Wärmedämmung der Kellerdecke

Die Wärmedämmung der Kellerdecke war nach intensiver Beratung eines professionellen Energieberaters (KfW-Zulassung) eine geeignete Massnahme, die mit den geringsten Kosten und dem höchsten Nutzen für unser Haus verbunden war. Eine Massnahme, die jederman auch selbst durchführen kann. Das spart viel Energie und schont erheblich den eigenen Geldbeutel. Die Dämmung erfolgte bei uns mittels Styroporplatten (100 x 50 x 12 cm) über eine Fläche von ca 120 Quadratmetern.

Tips:
Der Kleber richtet sich nicht allein nach dem Untergrund, sondern am Gewicht der Platte zzgl. Putz, Beleuchtung und sonst. Befestigungen.

Für das Zuschneiden der Platten empfielt sich ein elektrischer Fuchsschwanz. Das geht schnell, verursacht aber viel künstlichen „Neuschnee“. Das ungeliebte Quitschen beim Schneiden von Styropor entfällt.

Die Platten immer versetzt anbringen, damit keine langen durchgehenden Fugen entstehen. Missachtet man dies, kann sich je nach Federeigenschft der Decke die Dämmung nach einiger Zeit ggf. wieder lösen.

Styropor kann um wenige Millimeter variieren, so dass Kanten entstehen. Ebenso war ich nicht in der Lage den Kleber immer ganz gleichmäßig aufzutragen, was die Kantenbildung ebenso fördert.

Nach Austrocknung des Klebers können anschließend die Kanten mittels eines elektrischen Hobels die groben Kanten leicht geglättet und mit enem Schwingschleifer (Körnung 40) ein super Finnish hergestellt werden.

Benötigt man keine Beleuchtung an dieser Decke, kann mittels eines Gitterflieses die Decke verputzt und ggf. gestrichen werden; sieht super aus.

Problem Beleuchtung: Styropor und starke Hitze schließen sich einander aus. Die Wahl der Beleuchtung ist also ebenfalls wichtig. Problemlos kann LED und Energiesparlampen aufgebracht werden. Achtung!!! Neonröhren werden zwar nicht heiß, dafür aber das integrierte konventionelle Vorschaltgerät. Vorschaltgeräte (so die Expertenmeinung) unterscheiden sich in konventionelle (VVG) und elektronische Vorschaltgeräte(EVG). Achte beim Kauf deshalb darauf, dass das Vorschaltgerät die Abkürzung EVG trägt. So sollte auch der Betrieb von umweltfreundlichen T5 - Leuchtmitteln an der Decke problemlos möglich sein.

Mir wurde fälschlich Deckenleuchten zugesandt, die nur eine Einbautiefe von 1,5 cm besaßen. Der Händler hatte es sicher gut mit mir gemeint, weil jeder Zentimeter bei der Wärmedämmung im Deckenbereich zählt.

Wie bekommt man eine Vertiefung von 1,5 cm für Deckenlampen (62,5 x 62,5 cm) in bereits an der Decke verklebten Wärmedämmplatten aus Styropor hinein???

Mein Tip: Zeichne mittels Schablone zunächst die Umrisse auf und vergewissere Dich, dass die Richtung gerade zu Raum ist. Dann schlitze mit dem Fuchsschwanz die Decke auf der vorgezeichneten Länge ca. 2 - 3 cm ein. Wenns mal tiefer geht, ist es auch nicht schlimm. Dann schneide einen Keil zur eben senkrecht Schlitzung aus. Dies dient der Orientierung in der Tiefe. Du siehst nämlich jetzt wie Tief Du bist, ob es reicht oder ob Du noch mehr in die Teife mußt. Jetzt nahm ich unter Beachtung der Laufrichtung meiner Bohrschiene, die ich zwischenzeitlich mit einem Drahtbürstenaufsatz versah, die horizontale Abtragung vor und erreichte eine fast plane Ebene in der neuen Aussparung. Hierfür benötigte ich für das o g. Mass ca. 25 Minuten pro Aussparung.

