Moin moin,
so Du hab hier mal was gefunden zu. Viel Erfolg:
8/4.1.2_ IRQL_NOT_LESS_OR_ EQUAL
Ein auch unter Windows NT 4.0 typischer Fehler. Bei Windows
2000 tritt dieser Fehler jedoch nicht mehr mit Vorliebe
bei Systemen mit einem ADAPTEC-Controller auf, sondern
ist zu einem „diffusen“ Fehler mutiert.
Es wurde ein Systemzugriff auf einen (ausgelagerten) Speicherbereich
versucht, unter Verwendung des prozessoreigenen
Anfrage-Levels (IRQL = Interrupt Request Level), der zu
hoch war. Prozesse können jedoch nur auf Objekte mit gleichem
oder einem niedrigeren IRQL zugreifen. Solche Konflikte
bewirken, dass Gerätetreiber auf eine falsche Speicheradresse
zugreifen, und das System stürzt ab – Blue Screen!
Ursache(n) für den Fehler
Speziell bei diesem Fehler ist es sehr schwierig, anhand der
Inhalte der Fehlermeldung nachzuvollziehen, woher im Einzelnen
der Fehler kommt oder welcher Treiber/Dienst ihn
verursacht haben könnte.
Um die Problematik zu verdeutlichen, müssen wir etwas
weiter ausholen.
Bei Windows 95 und Folgeversionen kam es auch vor, dass
ein und derselbe IRQ verschiedenen Hardware-Komponenten
vom System automatisch zugewiesen wurde. Dabei hatte jedoch
der Administrator/User fast immer die Möglichkeit, über
den Gerätemanager eine solche „ Mehrfachbelegung“ manuell
anders zu lösen und evtl. freie, jedoch vom System „ü bersehene“
IRQ-Adressen zuzuweisen.
Hierbei gab es keinen Gerätemanager!
Bei Windows 2000 stellt sich die Situation etwas anders dar.
• Eines unserer Testsysteme (ATX-Board) hat von Windows
2000 Server alle eingebaute Hardware erkannt bekommen.
Dabei kann man im Windows-2000-Gerätemanager für die
Bedeutung der
Fehlermeldung
Ursache
Windows 95
Windows NT 4.0
Windows 2000
Blue-Screen-Fehlermeldungen,
Teil 8/4.1.2 Seite 2 -Ursachen und -Lösungen
IRQL_NOT_LESS_OR_ EQUAL
einzelnen Komponenten die IRQ-Belegung einsehen und
eventuelle Konflikte anzeigen lassen.
• Darüber hinaus bietet die Windows-2000-Computerverwaltung
die Möglichkeit, alle IRQ- bzw. Gerätekonflikte in
einer Liste anzeigen zu lassen. Dieser Menüpunkt findet sich
unter „ Start/Programme/Verwaltung/Computerverwaltung“ .
Abbildung 8/4.1.2-1: Sicht auf die Computerverwaltung
• Hier kann man unter dem Icon „ System/Systeminformationen/
Hardwareressourcen“ eine Liste der vom System gesammelten
Ressourcenkonflikte einsehen (s. Bild oben).
Dem untenstehenden Bild kann man die Inhalte der Liste
„ Ressourcenkonflikte“ entnehmen.
Blue-Screen-Fehlermeldungen,
-Ursachen und -Lösungen Teil 8/4.1.2 Seite 3
IRQL_NOT_LESS_OR_ EQUAL
Abbildung 8/4.1.2-2: Sicht auf die Ressourcenkonflikte
Wie man aus dem Screenshot unschwer erkennen kann, ist
hier der (üblicherweise für LPT1 reservierte) IRQ 7 mit diverser
Hardware belegt. Folgende Komponenten werden über
diesen IRQ gesteuert (bei unserem Testsystem):
• MS-ACPI-Unterstützung des Boards
• NVIDIA Vanta (AGP-Grafikkarte)
• USB-Anschlüsse/Controller
• 3COM Etherlink (Netzwerkkarte)
• TerraTec-TV-Karte (Video-/TV-Karte)
• Soundkarte (OnBoard)
• MPU-Schnittstelle der Soundkarte (OnBoard)
Dabei wurde die parallele Schnittstelle vom System
vollständig „unterschlagen“ (Bild nächste Seite) und
steht auf diesem Rechner unter keiner bekannten
IRQ mehr zur Verfügung. Das Ansteuern eines lokalen,
parallelen Druckers ist hier nicht möglich,
Netzwerkdrucker sind hingegen kein Problem.
