Wärmedämmung der Aussenwände - für und wider

Hallo zusammen,

ich plane die Aussenwand meines Hauses nach 40 Jahren neu zu verputzen und habe deshalb schon Angebote vorliegen.
Da das Haus im Urzustand und damit frei von jeglicher Wärmedämmung ist schlug mir der Handwerker natürlich vor das Haus zu dämmen und erst dann eine neue Putzschicht aufzuziehen.

Ich plane das auch zu machen, höre aber im Bekanntenkreis immer mehr kritische Anmerkungen.
Feuchtigkeit, Haltwertzeit der Wärmedämmung, evt. Austausch, erste Häuser müssen bereits nach 20 Jahren wieder ausgepackt werden, Entsorgung der Dämmmaterialien auch vor ökologischem Hintergrund und und und…

Ich bin nun verunsichert und würde mich über den einen oder anderen Tipp oder ein paar beruhigende Argumente pro Dämmung sehr freuen.

Nach EnEV ist man verpflichtet zu dämmen, wenn die Fassade erneuert wird.

Moin,

Ich plane das auch zu machen, höre aber im Bekanntenkreis
immer mehr kritische Anmerkungen.

eine nachträgliche Isolierung ist auch keine so triviale Sache, da muss man eine Unmenge Dinge beachten und man kann auch viele Fehler machen.
Solche Maßnahmen müssen von Fachmenschen konzipiert und von Fachmenschen ausgeführt werden. Einfach zu sagen x cm Dämmung drauf, Putz drüber und gut ist es, kann tatsächlich zu Unbill führen.

Andererseits kann eine fachgerecht ausgeführte Wärmedämmung zu nicht unerheblichen Kostenreduzierungen führen, die sich binnen weniger Jahre rechnet.

Gandalf

Hallo!

Ich plane das auch zu machen, höre aber im Bekanntenkreis
immer mehr kritische Anmerkungen.

Kritik ist in vielen Fällen berechtigt, nämlich aufgrund fehlender Planung und mangelhafter Ausführung. So wird oft Iso-Material auf die Fassade gebracht, aber die Fenster bleiben in der ursprünglichen Wandebene („machen doch alle so und mein Schwager ist Maurer und der hat gesagt…“), an ein Belüftungssystem wird gar nicht erst gedacht und die Dämmung des Kellers erscheint zu aufwändig. Im Ergebnis bleibt der Energiebedarf deutlich höher als erwartet und das Haus wird zur Schimmelhöhle.

Die Halbheiten bereiten den teuren Ärger. Richtig geplant und durchgeführt sehe ich keine stichhaltigen Argumente gegen die Senkung des Energiebedarfs durch Dämmung. Ich sehe auch keine Alternative.

Gruß
Wolfgang

Solche Maßnahmen müssen von Fachmenschen konzipiert und von
Fachmenschen ausgeführt werden.

und die planung bitte nicht vom maler oder verputzer!

gruß inder

Hallo,

ich plane die Aussenwand meines Hauses nach 40 Jahren neu zu
verputzen und habe deshalb schon Angebote vorliegen.
Da das Haus im Urzustand und damit frei von jeglicher
Wärmedämmung ist schlug mir der Handwerker natürlich vor das
Haus zu dämmen und erst dann eine neue Putzschicht
aufzuziehen.

Dämmung macht nur Sinn, wenn man Fenster mit Dreifach-Glas einbaut, eine Lüftungsanlage, am Dämm-Material nicht spart, und die horizontale Dämmung unten und oben im Haus nicht vergißt.

Ich bin nun verunsichert und würde mich über den einen oder
anderen Tipp oder ein paar beruhigende Argumente pro Dämmung
sehr freuen.

Pro Dämmung spricht wirklich nur die aufwändigste Version.
Das Problem Veralgung an der gedämmten Fassade ist dann aber immer noch nicht gelöst.

lieben Gruß
Marga

Moin,

Dämmung macht nur Sinn, wenn man Fenster mit Dreifach-Glas
einbaut, eine Lüftungsanlage, am Dämm-Material nicht spart,
und die horizontale Dämmung unten und oben im Haus nicht
vergißt.

jain.
Eine nachträgliche Dämmung macht nur dann Sinn, wenn das Gesamtkonzept stimmig ist.

