Wählen oder nicht?

Morgen ist Landtagswahl in SH. Vertreter der siegreichen Partei(en) werden sich am Wahlabend vor die Fernsehkameras stellen und Absonderungen wie „Der Wähler hat unsere Arbeit honoriert und blah, blah…“ von sich geben.

Was also soll ein Bürger machen, der mit keiner Partei zufrieden war, der sie alle für unfähiges, machtgieriges Mittelmaß hält? Soll er das kleinere Übel oder überhaupt nicht wählen?

fragt
Wolfgang

Morgen ist Landtagswahl in SH. Vertreter
der siegreichen Partei(en) werden sich am
Wahlabend vor die Fernsehkameras stellen
und Absonderungen wie „Der Wähler hat
unsere Arbeit honoriert und blah,
blah…“ von sich geben.

auch gut finde ich: „wir haben es nicht geschafft, unsere Wähler zu mobilisieren…“
und „naja, sicherlich hat die bundespolitk eine gewisse rolle gespielt…“

Was also soll ein Bürger machen, der mit
keiner Partei zufrieden war, der sie alle
für unfähiges, machtgieriges Mittelmaß
hält? Soll er das kleinere Übel oder
überhaupt nicht wählen?

protest wählen!
mir wäre es zwar lieber, ihr würdet alle linksradikal wählen, aber lieber rechte protestwahl als gar keine protestwahl.
egal, pds oder noch linker wählen ist doch schön.
oder noch viel besser als all das: unabhängige bürgerbewegungen, die gibt es hier auch und sicher auch in SH.

protest wählen!
mir wäre es zwar lieber, ihr würdet alle
linksradikal wählen, aber lieber rechte
protestwahl als gar keine protestwahl.

Dem stimme ich nicht zu. Viele extreme Parteien geben noch viel mehr Müll von sich, als die etablierten.
Nicht wählen halte ich auch für falsch.
Frau Hildebrandt brachte mal das Beispiel der Kantine: „Wenn man Lust auf Schnitzel hat und es gibt nun zufällig heute kein Schnitzel in der Kantine, dann geht man doch nicht weg und isst nichts! Dann sucht man sich das Gericht aus, das einem noch am ehesten schmeckt.“
Eine Möglichkeit des Protest wäre noch die Abgabe eines ungültigen Stimmzettels. Warum? Man gibt keinem eine Stimme, erhöht aber die Wahlbeteiligung. Drückt also damit sein grundsätzliches Interesse aus.

Ciao
Kaj

Hallo Kaj,

das Beispiel mit dem Kantinenschnitzel erscheint auf den ersten Blick einleuchtend. Es erscheint mir aber sehr verniedlichend. Ich habe vielmehr den Eindruck, zwischen Pest, Cholera und undefinierten, aber in jedem Fall lebensgefährlichen Krankheitserregern, wählen zu sollen. Aber sie bewirken wenigstens noch etwas: Sie machen jeden krank, der sich mit ihnen einläßt. Im Unterschied dazu bewirken die Extreme am linken und rechten Rand der Giftschüssel nichts mehr. Sie dienen nur als Indikatoren der Einfalt desjenigen, der hineingreift.

Noch konkreter gefällig? Verfassungsbrecher und wirtschaftliche Dumpfbacken einerseits, Vertreter einer kriminellen Vereinigung andererseits, dazwischen aalglatte Profillosigkeit und ein paar überforderte Leutchen, die im Katastrophenfall ihr süßes Nichtstun fortsetzen (die passenden Parteinamen kannst Du bestimmt den Aussagen zuordnen).

Ich bringe es nicht fertig, davon etwas mit meiner Stimme zu legitimieren.

Gruß
Wolfgang

Dem stimme ich nicht zu. Viele extreme
Parteien geben noch viel mehr Müll von
sich, als die etablierten.

stimmt. aber ein heilsamer schock wäre glaube ich mal angebracht. und in einem eher unbeutenden bundesland wie SH (oh-oh, jetzt bin ich wohl allen SH-ernern auf den schlips getreten :smile:) ist sowas auch nicht extrem gefärhlich.
Die DVU in sachsenanhalt macht ja auch nur blödsinn, die sind ja total unfähig.
Somit hat das ganze 2 positive wirkungen:

  1. die altparteien kriegen zu spüren, was ihre machtgeilheit und inkompetenz beim bürger auslöst.
  2. die bürger merken bald, dass sprücheklopfer auch nicht besser sind.

