Vorschlag Hundeliteraturliste

Hallo,

mir ist vor kurzem ein (mir bis dahin unbekanntes) Buch unter die Finger gekommen, das ich so spannend fand, dass ich es für die Literaturliste unter den hiesigen FAQ vorschlagen will:
Besser kommunizieren mit dem Hund
von Anne Krüger
ISBN 3833813679 Buch anschauen
Spannend fand ich es vor allem, weil die Erziehungsmethoden auf Kommunikation statt auf Konditionierung basieren, und weil das Prinzip zu funktionieren scheint - ich hab meine beiden Hunde von jetzt auf gleich „umgestellt“, das bedeutet z.B. keine Leckerlis mehr, stattdessen wird in der Tat besser kommuniziert. Bisher (ich mach das jetzt seit ca. 3 Wochen) sind glaub ich alle Beteiligten, Hunde und Mensch, voll zufrieden, für unser „Team“ war diese Methode eine echte Bereicherung.

Ich werf das einfach mal so in den Raum und hoffe, dass ich Dir, Myriam, mit dem fragelosen Artikel keine Löschungsarbeit verursache und es ok war, das so zu posten :smile:

Viele Grüße,
Anna

Spannend fand ich es vor allem, weil die Erziehungsmethoden
auf Kommunikation statt auf Konditionierung basieren, und weil
das Prinzip zu funktionieren scheint - ich hab meine beiden
Hunde von jetzt auf gleich „umgestellt“, das bedeutet z.B.
keine Leckerlis mehr, stattdessen wird in der Tat besser
kommuniziert. Bisher (ich mach das jetzt seit ca. 3 Wochen)
sind glaub ich alle Beteiligten, Hunde und Mensch, voll
zufrieden, für unser „Team“ war diese Methode eine echte
Bereicherung.

Kannst du die beschriebene Methode kurz erklären?
Wie genau arbeitet sie?

LG
Sandra

Hi Sandra
schau hier nach
http://www.die-schaeferin.de/tierschule.php

Allerdings… du kennst dich mit Hunden aus, ich kenn mich mit Hunden aus, und wir kennen uns mit Kunden aus.
Was nützt die tollste Methode wenn der Kunde sie nicht frißt.

Und derzeit rennen einfach eine Menge netter „Fachleute“ rum die einen guten Manager haben :smile:

So wie es sich anhört ist es eine Art Monty Roberts für Hunde Methode, gemixt mit TTouch und Clicker.

Wann begreifen die Menschen daß man nicht 1000 Methoden braucht sondern eine Seele und ein Herz? Das ist die wahre Trainingsmethode!!!

Gruß Steffen

2 „Gefällt mir“

Hi!

Und derzeit rennen einfach eine Menge netter „Fachleute“ rum
die einen guten Manager haben :smile:

So wie es sich anhört ist es eine Art Monty Roberts für Hunde
Methode, gemixt mit TTouch und Clicker.

Ja, das ist eigentliche das beste: alle Methoden kritisch betrachten und sich das beste von allen aussuchen, was für einen selbst und für das jeweilige Tier paßt; hier muß man von Tier zu Tier flexibel sein.

Wann begreifen die Menschen daß man nicht 1000 Methoden
braucht sondern eine Seele und ein Herz? Das ist die wahre
Trainingsmethode!!!

Jaaaa, aber „Seele und Herz“ verwechseln viele mit „Tüddeln“. Ich tüddele auch gerne mit meinen Tieren, aber nur wenn ich es möchte, ansonsten versuche ich freundlicher, aber bestimmter Chef zu sein.
Hunde oder Pferde brauchen ein Leittier, das ihnen sagt, wo’s langgeht und was zu tun ist. Wenn sie den Menschen als Chef akzeptieren, ist das schon die halbe Erziehung. Und Chef wird man weder durch Tüddeln noch durch Strafe, sondern indem man sich das Vetrauen des Tiers verdient. „Du kümmerst Dich um mich? Du paßt auf mich auf? Du bist immer sicher und selbstbewußt? Du weißt immer, was zu tun ist? DU DARFST CHEF SEIN!“

Grüßle
Regina

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Hallo Sandra,

ich versuchs (aus der Erinnerung, Buch ist z.Zt. verliehen):

Prinzip ist, der Hund entscheidet zwischen Harmonie und Disharmonie mit dem Menschen. Das setzt Gesprächsbereitschaft von beiden Seiten voraus, d.h. Mensch lernt/kennt Hundesprache und kann entsprechend reagieren, Hund muss jederzeit „ansprechbar“ sein.