Empfehlung: es schneit ganz gewaltig. Die Krümel werden jede Körperöffnung und jede Hautfalte finden, in der sie sich harmonisch einfügen werden. Du solltest deshalb unbedingt eine rundum verschlossene Schutzbrille tragen und eine Maske für Mund und Nase (nicht die billigen Dinger aus dem Baumarkt, sondern eine mit Ausatemventil), Arbeitshandschuhe, ein Basecap oder etwas anderes und den Schutz Deiner Ohren nicht ausser Acht lassen. Als sehr hilfreich hat sich bei mir zusätzlich der Einsatz eines Ventilators erwiesen, der immer mal eben für frei Sicht durch die Brille sorgt. Fenster auf, Türen zu.

Ich verfüge über einen Erfahrungshorizont von 120 Quadratmetern Überkopfdeckenarbeit mit Amateurstatus. Viel Spass wünsche ich allen jenen, die mit wenig Geld eine hohe Effizienz Ihrer Energieeinsparung generieren wollen. Das setzt zuweilen eine gewisse Leidensfähigkeit beim Erbringen der Eigenleistung voraus.

Hallo Milli,

Der Kleber richtet sich nicht allein nach dem Untergrund,
sondern am Gewicht der Platte zzgl. Putz, Beleuchtung und
sonst. Befestigungen.

wurden die Styroporplatten danach verputzt?
Und Beleuchtung befestige ich direkt an der Decke nicht am Styropr.
Und Beleuchtungskörper die sich stark erwärmen haben kein tyropor in umittelbarer Nähe.

Für das Zuschneiden der Platten empfielt sich ein elektrischer
Fuchsschwanz. Das geht schnell, verursacht aber viel
künstlichen „Neuschnee“. Das ungeliebte Quitschen beim
Schneiden von Styropor entfällt.

Es gibt Spezialabbrechklingenmesser mit >=140 mm Klingenlänge, da quitscht nix.
M.E. ist da der Schnitt genauso schnell und auch nicht so ausgebröckelt wie mit einem elektr. Fuchsschwanz.

Die Platten immer versetzt anbringen, damit keine langen
durchgehenden Fugen entstehen. Missachtet man dies, kann sich
je nach Federeigenschft der Decke die Dämmung nach einiger
Zeit ggf. wieder lösen.

„Federeingenschaft der Decke“?
Hast du ein Trampolin von unten gedämmt? :smile:

Styropor kann um wenige Millimeter variieren, so dass Kanten
entstehen. Ebenso war ich nicht in der Lage den Kleber immer
ganz gleichmäßig aufzutragen, was die Kantenbildung ebenso
fördert.

Übungssache. Wenn die Decke plan ist kriegt man auch das Styropor plan hin. Max. kantenhöhe

Hallo,

das hört sich ja bei dir alles ziemlich einfach an, was hast du mit den an der Decke verlaufenden Leitungen gemacht oder liegen bei dir keine Elektrokabel oder Heizungsleitungen oder Wasserleitungen?

Gruß wulfman

hallo wulfmann,
naja, wenn es sich einfach anhört, dann deshalb, weil der Artikel eine für andere mutmachende Zusammenfassung ohne Jammerfaktor sein soll. Natürlich hat nicht alles auf Anhieb geklappt, aber schließlich ist das Ergenis akzeptabel.
Natürlich haben wir massenhaft Kabel und Rohre unter der Panelendecke gefunden. Die mußten wir natürlich auf der gesamten Fläche vorher entfernen. Die 12 cm-Dämmung kann natürlich nur dort geklebt werden, wo entweder keine Rohre sind oder tiefer hängen. Meist hingen sie zwischen 8 - 10 cm unterhalb der Decke. In diesen Fälle habe ich 6 cm Styrodur (höherer Dämmwert) in Rücksprache mit dem Energieberater verwendet. Die Rohre werden dann zusätzlich mit handelüblicher Rohrdämmung entsprechend dem Rohrdurchmesser gewählt (Durchmesser = Dämmung in Zentimeter). Abschließend wird die Dämmung gegen Feuchtigkeit mit einer grauen Folie überzogen. Lagen zuviele Rohre zueng zusammen, wurde im Trockenbau ein Kasten gebaut. Der Kasten mit den Rohren wurde mittels Glasdämmwolle ausreichend gedämmt.
Kabel kann man einfach und sauber in Kabelschächten unterbringen oder falls dies nicht sinnvoll ist, auf der Decke belassen. Das Styropor erhält in so einem Fall für das Kabel einen kleinen v-förmigen Schlitz in dem das Kabel Platz hat. Dann den Kleber auf die Platte und rauf damit an die Decke. Das Kabel sollte bei der etwas kreisenden Bewegung den Schlitz von alleine finden. Ich würde es im ersten Anlauf ohne Kleber versuchen, um zu sehen, ob das Kabel in den Schlitz passt.
Alles Gute, für weitere Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.
mipidillingen

