Währung, Absicherung bei Auslandsgeschäften.
Wie funktioniert so etwas?
Ist das eine Art Versicherung?
Ich habe gestern davon gehört und kann mir nichts konkretes darunter
vorstellen.
Danke für Infos!
Grüße
Caro
Währung, Absicherung bei Auslandsgeschäften.
Wie funktioniert so etwas?
Ist das eine Art Versicherung?
Ich habe gestern davon gehört und kann mir nichts konkretes darunter
vorstellen.
Danke für Infos!
Grüße
Caro
Kurssicherung
Währung, Absicherung bei Auslandsgeschäften.
Hallo,
es geht darum, denjenigen, der absichert, vor Verlusten aus Währungsschwankungen zu bewahren bzw. diese zu reduzieren. Die einfachste Variante: Verkäufer V wird per 30.6. 50.000 US-Dollar erhalten. Der Trend beim Dollar geht derzeit nach unten, also fürchtet er, daß die 50.000 Dollar in einem Monat weniger € wert sind.
Er wendet sich an seine Bank und schließt ein Devisentermingeschäft ab. Gegen eine Gebühr (bzw. genauer: Einen Kursabschlag) kauft die Bank ihm die $ zu einem festen Kurs per 30.06. ab.
Am 30.6. kommt dann das Geld in Dollar und der Kunde erhält dann den bereits heute ausgemachten Wechselkurs. Damit fallen evtl. Währungsverluste nicht mehr dem V. zu, sondern der Bank (die sich natürlich ihrerseits wiederum auch abgesichert hat).
Wie gesagt, das war die einfachste Variante. Man kann das aber auch so auf die Spitze treiben, daß mit der Kontruktion einer Währungsabsicherung ein Mathematiker 2 Tage beschäftigt sein kann. Ist mir neulich nämlich versehentlich passiert, weil ich die Komplexität der Anfrage des Kunden leicht unterschätzte.
Falls noch Fragen bestehen oder neue aufgekommen sind: Bitte melden.
Gruß
Christian
Vielen dank für die umfangreiche Erklärung!!!
Kann man die Kosten für eine solche Absicherung in etwa beziffern?
So, dass man mal eine realistische Vorstellung hat?
Wo sichert sich die Bank denn wiederum ab?
Danke nochmal und Grüße
Caro
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Vielen dank für die umfangreiche Erklärung!!!
Kein Problem, dafür bin ich ja hier. 
Kann man die Kosten für eine solche Absicherung in etwa
beziffern?
Naja, schwierig. Vom Terminkurs, der sich letztlich aus den Zinsdifferenzen der beiden Länder berechnet, nimmt sich die Bank halt ein Stückchen. Für den Dollar rechnen wir als Normalkondition ungefähr 20 Stellen. Der Terminkurs auf einen Monat ist 1,1812, d.h. wir würden dem Kunden einen Kurs von 1,1832 berechnen, was dann bedeutet, daß bei dem genannten Beispiel (50.000 Dollar im Verkauf) rd. 70 Euro bei der Bank hängenbleiben.
Wo sichert sich die Bank denn wiederum ab?
Naja, da gibt es mehrere Möglichkeiten. Zunächst wird man schauen, ob nicht andere Kunden genau gegenläufige Geschäfte abgeschlossen haben. Nur die Nettoposition wird dann abgesichert, z.B. mit anderen Banken, die natürlich auch offene Positionen haben. Das klappt solange gut, wie die beteiligten Währungen relativ häufig und in großen Volumina gehandelt werden. Geht es dann in Richtung irgendwelcher Exoten, wird es problematisch und auch teurer.
Die Möglichkeiten der Absicherung sind jedenfalls so vielfältig (auch von den Produkten her), daß wir uns da extra ein paar Wahnsinnige dafür halten, die den ganzen Tag nur so einen Kram machen. Obwohl ich bei der Thematik eigentlich ganz gut auf dem laufenden bin, klinke ich mich geistig bei Präsentationen von unseren Leuten aus dem Devisenhandel bzw. dem Treasury nach 10-15 Minuten aus.
Wie gesagt: Da arbeiten im wesentlichen Mathematiker und so fallen die Geschichten dann aus. Für die grundlegendsten Grundlagen habe ich gerade eine ganz gute seite gefunden:
http://www.bankstudent.de/downloads4/bbl33.htm
Gruß
Christian
Danke dir!
Das hat mir wirklich einen Einblick gegeben.
Auch Danke für den Link.
Grüße und schönes WE
Caro
Hallo Caro,
generell gibts da mehrere Möglichkeiten, von denen Christian die einfachste und zumindest im Wahrenverkehr oft gebräuchliche schon sehr gut beschrieben hat. Die ca. Abschläge gegenüber dem Kassakurs liegen derzeit bei ca. 11 Stellen für einen Monat bis hin zu 120 Stellen auf ein Jahr. (Bei einem Betrag von 50.000 USD ist’s wohl ein bischen mehr - bei den 6 Mio die ich von neulich hatte weniger)
Das DTG hat allerdings den Nachteil, dass falls dein Kunde vorher konkurs geht, du trotzdem die USD bringen musst. Sprich falls dir dein Abnehmer und damit der Zahler in USD ausfällt, so musst du dich spätestens 2 Tage vor Ablauf am Markt selbst mit USD eindecken um die USD für das DTG zu liefern. (Was bei steigenden Kursen zu Verlusten führen kann)
Dann gibt es noch die Möglichkeit, dass du dir eine Devisenoption kaufst. Hierfür zahlst du eine Optionsprämie. Sollte nun entgegen deiner Erwartung der Kurs des USD steigenausfallen, so kannst du die Option einfach verfallen lassen und den Gewinn mitnehmen. Lohnt sich allerdings erst, wenn der Kursgewinn höher ist wie die gezahlte Prämie.
Sollte dein Abnehmer ausfallen, läßt du die Option ebenfalls verfallen und hast nur die Prämie als Verlust.
Noch eine Variante, die sich anbieten würde wenn du gerade noch vorübergehend Liquidität bräuchtest, wäre die die Aufnahme eines Kredites in USD. Du würdest hierbei weniger Zinsen bezahlen als auf deutschem Zinsniveau und der Kredit würde mit der eingehenden USD Zahlung getilgt.
Gruß Ivo