Vorstellungsgespraech

Hallo,

kurz als Hintergrund:
Ich studiere derzeit Wirtschaftsinformatik und schreibe meine Diplomarbeit. Vorher habe ich eine Banklehre erfolgreich absolviert und ueber 1,5 Jahre in der Bank gearbeitet.

letzte Woche war ich zu meinem 3. Vorstellungsgespräch auf meine 3. Bewerbung. Also offensichtlich habe ich wohl grundsaetzlich die richtigen Qualifikationen fuer die angebotenen Stellen und meine Bewerbung schien auch einigermassen ansprechend gewesen zu sein.

Allerdings habe ich nach allen drei Gesprächen eine Absage erhalten. :frowning:

Bei der ersten war es mir klar: ich habe mein Diplomarbeit zu technisch präsentiert. Bei der zweiten habe ich laut der Gesprächspartner meine Qualifikationen nicht genügend zur Geltung gebracht.
Gut, bei den zweien verstehe ich es, es ging eher um Berater-Jobs.
Letzte Woche allerdings war es ein Entwickler-Job fuer den ich eigentlich ein massgeschneidertes Profil hatte. Trotzdem kam am Dienstag die Absage.

Ich bin eher ein zurueckhaltender Typ, aber zuverlaessig und habe mich bisher in allen Teams in denen ich gearbeitet habe schnell eingelebt und wurde schnell akzeptiert und integriert.

In den Gesprächen sage ich nichts, was ich nicht 100%ig halten kann, also uebe eher ein wenig Understatement. Ansonsten sitze ich aufrecht da und versuche mich so auszurichten, dass ich dem Gesprächspartner(n) nicht direkt gegenueber sitze…was man halt in diversen Ratgebern so liest.

Hat jemand vielleicht einen Tip fuer mich, was ich noch falsch mache?

Danke
micha

Hallo Micha,

aus meiner persönlichen Erfahrung:
Bei Vorstellungsgesprächen gilt: Übung macht den Meister! Ich habe mich wie du während meiner Diplomarbeitsphase beworben, und bin auch immer eingeladen worden, aber habe bei den ersten Vorstellungsgesprächen auch keinen Erfolg gehabt.

Hauptgründe: ich war aufgeregt, hab dadurch Sachen vergessen/nicht gut dargestellt (obwohl ich mich vorbereitet hatte). Nach 3 oder 4 Gesprächen hatte ich dann aber den Dreh raus, und nachdem ich die erste Zusage bekommen haben, liefen die Gespräche danach wie am Schnürchen (ich denke, weil bei mir der Druck weg war). Und wenn ich gesagt hab, ich hätte schon ein anderes Angebot, gab’s auch immer mehr Bemühungen von der anderen Seite.

In den Gesprächen sage ich nichts, was ich nicht 100%ig halten
kann, also uebe eher ein wenig Understatement.

Mein Tip: Understatement ist eigentlich nie angebracht in Vorstellungsgesprächen, du willst dich schließlich verkaufen, und das gilt besonders wenn du dich bei einer Beratung oder ähnlichem bewirbst. Die anderen Bewerber werden eher über- als untertreiben, und dich dann leicht überbieten.

Ansonsten sitze ich aufrecht da und versuche mich so auszurichten, dass ich
dem Gesprächspartner(n) nicht direkt gegenueber sitze…was
man halt in diversen Ratgebern so liest.

Nicht zu sehr darüber nachdenken, wie du dasitzt, mehr darüber, was du sagen willst. Wichtig ist es aber, die Leute anzuschauen.

Und auch wenn dein Profil auf die ausgeschriebene Stelle perfekt passt - evtl. gibt es eben jemanden, der noch besser passt, vielleicht mit mehr Erfahrung, … Davon darfst du dich nicht entmutigen lassen, das liegt dann nicht an dir, sondern ist einfach Pech. Hast du denn eine Begründung erhalten, warum es nicht geklappt hat? Wenn nicht, ruf doch einfach mal an und frag freundlich nach. Besonders wenn es eigentlich gepasst hätte, wird dir kaum jemand das Feedback verwehren.

Ich bin eher ein zurueckhaltender Typ, aber zuverlaessig und
habe mich bisher in allen Teams in denen ich gearbeitet habe
schnell eingelebt und wurde schnell akzeptiert und integriert.

