Hi!
Vielleicht versöhnt dich, dass allein schon die
durchschnittliche Lebensdauer des Fahrzeugparks in Deutschland
im Laufe der Jahre beständig gewachsen ist.
Das ist ein Zeichen für die hohe Staatsquote und verfehlte
Arbeitsmarktpolitik.
Das ist doch die reinste Obrigkeitsschelte.
Natürlich.
Wenn ich
vergleiche, wie lange ich vor gut vierzig Jahren bzw heute
meine Kinder (jeweils als vergleichbare Berufsanfänger) für
ein neues Auto (mit weniger Inhalt) bzw den Liter Sprit zahlen
musste, dann sind die Kinder eindeutig besser dran. Auch wenn
der Prozentsatz für Einkommensteuer und Sozialabgaben
gestiegen ist, geht’s der heutigen Generation nicht schlechter
vorherigen.
Ich möchte nicht 40, sondern 15 Jahre zurückgehen. Dann wird klar, was ich meine.
Die Stimmung war besser, die Staatsquote und die Belastungen für den Bürger niedriger, die Wirtschaft lief besser.
Der Deutsche hält sein Auto länger, weil er kein Geld oder
Angst hat, es auszugeben.
Vielleicht ist dem Deutschen im Schnitt älteres Auto einfach
noch gut genug, und er gibt sein Geld lieber für anders aus.
Der Deutsche hat schon immer überdurchschnittlich viel für sein Auto ausgegeben.
Schließlich gibts ja noch andere Dinge auf der Welt, die
erstrebenswert sind.
Das sehe ich auch so.
Der Michel an sich jedoch legt viel Wert auf sein „liebstes Kind“.
Wenn daran gespart wird, sollte das eigentlich alarmieren.
Die Autos werden dann eben bei ATU geflickt. Sieh Dir mal die
TÜV-Mängelstatistik an.
Bevor ATU sich ausgedehnt hat, reparierte man bei Geldmangel
auf dem Parkplatz.
Jaja, die schöne, alte Zeit…
Außerdem wäre es die reinste
Resourcenvergeudung, Autos (nach heutigem Qualitätsstandard)
bereits nach (im Schnitt) acht Jahren dem Schredder
zuzuführen.
Das stimmt. Das war es allerdings auch schon 1990. Damals war der dt. Fuhrpark durchschnittl. 6,5 Jahre alt, wenn ich mich recht erinnere. heute sind es 8.
Der Anteil der Firmenwäge, die den Schnitt drücken, dürfte sogar gestiegen sein.
… die meisten Verkäufer geben ihren Produkten keine 10 Jahre
Lebensdauer! Das ist die Realität.Da ist zu unterscheiden zwischen Lebensdauer und (garantiert)
fehlerfreiem Betrieb.Naja, in letzteres scheint das Vertrauen der Hersteller nicht
mehr allzu hoch zu sein. Sonst würden doch die deutschen
hersteller kein problem damit haben, 3 Jahre oder 250.000 Km
Garantie zu gewähren.
Das muss ja nicht zwangsläufig für eine geringere
Zuverlässigkeit der heimischen Produkte sprechen.
Natürlich nicht. Bei Regen muss man auch nicht unbedingt nass werden…
Welche
Garantiebedingungen ich als Hersteller gebe, das beschränkt
sich (nach gesetzlichen Regelungen) in erster Linie auf das,
was marktüblich ist. Garantie kostet schließlich auch was,
denn keion Produkt ist absolut fehlerfrei. Und wer bessere
Garantiebedingungen gewährt, verspricht sich davon einen
besseren Marktzugang.
Das ist mir bewusst. uch benötige nun wirklich keine Nachhilfestunde in Marketing und Vertrieb.
Die deutschen Hersteller bewegen sich servicemässig am untersten Ende des marktüblichen Bereiches.
Dennoch kaufen die Leute noch verhältnismässig viele dt. Autos, weil das ihr Image aufpoliert, oder sie beruflich ein Top-Produkt brauchen.
Kommt es dann aber zu Problemen, ist man oft verraten und verkauft.
Ein weiterer Aspekt für Fehlerhäufigkeiten : Die Autos sind
heute wesentlich umfangreicher und komplexer ausgestattet. Und
wo mehr drin ist, da kann auch mehr kaputtgehen.
Das ist die eine Seite und ich gebe Dir hier Recht.
Andererseits sind die Prozesse heute derart perfektioniert, dass die meisten Fehler einfach auf bewusste Einsparungen zurückzuführen sind.
