Vorstellungsgespräch in Englisch

Hallo Leute,

mich würde brennend interessieren, wo es einen Katalog von fiesen Fragen seitens des Arbeitgebers gibt.

Wichtig ist, daß gerade bei fiesen Fragen, die entsprechende Antwort verfügbar ist.
Ich habe bisher nur Seiten gefunden, die das zwar anbieten, aber leider auch richtig bezahlen lassen.

Für Hinweise wäre ich sehr dankbar.

Gruß Mucke

Hallo Leute,

mich würde brennend interessieren, wo es einen Katalog von
fiesen Fragen seitens des Arbeitgebers gibt.

HI!

Mach es etwa so…ist in english fast gleich:

Wenn Sie sich als Bewerber auf Ihr Vorstellungsgespräch vorbereiten, leisten sie sich häufig eine gefährliche Fehleinschätzung:

Sie konzentrieren sich auf taktische Fragen – von den Gehaltsvorstellungen bis zu Persönlichkeitsmerkmalen, denen der Arbeitgeber womöglich auf die Spur kommen möchte. Vernachlässigt wird, wie der berufliche und persönliche Werdegang gut verkauft werden kann.

Fragen zum Berufsweg beanspruchen aber erfahrungsgemäß einen erheblichen Teil des Vorstellungsgesprächs.

Und in dieser Zeit redet sich so mancher Bewerber um Kopf und Kragen.

Im Grunde ist es einfach, Fakten des Lebenslaufs vorteilhaft zu verkaufen.

Fragen hierzu entstehen aufgrund erklärungsbedürftiger oder interessanter Fakten, die zum Nachhaken auffordern, etwa außergewöhnlichen Arbeitsstationen oder den berüchtigten „Lücken im Lebenslauf“. Wenn Sie eine kritische Selbstanalyse vornehmen, können Sie leicht ausmachen, mit welchen Fragen Sie rechnen müssen und sich gute Antworten zurechtlegen und einprägen.

Meist gibt es ja nur wenige biographische Knackpunkte.

Geschickte Bewerber bauen sogar absichtlich den einen oder anderen „fragwürdigen“ Sachverhalt in den Lebenslauf ein. Kommt dann die entsprechende Frage, können sie mit einer gut vorbereiteten Antwort glänzen.

Eine Entscheidung für den Kandidaten wird dem Einsteller erleichtert, wenn Fragen zum Werdegang sicher, positiv und glaubwürdig beantwortet werden. Der Bewerber erscheint zudem um so wertvoller, je stärker der Interviewer aus den Antworten einen hohen Nutzen für die offene Position ableiten kann.

Widersprüchliche Argumentation sorgt für Unglaubwürdigkeit

Die Praxis zeigt aber immer wieder, dass Bewerber ihre Lebenslaufdaten häufig unsicher, unglaubwürdig und negativ darstellen. Unglaubwürdigkeit entsteht durch widersprüchliche Argumentation oder den Gebrauch von Vorwänden und Ausreden. Je mehr dies der Einsteller registriert, desto stärker hakt er nach. Der Bewerber wird dann zusehends unsicher oder aggressiver und verliert.

Negativ kommt es an, wenn der Bewerber seine Arbeitgeber, Ausbildungstätten, Vorgesetzte, Mitarbeiter oder Kollegen anschwärzt, um offensichtliche Schwachstellen in seinem Lebenslauf zu rechtfertigen. Es gibt sogar Bewerber, die zur Erläuterung von negativen Aspekten im Lebenslauf weit ausholen und so zum Nachhaken einladen. Wie soll ein guter Eindruck entstehen, wenn der Inhalt des Vorstellungsgesprächs hochdepressiv ist?

Gute Bewerber nutzen die Chance, ihren Werdegang im Sinne des Arbeitgebers zu verkaufen: Ein promovierter Diplom-Kaufmann bewirbt sich nach drei Jahren in der Unternehmensberatung um eine Führungsposition im technischen Einkauf eines Automobilherstellers. Er wird im Vorstellungsgespräch gefragt, weshalb er nach der Promotion neun Monate ohne Anstellung war. Der Kaufmann bringt ein nachvollziehbares Argument: „Da ich meine berufliche Zukunft in der Automobilbranche sah, habe ich freiwillig noch einige Vorlesungen im Bereich Fahrzeugtechnik an der Hochschule absolviert und bei einem Freund in der KfZ-Werkstatt mitgearbeitet.“

Nutzenaussage als Sahnehäubchen

Auf diese Weise habe er sich neben betriebswirtschaftlichen Kenntnissen auch viel technisches Know-how angeeignet. Dies sei auch vorteilhaft für den Einsteller: „Wie ich Ihrer Anzeige entnehme, suchen Sie den Kaufmann mit technischem Verständnis. Aufgrund der Vorlesungen und der Praxis in der Werkstatt kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass ich dieses ganz klar mitbringe.“

Die Nutzenaussage für den Einsteller ist das Sahnehäubchen der Antwort. Diesen Nerf treffen Bewerber aber nur, wenn sie sich intensiv über die zu besetzende Position, die Branche und die geforderten Schlüsselqualifikationen informiert haben.

