr erzeugt als verbraucht, dann zählt das Einspeisezählwerk.
Würde man statt einen Zähler mit getrennten Zählwerken einen herkömmlichen einfachen (Ferraris-) Zähler nehmen, könnte man die Energierichtung aus der Drehrichtung der Scheibe ablesen. Bei Einspeisung würde er rückwärts laufen.
Die Differenz zwischen den beiden Zählern ist dann halt der selbst verbrauchte Strom - äääh die selbst benötigte Arbeit.
Hans
Danke,
Dieser Zähler sitzt also mit dem
Bezugszähler in Reihe. Der Bezugszähler zählt in beide
Richtungen mit getrennten Zählwerken.
Da habe ich wohl viel zu kompliziert gedacht.
Ach ja, noch eine Zusatzfrage, die mich auch schon lange interessiert. Was passiert eigentlich bei einer Stromabschaltung durch den Netzbetreiber (was hier öfter mal vorkommt)? Könnte man dann den selbst erzeugten Strom noch nutzen (wobei ich keine Idee hätte, wie das ohne Netz ausgeregelt werden sollte) bzw. woher weiß die „PV-Anlage“, daß sie nicht einspeisen darf?
Cu Rene
Hallo Rene
Stromabschaltung durch den Netzbetreiber (was hier öfter mal
vorkommt)? Könnte man dann den selbst erzeugten Strom noch
nutzen
Nein, ohne Netz schalten die Wechselrichter ab. Das müssen sie unbedingt, denn erstens kann eine kleine Solaranlage nicht das ganze abgeschaltete Netz versorgen, zweitens wäre das eine Gefahr für jeden, der am Stromnetz arbeitet. Das Netz könnte dann ja nicht mehr freigeschaltet werden.
woher weiß die „PV-Anlage“,
daß sie nicht einspeisen darf?
Impedanzmessung. Ist das Netz weg, ändert sich die Netzimpedanz. Das nutzt die Schutzeinrichtung im Wechselrichter. Oder Frequenzmessung.
Wenn die PV-Anlage allerdings für Inselbetrieb ausgelegt wird, ist ein Betrieb ohne Netz schon möglich. Technisch kann ein Wechselrichter das.
Hans