S. auch meine Beispiele weiter oben.
Paradebeispiel ist der Käfer, bei dem nur ein E-Motor versagen
konnte, der Scheibenwischermotor.
Der Käfer war jedoch auch deutlich besser verarbeitet, als z.B. ein Golf 4.
Guck Dich doch mal um: a l l e s wird schlechter, alles ist
kurzlebiger (außer uns Menschen ).Klar, die Truckerlobby steigt den Herstellern sonst auf den
Hut.
Der einzelne Privatkäufer hat einfach diese Lobby nicht und
wird deshalb zunehmend veräppelt, natürlich zu Höchstpreisen.
Ein normaler 3er BMW kostet 75.000 D-Mark und man erhält 1
Jahr Gewährleistung.
Dann gehe man zu VW, kaufe sich für die Hälfte des Geldes
einen Polo (mit dem kommt man genauso komfortabel und zudem
für weniger Spritverbrauch von A nach B) und hat zwei Jahre
Garantie.
Mal die Bedingungen gelesen?
Aber o.k., VW hat bessere Garantiemodalitäten.
Und vergleichbare Fortschritte gibts auch für Pkws. Denke nur
mal daran, wann früher beim VW-Käfer der AT-Motor fällig war
(70tkm war normal). 250tkm sind heutzutage aber locker drin.Was hat ein AT-Motor für den Bug gekostet?
Was kostet heute der Service auf 70.000 Km? Da sind schon zwei
Inspektionen mit Öl für 150 Euro jeweils und ein
Zahnriemenwechsel für 800 Euro fällig.
Da kaufe ich doch lieber einen AT-Motor für den Käfer für 300
D-Mark…
Die 300 DM waren rund 6% des Neupreises des Käfers. Und zu den
Neupreisen verweise ich auf meine obige Anmerkung.
Die 250.000 Km erreichen die wenigsten Autos heute ohne massive Investitionen.
Außer sie werden 100.000 Km im Jahr einigermassen schonend gefahren.
13 Jahre Kurzstrecke und Winterbetrieb erleben einige der neueren Karosserien wie z.B. bei Mercedes 210 oder BMW E39 vermutlich gar nicht mehr, ohne dass Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen.
Ob sich das nach 10 Jahren noch lohnt, ist die Frage.
Nimm auch mal Qualitätszahlen (Ausfallraten,„gemessen“ in ppm)
von Industrieprodukten. Die sind kontinuierlich deutlich
besser geworden.Woran liegt es dann, dass ein Mercedes für 60.000 Euro nach
knapp 6 Jahren und 100.000 Km bei vernünftiger Pflege einfach
alt ist?
Meine letzten Erfahrungen mit Mercedes (positive mit der
123-Baureihe) sind schon zwei Jahrzehnte her, aber nicht so
recht vorstellen kann ich mir, dass DB gegenüber seinen
Wettbewerbern so weit ins Hintertreffen geraten ist, wie du es
beschreibst.
So ist es auch nicht, s. meine Liste weiter oben. Sie sind alle schlechter geworden.
Ich habe noch einen 123er (200 Vergaser) von 1977. Der wurde zwar schon ein paarmal geschweißt, die Mechanik ist jedoch noch o.k. Mein 1979er Alfa Spider hatte mit 250.000 Km dann einen neuen Schweller und ein Blech an der A-Säule ersetzt bekommen.
Beide sind mechanisch noch recht fit, es gibt nur Kleinigkeiten wie Tachowellen oder Brinchen zu reparieren.
So stelle ich mir das eigentlich vor. Wenn ich mir meinen E in 20 Jahren vorstelle, muss ich zwangsläufig an ein Golfschlägerset denken, das dann bereits aus ihm gefertigt worden ist…
Zumindest kann ich über die VWs in meinem
„Fuhrpark“ der letzten Jahre wahrlich nicht meckern. Fahre
noch immer ohne Probleme einen 12 Jahre alten Passat,
Top-Zustand bei 130tkm.
Das bestätigt gewissermassen meine These. In den 90ern waren die Autos wohl auf dem Höhepunkt der Qualität. Man sehe sich einen Mercedes W140, einen VW Golf 3, einen BMW E38 oder einen Mazda 626 an.
Diese Autos waren ausgesprochen haltbar und auch der W140 ließ sich günstiger halten, als mein E.
Ich möchte nicht in „früher war alles besser“ verfallen, aber man merkt eben, dass und wo heute massiv eingespart wird.
Grüße,
Mathias