Nicht bei jedem fragwürdigen Tatbestand im Lebenslauf können die Dinge derart ins Positive gewendet werden. Dann gilt: Betreiben Sie keine Schönfärberei, sondern geben Sie Schwachpunkte ganz einfach zu. Der Diplom-Kaufmann könnte antworten: „Ich war neun Monate nach meiner Promotion auf Stellensuche.“ Aber er hat aus seinen Fehlern gelernt: „Ich habe mich damals auf die Promotion konzentriert und erst nach deren Abschluss Bewerbungen versendet. Dadurch habe ich neun Monate verloren. Würde ich nochmals vor der gleichen Situation stehen, würde ich mich parallel zur Promotion bewerben.“

Idealerweise gelingt jetzt noch ein Nutzenargument für den Einsteller: „Dennoch, ich war in der Zeit nicht tatenlos und habe einige Zeit bei VW in der PKW- Produktion gearbeitet. Diese Erfahrungen können mir in der Positon im technischen Einkauf sicherlich nicht schaden.“

Vorbereitrung der Knackpunkte bringt viele Vorteile

Fazit: Eine nahezu wortwörtliche Vorbereitung biographischer Knackpunkte bringt Ihnen als Bewerber viele Vorteile: Sie verhalten sich professionell! Als vorbereiteter Bewerber erläutern Sie alle Lebenslauffakten sicher. Auf Fragen der Neugierde, unzulässige oder provokante Fragen antworten Sie pfiffig statt pikiert, konstruktiv statt destruktiv. Sie zeigen Ihren Nutzen für das Unternehmen auf!

Sie haben genau die Anforderungen des Einstellers recherchiert. Daher können Sie den Nutzen einzelner biographischer Fakten für das Unternehmen in Ihren Antworten darlegen. Bedenken werden so entkräftet.

Sie stellen Ihre Lebenslaufdaten logisch dar. Schlechte Ausreden und Vorwände vermeiden Sie. Nicht widerlegbare Schwachpunkte geben Sie zu.

Für einzelne Fakten Ihrer Biographie haben Sie allgemein akzeptierbare Begründungen parat. Sie zeigen eine positive Denkhaltung!

In Ihren Antworten vermeiden Sie tiefgreifende Schicksalsschilderungen.

Good luck.

Bye
dizar

Hallo Dizar,

vielen Dank für die Zeit, die Du Dir genommen hast. Einen solch ausführlichen Text habe ich gar nicht erwartet. Auch der Inhalt überrascht mich.

Dennoch gibt es aus eigener Erfahrung Fragen, wie zum Beispiel:

What would you do, if I told you, that the interview has been disappointing for me so far?

Du mußt zugeben, daß man erst mal wie Ochs vor dem Berg steht.
Natürlich hätte man antworten können:

„Well, if you told me that, I would be really sad and disappointed as well. In my view I am very well prepared and I put so much effort in this interview. If you could point out to me, what exactly was disappointing for you and we could go through it again in order to clear up the misunderstanding.“

Es gibt noch viel fiesere Fragen und es gibt leider viele professionelle Interviewer, die gerade auf diese Schocktechnik aus sind, um den Bewerber zu verunsichern, um zwischen den Zeilen die Wahrheit über etwas zu erfahren. Wenn man solchen Fragen genauso professionell begegnet, wird der Interviewer diese Taktik ganz schnell ändern.

Aber dennoch: Vielen Dank für die Mühe, die Du Dir gemacht hast und ich konnte ja auch wertvolle Tips mitnehmen.

Gruß Mucke

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Woher…
…stammt denn dieser tolle Text?!

Hallo, Dizarus!

Könntest du bitte die Quellenangabe nennen, wo du diese ausführliche Anleitung gefunden hast?

Danke und Gruß,
Sams

Hierher…
Hallo Sams,

Aus:
http://www.handelsblatt.com/hbiwwwangebot/fn/relhbi/…

Möchtest Du auch wissen, wie ich das gefunden habe?

:wink:

Viele Grüße, Stefanie

Nicht wirklich.
Hallo, Stefanie!

Gefunden hätt ich’s wohl auch. Hab mich nur darüber geärgert, daß es da ohne Quellenangabe stand. Und wollte diesen Ärger möglichst höflich formulieren. *g* War wohl zu höflich. *fg*

Danke für die Antwort,

Sams

keine Panik

Dennoch gibt es aus eigener Erfahrung Fragen, wie zum
Beispiel:

What would you do, if I told you, that the interview has been
disappointing for me so far?