Nicht wählen halte ich auch für falsch.
Frau Hildebrandt brachte mal das Beispiel
der Kantine: „Wenn man Lust auf Schnitzel
hat und es gibt nun zufällig heute kein
Schnitzel in der Kantine, dann geht man
doch nicht weg und isst nichts! Dann
sucht man sich das Gericht aus, das einem
noch am ehesten schmeckt.“
Eine Möglichkeit des Protest wäre noch
die Abgabe eines ungültigen Stimmzettels.
Warum? Man gibt keinem eine Stimme,
erhöht aber die Wahlbeteiligung. Drückt
also damit sein grundsätzliches Interesse
aus.

prinzipiell hast du recht, nur:
die ungültigen stimmen tauchen ja nirgendswo auf. (zumindest nicht in den medien, und von der politik werden sie totgeschwiegen.)
dann würd ich -um beim beispiel der kantine zu bleiben- lieber hungrig als mit einer total ekelhaften brühe im magen nach hause gehen.

bis dann

stimmt. aber ein heilsamer schock wäre
glaube ich mal angebracht. und in einem
eher unbeutenden bundesland wie SH
(oh-oh, jetzt bin ich wohl allen
SH-ernern auf den schlips getreten :smile:)
ist sowas auch nicht extrem gefärhlich.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung eines Bundeslandes ist doch dabei völlig irrelevant. Die Menschen, die dort Wählen müssen mit dieser Entscheidung (sprich: Regierung) leben. Eine unfähige Landesregierung ist immer schlimm, egal ob das Land Bayern oder SH heißt.
Sonst müsste man auch sagen: „Ok die SHner dürfen Rechts wählen, die Bayern nicht, weil sie ein großes Bundesland sind.“ Das macht keinen Sinn.

Die DVU in sachsenanhalt macht ja auch
nur blödsinn, die sind ja total unfähig.
Somit hat das ganze 2 positive wirkungen:

  1. die altparteien kriegen zu spüren, was
    ihre machtgeilheit und inkompetenz beim
    bürger auslöst.
  2. die bürger merken bald, dass
    sprücheklopfer auch nicht besser sind.

Wie gesagt. Eine handlungsunfähige Landesregierung (wodurch auch immer ausgelöst) kann nicht heilend wirken. Die Probleme im Land werden nur noch größer und die Leute noch unzufriedener. Das kann nicht positiv sein und auch bei kleinen Ländern für die Bundesrepublik wirtschaftlich schädlich.

Ciao
Kaj

Die volkswirtschaftliche Bedeutung eines
Bundeslandes ist doch dabei völlig
irrelevant. Die Menschen, die dort Wählen
müssen mit dieser Entscheidung (sprich:
Regierung) leben. Eine unfähige
Landesregierung ist immer schlimm, egal
ob das Land Bayern oder SH heißt.
Sonst müsste man auch sagen: „Ok die
SHner dürfen Rechts wählen, die Bayern
nicht, weil sie ein großes Bundesland
sind.“ Das macht keinen Sinn.

sorry, da hätte natürlich ein „bundespolitisch nicht so bedeutend“ hingemusst.
prinzipiell bin ich ja acuh gegen rechts und links wählen, aber offensichtlich hat man ja keine andere mglichkeit, seinen unmut zum ausdruck zu bringen.
und wenn selbst solche 13% wie in Sachsen-A. von den etballierten parteien heruntergespielt wird und jede verantwortung scharf zurückgewiesen, dann kommt mir die galle hoch und ich wünschte mir 30% für DVU oder PDS. Nur damit diese verlogenen Ar…öcher endlich einmal ihre eigenen fehler eingstehen müssen.

Wie gesagt. Eine handlungsunfähige
Landesregierung (wodurch auch immer
ausgelöst) kann nicht heilend wirken. Die
Probleme im Land werden nur noch größer
und die Leute noch unzufriedener. Das
kann nicht positiv sein und auch bei
kleinen Ländern für die Bundesrepublik
wirtschaftlich schädlich.

na gut.
wie gesagt, ich finde das ja auch nicht wirklich gut.
mir sind unabhängige wählerverbände immer noch lieber. aber die werden ja wegen der 5%klausel nicht ernstgenommen, da viele bürger fürchten, ihre stimme „wegzuwerfen“, wenn es die partei nicht über diese total undemokratische hürde schafft.

letzten endes muss es das ziel seien, die rechte und vollmachten der parteien so stark wie möglich zu beschneiden.

ciao

Hallo,

stimmt. aber ein heilsamer schock wäre
glaube ich mal angebracht. und in einem
eher unbeutenden bundesland wie SH
(oh-oh, jetzt bin ich wohl allen
SH-ernern auf den schlips getreten :smile:)
ist sowas auch nicht extrem gefärhlich.
Die DVU in sachsenanhalt macht ja auch
nur blödsinn, die sind ja total unfähig.
Somit hat das ganze 2 positive wirkungen:

  1. die altparteien kriegen zu spüren, was
    ihre machtgeilheit und inkompetenz beim
    bürger auslöst.
  2. die bürger merken bald, dass
    sprücheklopfer auch nicht besser sind.

