Mich würde mal interessieren welchen Vor bzw. Nachteil
speziell beim Passat 4 Motion in dem Allradantrieb im
Gegensatz zum normalen Vorrderad bzw. Hinterradantrieb steckt(
vor allem im normalen Stadtverkehr ). Hat man durch 4 Motion
einen höheren Verbrauch ???
Hallo,
im alltäglichen Verkehrsgeschehen ist die Art des Antriebs nebensächlich. Ob das Auto vom Vorderradantrieb gezogen, vom Hinteradantrieb geschoben oder die Traktion von allen Rädern bewirkt wird, spielt erst in Grenzsituationen eine Rolle. Ein in Lenkrichtung gezogenes Fahrzeug folgt der durch die Lenkung vorgegebenen Richtung zuverlässiger, als ein „dumm“ von hinten geschobenes Auto. Die Traktion erfolgt eben nicht in Richtung des Lenkeinschlages. Hinsichtlich der Kontrollierbarkeit des Fahrzeugs halte ich den Vorderradantrieb für die bessere Lösung im Vergleich zum Hinterradantrieb. Letzterer hat aber den Vorzug, beim Beschleunigen mehr Leistung auf die Straße zu bringen. So ist unter den genannten Gesichtspunkten der Vierradantrieb die ideale Lösung. Dabei kommt die Motorleistung am wirksamsten auf die Hinterräder, ohne gegen die Lenkung zu wirken, denn die gelenkten Vorderräder sind ebenfalls angetrieben.
Vierradantrieb ist aber mit viel technischem Aufwand im Antriebsstrang verbunden. Damit sind höhere Anschaffungskosten und ein niedrigerer Wirkungsgrad, somit erhöhter Treibstoffverbrauch, verbunden.
Ganz egal, wieviel Elektronik man ins Auto einbringt, bleiben die Aussagen zum Sicherheitsrisiko des Hinteradantriebs physikalisch grundsätzlich gültig. In Grenzsituationen, auf glatter oder buckliger Straße ist der deutlich spürbare Unterschied der Antriebsarten nicht wegdiskutierbar. Jeder Fahrzeugkonstrukteur kennt den Spruch „alles Schlechte kommt von hinten“. Soll heißen: Der Heckantrieb für Alltagsfahrzeuge ist ein überkommenes Überbleibsel aus Zeiten, als es noch technisch schwierig zu realisieren war, Antrieb und Lenkung zu vereinen. Obwohl jeder die Schwächen der Antriebsarten mit einem Spielzeugauto auf dem Wohnzimmertisch leicht erproben kann, wird nachvollziehbar wie in einem Glaubenskrieg oft für den Heck-Schiebebetrieb geworben.
Ich hatte mein Aha-Erlebnis. Jahrelang fuhr ich ein altes Fossil, einen Audi 75. Der gehörte damals zu den wenigen Autos mit Frontantrieb. Schlechte Straßen, Glätte, Wasserlachen, 2 Räder auf aufgeweichtem Seitenstreifen, irrwitzige Situationen in Südeuropa und auf Jugoslawiens Autoput - alles kein Thema. Das Ding lief wie auf Schienen. Dann kam Ende der 80er mein erstes „richtiges“ Geschäftsauto, ein Schiff, ein rollender, leiser, bequemer Wohnzimmersessel, ein Kraftpaket für damalige Verhältnisse, ein DB 260. Dessen Fahreigenschaften waren aber vorsichtig ausgedrückt gewöhnungsbedürftig. Deutlich: Ein Schönwetterauto mit beschissen gefährlichen Eigenschaften, sobald man nicht auf trockener, ebener Fahrbahn rollt. Wenn man bei wirklich jedem Wetter fahren muß, manchmal riesige Strecken, manchmal über Land, immer Termine im Kreuz und man sich plötzlich für den Straßenzustandsbericht interessieren muß, dann sehnt man sich nach dem Fronttriebler zurück, der einfach überall nur durchzieht. Dahin kehrte ich nach ein paar Jahren auch wieder reumütig zurück.
Daß ich einen festgefahrenen Hecktriebler (der hatte sogar Winterreifen) mit meinem Passat TDI (mit Sommerreifen) aus dem Schnee gezogen habe, ist erst wenige Wochen her.
Gruß
Wolfgang