Hi,
für mich steht eigentlich schon seit längerem fest, dass ich
vwl studieren möchte. leider -oder auch nicht- stell ich mir
jetzt nur die frage, ob es nicht sinnvoller wäre, bwl zu
studieren. mir ist bekannt, dass die meisten volkswirte in
betriebswirtschaftlichen positionen arbeiten, aber welche
vorteile habe ich auf dem arbeitsmarkt einem bwler gegenüber?
Also so allgemein kann man das nicht sagen. Gerade in den USA ist es so, dass die Unterscheidung in BWL und VWL gar nicht vorgenommen wird. Das ist wenn man so will, eine allein deutsche Kreation.
Wie aber schon gesagt wurde, sind die Inhalte im Grundstudium tatsächlich auch bei uns vereinheitlicht.
Allerdings sollte man sich schon Gedanken darüber machen, was man später mal machen will. Als Volkswirt stehen Dir mindestens ebenso viele Wege offen, wie als BWL’ler.
Neben dem Unternehmenssektor (hier sind vor allem Banken, Versicherungen, multinationale Konzerne als potentielle Arbeitgeber zu nennen), kommen aber auch viele Organisationen, Wirtschaftsforschungsinstitute, der Staat und nicht zuletzt auch supranationale Organisationen wie etwa Einrichtungen bei der EU (z.B. EZB) oder aber auch die Weltbank in Frage. Eine gute Bekannte von mir hat auch VWL studiert und arbeitet heute für die WTO in New York. Dabei bedeutet VWL keinesfalls nur reine Statistik. Natürlich ist die Statistik mit das wichtigste Rüstzeug eines jeden VWL’lers, aber wie gesagt nicht alles.
prinzipiell widerstrebt es mir, in einem büro statistiken zu
bearbeiten (ja, klischee
).
Ja, absolut !
andererseits reizt mich die
tatsache der allgemeinen theorie und der marktanalyse.
Ja, hier liegt auch ein wesentlicher Unterschied zur BWL. Die ersten Schritte der Menschheit in Sachen VWL, also die ersten Gedanken dazu die man sich in diesem Zusammenhang als Mensch machen konnte - also eine eigene Wissenschaft dazu, gehen auf den Anfang bzw. Mitte 1400 zurück. Im Vergleich dazu, ist die BWL noch ein absoluter Säugling. Diese kann man vielleicht so richtig erst ab Anfang 1900 erkennen.
Auffallend ist, dass heute viele BWL Professoren und Professorinnen selber VWL studiert haben und später erst in der BWL habilitiert haben. Erklärt werden kann dies in erster Linie auch damit, dass die VWL eben eine eigene Wissenschaft ist (die BWL hingegen nicht) und hier tatsächlich die Interessen des jeweiligen Studenten deutlich hervorkommen. Professoren interessieren sich für die Forschung, sie wählen daher ein Studium das eine echte Wissenschaft ist.
Auch wenn unser tägliches Leben wie von selbst abläuft, so liegen den meisten Interaktionen der Wirtschaftssubjekte teilweise sehr komplexe Prozesse zugrunde.
In der VWL geht man den Dingen in der Tat auf den Grund und erfährt nebenbei auch viel über die Entwicklung der Menschheit. Und richtig spannend wird es dann, wenn man einmal sieht, dass es für alle doch am besten ist, wenn jeder nur an sich selbst denkt. Würde man diese Aussage auf der Straße jemandem an den Kopf werfen, würde er das vehement verneinen. Die VWL zeigt Dir das es dennoch richtig ist.
Die BWL hingegen ist im Prinzip nur dafür da, Abläufe in Unternehmen zu verbessern bzw. unternehmerische Entscheidungen zu fundieren.
Wenn man z.B. Steuerberater werden will, würde ich schon ein BWL Studium empfehlen. Will man hingegen Investmentbanker werden, dann ist es egal, was man studiert hat.
berufsfelder kann man mit bwl, welche mit vwl erwarten? was
sind die unterschiede? ich würde schon gerne in positionen
gelangen können, in denen ich -wie weit auch immer-
verantwortung habe. möglicherweise werde ich mich auch dazu
entscheiden, als geschäftsführer das unternehmen meines vaters
zu übernehmen (weil er das wohl auch erwartet).
Na ja, handelt es sich um ein mittelständisches Unternehmen, wäre die Volkswirtschaftslehre wohl eher nicht sooo passend. Aber das kann man so auch nicht sagen.
Wichtig ist nämlich auch, dass man sieht, dass universitäre Ausbildung und Praxis - zumindest in Deutschland - zwei Paar Schuhe sind. Unternehmerisches Denken muss einem zu einem guten Stück auch „im Blut“ liegen. Denn man kann nur die wenigsten Kenntnisse aus einem Studium 1:1 übertragen. Wenn man es von dieser Warte aus sieht, dann besteht der höchste Praxisbezug bei der Wahl der BWL und hier dann die Spezialisierung in den Bereichen Rechnungswesen und Steuern bzw. Marketing.
Volkswirtschaftliche Kenntnisse hingegen würden Dir wenn am ehesten noch in Fragen des Absatzes und der Preispolitik nützlich sein. Wenn man denn in diesen Kategorien denkt (sprich: was nützt das reine Uni-Wissen in der Praxis).
welchen studiengang würdet ihr empfehlen? mein abitur ist recht
akzeptabel gewesen (1,7), mathematik und logisches denken sind
mir immer recht leicht gefallen und ich würde gerne nach
beendigung des zivildienstes zum kommenden wintersemester
anfangen.
Ja, das musst Du dir schon selber überlegen. Mein Tipp: Vielleicht mal eine Uni besuchen und sich in die Vorlesungen im Grundstudium setzen und mal mit Leuten sprechen, die das schon machen. Wenn Du das Unt. Deines Vaters wirklich weiter leiten willst, würde ich eher zur BWL raten. Dort kommen auch die wichtigsten eben grundlegenden VWL Kenntnisse zum Zuge.
VG
TraderS