Zufällig Frontal am letzten Dienstag gesehen? Der Blödsinn der DVU kostet den Steuerzahler so ca. 1,5 Mio. DM per anno. Auf so einen Protest kann man gerne verzichten. Übrigens stört es die etablierten Parteien sicherlich nicht im geringsten, wenn irgendwelche Idioten Stühle in einem Landtag besetzen und nichts tun. Anstatt nicht oder „Protest“ zu wählen, solltet ihr euch lieber selbst politisch betätigen…

Gruss
Peter

Zufällig Frontal am letzten Dienstag
gesehen? Der Blödsinn der DVU kostet den
Steuerzahler so ca. 1,5 Mio. DM per anno.
Auf so einen Protest kann man gerne
verzichten. Übrigens stört es die
etablierten Parteien sicherlich nicht im
geringsten, wenn irgendwelche Idioten
Stühle in einem Landtag besetzen und
nichts tun. Anstatt nicht oder „Protest“
zu wählen, solltet ihr euch lieber selbst
politisch betätigen…

hi

hab ich nicht gesehen. das mit den 1,5 mio ist ärgerlich, aber die andern parteien machen auch blödsinn, was kostet der uns?
aber ok, das darf kein argument sein, ich weiss. das ganze ist ja auch ein zweischneidiges schwert.
im prinzip sehe ich das so: solange es parteien gibt wird auch die selbstbereicherung anhalten. und natürlich die selbstbereicherung der parteien.
fazit: parteien abschaffen.
(das ist auch der grund, warum ich nicht in eine partei eintreten will, um mich zu engagieren)

bis dann

Hallo

hab ich nicht gesehen. das mit den 1,5
mio ist ärgerlich, aber die andern
parteien machen auch blödsinn, was kostet
der uns?
aber ok, das darf kein argument sein, ich
weiss. das ganze ist ja auch ein
zweischneidiges schwert.
im prinzip sehe ich das so: solange es
parteien gibt wird auch die
selbstbereicherung anhalten. und
natürlich die selbstbereicherung der
parteien.

Schon wahr, aber wenigsten leisten die etablierten Parteien so was ähnliches wie Regierungsarbeit. Kann man von der DVU in SA (gottseidank) nicht behaupten. Schon amüsant: Die DVU-Fraktion in SA hat sich so zerstritten, dass es zu einer Spaltung gekommen ist und die „Abtrünnigen“ eine eigene Partei gegründet haben. Da ja die Mitglieder dieser neuen Partei alle ein gültiges Mandat haben, musste der Landtagspräsident eine neue Fraktion anerkennen. Jetzt sitzen da zwei rechtsradikale Parteien im Landtag und tun nichts (und bekommen Gehalt, Wahlkampfkosten-Erstattung etc.)

fazit: parteien abschaffen.
(das ist auch der grund, warum ich nicht
in eine partei eintreten will, um mich zu
engagieren)

Kann ich nachvollziehen, aber was wäre die Alternative? Es muss ja nicht unbedingt eine Partei sein - mir fallen da Bürgerbegehren, Demonstrationen etc. ein.

Gruss
Peter

und wenn selbst solche 13% wie in
Sachsen-A. von den etballierten parteien
heruntergespielt wird und jede
verantwortung scharf zurückgewiesen, dann
kommt mir die galle hoch und ich wünschte
mir 30% für DVU oder PDS. Nur damit diese
verlogenen Ar…öcher endlich einmal ihre
eigenen fehler eingstehen müssen.

Glaubst Du daß das passiert? In Östereich haben wir doch das beste Beispiel für dir Rückgratlosigkeit der meisten Politiker. Dort wurde kräftig Protest gewählt und jetzt ist die FPÖ tatsächlich Regierungsrelevant geworden und kann nicht mehr totgeschwiegen werden. Die Protestwähler haben sich verrechnet. Aber statt daß die Politiker sich treu bleiben und sich von denen, die sie sonst verteufelt haben, weiterhin zu distanzieren, verbünden sie sich mit ihnen als wäre nichts gewesen.

mir sind unabhängige wählerverbände immer
noch lieber. aber die werden ja wegen der
5%klausel nicht ernstgenommen, da viele
bürger fürchten, ihre stimme
„wegzuwerfen“, wenn es die partei nicht
über diese total undemokratische hürde
schafft.

Ich stimme Dir zu, daß diese Hürde undemokratisch ist, aber es könnete ja bedeuten sich einen Moskito ins Zelt zu holen, wie furchtbar!

letzten endes muss es das ziel seien, die
rechte und vollmachten der parteien so
stark wie möglich zu beschneiden.

