Währungscrash in Sicht?

Hallo Forum,

bereits in den Jahren 1923 und 1948 gab es eine Währungsreform, mit der Folge, dass ein Großteil der Menschen ihre Ersparnisse weitgehend verloren haben. Jedesmal ging ein Krieg sowie die totale Zerrüttung der Staatsfinanzen voraus. Die Ähnlichkeiten mit dem aktuellen Zeitgeschehen macht mich nachdenklich.

Nun las ich hier,

Zum ganzen Artikel:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,437…

Worauf will uns der Spiegel hier vorbereiten??? Steht uns auch eine dramatische Geldentwertung bevor? Welches Zeitfenster haltet Ihr ggf. für realistisch insoweit? Was würde das wohl für unser alltägliches Leben konkret bedeuten?

Hilfe!!!
LG
sine

hallo sine,

der spiegel muss journalisten beschäftigen (arbeitsplatzsicherung), will auf nichts vorbereiten, da es ein nachrichtenmagazin und meinungsmachermagazin ist und du kannst ja eine währungssspekulation auf den zusammenbruch des dollars eingehen.
da spekulieren viele, da alle den dollar auf der verliererseite sehen.
dummerweise hat die mehrheit an der börse nie recht.

strubbel
^:open_mouth:)

Hallo,

Hallo Forum,

bereits in den Jahren 1923 und 1948 gab es eine
Währungsreform, mit der Folge, dass ein Großteil der Menschen
ihre Ersparnisse weitgehend verloren haben. Jedesmal ging ein
Krieg sowie die totale Zerrüttung der Staatsfinanzen voraus.
Die Ähnlichkeiten mit dem aktuellen Zeitgeschehen macht mich
nachdenklich.

irgendwie macht mich Deine Nachdenklichkeit nachdenklich. Wo siehst Du denn Ähnlichkeiten?

Zum ganzen Artikel:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,437…

Titel:
„Zentralrat der Juden vergleicht Westerwelle mit Möllemann“

Ungeheuerlich, aber weitab von dem Thema, das Du hier behandelt wissen wolltest.

Gruß,
Christian

Hallo Christian,

irgendwie macht mich Deine Nachdenklichkeit nachdenklich. Wo
siehst Du denn Ähnlichkeiten?

naja, Staatsbankrott steht wohl unmittelbar bevor, das ist für jeden spürbar und nachvollziehbar, da muss ich wohl nicht weiter ausholen und im Krieg sind wir dank unseres Merkels nun wohl auch …

Zum ganzen Artikel:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,437…

Titel:
„Zentralrat der Juden vergleicht Westerwelle mit Möllemann“

Ungeheuerlich, aber weitab von dem Thema, das Du hier
behandelt wissen wolltest.

Ja, da hast du wohl recht, ich muss irgendwie im link verrutscht sein, meinte http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,437158,00.html

Aber lass dir den Abend nicht verderben - ich hoffe sehr, dass meine Assoziationen zu weit her geholt sind.

Schade dass hier im www bislang keine wirklichen Experten zum Thema zu finden sind. Ist jetzt nicht persönlich gemeint, Christian, ich danke dir trotzdem für deine Antwort.

LG
sine

Hallo,

naja, Staatsbankrott steht wohl unmittelbar bevor,

das ist falsch.

Schade dass hier im www bislang keine wirklichen Experten zum
Thema zu finden sind.

Zum Thema Verschwörungstheorien und Panikmache gibt es durchaus einige Experten bei www, aber die lesen und schreiben in diesem Brett selten. Hier ist das Klima eher von Tatsachen geprägt.

Solltest Du fundierte Beiträge zum Thema Staatsverschuldung und Währungsschwankungen loswerden wollen, stehen Dir die Bretter BWL & VWL sowie Finanz- & Wirtschaftspolitik und natürlich dieses hier zur Verfügung.

Ob Du in Herrn Steingart einen echten Experten in Sachen Währungsstabilität gefunden hast, lasse ich mal dahingestellt. So oder so ist er von Hause Wirtschaftsjournalist und nicht Volkswirtschaftler.

Gruß,
Christian

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Hallo,

Hallo Forum,

bereits in den Jahren 1923 und 1948 gab es eine
Währungsreform, mit der Folge, dass ein Großteil der Menschen
ihre Ersparnisse weitgehend verloren haben. Jedesmal ging ein
Krieg sowie die totale Zerrüttung der Staatsfinanzen voraus.
Die Ähnlichkeiten mit dem aktuellen Zeitgeschehen macht mich
nachdenklich.

Einen ähnlich großen Krieg wie die beiden Weltkriege auf die du hier abziehlst, sehe ich derzeit nicht wirklich.

