Vorstellungsgespräche

Hallo!

Angenommen jemand ist seit 7 Monaten arbeitslos und hat am Tag X nach einem vorher geführten Bewerbungsgespräch eine Jobzusage und somit eine Einladung zu einem weiteren Gespräch erhalten.

Am besagten Tag X habe sich aber nach der Jobzusage und der Einladung noch zwei weitere Einladungen zu Vorstellungsgesprächen ergeben, die beide wesentlich interessanter wären und die die Person auch eigentlich noch gerne wahrnehmen würde.

Nun wären die zwei Vorstellungsgespräche aber erst nach dem Termin wo es schon die Zusage gibt.

Wie soll sich die Person am besten jetzt verhalten?

Zuerst zu dem Termin gehen, wo es bereits die Zusage gibt, dort aber offen sagen, dass man noch zwei weitere Gespräche in der Woche hat und diese auch gerne noch führen möchte (kann man sich das in der heutigen Zeit erlauben?).
Oder den ersten Termin verschieben, mit der Begründung, dass man nach dem Telefonat noch zwei weitere Einladungen erhalten hat und diese erst vorher noch gerne wahrnehmen möchte.
Oder auf jeden Fall die Jobzusage annehmen und die anderen Gespräche absagen?

Bei den zwei anderen Vorstellungsgesprächen weiß man ja noch nicht, ob daraus überhaupt etwas wird, wobei die ja eigentlich interessanter wären. Und bevor man dort etwas erfährt, vergeht ja auch noch mal Zeit.

Vielen Dank schon mal für evtl. Tipps und Ratschläge.
Gruß
Savannah

Mahlzeit,

das Problem ist ja in erster Linie, dass der AG, der die Zusage gemacht hat bereits, u.U. den Arbeitsnehmer auch sofort haben möchte.

Bis aber die Entscheidung bei den anderen beiden Möglichkeiten getroffen wurde, kann einiges an Zeit vergehen… SO lange wird der 1. AG wohl kaum warten - egal, ob Du ehrlich sagst, was los ist oder ob Du ihn anderweitig hinhältst…

Man muss also abwägen, wie wichtig es einem wäre, jetzt überhaupt wieder zu arbeitetn. Dann kann man doch ganz entspannt diesen Job antreten und in der Probezeit kündigen…

Ist es egal, ob man nun noch ein paar Monate schlimmstenfalls auch arbeitslos ist, tja, dann schaut man sich halt in Ruhe alle weiteren Optionen an.

So würde ich das angehen.

Gruß
Demenzia

alles mitnehmen

Angenommen jemand ist seit 7 Monaten arbeitslos und hat am Tag
X nach einem vorher geführten Bewerbungsgespräch eine
Jobzusage

Eine verbindliche Zusage?

und somit eine Einladung zu einem weiteren Gespräch erhalten.

Oder nur noch ein 2. mal drüber reden?

Am besagten Tag X habe sich aber nach der Jobzusage und der
Einladung noch zwei weitere Einladungen zu
Vorstellungsgesprächen ergeben, die beide wesentlich
interessanter wären und die die Person auch eigentlich noch
gerne wahrnehmen würde.

Dann wahrnehmen!

Nun wären die zwei Vorstellungsgespräche aber erst nach dem
Termin wo es schon die Zusage gibt.

Egal.

Wie soll sich die Person am besten jetzt verhalten?

Die beiden nachträglichen Termine wahrnehmen. Liegen sie sehr weit hinten, dort anrufen und um Vorverlegung bitten, soweit möglich.

Zuerst zu dem Termin gehen, wo es bereits die Zusage gibt,

Ja. Das ist erst mal die sichere Bank. Was bei den beiden anderen Terminen rauskommt ist doch jetzt noch völlig offen.

dort aber offen sagen, dass man noch zwei weitere Gespräche in
der Woche hat und diese auch gerne noch führen möchte (kann
man sich das in der heutigen Zeit erlauben?).

Neiiiiiiiiiiin!
Das ist eine Abfuhr an das Unternehmen. Die bieten der Person (wenn es wirklich eine Jobzusage ist, bei der jetzt der Arbeitsvertrag auf den Tisch kommt und daauch was vernünftiges drinsteht) einen Arbeitsvertrag an und die Person sagt, „ich schau da ber nochmal wo anders, wenn sich dann nichts besseres ergibt, unterschreibe ich bei Ihnen“.
Das wäre dann das Aus!

Oder den ersten Termin verschieben, mit der Begründung, dass
man nach dem Telefonat noch zwei weitere Einladungen erhalten
hat und diese erst vorher noch gerne wahrnehmen möchte.

Auch Neiiiiiiiiiin!

Oder auf jeden Fall die Jobzusage annehmen und die anderen
Gespräche absagen?

Schon wieder Neiiiiiiiiiiiin! Mit wem hat man es hier eigentlich zutun, sag mal?