Hallo Reinhard,
danke für Deine Antwort. Tja wenn ich vielleicht schon vorher dieses Forum gekannt hätte, dann wäre mir vielleicht vieles erspart geblieben. Natürlich hängt man Lampen an einem festen Untergrund auf. Aber ich fand keinen Bohrer der 20 cm lang ist und keinen Dübelvorschub durch den Styropor in Beton, wo man an jeder Stelle auf Stahl trifft.

Deine Vorschläge sind selbstverständlich alle richtig. Kein Einwand. Mein Beitrag zeigt jedoch auch eins: Planung ist alles. Dann kann man z.B. zu ebener Erde arbeiten. Aber wie löst man ein bestehendes Problem? Hilft es wirklich, wenn man im nachhinein erfährt, wie man es im Vorfeld besser umgangen hätte. Vielleicht vermeiden ja nach unserem kurzen Gedankenaustausch andere Teilnehmer des Forums meine Fehler, dann hätten ja alle gewonnen.

Übrigens ich habe das Styropor nicht herausgestemmt und beim Einsatz des Fuchsschwanzes bröckelte nichts; bei mir jedenfalls nicht. Der Einsatz des Messers ist mir auch bekannt. Dauert deutlich länger und man braucht viel Kraft in den Händen - bei 120 m² - über sehr lange Zeit!:smile:

Ach so, vielleicht hätte ich ja noch hinzufügen sollen, dass ich noch nie zuvor mit Styropor gearbeitet habe und das mir deshalb die nötige Erfahrung und Übung fehlte. Aber genau deshalb habe ich meinen Beitrag hier ins Forum gestellt. Ich glaube es gibt noch viele, den es genauso geht / ging wie mir.

mipidillingen

Hallo Mipi,

erspart geblieben. Natürlich hängt man Lampen an einem festen
Untergrund auf. Aber ich fand keinen Bohrer der 20 cm lang ist
und keinen Dübelvorschub durch den Styropor in Beton, wo man
an jeder Stelle auf Stahl trifft.

Vorschub, „Schlag“, bringt nur was wenn es Beton ist.
Bei Stahl beschleunigt es nur die Bohrerzerstörung.

Deine Vorschläge sind selbstverständlich alle richtig. Kein
Einwand. Mein Beitrag zeigt jedoch auch eins: Planung ist
alles. Dann kann man z.B. zu ebener Erde arbeiten. Aber wie
löst man ein bestehendes Problem? Hilft es wirklich, wenn man
im nachhinein erfährt, wie man es im Vorfeld besser umgangen
hätte. Vielleicht vermeiden ja nach unserem kurzen
Gedankenaustausch andere Teilnehmer des Forums meine Fehler,
dann hätten ja alle gewonnen.

Jepp. Du hast was gesagt, ich habe was gesagt, vielleicht sagen noch andere was dazu, Mitleser oder Leute die im Archiv nach Wärmedämmung Kellerdecke forschen finden das dann und alles hilft Ihnen.

Wenn du sagst es ist besser erst das Laminat zu verlegen, dann die Wände zu tapezieren/streichen, oder auch andersrum und das begründest so ist es doch Klasse für Dritte wenn da ein Zweiter zu deinem Beitrag sagt warum er es umgekehrt machen würde.
Weil es für beide Vorgehensweisen gute Gründe gibt.

Insofern passt unser Gedankenaustausch exakt zum Wissensaustauschkonzept von w-w-w.