Klar wird in einschlägigen, großen, deutschen Tageszeitungen von zerrütteten Staatsfinanzen geredet, allerdings dies mit den Zuständen 1923 und 1948 zu vergleichen ist schlicht nicht möglich.

Zum Thema Verschwörungstheorien und Panikmache gibt es
durchaus einige Experten bei www, aber die lesen und schreiben
in diesem Brett selten. Hier ist das Klima eher von Tatsachen
geprägt.

Naja, der Spiegel ist normalerweise nicht gerade ein Organ für Verschwörungstheoretiker (damit will ich nicht behaupten, die dort erscheinenden Beiträge seien überwiegend serös …). Allerdings ist aktuell ein inhaltlich ähnlich gelagerter Artikel im Manager Magazin zu lesen:

http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828…

Ob Du in Herrn Steingart einen echten Experten in Sachen
Währungsstabilität gefunden hast, lasse ich mal dahingestellt.
So oder so ist er von Hause Wirtschaftsjournalist und nicht
Volkswirtschaftler.

Das muss nichts bedeuten, manch interessierter Laie/Autodidakt bringt es zu ansehnlichem Fachwissen und im Gegensatz zum studierten Volkswirt muss er sich nicht erst die Scheuklappen vom Kopf reißen :wink:

Aber auch viele sog. Fachleute im eigentlichen Sinne sehen ein derartiges Szenario als recht realistisch an, wie du dem Bericht unter obigem Link entnehmen kannst. Oder haben nun die sog. Verschwörungstheoretiker die Medienmacht vom Spiegel bis zum Manager-Magazin an sich gerissen???

Auch das hier klingt ziemlich beunruhigend IMHO:

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,…

Gruß
sine

Einen ähnlich großen Krieg wie die beiden Weltkriege auf die
du hier abziehlst, sehe ich derzeit nicht wirklich.

OK, aber der Nahe Osten ist ein Pulverfass, welches jederzeit einen Flächenbrand entfachen kann, fürchte ich.

Klar wird in einschlägigen, großen, deutschen Tageszeitungen
von zerrütteten Staatsfinanzen geredet, allerdings dies mit
den Zuständen 1923 und 1948 zu vergleichen ist schlicht nicht
möglich.

Noch im Sommer hat´s Merkel Deutschland doch expressis verbis als „Sanierungsfall“ bezeichnet. Dann jetzt im Spiegel dieser seltsame Artikel … Allmählich wird ein Schuh draus.

Die Zahl der Arbeitslosen ist wohl real auch ähnlich hoch wie Anfang der 30er Jahre.

Ich hoffe sehr, dass meine Sorge unbegründet ist!

LG
sine

Zum Thema Verschwörungstheorien und Panikmache gibt es
durchaus einige Experten bei www, aber die lesen und schreiben
in diesem Brett selten. Hier ist das Klima eher von Tatsachen
geprägt.

Naja, der Spiegel ist normalerweise nicht gerade ein Organ für
Verschwörungstheoretiker (damit will ich nicht behaupten, die
dort erscheinenden Beiträge seien überwiegend serös …).
Allerdings ist aktuell ein inhaltlich ähnlich gelagerter
Artikel im Manager Magazin zu lesen:

Wie schon geschrieben wurde, leben diese Zeitschriften davon, daß sie ihre Seiten mit möglichst interessanten Inhalten füllen. Das kann dann schon mal dazu führen, daß man die Inhalte ein bißchen aufpeppt, um die Verkaufszahlen zu erhöhen.

Da fallen dann den versierten Reportern Sätze wie der folgende ein:
„Auch andere Länder haben sich an Leistungsbilanzdefizite von über 4 Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts gewöhnt, jener Grenze, die noch in den 80er Jahren akute Crashgefahr signalisierte. 2006 wird Amerika ein Defizit von 7 Prozent wagen, Spitzenreiter Island von halsbrecherischen 15 Prozent.“

„Akute Crashgefahr“ klingt so schön dramatisch und unverrückbar falsch, daß man ihn einfach mögen muß. Daß es sich dabei um eine absolut unwissenschaftliche und außerdem schlichtweg falsche Aussage handelt, fällt dem begeisterten Leser, dem gerade ein kleiner Gruselschauer über den Rücken läuft, nicht auf.

Tatsächlich hat Island eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen, eine geringe Arbeitslosenquote, eine überaus stabile Währung und nicht zuletzt gibt es einen Haushaltsüberschuß. Wer also suggeriert, bei Island handele es sich um ein Land kurz vor dem Abgrund, arbeitet schlicht und ergreifend unseriös oder hat keine Ahnung oder beides.