Daran zurückhaltend zu sein ist nichts schlechtes, dennoch musst du im Gespräch sehr offen auf deine Gesprächspartner zugehen. Das kostet dich am Anfang sicher einen Ruck (ist bei mir auch so), aber es geht, wenn man sich zwingt. Betone deine Team- und Integrationsfähigkeit. Und lass im Interview deine Begeisterung für die Stelle und das Unternehmen erkennen, dann fällt das zurückhalten nicht mehr so auf.

Ich hoffe, das hilft dir etwas weiter. Aber vor allem möchte ich dir sagen - lass dich nicht entmutigen! Jeder (auch deine Gesprächspartner im Interview) hat schon mal eine Absage bekommen. Probier’s einfach weiter.

Viele Grüße

Andrea

Hallo,

nichts machst Du falsch.

Ich habe hunderte von Bewerbungen hinter mir, habe oft den 2. Platz gemacht. Oft sind die Bewerbungen so schnell zurückgekommen, dass ich mir überlegt habe, ob das ein Service der Post ist. Als ich nicht mehr wirklich daran geglaubt habe, habe ich DEN Job bekommen.

Nicht entmutigen lassen.

Viele Grüße

Peter

Hallo,

auch wenn sowas immer zu empörten „Gegenpostings“ von Personalmenschen führt: IMHO bestimmt zu 90% das Auftreten des Bewerbers über seinen Erfolg einen Job zu bekommen - oder ihn auch nicht zu bekommen.

Es ist meiner Meinung nach nicht sooo entscheidend ob man ein pefekt passendes oder nur annähernd passendes Profil vorweisen kann. Letztlich muß man sich eh an jeder Arbeitsstelle eingewöhnen und an die Gepflogenheiten anpassen. Wenn die fachlichen Grundvorraussetzungen da sind ist es also wenig entscheidend ob man noch ein i-Tüpfelchen an Qualifikation draufsetzen kann oder nicht.

Ich vermute daß es Dir nicht gelungen ist Dich im Vorstellungsgespräch „zu verkaufen“. Es kommt nicht so sehr darauf an wie ein schlechter Werbeverkäufer in der Fußgängerzone zu labern und womöglich noch großkotzig zu sein oder schmierig wie ein Gebrauchtwagenverkäufer.
Aber man sollte als sympathischer, teamfähiger, engagierter Typ rüberkommen, einer, der schlichtweg sehr sympathisch ist und beim Personalverantwortlichen ein gutes Gefühl hinterläßt.

Sei demnächst so selbstbewußt Deine besonders gute Qualifikation deutlich zu betonen („Tue Gutes und sprich darüber…“) aber achte auch darauf nicht nur wie ein braver Schuljunge da zu sitzen und artig zu antworten wenn eine Frage kommt oder sogar zu zögern wenn es schwammig wird.
Zeig Dich etwas offen, lebendig, freundlich, ein bißchen Small Talk. Ich denke daß das Schaffen einer positiven Athmosphäre durch Dich viel ausmacht.

Viel Erfolg,

MecFleih

Goppferstutz - Du sagst so zutreffend.

Bei der ersten war es mir klar: ich habe mein Diplomarbeit zu
technisch präsentiert. Bei der zweiten habe ich laut der
Gesprächspartner meine Qualifikationen nicht genügend zur
Geltung gebracht.
Gut, bei den zweien verstehe ich es, es ging eher um
Berater-Jobs.

Gut, Du hast also was gelernt. Wie jmd sagte: Uebung macht den Meister.

Ich bin eher ein zurueckhaltender Typ, aber zuverlaessig und
habe mich bisher in allen Teams in denen ich gearbeitet habe
schnell eingelebt und wurde schnell akzeptiert und integriert.

Wenn man nicht ueber seinen eigenen Schatten springen kann, und eben auch im Vorstellungsgespraech etwas zurueckhaltend ist:
Ich glaube, es schadet nichts, Deine obigen Worte nicht auch dem Interviewer mitzuteilen.

In den Gesprächen sage ich nichts, was ich nicht 100%ig halten
kann, also uebe eher ein wenig Understatement.

DAS ist keine gute Idee. Ich konnte frueher auch nicht anders.
Du musst SICHER wirken - Du wirkst evtl auch zaghaft, wenn Du etwas 100% kannst. Immer eher uebertreiben, auch wenn’s anfaenglich schwierig ist. Nimm Dir jemanden vor zum ueben, dem Du ueber dich und deine Kenntnisse/Faehigkeiten erzaehlst.

Igitt? Nicht so Dein Ding? Dann erst recht ueben! Wenn Du ueber das, was Dir dabei unangenehm ist, drueber weg bist, dann wirkst Du auch im naechsten ‚echten‘ Interview sicherer.

Gruss, isabel