Übrigens ich habe das Styropor nicht herausgestemmt und beim
Einsatz des Fuchsschwanzes bröckelte nichts; bei mir
jedenfalls nicht.

Dann habe ich etwas nicht verstanden.

Der Einsatz des Messers ist mir auch
bekannt. Dauert deutlich länger und man braucht viel Kraft in
den Händen - bei 120 m² - über sehr lange Zeit!:smile:

Okay, sind 240 Platten, muß man da an jeder rumschnipseln?

Und Kraft, überKopf?, da halte ich es mit einem leichten Messer länger aus als mit einer damit verglichen schweren Maschine.
Ist natürlich anders, bzw. kann das sein wenn ich in einer günstigen Arbeitshöhe arbeite.
Daß zu beurteilen kann ich nicht da mir an deinen Arbeitsgängen das was ich als „ausstemmen“ bezeichnet habe noch nicht verständlich ist.

Ach so, vielleicht hätte ich ja noch hinzufügen sollen, dass
ich noch nie zuvor mit Styropor gearbeitet habe und das mir
deshalb die nötige Erfahrung und Übung fehlte.

*gg* Ich habe es erst einmalig verarbeitet, also aufgeklebt, und beileibe nicht so eine Riesenfläche.
So gesehen bist du der Profi :smile:)

Aber genau
deshalb habe ich meinen Beitrag hier ins Forum gestellt. Ich
glaube es gibt noch viele, den es genauso geht / ging wie mir.

Genau. Grad weil in D Dämmung, also Energieverschwendungsvermeidung aktuell ist und bleiben wird werden noch viele kommen und , vielleicht, im Archiv unsre Beitragsfolge lesen…

Da Dämmung nicht so einfach ist wie es scheint schadet es unsrer beitragsfolge auch keinesfalls wenn morgen am Montag die Profis kommen und dich,mich korrigieren :smile:

Gruß
Reinhard

Die Wärmedämmung der Kellerdecke war nach intensiver Beratung
eines professionellen Energieberaters (KfW-Zulassung) eine
geeignete Massnahme, die mit den geringsten Kosten und dem
höchsten Nutzen für unser Haus verbunden war.

Echt? Man dämmt dabei doch gerade den Teil des Raums, der die geringste Temperatur hat (Fußboden) gegen den Teil der Umgebung, der die höchste Temperatur hat (Keller). Also ein Dämmung da, wo die geringste Temperaturdifferenz ist? Das soll den höchsten Nutzen bringen? Ich glaube das so erstmal nicht.

Hallo xstrom,
ja ich habe auch nicht schlecht reingeschaut, als ich das Zahlenwerk aller Energiesparmöglichkeiten für unser Haus präsentiert bekam. Wäre es ein Verkäufer gewesen, dann wäre ich genauso misstrauisch gewesen, wie du. Aber wenn man lange genug darüber nachdenkt, dann ist es logisch.

Ohne tief in die Energiekinetik einsteigen zu wollen, so strahlt eine Fussbodenheizung die Wärme in alle Richtungen ab, also auch nach unten. Zwar steigt Wärme nach oben und Kälte nach unten, doch das tut sie bekanntlich immer in Abhängigkeit ihres Mediums. Anders als das die Wärmediffusion in der Luft wird das gesamte Gestein um die Fussbodenheizung erwärmt. Zwar sollte unter so einer Fussbodenheizung eine geeignete und richtig dimensionierte Dämmung bereits liegen, doch vor 20 Jahren … Wie auch immer jede Umgebung strahlt ihre Energie weiter ab, bis die Temperaturdifferez schließlich Null ist. Da Kellerräume bekanntlich die kältesten sind, wird ungewollt z. B. mehr Energie an den Keller abgegeben, als durch Doppelfenster der Jahre 1990 im gleichen Haus!

Unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt war die Dämmung unserer Kellerdecke auf der Prioritätenliste auf Platz 1. Die Massnahme wird sich in nur zwei Jahren amortisiert haben.

Ich glaube, dass die KfW sich hinreichend besichert hat, bevor sie diese Massnahme in ihr Förderprogram aufnahm.

Ich wünsche allseits frohe Ostern.

Na dann Frohe Ostern