VW Jetta Möglichkeiten zur Temperaturreglung

Hallo Experten,

habe in meinen VW Jetta, (1,8l 105PS BJ 1989 110000km), bei dem der Motor immer zu kalt war, ein neues Thermostatventil einbauen lassen.

Erfolg: 2 bis 3 Liter Treibstoffersparnis.

Fragen: Ist das Thermostatventil auf eine feste Temperatur eingestellt, oder lässt es sich mit dem Schraubenzieher nachregeln?
Gibt es neben dem obligatorischen Karton vor dem Kühler noch andere Möglichkeiten bei Kurzstrecken im Winter den Motor möglichst schnell auf optimale Betriebstemperatur zu bekommen (wegen Treibstoffverbrauch und natürlich auch Verschleiss)?
Ich habe festgestellt, dass das Ausstecken des Kühlerlüfters, was den Verbrauch betrifft, nicht unbedingt vorteilhaft ist.
Selbstverständlich überwache ich bei allem, was ich tue, die Kühlwassertemperatur. Spritsparende Fahrweise kann mal vorausgesetzt werden. Nehme Mineralöl und wechsle dafür alle 10000km das Öl.

Danke
Gruß Gerold

Hallo Gerold,
an dem Termostatventil lässt sich nichts einstellen, das ist ein Bimetall mit feder, das einen Flansch verschiebt und so die Öffnung zwischen kleinem und großen Kühlkreislauf mehr oder weniger öffnet. Es gibt teilweise unterschiedliche Thermostate, die sich in der temperatur unterscheiden, bei der sie schalten, aber üblicherweise sind die Thermostate schon richtig ausgelegt. Die Pappe vor dem Kühler kannst Du weglassen, das bringt wenig bis garnix bei richtig funktionierender Kühlung, da bei kaltem Motor das Kühlwasser eh nicht durch den Kühler läuft. Erst bei betriebswarmen Kühlwasser (ca.95°) dort öffnet das Thermostat langsam den Umweg über den Kühler. Mit Pappe vorm Kühler besteht eher die Gefahr, dass dein Motor mal überhitzt. Manche VW haben in der frontmaske noch so eine Klappe, die man rausnehmen kann im Sommer. Vom stecker des Kühlventilatos solltest du acuh die Finger lassen, da er eh nur anspringen (sollte), wenn die normale Luftdurchströmung des Kühlers nicht ausreicht (stau, stop-and-go).
Mein Golf bj.91 hat nach ca. 5-6 km seine Kühlwasserbetriebstemp. lt. Anzeige erreicht, im Winter mit Heizung an dauerts etwas länger.
Gruß
Martin

Hallo,

Ist das Thermostatventil auf eine feste Temperatur
eingestellt, oder lässt es sich mit dem Schraubenzieher
nachregeln?

Da lässt sich nichts nachregeln. Es gibt sicherlich für Deinen Motor Thermostate, die bei anderen Temperaturen öffnen. Ob der Einbau sinnvoll ist, solange alles funktioniert, ist eine andere Frage.

Gibt es neben dem obligatorischen Karton vor dem Kühler noch
andere Möglichkeiten bei Kurzstrecken im Winter den Motor
möglichst schnell auf optimale Betriebstemperatur zu bekommen
(wegen Treibstoffverbrauch und natürlich auch Verschleiss)?

Ob der Kühler kalte Luft abbekommt oder nicht ist in der Warmlaufphase (solange das Thermostat zu ist) relativ egal.
Evtl. den Motor vor allem nach unten abdichten, damit die warme Luft um den Motor nicht abgeleitet wird.

Optimal wäre natürlich eine Standheizung bzw. ein elektr. Motorheizer (falls Steckdose vorhanden).

Ich habe festgestellt, dass das Ausstecken des Kühlerlüfters,
was den Verbrauch betrifft, nicht unbedingt vorteilhaft ist.

Nein, warum auch? Der Lüfter springt ja nur an, wenn der Motor zu überhitzen droht.

Nehme Mineralöl und wechsle dafür alle 10000km das Öl.

Mineralöl ist zähflüssiger als Synthetiköl. Gerade im Winter bedeutet das bei kaltem Motor höheren Kraftstoffverbrauch. Der Wechselintervall ist dabei eher nebensächlich. Ob es (bei höherer Laufleistung?) empfehlenswert ist, von Mineralöl auf Synthetiköl umzusteigen, darüber scheiden sich die Geister.

Beste Grüße
Guido

Hallo!

Das mit dem defekten Thermostat und dem erhöhten Kraftstoffverbrauch ist schon nachvollziehbar.

Aber einfach da die Motortemperatur durch ein anderes Thermostat (einstellen ist nicht möglich, wie schon richtig geschrieben wurde),
das bringt nichts.

Die Leute, die damals das Auto konstruiert haben, haben das schon alles aufeinander abgestimmt.

Also die Öffnungstemperatur des Thermostates muss mit den Schaltstufen des Kühlerlüfters zusammenpassen,
und die vielen Liter Kraftstoff hast Du nur gespart, weil das Motorsteuergerät ab einer bestimmten Temperatur die Einspritzmenge von „Kaltlauf“ auf „normale Betriebstemperatur“ runterregelt.