Blue-Screen-Fehlermeldungen,
Teil 8/4.1.2 Seite 4 -Ursachen und -Lösungen
IRQL_NOT_LESS_OR_ EQUAL
Abbildung 8/4.1.2-3: Deaktivierter LPT1-Port (üblicherweise
auf IRQ 7 zu finden)
Die oben gezeigte Liste muss nicht bei jedem System so wie
hier aussehen, eine Mehrfachbelegung eines bestimmten IRQ
ist jedoch bei den heutigen Boards (und ihren Hardware-
Zusätzen) unter Windows 2000 durchaus üblich. Bei unserem
Testsystem (im Bild oben) ist es IRQ 7 gewesen, andere unserer
Testsysteme belegen IRQ 5, IRQ 9 oder IRQ 11 mit bis
zu 10 (!) unterschiedlichen Geräten bzw. Gerätetreibern.
Dabei wäre es dem Administrator durchaus möglich, bestimmte
andere und teilweise freie IRQ-Adressen mit dieser
Hardware zu belegen oder zumindest die Mehrfachbelegung
auf unterschiedliche IRQs zu verteilen – wenn es eine Möglichkeit
dazu gäbe.
Keine Ausnahme
Eingeschränkte
Möglichkeiten
Blue-Screen-Fehlermeldungen,
-Ursachen und -Lösungen Teil 8/4.1.2 Seite 5
IRQL_NOT_LESS_OR_ EQUAL
Abbildung 8/4.1.2-4: Sicht auf die IRQ-Einstellungen
der Netzwerkkarte
Im Hinblick auf die eingangs erwähnte Mehrfachbelegung
von IRQ 7 – auch durch die Netzwerkkarte – kann man in der
Abbildung sehen, dass die vom System vorgesehene Änderung
des IRQ nicht wirklich möglich ist (der entsprechende
Menüpunkt lässt sich nicht ansteuern) und darüber hinaus das
System im Widerspruch zur Liste der angezeigten Ressourcenkonflikte
(weiter oben im Text) diese Hardware plötzlich
mit „ keine Konflikte“ bereitstellt (siehe Bereich „ Gerätekonflikte“
in der oberen Abbildung).
Blue-Screen-Fehlermeldungen,
Teil 8/4.1.2 Seite 6 -Ursachen und -Lösungen
IRQL_NOT_LESS_OR_ EQUAL
Was Sie hier am Beispiel der Netzwerkkarte sehen, ist bei
unseren Testsystemen bei allen Hardwarekomponenten zu
beobachten gewesen.
Dabei haben wir den Schritt gewagt und den Button „ Problembehandlung“
(Registerkarte „ Allgemein“ der Hardware-/
Karteneigenschaften) angeklickt. Folgende hilfreiche Meldung
war daraufhin zu sehen:
Abbildung 8/4.1.2-5: Sicht auf die Problemhilfe des
Systems
Auch die empfohlene Suche im Web brachte zu diesem
Problem keine neuen Erkenntnisse. Wir möchten darauf hinweisen,
dass unsere Systeme mit regulär erworbenen Versionen
von Windows 2000 ausgestattet wurden (Server, Advanced
Server und Professional) und keine Beta-Versionen eingesetzt
werden. Die hier gezeigten „ Einstellungen“ tangieren
also die Vollversionen des Systems. Die Versuche, eine beliebige
andere Hardware-Komponente auf andere IRQs zu „ legen“
, schlugen genauso fehl.
Hilfe durch
Microsoft
Blue-Screen-Fehlermeldungen,
-Ursachen und -Lösungen Teil 8/4.1.2 Seite 7
IRQL_NOT_LESS_OR_ EQUAL
In Anbetracht des Unvermögens des Systems, dem Administrator
an diesem wesentlichen Punkt einen Eingriff zu gestatten,
ist das Auftreten des Blue-Screen-Fehlers zumindest verständlich
und auch nachvollziehbar. Ein Deaktivieren der
ACPI-Unterstützung bei der Installation (Taste F5 – Auswahl
„ Standard-PC“ ) könnte hier zu einer Entzerrung der Problematik
führen, löst jedoch die weiter oben im Text geschilderten
Konflikte nicht wirklich.
Heutige Systeme „ verbauen“ deutlich mehr Hardware, als es
freie IRQ-Adressen gibt – eine Altlast der Boards, unmittelbar
zurückzuführen auf die immer noch aktive DOS-Abwärtskompatibilität
aller gängigen INTEL-Systeme.
Lösung(en) des Problems und Präventivmaßnahmen
Hier eine vernünftige Lösung zu bieten, fällt schwer, da zu
viele Komponenten, die einzeln sauber arbeiten, sich gegenseitig
„ ins Gehege“ kommen können.
