N’Abend,
man getrost davon ausgehen, daß die vollständige Übernahme
angestrebt wird. Schon in der Vergangenheit hatten die
Aussagen zur Strategie mit VW nie länger als ein halbes Jahr
Bestand.
Das stimmt zwar, allerdings bin ich mir nicht wirklich sicher, ob man sich das bei Porsche antun will. Piech wird wissen, dass eine Integration eines „ganzen Konzerns“ mehr als schwierig und vor allem gefährlich ist.
Natürlich würde bei einer Übernahme VW nicht in Porsche aufgehen. Da würde man ja Essig in den Wein gießen.
Wenn man sich so etwas aber nicht antun würde, muss man auch nicht mehr „übernehmen“. Zumindest nicht in dem Sinne von „alles in die eigene Hand nehmen“.
Man kann doch aus der aktuellen Position ganz entspannt agieren. Vielleicht kauft man noch ein paar Anteile vom Markt dazu (bis zu den 50% merkt das ja nun eh keiner mehr) und profitiert vom fallenden Kurs. Aber eine total Übernahme ?
Ich würde mich dann auch fragen, warum man sich das antun will. Als Eigentümer müsste sich Porsche ja dann auch noch intensive Gedanken über die Sanierung bzw. Restrukturierung von VW machen. Ich glaube kaum, dass die Sanierungskonzepte die einst von Wiedeking bei Porsche ergriffen wurden, auf VW übertragbar sind.
Zudem hat sich Porsche einen Kreditrahmen von 35 Mrd.
einräumen lassen. Da alle (!) Stammaktien zusammen „nur“ einen
Börsenwert von rd. 30 Mrd. haben, hätte Porsche noch Spielraum
für eine Erhöhung des Angebotes. Hätte man nicht mehr vor,
hätte auch schon ein Kredit von rd. 10 Mrd. gereicht, um alle
freien Aktien zu kaufen (was man nach eigenem Bekunden ja noch
nicht einmal vorhat). Kurzum: 35 Mrd. sind für jemanden, der
nicht mehr Anteile erwerben will, als er eh schon hat, ein
bißchen viel.
Hm, das stimmt wohl auch. Aber der Kreitrahmen ist doch dann nicht auf die vollständige Ausnutzung angelegt, oder wie muss man das sehen ? Könnte es denn nicht so sein, dass man sich eher etwas mehr hat einräumen lassen, für unvorhergesehene Ereignisse ? Wie wäre das eigentlich mit den Konditionen ? Steigen die in so einem Falle mit der Kreditsumme oder fallen sie eher ?
Bei einer geschätzten Marge für den Kredit von 0,4-0,6 % wird
man grob geschtäzt 0,10-0,3% Bereitstellungsprovision zahlen,
d.h. pro Jahr 35-120 Mio. pro Jahr für die gesamte Linie. Wenn
man nicht vorhätte, weitere Anteile zu erwerben, ein recht
stolzer Preis für eine nicht benötigte Kreditlinie.
Okay, ziehe die obigen Fragen zurück
Aber daran sieht man dann wohl, dass Herr Piech auf Nummer sicher gehen wollte. Vielleicht haben sie aber auch nur sehr gut mit den Banken verhandelt.
Für ein Bundesland, das Schuldenfreiheit anstrebt, aber noch
50 Mrd. Schulden hat, wäre ein geschätzter Kaufpreis für den
derzeitigen Anteil von rd. 20% von mindestens 6 aber eher
10-15 Mrd. schon ein interessanter Betrag. Nimmt man alle
Fakten zusammen, ist die Darstellung des Landes, alle Anteile
behalten zu wollen, nicht unbedingt glaubwürdig.
Ja, wobei ich sehe hier eher die „politische Brisanz“. Wenn da jetzt auf einmal Kasse gemacht wird, sind auch gleich zig tausende Wählerstimmen in Gefahr. Da wird man sich im FinMin in Lower Saxony dann wohl doch zweimal überlegen, ob man nicht vielleicht auch anderswo einsparen kann. Wann kann denn der Staat schon einmal bei einem so bedeutenden (Gewerbe)Steuerzahler mitreden ?
Also ich bleibe dabei: Es macht sicherlich keinen Sinn, VW komplett zu übernehmen. Die Absicherung gegen das fallende VW-Gesetz ist doch hergestellt und der Einfluss von Piech war noch nie größer. Große Autofusionen mit deutscher Beteiligung sind bis jetzt noch immer in die Hose gegangen.
VG
TraderS