Um bei Deinem Beispiel zu bleiben.
Wenn die Fenster zu gut isolieren (sie also nicht mehr der kälteste Teil der Wand sind), kommt es mehr oder weniger zwangsläufig zu feuchten Wänden, weil sich die Feuchtigkeit dann darauf niederschlägt.
Man muss also schauen, wie gut die Wand nach der Isolierung isoliert und die Fenster darauf abstimmen. Dito, wenn die Position der Fenster in der Wand falsch ist.
Pauschal mit Dämmung macht nur Sinn, wenn man Fenster mit Dreifach-Glas einbaut zu argumentieren ist genauso unpräzise wie eine Aussage, man müsse x cm Dämmmaterial aufbringen.

Es ist leider nicht so einfach!

Gandalf

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Guten Abend Gandalf,

Eine nachträgliche Dämmung macht nur dann Sinn, wenn das
Gesamtkonzept stimmig ist.

Damit hast Du recht.
Wollte nur zum Ausdruck bringen, dass es mit einer Außendämmung nicht getan ist.
Dass es für gute Dämmung spezielle Kentnisse braucht ist unbestritten, nicht jeder Architekt kann ein Passivhaus bauen, oder einen Altbau in ein Passivhaus umbauen. Ich kann beides nicht, werde aber in meinem Fachgebiet sehr oft mit Feuchte-Problematik konfrontiert und ärgere mich leider immer noch über die Vermarktungs-Strategien von Bund und Wirtschaft.

Es ist leider nicht so einfach!

Es ist wirklich nicht so einfach, wie ich geschrieben habe!

lieben Gruß
Marga

nachdem Florestino das ‚FÜR‘ geklärt hat …
… jetzt geht es um das wie.

Guten Tag,
Bei Haltbarkeit gibt es Kritik im wesentlichen an Dämmung mit Polystyrolschaum („Styropor“). Platten, die kostengünstig auf die Fassade geklebt und übergeputzt wurden.
Neben der Versprödungsgefahr hat sich die Eigenschaft herausgestellt, dass das Material bei Bränden wie ein Brandbeschleuniger wirken kann und Feuer über das gesamte Haus verteilt.

Inzwischen Kommt man zu Mineralwolle und artverwandten Produkten zurück.

Es bleibt aber: Die Änderung des gesamten Außensystems gehört in die Hände von Fachleuten.

Neben der Dämmung (Wärme) müssen auch Dampfdiffusionstechnische Berechnungen (Glaser-Verfahren u.s.w.) durchgeführt werden.

Die Beschaffenheit von Fenstern (Luftdichtheit, U-Wert u.s.w.) ist dabei Teil des gesamten Systems.
Auch der Einbau (Anschluss der Rahmen an der Außenwand) spielt eine Rolle. Manchmal genügt es sogar, wenn bloß die Fuge „dampfdicht“ (VOB-C) abgeklebt wird.

Von hier aus kann das nicht fachgerecht beurteilt werden. Es muss also nicht zwingend gleich eine Dreifachverglasung sein.

Erst mal durchrchrechnen lassen und Angebote einholen.

Herzlichst

Ole Welzel

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Hi,

es gibt durchaus auch Dämmsysteme für Ziegelbauten die aus natürlichen Rohstoffen hergestellt werden, also nicht teuer entsorgt werden müssen und nicht so brandgefährlich sind. Die würde ich mir auf jeden Fall alternativ anbieten lassen.

http://www.gutex.de/de/Produkte
http://www.inthermo.de/index.php?id=20&no_cache=1

http://www.baumarkt.de/nxs/9060///baumarkt/schablone…

Zum Teil werden diese auch von Holzhaus-Baufirmen angeboten. Das ändert aber nichts daran, dass das Ganze von einem Profi geplant werden muß. Sonst ist Ärger vorprogrammiert.

bye
Rolf

Vielen Dank für all die Beiträge!
Guten Tag,

ja, danke für all die Beiträge die ich bis jetzt zu diesem Thema erhalten habe!
Ich möchte dass Thema damit auch nicht abschließen und freue mich auch weiter auf gute Ratschläge.

Bisher bestätigen die Ratschläge eindeutig die kritischen Anmerkungen aus meinem Bekanntenkreis. Zwar erst einmal kein bequemes Ergebnis, ganz sicher aber für das Ergebnis der Isoliermaßnahme ein sehr hilfreiches!!! Danke!

Wärmedämmung der Aussenwände - für und wider… …
Hallo,
auch ich bin über das Für und Wider der Außendämmung sehr verunsichert.
Was passiert, wenn man an dem bestehenden Mauerwerk einfach zusätzlich noch eine Mauer mit 12cm breiten Porenbestonsteinen hochzieht und verputzt?
VG
Klaus