• Eine mittlerweile erprobte Lösung, die in unserem Fall helfen
konnte, besteht darin, nur solche Treiber einzusetzen,
die explizit für Windows 2000 geschrieben wurden und
nicht als WDM-Treiber für Windows 2000 und Windows
98/ME ausgelegt sind. Am Beispiel der TerraTec-TV-Karte
und der AGP-Grafikkarte in Verbindung mit der Netzwerkkarte
konnten wir hiermit die Problematik zuverlässig
lösen. Die im Internet verfügbaren WDM-Treiber (für die
Grafikkarte und die TV-Karte) wurden sonst bei Inbetriebnahme
des Netzes aus dem Speicher geladen, und mal blieb
das Monitorbild weg, mal bekamen wir einen Blue Screen.
• Definieren Sie nach dem Einrichten neuer Treiber oder
Dienste, jedoch noch VOR dem meist zwingenden Neustart
ein Hardware-Profil, das den gerade installierten
Treiber oder Dienst nicht aktiv hat!
• Stellen Sie jedes Mal VOR der Installation eines Geräte-/
Dienstetreibers sicher, dass er auch wirklich für das jeweilige
Betriebssystem gedacht ist. WDM-Treiber verursachen
Probleme unter Windows 2000, die unter Windows
98/ME in dieser Form nicht bekannt sind!
Zusammenfassung
Lösung
Korrekte Treiber
einsetzen
Blue-Screen-Fehlermeldungen,
Teil 8/4.1.2 Seite 8 -Ursachen und -Lösungen
IRQL_NOT_LESS_OR_ EQUAL
• Sofern sich für die neue Hardware ein systemeigener Treiber
finden sollte, verzichten Sie vorerst (bis zum nächsten
Update) auf den vom Hersteller mitgelieferten Treiber.
• Spielen Sie unbedingt das jeweils für Ihr System aktuelle
Service Pack erneut VOR dem Neustart auf.
• Sollten die Probleme weiterbestehen, verwenden Sie den
Gerätemanager und versuchen Sie, die Hardware-Komponente
zu deinstallieren und nach einem Neustart neu zu installieren.
Dabei kann unter Umständen vom System eine
neue IRQ-Adresse gewählt werden; die Problematik wird
häufig dadurch „ wie von selbst“ gelöst. Ein Ändern der
IRQ-Werte über die Registry (wie bei NT 4.0 möglich) ist
nicht zu empfehlen, da bei vielen Komponenten die Einträge
„ versteckt“ sind und sich ohne Hilfsmittel nicht anzeigen
lassen.
Blue-Screen-Fehlermeldungen,
-Ursachen und -Lösungen Teil 8/4.1.3 Seite 1
DRIVER_IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL
8/4.1.3_ DRIVER_IRQL_
NOT_LESS_OR_EQUAL
Diese Meldung ist Windows-2000-typisch; wegen der großen
Ähnlichkeit mit IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL – sowohl
semantisch als auch von den Fehlerursachen her – haben wir
sie hier aufgenommen. Alle Aussagen zur IRQL_NOT_
LESS_OR_EQUAL gelten auch hierfür.
Der einzige Unterschied aus unserer Sicht ist das Detail, dass
diese Meldung nur dann erscheint, wenn Windows-2000-
typische Treiber/Gerätedienste betroffen sind und nicht solche,
die nach dem WDM-Modell arbeiten oder unverändert
von Windows NT 4.0 übernommen wurden.
Diese Meldung ist weniger auf eine Mehrfachbelegung einzelner
IRQ-Adressen zurückzuführen (auch wenn dies immer
noch die Ursache sein könnte) als vielmehr auf tatsächlich
„unsauber“ implementierte Treiber im System. Dieser Fehler
konnte reproduzierbar in Verbindung mit einem LaCie-USBCD-
Brenner immer dann beobachtet werden, wenn der Brenner
im laufenden Betrieb abgeschaltet wurde. Das Abschalten
und damit verbundene „Abmelden“ des Geräts aus dem System
wird wohl nicht sauber erkannt, und es kommt zu einem
Blue Screen. Wurde hingegen die gleiche Hardware mit dem
Windows-2000-eigenen Treiber als simples CD-ROMLaufwerk
angemeldet, erschien der Blue Screen beim Ausschalten
des Geräts nicht.
Dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie verschiedene Treiber für
die gleiche Hardware unterschiedlich stark die Verfügbarkeit
eines Systems beeinträchtigen können.
Win-2000-typisch
Unterschiede
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]