Bei den zwei anderen Vorstellungsgesprächen weiß man ja noch
nicht, ob daraus überhaupt etwas wird,

Eben! Denn es könnte aber auch was besseres draus, zumal ja die Person selber sagt: „die beide wesentlich interessanter wären“

Und bevor man dort etwas erfährt, vergeht ja auch noch mal Zeit.

Und?

Vielen Dank schon mal für evtl. Tipps und Ratschläge.

Die auch dringend nötig sind.
Leute gibt’s, das glaubst du nicht.

P.S. Glaubt hier einer die Unternehmen spielen mit diesen offenen Karten, wie die Person hier selber spielen will? Wenn bei denen der Nr. 1 Bewerber abspringt, wird auch die Nr. 2 angerufen und dem erzählt „Sie sind unser Auserwählter“.

Moin,

Vielen Dank schon mal für evtl. Tipps und Ratschläge.

ziehen wir einmal einen vielleicht etwas hinkenden, aber doch anschaulichen Vergleich.

Herr A möchte sich partnerschaftlich binden und schaltet bei der Partneragentur ‚Habtmichlieb‘ eine ANzeige und ließt dieselben der Damen auch fleißig.

Es kommt zu mehreren Mailwechseln und Telefonaten mit mehreren Damen, schließlich zu einem Treffen mit der ersten.

Würdest Du zum Abschied sagen:
Es war richtig nett mit Dir, aber bevor ich etwas festes mit Dir beginnen möchte, werde ich noch zwei andere Damen treffen.

Und wenn Du so was sagt; kannst Du Dir vorstellen, daß die erste Dame das wirklich gut findet?

Auf der anderen Seite kannst Du Dir natürlich auch nicht sicher sein, daß Du der einzige bist, mit dem sich die Dame trifft - oder?

So ähnlich läuft es nun mal auch im Berufleben.

Gandalf

OK. Was aber macht die Person, wenn sie nicht die Wahrheit über die zwei anderen Vorstellungsgespräche sagen soll und aber schon bei dem besagten Termin einen Arbeitsvertrag unterschreiben soll? Die Jobzusage ist auf jeden Fall sicher. Und die Person hat auch telefonisch gesagt, dass sie die Stelle gerne annehmen würde, da es bis dahin ja noch keine andere Alternative gab. Die zwei anderen Termine haben sich erst nach dem Telefonat ergeben.

Wie kann man denn den potenziellen Arbeitgeber hinhalten, um die anderen Termine noch wahrzunehmen (die direkt am nächsten Tag wären - wobei man dort ja auch nicht direkt eine Antwort bekommt.)?

Könnte man auch bei den zwei anderen Vorstellungsgesprächen sagen, dass man eine schnelle Entscheidung braucht, da man schon eine Zusage hat. Würde einen doch interessant machen, wenn sich mehrere für einen interessieren, oder?

Wie verhält sich die Person denn auf jeden Fall richtig?

Gruß
Savannah

OK. Was aber macht die Person, wenn sie nicht die Wahrheit
über die zwei anderen Vorstellungsgespräche sagen soll und
aber schon bei dem besagten Termin einen Arbeitsvertrag
unterschreiben soll?

Die Person wird sagen, dass sie den Arbeitsvertrag zuhause in Ruhe durchlesen und dann kurzfristig unterschrieben per Post zurück schicken wird.

Gruß

S.J.

Moin,

Könnte man auch bei den zwei anderen Vorstellungsgesprächen
sagen, dass man eine schnelle Entscheidung braucht, da man
schon eine Zusage hat. Würde einen doch interessant machen,
wenn sich mehrere für einen interessieren, oder?

Nein, das würde ich nicht machen. Willst Du evtl. noch die Anschreiben an die anderen Unternehmen mitnehmen? Wie willst Du sonst beweisen, dass andere Bewerbungen aktuell sind?

Gruß Volker

mit verdeckten Karten spielen
also pokern

OK. Was aber macht die Person, wenn sie nicht die Wahrheit
über die zwei anderen Vorstellungsgespräche sagen soll und
aber schon bei dem besagten Termin einen Arbeitsvertrag
unterschreiben soll?

Kein AN ist gut beraten den AV sofort an Ort und Stelle zu unterschreiben. Jeder (vernünftige) AG hat dafür Verständnis, dass man den Vertrag mitnimmt und dann in ein paar Tagen abgibt. Einfach um ihn in ruhe zu lesen, Fragen zu klären usw.

Die Jobzusage ist auf jeden Fall sicher.

Das ist doch prima und dabei soll es auch bleiben.

Und die Person hat auch telefonisch gesagt, dass sie die
Stelle gerne annehmen würde, da es bis dahin ja noch keine
andere Alternative gab. Die zwei anderen Termine haben sich
erst nach dem Telefonat ergeben.

Kein Problem.

Wie kann man denn den potenziellen Arbeitgeber hinhalten, um
die anderen Termine noch wahrzunehmen (die direkt am nächsten
Tag wären - wobei man dort ja auch nicht direkt eine Antwort
bekommt.)?

