W-lan Reichweite?

Moin!

Hoffe ich bin im richtigen Brett, wenn nicht bitte verschieben…

Also folgendes Problem: ich selbst gehe zwar mit nem wlan-fähigen Router (Speedport 700V) ins Netz, allerdings über Kabel.
Mein Bruder, der 2 Stockwerke schräg unter mir wohnt, würde gern mein wlan nutzen, aber scheinbar ist die Signalstärke, die bei ihm ankommt, nicht ausreichend…
Verbindung wenn überhaupt nur sehr schlecht und schon gar nicht konstant.

Kann man da was machen?
Ach ja, ist ein Mietshaus mit mehreren Parteien, also kommen irgendwelche „Verstärker“ im Treppenhaus oder so nicht in Frage…

Gruß Dani

Moin Dani.

Vielleicht besteht eine Chance wenn du deinen Router in die Nähe der Eingangstür bei dir platzierst und dein Bruder einen Repeater (das ist auch meist ein Router der gleichzeitig als eine Art Verstärker arbeiten kann, ich glaube der Speedport kann das sogar) auch im unmittelbaren Bereich der Eingangstür platziert. Könnte sein das es funktioniert. Wenn das Signal immer noch nicht reicht, kann man externe Antennen einsetzen. Eine Möglichkeit wäre die im Treppenhaus zu setzen da sie in der Regel keine Stromversorgung benötigen, oder aber, du besorgst dir Outdoor Antennen und baust die an der Hauswand an.

Gruß Ralf

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Hallo,

Also folgendes Problem: ich selbst gehe zwar mit nem
wlan-fähigen Router (Speedport 700V) ins Netz, allerdings über
Kabel.
Mein Bruder, der 2 Stockwerke schräg unter mir wohnt, würde
gern mein wlan nutzen, aber scheinbar ist die Signalstärke,
die bei ihm ankommt, nicht ausreichend…

Eventuell eine Richtantenne wie hier http://www.heise.de/netze/Die-0-Euro-Antenne–/artik… beschrieben?

Cheers, Felix

Moin!

Die gute Nachricht: es wird gehen. Die schlechte Nachricht: ihr müsst ein wenig basteln :smile:

Mein Bruder, der 2 Stockwerke schräg unter mir wohnt, würde
gern mein wlan nutzen, aber scheinbar ist die Signalstärke,
die bei ihm ankommt, nicht ausreichend…
Verbindung wenn überhaupt nur sehr schlecht und schon gar
nicht konstant.

Dann bist Du gerade so im Grenzbereich. Habt ihr mal Netstumbler 0.4.0 runtergalden und nachgeschaut, wie hoch die Signalstärke so ist? Daraus kann man sehen, wie viel man draufbuttern muss. Außerdem sieht man gleich die belegten Nachbarkanäle, man sollte den sendestarken mit mindestens 2-3 Kanälen Abstand aus dem Weg gehen. Für das was wir vorhaben brauchen wir optimale Rahmenbedingungen :smile:

Kann man da was machen?

Am Einfachsten geht es mit einer Richtantenne. Am Besten wären zwei, eine am Speedport und eine am Empfänger. Kommerzielle Produkte gibt es, auch für den Speedport, obwohl der eigentlich keine Wechselantenne hat. Der Geräteeingriff ist aber relativ einfach --> Ebay. Ob man bruderseitig eine bessere Antenne anschließen kann hängt von seiner Hardware ab.

Probleme:

1.) Richtantenne schaut potthässlich aus. Besonders die Gitterkonstruktionen (Yagis) sind zwar sehr gut, fast so gut wie Schüsseln, aber mit ihren spitzen Stäbchen sind keine Zier. Zimmerpflanze drüber wachsen lassen verschlechtert den Empfang wieder :smile:, außerdem lieben Spinnen die Yagis als Netzbefestigung über alles. Quads (runde Dosen) sind erträglicher bei etwas weniger Gewinn, und stehende Stäbe gibt es auch, aber die bringen recht wenig Gewinn, wenn überhaupt. Die seit der Pringlesdosen-Antenne allseits beliebten Rohrkonstruktionen sind - wenn man den richtigen Rohrdurchmesser wählt - nicht gerade schlank, und der Selbstbau überfordert die durchschnittliche Hausmans-Werkzeugkiste. Allen ist gemeinsam dass der Bruder-PC einen passenden Antennenstecker haben muss. Hat er einen?

