W.w.w.?

WilderWestenWeiter?

Drei Fragengruppen. wo ich wieder nicht weiß: wohin?

  1. Warum eigentlich die verschiedene Entwicklung von
    „Nordamerika“ und „Südamerika“, intern und
    weltpolitisch/geschichtlich gesehen?
    GIBT es da schon Untersuchungen zu? Wo? Welche?

Warum hat sich in fast ganz Nordamerika nördlich von
Lateinamerika Englisch als „Muttersprache“ durchgesetzt? Nur Quebecois ist ja eine nennenswerte Ausnahme.
In Südamerika aber die Spaltung zw. Spanisch und Portugisisch?

Weil die Weite des Westens mehr Europäer gelockt hat?
Weil der Norden immer schon `internationaler´ war? Und warum das?

Weil das Verhältnis Ureinwohner - „Siedler“ von Anfang an
anders war? Wie anders?

  1. „Muttersprache“:
    Kubi oder Fritz hatte mir (wenn ich´s recht erinnere, der Artikel ist leider nicht mehr aktiviert) auf meine Spekulation:
    "Und wenn einer wieder mittelhochdeutsch spricht (zumindest „Das Hildebrandslied“ rezitiert oder Walter von der Vogelweide, kann man dann sagen: „Da wird wieder MHD gesprochen!“ - „Der Unterschied ist ja, das dann MHD nicht mehr als Muttersprache gesprochen wird!“ Und wenn in Deutschland keine Spanier lebten, und nur von einigen Deutschen (urlaubs- und/oder schulisch gelernt) Spanisch gesprochen würde, könnte es sich dann dennoch sagen, „in Deutschland wird (auch) Spanisch gesprochen“?

3: „Muttersprache der Welt“
Wie wohl vorauszusehen, wird sich „Englisch als Weltsprache“ durchsetzen und ist bereits überwiegend „Amtssprache“ in der Welt. Natürlich wird dieses „Englisch“, wie ja jetzt schon, ein Werk der ganzen Welt und aller „bisherigen“ Sprachen sein, nicht nur mit lokalen Einsprengseln und mit Formen wie „Neudeutsch“,
etc, sondern auch insofern, als in dieser sich entwickelnden Sprache Worte wie „Kindergarten“, „Blitzkrieg“ etc. ihren Platz bewahren werden, und auch grammatische Relikte sich durchsetzen (siehe auch die postings zu: „wo“, „weil“, „unfair“).
„Esperanto“ und ähnliche Kunstsprachen haben ihre historische Bedeutung dann vielleicht nur noch in der Tatsache, daß sie die Idee einer „internationalen Weltsprache“ kolportiert und bewahrt haben.

Wohin gehören diese Frage? Vielleicht in „Sprachwissenschaften allgemein“? Oder „Geschichte“?
Ich bitte um breite Diskussion und vielerlei Meinungen,
ciao und moin, Manni

Kurzgeschichte Amerika

  1. Warum eigentlich die verschiedene Entwicklung von
    „Nordamerika“ und „Südamerika“, intern und
    weltpolitisch/geschichtlich gesehen?

M.W. haben sich in Süd- und Mittelamerika die Portugiesen und Spanier im wesentlichen darauf beschränkt, Land und Leute auszubeuten, während der Norden (allerdings ebenfalls unter gleichzeitiger Ausrottung der Ur-Einwohner) besiedelt wurde. Außerdem ließ sich der Norden allein schon aus klimatischen und geographischen Gründen leichter erforschen.

Warum hat sich in fast ganz Nordamerika nördlich von
Lateinamerika Englisch als „Muttersprache“ durchgesetzt?

Das ganze hätte auch anders ausgehen können. Im 17. Jh war Frankreich die führende Macht Nordamerikas. Das Herrschaftsgebiet war riesig, was sich aber mit dem siebenjährigen Krieg änderte. 1763 wurde das spätere Kanada und der östlich vom Mississippi liegende Teil Louisianas an England abgetreten. Die USA haben dann den kümmerlichen Rest von Französisch-Louisiana 1803 für 15 Mio. US-Dollar gekauft, nachdem sie von Napoleon dazu überredet worden waren. 1774 sicherte der sog. Quebec-Act den katholisch-französischen Einwohner die Religionsfreiheit zu, was letztlich dazu führte, daß Quebec eine Art Enklave im entstehenden Kanada blieb.

In Südamerika aber die Spaltung zw. Spanisch und Portugisisch?

1494 teilten Portugal und Spanien die Welt untereinander auf (Vertrag von Tordesillas). Die Grenze wurde rd. 1800 km westlich der Kapverden gezogen und verlief somit mitten durch Südamerika (irgendwo entlang des 60 Längengrades West). Damit fielen Afrika und Asien den Portugiesen zu, die „neue Welt“ zum größten Teil den Spaniern.

Soviel zur Historie in aller Kürze. Sollten noch Fragen sein: Immer raus damit.