Ob Du in Herrn Steingart einen echten Experten in Sachen
Währungsstabilität gefunden hast, lasse ich mal dahingestellt.
So oder so ist er von Hause Wirtschaftsjournalist und nicht
Volkswirtschaftler.

Das muss nichts bedeuten, manch interessierter Laie/Autodidakt
bringt es zu ansehnlichem Fachwissen und im Gegensatz zum
studierten Volkswirt muss er sich nicht erst die Scheuklappen
vom Kopf reißen :wink:

Ja, sicher, das ultimative Argument der Rufer und Visionäre. Wer so um die Ecke kommt kann mir - um Jack Nicholson zitieren - den Schritt schamponieren.

Auch das hier klingt ziemlich beunruhigend IMHO:

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,…

Nein, da findet man die ersten vernünftigen Worte dieses Artikelbaums:
„Was sagen Sie all den Finanzmarktakteuren, die behaupten, ein Crash sei ein zwar mögliches, aber extrem unwahrscheinliches Szenario?“

„Eichengreen: Das ist eine bloße Behauptung. Genauso übrigens, wie die Vorhersage, dass wir demnächst einen Crash an den globalen Finanzmärkten erleben werden. Dies ist eine Phase echter Ungewissheit. Es wäre schlicht unseriös, verschiedenen Szenarien Eintrittswahrscheinlichkeiten zuordnen zu wollen. Aber eine Vorhersage wage ich: Je länger diese Situation anhält, und je stärker sich das Leistungsbilanzdefizit der USA aufbläht, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass wir schlimme Folgen erleben werden.“

Um also etwas zur Sache beizutragen: Die USA kompensieren ihr Leistungsbilanzdefizit seit Jahrzehnten durch einen Überschuß in der Kapitalbilanz, d.h. Ausländer legen Geld in den USA an (Anleihen, Aktien und andere Beteiligungen an Unternehmen, Immobilien, Guthaben). In der Tat könnte es ein Problem geben, wenn die Leistungsbilanzdefizite irgendwann nicht mehr durch Kapitalimporte ausgeglichen werden, weil den Ausländern die Anlage in den USA zu unsicher wird.

Dumm für die Panikmacher ist, daß man sich in dieser Hinsicht für den überschaubaren Zeitraum keinerlei Sorgen machen muß. Die nackten Wirtschaftsdaten sprechen jedenfalls nicht für ein Katastrophenszenario: Die Wirtschaft wächst, die Einkommen sind hoch und Investitionen rechnen sich. Zudem sind in den letzten Jahren die Steuersätze bzw. die Steuereinnahmen deutlich gesunken, so daß im Notfall - d.h. wenn es im Haushalt wirklich mal etwas eng wird - genug Potential besteht, um die Löcher zu füllen.

Die andere Seite ist, daß die vom Ausland geliehenen Gelder nicht nur konsumiert (wie das eigentlich immer zu einem großen Teil der Fall war) sondern im wahrsten Sinne des Wortes verballert werden. Hinzu kommt, daß ein wesentlicher Anstieg des Handelsdefizites auf den Anstieg des Ölpreises zurückzuführen ist, d.h. eine Entlastung ist nicht zu erwarten.

Alles in allem ist die Situation zwar eher unbefriedigend, aber Anlaß für Panikattacken gibt es nicht.

Gruß,
Christian

Dumm für die Panikmacher ist, daß man sich in dieser Hinsicht
für den überschaubaren Zeitraum keinerlei Sorgen machen muß.
Die nackten Wirtschaftsdaten sprechen jedenfalls nicht für ein
Katastrophenszenario: Die Wirtschaft wächst, die Einkommen
sind hoch und Investitionen rechnen sich. Zudem sind in den
letzten Jahren die Steuersätze bzw. die Steuereinnahmen
deutlich gesunken, so daß im Notfall - d.h. wenn es im
Haushalt wirklich mal etwas eng wird - genug Potential
besteht, um die Löcher zu füllen.

Die andere Seite ist, daß die vom Ausland geliehenen Gelder
nicht nur konsumiert (wie das eigentlich immer zu einem großen
Teil der Fall war) sondern im wahrsten Sinne des Wortes
verballert werden. Hinzu kommt, daß ein wesentlicher Anstieg
des Handelsdefizites auf den Anstieg des Ölpreises
zurückzuführen ist, d.h. eine Entlastung ist nicht zu
erwarten.

Alles in allem ist die Situation zwar eher unbefriedigend,
aber Anlaß für Panikattacken gibt es nicht.