2.) Richtantenne macht ähnlich einer Taschenlampe mit Reflektor mehr Signal durch Bündelung, d.h. was man in der einen Richtung gewinnt, geht auf Kosten einer anderen Richtung. Das ist am Speedport unagenehm, weil man mit ihm eventuell mal mehrere Computer abdecken muss, da wird die Richtwirklung die Du Deinem Bruder hast angedeihen lassen zum Problem, weil Dein Speedport in die andern Richtungen praktisch blind wird. Also am Speedport besser die Originalantenne belassen. Bei Deinem Bruder dagegen kannst Du mit einer Richtantenne arbeiten, die in Richtung Speedport zielt. Da sie Empfang- wie Senderichtung gleichermaßen „verstärkt“ sollte das auch reichen, ihr müsst ja nur aus dem Grenzbereich auf „grünes Land“ kommen. High-Speed wirds nicht werden, aber stabil, und fürs Surfen wird es reichen.

3.) Was hat Dein Bruder für einen PC? Bei einem Laptop kommt man nur schwer an die Antenne heran…

Egal.

Erst mal die Universallösungen. Netstumbler (oder ein ähnliches Tool) das die Empfangsfeldstärke am Bruder-PC anzeigen kann ist Grundlage, sonst endet die nachfolgende Probiererei im Frust :smile:

Erst mal kommen wir dem Bruder so gut es geht entgegen: die Antenne am Speedport kannst Du mit einem Gelenk ankippen. Theoretisch hat Dein Bruder den besten Empfang wenn Du mit der Breitseite der Antenne (nicht der Spitze!) auf ihn zeigst. Also Antenne etwas ankippen. Da man in einem Gebäude den Einfluss von Reflexionen an Decken und Wänden nicht im Griff hat muss man probieren. Man ist dabei zu zweit: der eine kippt die Antenne langsam, der Andere beobachtet am Bruder-PC die Anzeige, bis ein Maximum gefunden ist. Eine Telefonverbindung hilft da kollossal :smile: Zu beachten: eure Körper stören eventuell, also immer mal wieder auf Respektsabstand von den Geräten gehen und dann die Messwerte ablesen. Außerdem schießen sich WLAN Geräte teilweise aufeinander ein, ihr werdet sehen dass ihr manchmal einige 10 Sekunden warten müsst nach einer Lageänderung, bis sich wieder volles Signal einstellt. Ohne ein Messtool wie Netstumbler ist das hoffnungslos. Mit ein wenig Glück reicht das Finden des Maximums schon, Mission accomplished :smile:

Wenns nicht reicht, muss eine Richtantenne her. Alle Richtantennen basieren darauf, dass - anschaulich vereinfacht - mit einem Reflektor hinter der eigentlichen Antenne Signal, das sonst nach hinten abgehauen wäre, nach vorne umgelenkt wird zur eigentlichen Antenne. Am Einfachsten geht das mit einem Parabolspiegel, ähnlich einer SAT Schüssel, oder - mit weniger Gewinn - mit einer Metallplatte oder einem Metallstäbchen hinter der Antenne. Optimal ist die Schüssel, und keine Panik, es geht auch kleiner :smile:

Ein einfacher Reflektor ist irgendwas, was mit einer leitfähigen Metallschicht versehen ist, und mehr oder weniger Stab- oder - idealerweise - Schüsselform hat. Das Ding muss nun - vom Speedport aus gesehen - auf ca. 2 cm Abstand hinter die Bruder-Antenne postiert werden (Stab oder flacher Reflektor), oder die Antenne muss in den Brennpunkt gebracht werden (wenn der Reflektor Schüsselform hat). Da man das so frei Auge schlecht feststellen kann braucht man wieder die Feldstärkeanzeige, die auf dem Bruder-PC laufen muss. Man nähert dann seinen Reflektor von hinten langsam der Antenne bis das Empfangssignal maximal ist. Kommt man dabei auf konstante -70dB oder besser (Netstumbler), hat man idR gewonnen und die Verbindung ist stabil. Alles was drüber ist macht die Verbindung schneller und stabiler. Dabei kann man auch einen „Rundblick“ mit der Richtantenne nehmen, manchmal stellt man überrascht fest dass das beste Signal wie im Billard „über Bande“, z.B. über die Hauswand des Nachbern, ankommt. Man kann das sogar bewusst ausnützen.