Einiges an Kommunikation (wie auch die eben erwähnte Bereitschaft zum Gespräch) läuft bei ihr über ein sogenanntes „Ampelprinzip“: grüne Phase ist gleichbedeutend mit alles ok, Hund darf das tun, was er gerade eben macht. Fordere ich meinen Hund zu etwas auf (z.B. sitz, etc.), und er kommt dem nicht nach, schalte ich meine Ampel sozusagen auf gelb - eine Phase, in der der Hund sich immer noch entscheiden kann, ob er der Aufforderung nachkommt, was zur Folge hat, dass die Ampel sofort wieder auf grün schaltet, oder ob er eine Rotphase riskiert. Eine Gelbphase könnte z.B. ein leises Knurren meinerseits sein. Rotphase bedeutet, ich tue etwas, was dem Hund sichtlich unangenehm ist, allerdings nur so lange bzw. kurz (bei meinen Hunden ist das ein Bruchteil einer Sekunde), bis der Hund ein „Angebot“ macht, das kann z.B. ein Beschwichtigen oder auch „nur“ ein Herschauen sein. Rotphase kann etwa ein schneller Schritt auf den Hund zu sein, ein Aufstampfen, ein Vorbeugen des Oberkörpers, das kommt auf den jeweiligen Hund an. Es soll als unangenehm empfunden werden, der Hund soll aber nicht eingeschüchtert oder verschreckt in der Ecke hängen. Jegliche Form von physischer Gewalt wird natürlich kategorisch abgelehnt, dazu gehört auch ein Ziehen an der Leine oder ähnliches. In dem Moment, in dem der Hund also ein Angebot macht, bekommt er sofort wieder eine Einladung, ich gehe einen Schritt zurück, nehme den Oberkörper hoch, habe also sofort wieder eine hundefreundliche Körpersprache und lade den Hund nochmal z.B. zu dem „sitz“ ein. Gelobt wird in der Tat ein bisschen TTouch-ähnlich mit einer Art abstreifen.

Ausgehend von ihrer Arbeit als Schäferin findet sie manche Formen des Lobes unpraktikabel: sie könne einem Hund, der gerade 300m entfernt an der Herde fein Platz gemacht hat, kein Leckerchen vorbeibringen, und sie könne ihre Hunde, die täglich einige hundert Kommandos kriegen, nicht für jedes Befolgen der Kommandos explizit verbal loben, weil die Hunde sonst viel zuviel „Input“ bekämen. Entgegen gängiger Lehrmeinung ist daher für die Autorin das Ignorieren ihrer Hunde schon eine Form von passivem Lob - quasi „ich störe Dich nicht bei dem was Du tust, Hund, also ist es ok“. Sie vergleicht es glaub ich auch mit einem Hund, der gerade Essen vom Tisch holt und dabei tunlichst nicht ignoriert sondern eben mit einem Verbot gestört wird.

Dadurch, dass sich der Hund selbst entscheidet zwischen Harmonie (Grünphase) und Disharmonie (Gelb- bzw. Rotphase) - und natürlich weil jeder Hund sich lieber für Harmonie entscheidet - sind Konditionierungshilfen wie Clicker überflüssig und werden eben durch Kommunikation ersetzt. Ein weiterer Vorteil liegt, wie ich finde, in der Tatsache, dass der Hund nicht auf Leckerlis oder auf Spielzeug fixiert handelt, sondern wirklich auf mich bezogen und gesprächsbereit ist.

Soweit mal der Versuch einer Zusammenfassung.
Meine eigene Erfahrung:
obwohl ich mit dem Verhalten meiner Hunde und auch meiner Hundekenntnis bzw. -erziehung bisher nicht unzufrieden war, habe ich das Gefühl, dass ohne den Umweg Leckerli/Spielzeug/Clicker die Beziehungen in unserem Hunde-Mensch-Team noch enger und auch direkter geworden sind. Diese Rotphasen hab ich am Anfang vielleicht zweimal am Tag gebraucht (in den ersten 2-3 Tagen), seitdem ist das extrem selten nötig, und die Hunde arbeiten sichtlich gern, es ist also kein „Kadavergehorsam“. Manchmal gibts noch eine Gelbphase, wenn z.B. Maya sich etwa durch Wild ablenken lässt, aber auch da entscheidet sie sich eben schnell wieder fürs Kommunizieren.

Ich hoffe, das war nun alles halbwegs verständlich :smile:
Lieben Gruß,
Anna

Hallo Steffen,

Wann begreifen die Menschen daß man nicht 1000 Methoden
braucht sondern eine Seele und ein Herz? Das ist die wahre
Trainingsmethode!!!

da bin ich völlig Deiner Meinung, und eben genau deswegen mochte ich diese Alternative zu Leckerlis & Co. Eben weils der direkte Kommunikationsweg ist, und eben weil Dein Satz direkt aus dem Buch stammen könnte :wink:

So wie es sich anhört ist es eine Art Monty Roberts für Hunde
Methode, gemixt mit TTouch und Clicker.

Monty Roberts’ Arbeit kenn ich zuwenig, um zu vergleichen, ein bisschen TTouch ist in der Tat dabei, auf Clicker und sonstige Konditionierungshilfen wird allerdings komplett verzichtet, was ich gerade sympathisch finde.

Was nützt die tollste Methode wenn der Kunde sie nicht frißt.

Na, solange Deine Arbeit (neben Deinem eh vorhandenen Wissen) mit Herz und Seele ausgestattet ist, hast Du doch hoffentlich und zu Recht genug Kunden, die Dir auch ohne Manager aus der Hand fressen, eben weils für alle Seiten funktioniert und sich gut anfühlt. :smile:

Gruß,
Anna