Reglementierung halte ich generell nicht für gut, aber es gibt wohl kaum eine andere Möglichkeit sie zu zwingen verantwortungsvoller mit ihren Rechten umzugehen.

Vielleicht würde es auch helfen an den „Hintertürchen“ „Wächter“ aufzustellen, wer weiß?

Glaubst Du daß das passiert? In Östereich
haben wir doch das beste Beispiel für dir
Rückgratlosigkeit der meisten Politiker.
Dort wurde kräftig Protest gewählt und
jetzt ist die FPÖ tatsächlich
Regierungsrelevant geworden und kann
nicht mehr totgeschwiegen werden. Die
Protestwähler haben sich verrechnet. Aber
statt daß die Politiker sich treu bleiben
und sich von denen, die sie sonst
verteufelt haben, weiterhin zu
distanzieren, verbünden sie sich mit
ihnen als wäre nichts gewesen.

stimmt. bleibt halt doch nur die abschaffung des parteienstaates…

Ich stimme Dir zu, daß diese Hürde
undemokratisch ist, aber es könnete ja
bedeuten sich einen Moskito ins Zelt zu
holen, wie furchtbar!

*brrr-kräftig schüttel bei dem gedanken*

Reglementierung halte ich generell nicht
für gut, aber es gibt wohl kaum eine
andere Möglichkeit sie zu zwingen
verantwortungsvoller mit ihren Rechten
umzugehen.
Vielleicht würde es auch helfen an den
„Hintertürchen“ „Wächter“ aufzustellen,
wer weiß?

ja. ich bin einfach dafür, alle parteien für einige wahlperioden zu verbieten.
wenns auch ohne klappt, dann ist es doch wunderbar.
wenn es nicht ohne klappt, dann sollen die parteien eben wieder neu anfangen.
hat ja am anfang unseres landes auch geklappt mit denen.

bis dann

Schon wahr, aber wenigsten leisten die
etablierten Parteien so was ähnliches wie
Regierungsarbeit. Kann man von der DVU in
SA (gottseidank) nicht behaupten. Schon
amüsant: Die DVU-Fraktion in SA hat sich
so zerstritten, dass es zu einer Spaltung
gekommen ist und die „Abtrünnigen“ eine
eigene Partei gegründet haben. Da ja die
Mitglieder dieser neuen Partei alle ein
gültiges Mandat haben, musste der
Landtagspräsident eine neue Fraktion
anerkennen. Jetzt sitzen da zwei
rechtsradikale Parteien im Landtag und
tun nichts (und bekommen Gehalt,
Wahlkampfkosten-Erstattung etc.)

das ist nicht gut.

Kann ich nachvollziehen, aber was wäre
die Alternative? Es muss ja nicht
unbedingt eine Partei sein - mir fallen
da Bürgerbegehren, Demonstrationen etc.
ein.

ich denke da an direkte wahl eines gemeindevorsitzenden. und die gemeindevorsitzdenen wählen dann wieder den obergemeindevorsitzenden usw.
stellvertreterdemokratie ist wohl unumgänglich.
aber parteien brauchen wir nicht.

bis dann

ich denke da an direkte wahl eines
gemeindevorsitzenden. und die
gemeindevorsitzdenen wählen dann wieder
den obergemeindevorsitzenden usw.
stellvertreterdemokratie ist wohl
unumgänglich.
aber parteien brauchen wir nicht.

In Hessen werden seit einiger Zeit die Stadtvorsitzenden (Ober-/Bürgermeister) direkt vom Bürger gewählt. Dabei kann es durchaus vorkommen, daß die stärkste Partei die SPD ist und der Bürgermeister CDU-Mitglied (siehe Frankfurt/Main)

In Hessen werden seit einiger Zeit die
Stadtvorsitzenden (Ober-/Bürgermeister)
direkt vom Bürger gewählt. Dabei kann es
durchaus vorkommen, daß die stärkste
Partei die SPD ist und der Bürgermeister
CDU-Mitglied (siehe Frankfurt/Main)

das ist in nrw jetzt auch so, und die 5%klausel würde als verfassungswidrig eingestuft und abgeschafft.
das ist ja auch alles schön und gut.
aber ich meinte das anders. nämlich, dass auch die kommunen/gemeinden/städte neu gegliedert werden, sodass also jeder wahlbezirk einen bezirksvertreter in den stadtrat entsendet und sonst da niemand sitzt. der stadtrat sollte auch kein festes exekutivorgan (ob/stadtdirketor) mehr haben, sondern eher turnusmässig dieses amt einem seiner mitglieder übertragen, da entscheidungen immer von der mehrheit beschlossen werden.
da braucht man keine marionette als aushängeschild, so wie das jetzt ist.

bis dann