Wachstum von Obstbäumen anregen

Liebe/-r Experte/-in,

ich habe bei mir im Garten vor 2 bzw. 3 Jahren 2 Bäume gepflanzt, welche zwar regelmäßig im Frühjahr austreiben, die aber nicht wirklich wachsen. Beide haben neben dem Stamm nur kurze kleine Äste. Es handelt sich um einen Apfel (Befleur) und eine veredelte Esskastanie. Was kann ich tun um die beiden zum stärkeren austreiben zu bringen. Düngen und oder einkürzen ? Dünger kann im Fall des Apfels aber nicht das Problem sein, denn er steht in dem Bereich wo ich schon seit Jahren immer die Komposthaufen anlege. Es ist also inzwischen eine schöne Schicht verrotteter Erde dort vorhanden, was sich auch am Graswuchs zeigt.

Lieber Rene,
Obstbäume sind in der Regel mehrfach veredelt.
Man braucht zuerst einen Wurzelstock,in der Fachsprache Unterlage genannt. Darauf wird dann ein Stammbildner veredelt, eine Sorte, von der man aus Erfahrung weiß, dass sie schöne, belastbare Sämme macht. Dann kommt die sogenannte Krone drauf, also das Fruchtreis, das dann die Früchte bringen soll.
Auf die Unterlage, (Wurzelstock)kommt es an, wie stark und schnell ein Baum wächst. Diese haben verschiedene Nummern, ihre Wuchseigenschaften sind bekannt.
Du müsstest nachfragen welche Unterlage Deine Bäume haben.
Durch die meist kleinen Gärten in den Städten und -randgebieten werden vermehrt schwachwüchsige Bäume in Umlauf gebracht.
Diese tragen meist schneller und brauchen nicht soviel Platz. Sie altern auch schneller und müssen ersetzt werden.
Ein Baum aus einer Wildsorte als Unterlage wächst viel und groß, muss entsprechend geschnitten werden, braucht aber auch Jahre bis er das erste Mal trägt, hält dafür auch lange, manche über Generationen.
So hat halt alles eine positive und negative Seite.
Ich hoffe, ich konnte Dir helfen.
Viele Grüße
Herbert

Liebe/-r Experte/-in,

ich habe bei mir im Garten vor 2 bzw. 3 Jahren 2 Bäume
gepflanzt, welche zwar regelmäßig im Frühjahr austreiben, die…

Hallo Herr Scheutzel,
es kann verschiedene Gründe haben. Frisch gepflanzte Bäume brauchen üblicherweise 1-2 Jahre bis sie wieder entsprechend Wurzeln gebildet haben, denn gerade die feinen Wurzeln gehen beim Umpflanzen verloren und diese fehlen beim Wachstum. Häufig ist es auch eine falsche Unterlage (Fruchtholz wird auf ein Wurzelholz gepfropft) welche für den Boden zu schwachwüchsig ist. Dies möchte ich jedoch im Garten ausschließen, da diese meist sehr gut gedüngt sind (Bodenprobe gibt Aufschluss). Ein Kürzen fördert nur den Neuaustrieb und die Verzeigung der Äste, da durch das kürzen der Saftdruck im gekürzten Ast steigt und aus dem schlafenden Auge ein Neuaustrieb erfolgt. Kleine Äste unten hat in der Regel mit falschen Schnitt zu tun. Die steilsten Äste werden am besten versorgt, deswegen darf die Stammmitte die Seitenäste nur um ¼ bis ein1/3 in der Höhe überragen und die seitlichen Leitäste dürfen nicht waagrecht sein, sondern idealerweise in etwa 45 Grad ansteigen. Wenn in jungen Jahren die Mitte zu stark gewachsen ist, bleiben die Seitenäste immer zurück und man kann es kaum noch korrigieren.
Ich hoffe ich konnte zur Klärung beitragen, wenn es vielleicht in ihrem Fall auch nicht hilft.

Gruß
GH