Du mußt zugeben, daß man erst mal wie Ochs vor dem Berg steht.
Natürlich hätte man antworten können:

„Well, if you told me that, I would be really sad and
disappointed as well. In my view I am very well prepared and I
put so much effort in this interview. If you could point out
to me, what exactly was disappointing for you and we could go
through it again in order to clear up the misunderstanding.“

Es gibt noch viel fiesere Fragen und es gibt leider viele
professionelle Interviewer, die gerade auf diese Schocktechnik
aus sind, um den Bewerber zu verunsichern, um zwischen den
Zeilen die Wahrheit über etwas zu erfahren. Wenn man solchen
Fragen genauso professionell begegnet, wird der Interviewer
diese Taktik ganz schnell ändern.

Hallo, Mucke,

In meiner ersten und bisher einzigen Bewerbungsrunde habe ich zwar nur acht Gespräche erlebt. Ich bin dabei aber in der Regel immer von mindestens zwei (manchmal auch bis zu vier) Fragern - nacheinander oder gleichzeitig - begutachtet worden. Dennoch sind mir Fragen dieser Art dabei nicht untergekommen. Also: keine Panik.

Grüße,

*ebenfallskeinePanik*
Hi Mucke,

laß Dich einfach nicht unsicher machen. Du kannst zwar die „richtigen“ Antworten auf diese „fiesen“ Fragen auswendig lernen, aber

  1. wird das ein routinierter Personalmensch sofort merken
  2. kannst Du Dich nicht auf wirklich alle vorbereiten (ich hatte mal einen, der hat sich an nen runden Tisch gesetzt und dann danach bewertet wo sich der Kandidat hinsetzt *g*)
  3. mußt Du tierisch aufpassen, daß Du auf die „fiesen“ Fragen nicht wie aus der Pistole geschossen antwortest, und bei Sachen Deinen Lebenslauf betreffend zögerst. Und das ist ja gerade auf englisch (ich nehme mal an, daß Du nicht-Muttersprachler bist) nochmal schwieriger.

Ich bin eigentlich immer ganz gut gefahren, indem ich meinen Lebenslauf ohne zu stammeln erzählen konnte und auch Besonderheiten ohne lange nachzudenken erklären (aber das hat ja einer der Vorredner auch schon gesagt). Für die „fiesen“ Fragen kannst Du Dir ja ruhig Zeit lassen - im Zweifelsfall sagst Du sowas wie „Oh, da muß ich kurz nachdenken“ - das ist sicher besser als wirres Zeug zu stammeln :wink:

Ansonsten ist es am besten, wenn Du nichts vorspielst, das würde eh früher oder später auffallen, und dann ist auch nix gewonnen. Stell Dir mal vor, er sagt „Wie halten Sie’s mit Überstunden?“ und Du denkst „nee, also Überstunden sind doof, zuhause wartet meine Frau und 7 Kinder, der Hund, mein Fußballverein, der Gesangsverein und ich-weiß-nicht-was-noch-alles“ sagst aber „aber klar, bis zu 1000 im Monat mach ich gerne“ Klar, ist ein übertriebenes Beispiel, aber spätestens wenn’s zu den Überstunden kommt, könnte das gegen Dich verwendet werden :wink:

Ziemlich langer Rede kurzer Sinn: Sei Du selbst und verstelle Dich nicht

Viel Erfolg

Petzi

PS: Was mir eben noch einfällt (weißt Du aber eh schon): Erzähle bloß nix negatives über irgendwelche früheren Arbeitgeber oder erkläre schlechte Noten nicht mit „Lehrer xxx konnte mich eben nicht leiden“

…stammt denn dieser tolle Text?!

Hallo, Sams

Könntest du bitte die Quellenangabe nennen, wo du diese
ausführliche Anleitung gefunden hast?

Siehe Stefanie: Handelsblatt.

Bye
dizar

Vielleicht noch ein ganz kleiner Tipp
Hi!

Nicht nur für das Englische…

Wenn Dich eine Frage überrascht (und Du zum Nachdenken Zeit brauchst), dann antworte auf die Frage mit einer Gegenfrage…

Z.B. Auf die Frage: Was machen Sie in Ihrer Freizeit? antwortest Du mit: Was genau meinen Sie mit Freizeit? (ok - ist vieleicht ein blödes Beispiel, aber das System sollte klar sein)

Während die Frage dann ausführlich noch einmal erklärt wird, hast Du Zeit zum Nachdenken.

Allerdings solltest Du das nicht bei jeder Frage machen - das könnte dann schon etwas debil wirken :wink:

Lieeb Grüße
Guido