Gruß
Christian

Nachtrag: Vertrag von Tordesillas
Informativer Link dazu:
http://www.bigoid.de/conquista/lexikon/tordesillas.htm

1494 teilten Portugal und Spanien die Welt untereinander auf
(Vertrag von Tordesillas). Die Grenze wurde rd. 1800 km
westlich der Kapverden gezogen und verlief somit mitten durch
Südamerika (irgendwo entlang des 60 Längengrades West). Damit
fielen Afrika und Asien den Portugiesen zu, die „neue Welt“
zum größten Teil den Spaniern.

  1. „Muttersprache“:

Und wenn in
Deutschland keine Spanier lebten, und nur von einigen
Deutschen (urlaubs- und/oder schulisch gelernt) Spanisch
gesprochen würde, könnte es sich dann dennoch sagen, „in
Deutschland wird (auch) Spanisch gesprochen“?

Nu ja, könnte man natürlich machen. Aber dann müßte man sagen, daß in fast jedem Land mindestens mehrere Dutzend Sprachen gesprochen werden. Da das wenig informativ wäre, hat man sich halt darauf geeinigt, von „diese Sprache wird dort gesprochen“ nur zu reden, wenn ein nennenswerter Anteil der Bewohner diese Sprache als Muttersprache oder Zweitsprache spricht - wobei der Zweitsprach-Level dann auch mehr oder weniger fließend sein sollte, um zu „gelten“.

Gruß Kubi

Amerikanisches Reich Europäischer Nation?
Hallo, Kubi,
Mit dem „wenig informativ“ aus deinem mail wird es mir selbst klarer, worauf ich einglich hinausgehe.
Auch wieder in konkreten Fragen:

  1. Ab wann, hat man sich geeinigt, kann man davon sprechen, daß eine bestimmte Sprache „nicht mehr gesprochen wird“ (als Sprache, als Muttersprache, also als Kommunikationsmittel, nicht also nur als Spiel oder Beweis seiner „Spracherlernfähigkeit“)?
  2. Inwiefern/nah kann man von der Entwicklung d e r Sprache d e r Menschheit sprechen und diese steuern?
    Beispiel: Kemal Atatürk und die Schrift.
  3. Was gibt es sonst noch für ein Phänomen, das so sehr sowohl von den Umständen (dem „Sein“) u n d der Subjektivität (dem „Bewußtsein“) abhängt, wobei beide untereinander „interaktiv“ sind. Die Frage der „Dominanz“ scheint leicht zu beantworten zu sein mit dem Hinweis auf die Materie. Aber seit der Quantentheorie und den effektiven Tunneln??? Die Unschärfe der Natur wird allerdings bisher nur in seiner stochastischen Dimension anerkannt. Also behördlich.
    Ich bemühe mich nur, als Matheamtiker, der ich zumindest auch mal gewesen bin, über die Schreitibsachkante hinauszukuken.

Sivad Selim, moin, manni

Man spricht…
Hallo Manfred,

  1. Ab wann, hat man sich geeinigt, kann man davon sprechen,
    daß eine bestimmte Sprache „nicht mehr gesprochen wird“ (als
    Sprache, als Muttersprache, also als Kommunikationsmittel,
    nicht also nur als Spiel oder Beweis seiner
    „Spracherlernfähigkeit“)?

Normalerweise sagt man, daß eine Sprache nicht mehr gesprochen wird, wenn es keine Muttersprachler mehr gibt.

  1. Inwiefern/nah kann man von der Entwicklung d e r
    Sprache d e r Menschheit sprechen und diese steuern?
    Beispiel: Kemal Atatürk und die Schrift.

Was genau meinst Du? Atatürk hat lediglich die für die türkische Sprache ungeeignete arabische Schrift gegen die besser geeignete lateinische ausgetauscht. Ähnliches ist schon öfter passiert (teils auch aus anderen Gründen). „Die“ Sprache der Menschheit ist entweder die Sprache als solche oder die „Ursprache“, aus der sich die heutigen entwickelten (wenn man denn dieser Theorie anhängt). In beiden Fälen sind die Anfänge im Dunkel der Zeit verborgen, wobei es im zweiten Fall immerhin Anhaltspunkte gibt.

  1. Was gibt es sonst noch für ein Phänomen, das so sehr sowohl
    von den Umständen (dem „Sein“) u n d der Subjektivität
    (dem „Bewußtsein“) abhängt, wobei beide untereinander
    „interaktiv“ sind. Die Frage der „Dominanz“ scheint leicht zu
    beantworten zu sein mit dem Hinweis auf die Materie. Aber seit
    der Quantentheorie und den effektiven Tunneln??? Die
    Unschärfe der Natur wird allerdings bisher nur in seiner
    stochastischen Dimension anerkannt. Also behördlich.
    Ich bemühe mich nur, als Matheamtiker, der ich zumindest auch
    mal gewesen bin, über die Schreitibsachkante hinauszukuken.

Hier wird mir leider nicht ganz klar, worauf Du hinauswillst.

Gruß Kubi