Einfacher als das. Wenn die Termin doch gleich ein Tag später sind, ist doch alles im Zeitplan.
Der Arbeitsvertrag wird mit nach Hause genommen und vereinbart in den nächsten Tagen abzugeben (siehe oben). Allein damit hast die Person ein paar Tage rausgeholt. Es sein denn, der Arbeitsantritt ist schon am selben Tag wo der Vertrag überreicht wird und deshalb gleich unterschrieben werden soll???
Aber gehen wir mal nicht davon aus.

Könnte man auch bei den zwei anderen Vorstellungsgesprächen
sagen, dass man eine schnelle Entscheidung braucht, da man
schon eine Zusage hat. Würde einen doch interessant machen,
wenn sich mehrere für einen interessieren, oder?

Besser nicht. Es ist zwar richtig, dass ein Bewerber mit mehreren Angeboten ein gefragter Mitarbeiter ist. Aber das muss man den Unternehmen nicht auf die Nase binden. Insbesondere in dem Fall, wo bereits ein Unternehmen zugesagt hat. Dies darf auf keinen Fall mitgeteilt werden, da das neue Unternehmen, dann denkt, dass der Bewerber das „falsche Spiel“ auch mit denen treibt.
Die Unternehmen gegeneinander auszupkern, nach dem Motto „Wer bietet mehr“ können sich nur die absoluten Top-Of-The-Pops-Kandidaten erlauben. Also ein Herr Schuhmacher seinerzeit, der ein neues Logo für seine rote Mütze gesucht hat.

Wie verhält sich die Person denn auf jeden Fall richtig?

Bedauerlicherweise ist „falsch“ richtig. So übel das ist, das tun zu müssen, aber die Arbeitswelt lebt vom gegenseitigen „sich was vormachen“ oder eben vom „mehr sein als Schein“.
Die Art dieses Bewerbers mit nüchterner Ehrlichkeit hier ranzugehen, spricht für dessen Offenheit und Loyalität, was jeden AG erfreuen dürfte, ist aber im Bewebungsverfahren und veilleicht auch teilweise im Berufsleben nicht unbedingt zu empfehlen. Ist das denn der AG auch immer?

Der Bewerber muss hier pokern. Den einen hinhalten und en anderen was vormachen. Also praktisch wie im wahrem Leben bei den geschlechtsreifen Großstädtern auf Paarungssuche.
Dieses Verhalten ist unehrlich, ja, aber leider in unserer Gesellschaft notwendig geworden. Ansonsten steht der Bewerber nachher da und alle drei Möglichkeiten haben sich aufgelöst, von der Arbeitgeberseite.

Selbst wenn der beim 1. AG der Vertrag unterschrieben wird, ist das kein Problem, es gibt eine Probezeit! Innerhalb derer, kann jede Partei fristlos kündigen. Also könnte die Person anfangen zu arbeiten und immer noch woanders Bewerbungsgespräche wahrnehmen und ggf. wechseln. Natürlich brauchts dann einen Grund warum immer am späteren Nachmittag einen Termin machen kann und stellt an den Bewerber noch höhere Herausforderungen. Aber laut den meisten Bewerbungssschreiben sucht je genau danach der Bewerber :smile:

Hallo,

also, auch wenn ich das meiste auch so schreiben würde, aber woher hast Du denn das:

Selbst wenn der beim 1. AG der Vertrag unterschrieben wird,
ist das kein Problem, es gibt eine Probezeit! Innerhalb derer,
kann jede Partei fristlos kündigen.

In meinem BGB steht eine Frist von 14 Tagen drin. Allerdings: Gründe braucht es keine, auch von Arbeitgeberseite übrigens nicht.

Gruß, Karin

Entschuldigung

Selbst wenn der beim 1. AG der Vertrag unterschrieben wird,
ist das kein Problem, es gibt eine Probezeit! Innerhalb derer,
kann jede Partei fristlos kündigen.

In meinem BGB steht eine Frist von 14 Tagen drin.

Auch in meinem. Ich bitte um Entschuldigung, es war eine Verwechslung mit Ausbildungsverhältnissen.

Allerdings:
Gründe braucht es keine, auch von Arbeitgeberseite übrigens
nicht.

Klar, seh ich genau so.

Selbst wenn der beim 1. AG der Vertrag unterschrieben wird,
ist das kein Problem, es gibt eine Probezeit!

Diese gilt nur dann, wenn sie ausdrücklich vereinbart ist

Innerhalb derer,
kann jede Partei fristlos kündigen.

Janee, ist klar *lol*

Also könnte die Person
anfangen zu arbeiten und immer noch woanders
Bewerbungsgespräche wahrnehmen und ggf. wechseln.

Besonders dann, wenn im AV eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende eines Quartals vereinbart ist…

Immer wieder lustig mit Dir - das Schlimme ist, dass es echt Leute gibt, die Dich ernst nehmen, fürchte ich

Gruß
GUido