VWL als LV

Hi!

Gestern abend rief mich ein Vertreter einer großen Versicherung an und wollte von mir wissen, wie ich meine Vermögenswirksamen Leistungen angelegt hätte.

Nach einigem hin und her bot er mir dann an, meine VWL (Aktienfonds mit Einzahlungszeit 6 Jahre, Auszahlung nach 7 Jahren, monatlicher Beitrag 40 Euro) umzuwandeln in eine kapitalbildende Lebensversicherung mit einer Laufzeit von 12 Jahren. Diese sei - angeblich - ertragsreicher und kostengünstiger als die VWL-Version, die ich derzeit hätte. Angeblich würde sich das eingezahlte Kapital verdoppeln (an der Stelle wurde ich misstrauisch) und damit deutlich besser verzinsen als meine derzeitige VWL-Version.

Nun weiß ich, dass die Versicherer ihren Garantiezins bei LV gerade erst runtergesetzt haben, und soweit ich mich recht erinnere, verdoppelt sich ein Kapital bei kontinuierlicher Einzahlung und einer Verzinsung von 4 % etwa nach 25 bis 30 Jahren. Außerdem gibt es bei LV meines Wissens recht heftig Gebühren beim Abschluss.

Frage also: Will mich da jemand ziemlich billig über den Tisch ziehen?

Grüße
Heinrich

Hallo Heinrich,
das halte ich aber für ein Gerücht!
Akteinfonds haben mittelfristig bis langsfristig eine höhere Rendite als eine KLV. Deren Stärke ist eigentlich nur der Todesfallschutz.
Klar, auch Aktienfonds haben Talsohlen. Doch die habedn z.Zt. die KLV genauso.
Dazu kommt der irre Kostenanteil einer LV (siehe dazu BaFin).
Der ist bei den meisten aktienfonds etwas geringer.
Bleib nur in Deiner VWL.
Grüße
Raimund

Hallo Heinrich
Kapital-LV´s werden auch nicht mehr gefördert,
Aktienfonds bei einem zu versteuernden Einkommen bis
17.900,- EUR (alleinstehend) / 35.800,- EUR (verheiratet).

Gruß
Ann

PS: Ich hab meine eigenen VL auch im Aktienfonds. Der ist zwar zur Zeit ziemlich im Keller, aber ich behalte ihn trotzdem.

Hallo Heinrich,
die Aussage des Vertreters ist so ziemlich das dümmste was ich gehört habe. Punkt A)Keiner weiß wie hoch ein Ertrag der Aktienfonds sein wird,also kann ich hier gar keinen Vergleich anstellen. Hätte er mit einer Wertstabilität geworben wäre es O.K. Nach dem Motto „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach“. Weiterhin muß natürlich auch der Kostenfaktor für die Todesfallsicherung berücksichtigt werden B)Kostengünstiger ist eine ziemlich heikle Aussage, da auch die LV einen Kostenfaktor (reine Abschluß und Verwaltungskosten) hat und MM die gängigen Fonds da sich schon besser präsentieren. Es hängt aber von der LV Gesellschaft her ab!! C) Kapital verdoppeln in 12 Jahren??? Wie soll das denn gehen, oder will er dir eine FOND-LV verkaufen?? Somit hättest du zwar einen Todesfallschutz mit drin aber dennoch eine MM deutliche Verschlechterung.

Ob der Kollege dich über den Tisch ziehen will kann ich nicht beantworten und würde ich auch primär nicht unterstellen. Deutlich jedoch wird, das er nicht sich die Mühe macht folgenden Ablauf einzuhalten:

A) Analyse der ist Situation des Kunden
B) Aufgrund der Gesamtsituation eine Bedarfsdarstellung aufbauen
C) Produktauswahl aufgrund des Bedarfes treffen und deutliche Darstellung der Produkte

Hört sich für mich mehr an:„Hey Vertreter, der Konzern braucht noch XYZ Beitragssumme, geht mal los und macht mal eben!“

Viele Grüße

Martin

Ihr habt alle Recht, aber …

  1. die Fonds haben sich bis heute nicht vom Ende des Neuen Marktes erholt. Viele, die vor 3 oder 4 jahren gezeichnet haben, leben bis auf Weiteres im Minus
  2. wenn der Heinrich auf Dauer über der Bemessungsgrenze liegt, bekommt er eh keine Sparzulage und kann sich auch mal eine LV anschauen.
  3. die LV’s haben nach wie vor ihren Steuervorteil nach 12 Jahren Laufzeit (wahrscheinlich letztmalig bis Ende 2004) Deshalb sind die Versicherungsverteter auch so juckig.
  4. eine vorzeitige Kündigung einer Anlage, egal was, ist immer schädlich ! Also das Alte behalten und sich trotzdem real beraten lassen und umschauen.
    Wer natürlich als Versicherungsvertreter 100 % Rendite verspricht bekommt 100 Jahre Hausverbot.