Gruß,
Christian

Hallo Christian,

sehe Du hast den Artikel im Spiegel nicht gelesen. Manager-Magazin gehört ja zur gleichen Verlagsgruppe …

Und: Der Spiegel ist nicht allein:

http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=29

usw. usw. usw.

Grüße sendet,

Roland

P.S.: Darüber nachdenken ist aber schon erlaubt oder??

Hallo,

sehe Du hast den Artikel im Spiegel nicht gelesen.

woran erkennst Du das?

Manager-Magazin gehört ja zur gleichen Verlagsgruppe …

Und?

http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=29

Über den baldigen Zusammenbruch der Dollarwirtschaft verbreitet man sich mindestens seit Mitte der 80er Jahre. Was sagt uns das?

P.S.: Darüber nachdenken ist aber schon erlaubt oder??

Nachdenken ja, in Panikgebrüll und dann -starre verfallen nein.

Gruß,
Christian

hallo sine,

du malst aber jetzt unterschiedliche szenarien an die wand.
diese risiken bestehen durchaus und sind realistische.
nun haben wir aber risiken seit menschheitsbestehen. und diese beziehen sich nicht explizit nur auf die us-währung und erst recht nicht nur auf einen crash.
korrekturen können sich ebenso über lange zeiträume hinziehen.
und: dollarcrash in verhältnis zu welcher währung? dem euro? so toll ist der ja nun auch nicht, daß er explosionsartig gegenüber dem dollar zulegen kann.

strubbel
ß:open_mouth:)

Hallo,

sehe Du hast den Artikel im Spiegel nicht gelesen.

woran erkennst Du das?

An dem Satz, weil das im Spiegel Artikel behandelt wurde:

„Hinzu kommt, daß ein wesentlicher Anstieg des Handelsdefizites auf den Anstieg des Ölpreises zurückzuführen ist, d.h. eine Entlastung ist nicht zu erwarten.“

Manager-Magazin gehört ja zur gleichen Verlagsgruppe …

Und?

Und tuten somit oft ins gleiche Horn.

http://blog.zeit.de/herdentrieb/?p=29

Über den baldigen Zusammenbruch der Dollarwirtschaft
verbreitet man sich mindestens seit Mitte der 80er Jahre. Was
sagt uns das?

Kann ich nicht beurteilen, beschäftige mich erst seit 10 Jahren mit Finanzen.

P.S.: Darüber nachdenken ist aber schon erlaubt oder??

Nachdenken ja, in Panikgebrüll und dann -starre verfallen
nein.

Sehe ich auch so. Was schlägst Du vor und wie wird ein „Crash“ aussehen??

Gruß,
Christian

Viele Grüße sendet,

Roland

woran erkennst Du das?

An dem Satz, weil das im Spiegel Artikel behandelt wurde:

„Hinzu kommt, daß ein wesentlicher Anstieg des
Handelsdefizites auf den Anstieg des Ölpreises zurückzuführen
ist, d.h. eine Entlastung ist nicht zu erwarten.“

Nun, es ist allerdings auch denkbar, daß ich andere Quellen verwende, denen ich eine höhere Priorität einräume.

Sehe ich auch so. Was schlägst Du vor und wie wird ein „Crash“
aussehen??

Extreme Währungsverwerfungen hat es in der Tat schon mehrfach gegeben. Die meisten davon, fanden in Entwicklungs- oder Schwellenländern statt, die einerseits über eine schwache Wirtschaft verfügten und andererseits eine falsche Wechselkurspolitik verfolgten. Beides ist hier nicht der Fall.

Dann gab es bspw. die EWS-Krise 1993, bei der einige Währungen des Europäischen Währungssystems unter Druck gerieten. Die tatsächlichen Folgen der dramatischen Tage und Wochen waren insgesamt kaum spürbar. Hier ging es um starke Volkswirtschaften, wie es die USA auch ist.

Dann gab es natürlich die großen Währungskrisen in den 20er und 40er Jahren, die allesamt Ursachen hatten, die mit der heutigen Situation nicht vergleichbar sind. Zudem ist die Verflechtung der Volkswirtschaften heute deutlich größer.

Die Weltwirtschaftskrise der 20er Jahre ist insbesondere darauf zurückzuführen, daß die betroffenen Staaten ihr Heil in der Abschottung suchten und davon ausgingen, sie könnten die Probleme dadurch lösen, daß sie ihre Wirtschaften vom Rest der Welt abkoppelten. Das funktionierte damals nicht und wird heute noch viel weniger funktionieren.

Dies ist heute allen Beteiligten klar, so daß nicht davon auszugehen ist, daß sich die damaligen Fehler wiederholen werden.

Soviel in aller Kürze.

Gruß,
Christian