Im Prinzip kann man als Reflektor so ziemlich alles verwenden: Eine (gekaufte!) CD mit metallischer Spiegelschicht, Pappschachtel oder Schüssel mit Alufolie ausgekleidet, die berühmte Pringles-Dose, eine Tafel Schokolade oder auch eine Packung „Manner mag man eben“, die letzteren weil die Verpackung eine Alufolie enthält. Vorsicht bei der Verwendung von Fisherman’s Friend: nur zwei von den 7 oder 8 Sorten die es gibt haben eine Metallfolie in der Packung :smile:

Bei Laptops ist es manchmal schwierig herauszufinden, wo die Antenne sitzt (im Displayrahmen oder im irgendwo im Gehäuse). Mit einem Metallgegenstand überall entlangfahren, dann sieht man schnell wo sich was rührt. Notfalls gehts auch mit der bloßen Hand, unser Körper ist recht leitfähig.

Je nachdem wie schön schüsselförmig der Reflektor ist, umso höher der Gewinn durch den Reflektor. Jetzt hängt alles davon ab, wie viel man braucht um auf sicheres Land zu kommen, und das müsst ihr selber herausfinden :smile:

Nehmen wir an, es bringt was mit dem Reflektor, ihr habt auch versucht die Bruderantenne so gut es geht auszurichten und mit verschiedenen Reflektoren experimentiert, aber es reicht nicht. Gründe kann es viele geben: zweitklassige Hardware im Bruder-PC (ja, sowas gibt es), ungünstige Rahmenbedingungen (was wenn die einzig mögliche Sitzposition Deinen Bruder oder Dich genau *zwischen* die Antennen zwingt, ein durch Stahlbetondecken ziemlich funkdichtes Gebäude, oder ihr seig grad knapp „Out of Range“.? Dann muss eine flexiblere Lösung her. Am Speedport kannst Du nicht viel machen, also wieder zum Bruder-PC :smile:

Am Einfachsten geht es mit einem USB WLAN Stick. Die guten Exemplare (meide für Deinen Zweck die Billigangebote) kosten so um die 30 Euro rum. Erst einmal kannst Du ihn über ein paar Meter USB Verlängerungskabel sehr flexibel und ohne Antennenkabelverluste an den idealen Ort im Arbeitszimmer des Bruders bringen. Und es gibt eine simple und extrem effiziente Parabolspiegelkonstruktion für USB Sticks: man kauft dazu im Supermarkt ein Küchensieb aus Metalldrahtmaschen, macht in der Siebmitte (am „Grund“) vorsichtig einen H-förmigen Schnitt rein, biegt den Schlitz auf und führt nun den USB Stick am USB Kabel von hinten durch das Sieb. Die Sieböffnung zeigt Richtung Speedport (bzw. Rundblick). Da wo man optimalen Empfang hat (kann durchaus sein dass der Stick im Sieb steckt, kann aber auch sein, dass er ganz durch muss und nur das USB Kabel nach hinten durch das Sieb läuft) da lässt sich der der Stick leicht fixieren: steckt er im Sieb, klebt man ihn an den überstehenden Seitenlappen des H-Schlitzes fest, hängt er am Kabel nimmt man ein Stäbchen zu Hilfe, an dem dann auch das USB Kabel langgeführt wird.

Bei der Schüssel gilt: je größer, desto besser, aber umso sperriger, und umso schwieriger wird es, die Antenne in den Brennpunkt, der dann irgendwo vor der Schüssel zu liegen kommt, zu bringen. Ich hab schon welche gebastelt mit einem Metall-Teesieb, die sind so klein dass sie sogar nett aussehen, und der Siebstiel eignet sich ganz gut zum Festmachen, der Gewinn ist mit einem größeren Sieb aber höher. Ein durchschnittliches 15cm Küchensieb ist ein ganz guter Kompromiss.

Und jetzt frohes Reflektorbasteln, und es würde mich freuen wenn ihr bescheid gebt ob es geklappt hat :smile: Fotos inclusive :smile:

Armin