Vorstellungsgespräch, aber kein Arbeitszeugnis

Hallo,

nächste Woche habe ich endlich ein Vorstellungsgespräch für eine richtig gute Stelle. Der Personaler hat mich nun (leider) gebeten, das Arbeitszeugnis von meinem letzten Arbeitgeber mitzubringen.

Ich habe bereits ein Zeugnis bekommen, das ich aber zurückgeschickt habe, da es absolut unterste Schublade war. Leider ist für die Arbeitszeugnisse genau die eine Person zuständig, mit der ich nicht ausgekommen bin und die mich auch aus der Stelle rausgemobbt hat. (Ich bin nicht die Einzige, die unter der Frau gelitten hat.) Da das Arbeitsverhältnis fast zwei Jahre her ist und mein Ex-Arbeitgeber nicht auf meine Aufforderung reagiert, habe mit jetzt entschieden, einen Anwalt einzuschalten, habe aber erst im nächsten Jahr einen Termin. Im Vorstellungsgespräch möchte ich das aber nicht erzählen, denn das hinterlässt bestimmt keinen guten Eindruck.

Was soll ich jetzt sagen, wenn der Personaler nach dem Zeugnis fragt?
Hat einer von Euch eine gute Idee? Ich will die Stelle unbedingt haben.

Vielen Dank im Voraus

Lilliane

Hallo Lilly,

bei mir hat sich mal eine potentielle Azubine beworben, die bereits eine andere Berufsausbildung hatte (andere Lehre mit anschließender neunmonatiger Praxis, dann Lehre beabsichtigt zur Kfr. für Bürokommunikation). Die vorhergehenden Zeugnisse (Schule, Praktikas, Lehrzeugnis usw.) Das Arbeitszeugnis hatte sie wohl, aber es war nicht ganz vorzeigefähig. Deshalb bekam ich zu hören, daß sie es neu schreiben lassen will, weil … wie bei Dir, die gleiche Begründung. Sie machte NICHT den Fehler, über ihren Chef unsachlich zu meckern! Wie heißt es so schön, über Abwesende spricht man nicht schlecht.

Sie ging offen mit dem Thema um, sagte nur, daß sie mit ihrem Chef nicht klargekommen sei und ein Zeugnis bekommen hat, das dem Lehrzeugnis widerspräche. Was tun, fragte ich mich? Also eine Woche Praktikum und schauen, was sie für ein „Vogel“ ist.

Während der Lehre bekam ich dann das Zeugnis zu sehen. Es war tatsächlich schlecht. Es wurde aber auch umgeschrieben. Aufgrund ihres hartnäckigen Verhaltens ging es auch ohne Anwalt. Die Lehre, nebenbei bemerkt, ist längst beendet. Sogar in Rekordzeit von knapp über zwei Jahren (anstatt drei Jahre).

Gruß Klaus

Hallo Lilly,

wichtig ist sich nicht in Lügen zu verstricken, ehrlich zu sein, was in diesem Fall bedeuten könnte, zwar einen Teil der Wahrheit aber eben nicht die ganze zu erzählen. So kommt es glaubwürdig an und ist auch ehrlich, wenn Du einfach erwähnst Du würdest das Zeugnis nachreichen, da Du es zwecks Änderung an Deinen Vorarbeitgeber zurück gesandt hast.

Mach Dich nicht verrückt, eine Einstellung wird nicht aufgrund des fehlenden Zeugnisses scheitern, wichtig ist, dass Du ehrlich und aufrichtig, sympathisch und kompetent rüber kommst und das kannst Du nur, wenn Du relativ entspannt bist und nichts vorspielst was Du nicht bist! Sei einfach Du selbst!

Ich drück Dir ganz fest die Daumen

Gina