Wenn Du angenommen die Motortemperatur weiter durch irgendwelche Tricksereien erhöhst,
wirst Du keinen Kraftstoff sparen, weil die Motorsteuerung dann trotzdem nicht weniger einspritzt. Die läuft dann „normal weiter“ und es ändert sich nichts.
Ausserdem wäre es nicht sinnvoll, so einen alten Motor recht viel Hitze zuzumuten.
Am besten alles im Serienzustand lassen, und ja nichts verändern.

Ich habe auch seit 13 Jahren so einen Golf, und bin mit der Methode sehr gut und problemlos gefahren.

Und zum Öl:
Üblicherweise wird für die Motore das teil-synthetische 10W-40 benutzt.
Ein mineralisches 15W-40 ist auch OK.

Aber jetzt auf ein vollsynthetisches Öl umzustellen, davon würde ich dringend abraten.
Die Erfahrung zeigt, dass das (moderne) Öl den ganzen festgebackenen Dreck aus den für heutige Begriffe altmodischen Dichtungen herauslöst,
und das ist es, was den Motor dicht hält.

Solche Ölumstellungen haben schon viele Leute bitter bereut, und müssen mit hohen Ölverbrauch und Öl-tropfenden Motoren kämpfen.

Mein ca. 25 Jahre alter Motor ist dagegen völlig dicht, und verbraucht auch garkein Öl.

Grüße, Steffen!

Danke…
…für die tollen Antworten.
Ihr habt mich überzeugt dass man etwas wirklich solides und gutes kaum noch verbessern kann.

Gruß Gerold

Hallo!

Aber jetzt auf ein vollsynthetisches Öl umzustellen, davon
würde ich dringend abraten.
Die Erfahrung zeigt, dass das (moderne) Öl den ganzen
festgebackenen Dreck aus den für heutige Begriffe altmodischen
Dichtungen herauslöst,
und das ist es, was den Motor dicht hält.

Ja, aber…

Solche Ölumstellungen haben schon viele Leute bitter bereut,
und müssen mit hohen Ölverbrauch und Öl-tropfenden Motoren
kämpfen.

Ich habe schon mehrfach meine Toyotas umgeölt und keiner tropft und sifft.

Ich bin der Meinung, daß VW aus seinen 30 Jahre verwendeteten Korkdichtungen, die alle 5 Jahre undicht sind, einfach nicht gelernt hat.

Mein ca. 25 Jahre alter Motor ist dagegen völlig dicht, und
verbraucht auch garkein Öl.

MfG

Hallo!

Ich habe schon mehrfach meine Toyotas umgeölt und keiner
tropft und sifft.

Ich bin der Meinung, daß VW aus seinen 30 Jahre verwendeteten
Korkdichtungen, die alle 5 Jahre undicht sind, einfach nicht
gelernt hat.

Ja, genauso ist das auch. Obwohl, wenn man die richtig einbaut, bleiben die auch 10 Jahre lang dicht. Mann muss da blos peinlichst genau darauf achten, dass alles völlig Öl-und fettfrei ist. Und sogar die Hände gründlich waschen, wenn man so eine Korkdichtung anfasst. Dann klappt das schon.

Aber jetzt sind die neuen VW endlich auch dicht.
Das ist schon ein altes VW-Problem, mit der Ölundichtigkeit.

Wenn ich mal alte Schrottauto’s für den Export verkauft habe, wollten die Afrikaner nur Japan. Auto’s kaufen, weil die europäischen wohl die Hitze nicht vertragen, also überhitzen und Ölundicht werden.

Grüße, Steffen!

Hallo!

Ja, genauso ist das auch. Obwohl, wenn man die richtig
einbaut, bleiben die auch 10 Jahre lang dicht. Mann muss da
blos peinlichst genau darauf achten, dass alles völlig Öl-und
fettfrei ist. Und sogar die Hände gründlich waschen, wenn man
so eine Korkdichtung anfasst. Dann klappt das schon.

Also ich ahbe mal einem Kollegen Anfang der 90er an seinem Audi80 Typ 80 den Anlasser gewechselt. So Ölversaute schwarze Hände hatte ich NIE, wenn ich damals meinen 83er Starlet angelangt habe. Selbst den „neuen“ Starlet Baujahr 82, (habe zwei von den alten Kisten) den ich nun zusätzlich habe, hat nach dem Ölwechsel nach Kauf letzten Februar nicht angefangen zu siffen, obwohl ich von weißnichtwielangegefahrenesschwarzesÖl auf Teilsynthetisches 10W40 umgestiegen bin.

Wenn ich mal alte Schrottauto’s für den Export verkauft habe,
wollten die Afrikaner nur Japan. Auto’s kaufen, weil die
europäischen wohl die Hitze nicht vertragen, also überhitzen
und Ölundicht werden.

In Afrika haben die Japaner und alten Mercedes den Nimbus der Unzerstörbarkeit. Guck doch mal in der Tagesschau, was im Bildhintergrund in Afghanistan und Pakistan fährt: Toyota oder Mercedes: http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/0,1518,640781,…

MfG