Karrerie, was heißt das?
Hallo Peter,
Menschen, die sich nicht entwickeln wollen sind auf Dauer für
ein Unternehmen nicht tragbar. Dann macht Karierre der, der
sich engagiert, der motiviert arbeitet und schon mal das eine
oder andere Persönliche zurückstellt. Auf dem Neuesten Stand
zu sein heißt auch Karriere, denn nur wenn man auf dem
neuesten Stand ist, gewinnt man Wettberwerbsvorteile. Jemand,
der keine Karierre machen möchte,der ist nicht hinreichend
motiviert und sitzt seine Zeit im Job ab
Ich halte die obige Aussage für Müll. Ich habe im Verlauf meines Arbeitsleben viele gute, hochqualifizierte und gut motivierte Kollegen kennengelernt. Die Triebkraft dieser Kollegen war und ist Verantwortungsgefühl, Stolz und Freude an einer anspruchsvollen Tätigkeit.
Ich kann aber deine Einstellung verstehen. Immerhin lebt die Branche der Headhunter von veränderungswilligen Angestellten.
Was heißt nun Karriere?
1.) Eine Leitungsposition bekommen oder in eine höhere Leitungsposition aufsteigen.
Wie kommt man in eine Leitungsposition? In dem man Führungsqualitäten, Soziale Kompetenzen, Planungsfähigkeiten und Organistionstalent vorweist? Manchmal auch.
Es gibt keinen Mangel an unfähigen Vorgesetzten, und die Ursache hat damit zu tun, dass es häufig psychosoziale Mechanismen sind, nach denen Menschen in Hierachien aufsteigen und weniger die reale Eignung
Weiterhin wird ein nennenswerter Anteil der Ressourcen dafür verschwendet Karriere zu machen oder die eigene Position zu halten. Man arbeitet nicht selten im Konkurrenzkampf gegen den Kollegen, gegen andere Abteilungen oder gegen andere Standorte und nicht für die gemeinsamen Ziele der Firma.
Schließlich sind Führungspositionen rar gesät. Was macht ein karriegetriebener Angestellter, wenn eine Führungsposition nicht innerhalb Sichtweite ist? Er wechselt oder macht sich selbstständig.
Was passiert aber, wenn es auch mit dem Wechsel nicht klappt?
Wenn dann die Karriere die Hauptmotivation für gute Leistungen ist, was bleibt dann?
2.) Mehr Verantwortung, größere Projekte.
Für einen engagierten Mitarbeiter ist das ein schönes Ziel, nur gibt es irgendwann ein Ende der Fahnenstange. Die Projekte werden nicht größer. Er hat die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht.
Was dann?
3.) Mehr Geld.
Der Arbeitsmarkt hat für bestimmte Positionen einen Bereich. Man kann mit persönlicher Fortbildung oder besonderen Erfolgen etwas erreichen. Aber auch hier ist irgendwann das Limit erreicht.
4.) Einen schönen Titel.
Wenn man jung und unerfahren ist reizen solche Titel, ab er nach einigen Jahren weiß man den Wert solcher Titel zu bemessen. Dann weiß man, daß sich hinter dem Senior Chief Facilty Manager der Hausmeister verbirgt.
Kurzum, auf Karriere als Motivation zu setzen ist eine gefährliche Sache. Das kann man mit jungen unerfahrenen Mitarbeiter für einige Jahre machen. Danach kommt die Desillusionierung.
Gruß
Carlos