ich hab da mal eine Frage über die man wohl lange Diskutieren könnte.
die Nachteile einer kleinen gegenüber einer großen sind vorhanden, und ich möchte auch hier nicht über diese reden, denn eine kleine Firma haben wir ja.
Klein muss man noch definieren: weniger als 15 Leute und 7 stellig im Umsatz. Servicedienstleister der für die großen die Drecksarbeit macht. Will jemand zb Geschenke an seine Aktionäre versenden machen wir das. Braucht der Chef von einer Firma jemanden der ihm zur Hand geht machen wir es. Muss etwas eingelagert werden könne wir das übernehmen etc.
Die letzen Monate, das letzte Jahr sind wir stark gewachsen. Vorher waren wir zu zweit, und hin und wieder eine „schwarze“ Aushilfskraft jetzt aber sind wir schon mehr.
Ich merke wie die Strukturen sich verändern und wie wir an einigen mir doch wichtigen Punkten einbußen hinnehmen müssen.
Es war früher so das wenn ein Kunde mal laut schrie ich sofort hinfuhr, egal wieviel Uhr. Jetzt geht das nur mit Ausnahmen da ich die ganze Zeit im Controlling sitze, mit der Buchhaltung über säumige Kunden oder über nicht zuordenbare Rechnungen spreche. Oder weil ich Seelenpflege bei einem Mitarbeiter mache oder einem anderen Nachrenne… oder einfach weil ich mich ums Geschäft kümmere.
Ich merke wie wir von einer Hürde zur anderen rennen und ständig zwar dazu lernen aber ihr wisst das kostet Geld.
Gibt es nicht eine Möglichkeit Probleme von anderen Unternehmen irgendwo zu lesen oder der gleichen
zum Trost kann ich Dir von den Resten der einst bedeutenden Mannheimer Industrie erzählen:
ABB, John Deere, Vögele, EVO und sogar die große Nachbarin, die Anilin im Lumpenhafen, wären einen Dreck unter dem Daumennagel ohne eine Unzahl von kleinen und kleinsten Ingenieurbüros, die die Kurpfalz, die Rheinpfalz und den Kraichgau bevölkern: Sie haben alles, was sie früher mal gekonnt haben, nach draußen gegeben - das wirkliche Leben findet in Betrieben von einer Größe 5 - 20 Mitarbeiter statt.
Wenn im AKW Obrigheim oder Neckarwestheim oder Philippsburg ein Satz Turbinenschaufeln neu eingeschliffen werden muss, besorgt das eine Klitsche von zwei Spezialisten, drei Aushilfen und einer Teilzeit-Bürokraft: Die könnens besser.
Die angegammelten Dinos verbringen so viel Zeit mit Management- und Controllingaufgaben, dass sie gar nicht mehr zum Arbeiten kommen. Umso besser für die kleinen schlagkräftigen Buden, von denen sie leben.
Hallo,
deine Beschreibung erinnert mich an einen Vortrag über Wirtschaftsentwicklung - kleine flinke Mäuse entwickeln sich zu großen, unbeweglichen Elefanten - und sterben langsam ab!
Ich habe das auch schon in der Praxis aus Kundensicht beobachtet - kleine Unternehmen liefern oft besseren Service, es versickert nicht so viel in der Verwaltung/Organisation.