Hallo,
was bedeutet die Vorsilbe „dar“ in „darstellen“, „darbieten“ etc.
Hat es etwas mit dem Ort im Sinne von „da“ zu tun?
Und wenn das so ist, woher kommt dann das „r“?
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hallo,
was bedeutet die Vorsilbe „dar“ in „darstellen“, „darbieten“ etc.
Hat es etwas mit dem Ort im Sinne von „da“ zu tun?
Und wenn das so ist, woher kommt dann das „r“?
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hallo, Thomas!
Im Grimm, der hier im Eingangsbrett verlinkt ist, findest du:
_ DAR, räumliches adv. ahd. thara dara (GRAFF 5, 59), mhd. dare dar (BEN. 1, 307), altsächs. thar, engl. there.
die partikel als ein verkürztes daher zu betrachten, wie noch ADELUNG geneigt scheint, ist unstatthaft. man musz sie unterscheiden von dem ahd. dâr, mhd. dâ ibi, was noch in einigen fällen (vergl dâ 17) als dar sich zeigt. die bedeutung ist eo, huc, auf die frage wohin. sie zeigt sich in den zusammengeschobenen adv. daran, darauf, darein, darüber, während in danach, dawider, dazu das r abgefallen ist.
got helf uns mit einander dar
Fastnachtsp. 678, 5.
ritten die beden kempfer dar,
ein jeder auf seim pferd fürwar
Theuerdank c. 77.
er zog frölich an den sturm dar
c. 78.
da fügt er sich zum helden dar
c. 80.
liefen sie zu den püchsen dar
c. 80.
Neidelhart randt zum helden dar
c. 90.
das ist alles umbsunst und verloren, man musz dar (darzu) thun KEISERSB. Sünden des munds 81a. bei FLEMING bezeichnet dar sein das abwelken,
da sind die tulpen dar sie sind dahin, haben abgeblüht.
Poet. wälder 3.
bei einigen zeitwörtern ist es noch im gebrauch, wie bei darbringen, darbieten, darreichen, darstellen, die hernach angeführt werden. bis ins 16te und 17te jahrhundert war dieser gebrauch viel ausgedehnter: man findet bei LUTHER, im Theuerdank, bei MAALER und HENISCH dargeben dargehen darhalten darkommen darlaufen darjagen darkriechen darsetzen darstrecken darrühren darsagen darspreiten darzählen und andere. GÖTHE sagt noch darwerfen.
dasselbige ein bischof war,
derselbige wolt gen Worms dar;
alda solt werden ein reichstag
H. SACHS 2. 4, 60a.
doch wollte mein vater schon früh genug mit der ruthe auf mich dar Der arme mann in Toggenburg 9. dasz er vor wuth von der kette reiszt und auf mich dar SCHILLER 107.
Bd. 2, Sp. 751
nu dar! herr wirt, es hat sein zil,
wir muszen pauen noch manges felt.
Fastnachtsp. 251, 11.
nu dar! ich wils noch pas beschneiden
387, 15.
nu dar! ich wil dir nit mer fluchen
531, 32.
nu dar! ir herrn, ir sitzt leicht lenger;
wir muszen davon
546, 11.
nu dar! du teufelischer man,
wie lang meinstu gewalt hie han?
596, 33
nu dar! ir feigen hunt,
ir müszet iezund an der stunt
vor unsern henden ligen tot
597, 10.
nu dar! ir keiser lobesan,
ir schült in diesen sachen
euch wol zu mir machen
598, 28.
nu dar! ir fürsten lobesan,
welchen belangt nach der kron,
dem sol man sie aufsetzen schier
655, 34.
nu dar! sun, worauf wiltu dich geben?
689, 6.
nu dar! mein sun gar wol gethan,
was wilt du greifen an?
690, 2.
häufig in WITTENWEILERS Ring,
nu dar! daz sei des tages guot
19c, 15.
nu dar! daz sei derlitten
20b, 11.
nu dar! so hat seu Bertschi lieb
22a, 48.
er sprach ‚nu dar! vernempt mich eben‘
22b, 21.
nu dar! so hast ein tochter da
22c, 44.
nu dar! daz fügt uns allen wol
44a, 42.
nu dar! daz habt ir alles nicht
45a, 43.
nu dar! vil lieben herren guot
45d, 10.
nu dar! fro Hächel tuot so wol
52a, 8.
die schenk die trag ich hin und her und dar.
Fastnachtsp. 278, 13.
wir gen also her und dar
621, 10.
hin und dar
Ring 45b, 8.
Neidelhart gedacht her und dar
Theuerd. 95, 10._
Das sollte für den Anfang reichen. 
Fritz
Hallo Fritz,
Das sollte für den Anfang reichen.
in der Tat …
Danke!
Herzliche Grüße
Thomas