Vorwürfe nach Austritt aus Kirche

Hallo zusammen,
Meine Eltern sind seit ich denken kann in einer freievangelischen Gemeinde und ich bin auch regelmäßig bei Gottesdiensten und sogenannten Kinderstunden gewesen. Als ich dann 16 war bin ich dann irgendwann nicht mehr mitgegangen, weil ich an all das aus verschiedenen Gründen nicht mehr geglaubt habe.
Danach hat meine Mutter mir öfters mal Vorwürfe gemacht, die ungefähr so geklungen haben: „Da fährt man die Kinder jede Woche 25km zur Kinderstunde und wen sie 16 sind sagen sie, dass das alles Schwachsinn ist und alles war umsonst.“
Was meint ihr, woher das kommen könnte und was haltet ihr davon?

Hallo chris!

…woher was kommen könnte?

gruß nashorn

Die Tatsache, dass sie mir Vorwürfe macht weil ich nicht mehr hingegangen bin. Was könnte sie dazu bewegt haben?
Danke im Voraus
Chris

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Moin,

Was meint ihr, woher das kommen könnte und was haltet ihr
davon?

Ich nehme mal, deine Eltern sind gläubig und denken um ‚gerettet‘ zu werden muss man in die (richtige) Kirche gehen und (das richtige) glauben. Sie sind von ihrer Kirche und ihrem Glauben überzeugt und wollten den an ihre Kinder weiter geben. Dazu haben sie dich in die Kinderstunden gefahren.
Du glaubst jetzt nicht mehr (richtig) - von ihrer Sicht aus war daher ihr ‚Investment‘ umsonst. Sie hat die Befürchtung du bist ‚verloren‘.
Das wäre meine Interpretation. Aber warum fragst du nicht mal was sie mit ‚war umsonst‘ meint?
Gruß…lux

Hi,

nichts ist umsonst gewesen… du hast eine Erfahrung aus dieser Gottesdienstzeit gezogen und es hat dein Leben ein Stück weit bereichert. Du7 hast auch aus dieser Erfahrung den Schluss gezogen, dass Religion(zum. diese nicht) dein Ding ist und du ohne sie evt. besser auskommst im Leben.

Diese Vorwürfe kommen evt. aus dem festen Glauben deiner Mutter, die damit nicht gut umgehen kann, dass du deinen eigenen religionsfreien Weg gehen willst. Aber lass dich dadurch nicht einschüchtern, denn so manche haben ihre Religionsphase durch gemacht…

mit atheistisch-freundlichen Grüßen,

Hanzo

Entweder zweifeln sie wirklich an ihren Erziehungsmethoden oder aber, und das ist wahrscheinlicher, wollen sie dir damit ein schlechtes Gewissen einreden („wozu all unsere Anstrengungen und Entbehrungen, wenn du es uns doch nicht dankst?“)

Hallo,

Menschen die glauben, finden darin Halt und Sicherheit für ihr Leben.
Deine Mutter hatte sicher den Wunsch, daß Du genauso denkst- fühlst, wie sie es tut.

Nun- Du tust es nicht…und ich schätze, daß bei Deiner Mutter auch Enttäuschung mitspielt.
Sie hat versucht, Dir ihren Glauben „mitzugeben“…um nun bei aller „INvestition“ zu erleben, daß Du anders damit umgehst.

Gerade Glauben- ist ein durchaus schwieriges Thema…denn es kommt von tief innen und lässt sich nicht „herreden“…genauso, wie man es einem Gläubigen „wegreden“ kann.

Ich denke- ein gutes Argument für Deine Mutter wäre, was schon gesagt wurde: nämlich, daß Du das Geschenk bekommen hast eine Sicht auf diese Art zu Leben bekommen hast.

Entscheiden- wie Du mit dieser Erfahrung umgehst-- musst /darfst Du aber selber!

Wichtig finde ich- Glauben zu respektieren…selbst, wenn man selber nicht so denkt/fühlt.

kitty

hallo,

hast du den wirklich „schwachsin“ gesagt?
Wenn ja, kann sein das deine Eltern vielleicht deshalb enttäuscht sind wie respektlos du den glauben abwertest. Denn wenn du das ihnen normal erklärt hättest und dabei aber den respekt davor behalten würdest, dann sollten die das nicht so hart dokumentieren.
Denn wenn ja, dann müssen sie zur beichte :wink:

Ich kenne das nur zu gut dieses zwingen zur religion. Ich wurde auch seit meiner kindheit zum religionsunerricht kutschiert. Ich hatte immer samstags volles programm. Ich muss zugeben ich habe es gehasst. Die schule hat mir schon gereicht und auf die hatte ich kein bock. Und wenn du dann noch zur reli musst und da auch noch hausaufgben bekommst und vieles auswendig lernen musst dann hast du noch weniger lust.

Mich hat das eigentlich noch mehr von der Kirche entfernt anstatt mich näher zu bringen. Als ich dann auch eindlich selber entscheiden konnte, habe ich damit auch aufgehört. Denn durch diesen jahre langen zwang hat sich da eine art abneigung entwickelt. Es war wie eine verknöpfung im kopf -> Religion - Zwang - kein bock!
Ich muss aber klarstellen dass ich mein glauben an Gott nicht ganz daurch verloren habe, sondern nur den glauben an die kirche die ich nicht mehr besuche.

Amen

Hallo chris1234,

woher das kommen könnte

daher, dass Du vermutlich mit 17 konfirmiert worden wärst oder sowas Ähnliches in Bälde angestanden hätte, sofern Du mitgemacht hättest

umsonst

drückt Resignation und Enttäuschung aus, aber ob diese berechtigt ist, wird sich erst später zeigen. Falls Du eines Tages zum Glauben findest, wäre es wohl an der Zeit, der Mutter auch Danke zu sagen und ihr zu erklären, warum es Dir heute nicht gut erschien, dabeizusein.

Gruss
Mike

Hallo auch,

Was meint ihr, woher das kommen könnte

Kontrollsucht, nicht loslassen können, wenn die Kinder erwachsen werden.

und was haltet ihr davon?

Ich wünsch dir viel Kraft mit solchen Eltern.

Grüße Bellawa.