Hallo!
Ich habe eine Frage und ich hoffe, ihr könnt mir helfen!
Ich baue gerade in einem Altbau ein Bad ein. DAs Bad steht dann in noch einem unbeheizten Raum drin. Es wird 4m x 2,25m, also 9 qm groß und soll 2,30m hoch werden. Alles ringsrum wird mit 100er Styropor wärmegedämmt. Nun sind wir noch bisschen altmodisch oder wollen es sein und dieses Bad mit einem Badeofen aus DDR-Zeiten beheizen.
Nun meine Frage: REicht der aus um das Bad im Winter warm zu kriegen und wie kann man sowas berechnen?
Hallo,
das sollte ausreichen, ob es allerdings sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen. Der Ofen muss dauerhaft betrieben werden, um das Bad frost- und vor allem schimmelfrei zu halten, ich denke, ein kleiner Heizkörper ist da besser geeignet.
Schimmelfreie Grüße
JM
Der Badeofen hat etwa 5-10 kW Heizleistung. Ein 10 qm großes Badezimmer braucht etwa 2 kW. Also genügt Omas Badeofen dicke.
Vor der erwähnten Innendämmung hätte ich allerdings allergrößten Respekt. Das wird gerne naß und versifft dann. Hier stellen sich m.E. komplexe Fragestellungen, die eine genauere Fallanalyse bedürfen und ich deswegen in diesem Rahmen nicht „nebenbei“ beantworten kann und werde.
Das wird dann nach allen wiss. und praktischen Erfahrungswerten den Heizenergieverbrauch eher erhöhen und ebenfalls aufnässen, mit kurzfristig wiederkehrendem Instandhaltungsaufwand. Details dazu siehe: www.konrad-fischer-info.de/213baust.htm und www.konrad-fischer-info.de/7fehrtab.htm, jeweils mit Folgeseiten.
Du kannst ganz einfach berechnen, ob dein Ofen reicht:
Fläche deiner Wände = 28,75m², Fläche der Decke = 9m², Fläche des Boden = 9m², (WAS IST MIT FENSTERN?)
Dann kannst Du den Dämmwert auf www.U-wert.net in W/K*m² berechnen lassen. (z.B.: 0,25 für die Wände / 1,1 für Fenster / 0,3 für Decke und Boden)
Dann musst Du eine maximale Temperaturdifferenz von Innen (24°C) nach außen (-15°C) annehmen = T=39K
Die Heizleistung die dein Ofen bringen musst, errechnet sich dann aus der Summe der über alle Flächen entweichende Energie:
FLÄCHE U-WERT TEMP.-DIFF HEIZLAST
Wandfläche [m²] 27.25 m² 0.3 W/m²K 44 K 359.7 W
Deckenfläche [m²] 9 m² 0.3 W/m²K 44 K 118.8 W
Bodenfläche [m²] 9 m² 0.5 W/m²K 44 K 198 W
FENSTER ? [m²] 1.5 m² 1.1 W/m²K 44 K 72.6 W
749.1 W
Dein Ofen sollte also bei 24°C Raumtemperatur und -20°C Außentemperatur min. 750Watt abgeben, damit die Temperatur nicht fällt. Um auch sicher hochheizen zukönnen und nicht nur die Temperatur halten zu können, sollte er also mindestens mal das doppelt - sprcih 1500W - abgeben können.
Hallo Bianca, die Raumdabmessungen zu kennen ist schon
mal Klasse , aber das reicht nicht um zu beurteilen
ob der Ofen aus der DDR im Winter das neue Bad ausreichend erwärmt.
Hierzu meine Fragen:
Du schreibst in einem Altbau?
ist es ein Einfamilienhaus? ein Mehrfamlienhaus
an welcher Stelle soll dieses Bad eingebaut werden:
in Keller, auf dem Dachboden.Liegt dieser Raum an einer Aussenwand.
Deine Dämmung soll von außen des Raumes eingebaut werden oder von innen?
Welche Nennwärme Leistung hat der Ofen.
Hersteller ist? z.B: Hark, Ohra, Zmo
welcher Bauart?: Kachel,Öl,Holz
Wo kommt der ofen her?
Achtung es gibt viele Antik Ofennachbauer die in der Regel keine Zulassung für Deutschland haben .
und das wichtigste wie ist der Ofenabzug geplant .
Termin mit dem Schornsteinfeger baeantragen, denn der muß den Einbau genehmigen
Vielen, vielen Dank!
Ich hab erst mal eine Weile gebraucht, um die Rechnung nachvollziehen zu können, aber jetzt hab ich´s.
Die hilft mir richtig weiter. Vor allem gleich mal mit in sämtlichen noch folgenden Ausbauten.
Vielen, vielen Dank!
Jetzt hab ich ja einen richtigen Fachmann! Das freut mich außerordentlich.
Das klingt, als ob die Dämmung eher schlecht als gut wäre. Was soll ich deiner Meinung nach als Dämmung verwenden. Oder keine machen?
Ich gebe mal noch genauere Eckpunkte zu der ganzen Situation:
Das Bad steht in einer alten Scheune, die aus 24er Klinkermauern besteht. Außenwände für das Bad haben wir nur einmal 2,25m und ein Stück von 1,25m der Längsseite, wo ein Fenster vom Maß 100 x 90cm reinkommt. Auf dieser Seite mit dem Fenster ist auch die Tür, die ins Wohnhaus rüber geht. (normale Badtür, aber auch gleichzeitig Übergang von Scheune zum Wohnhaus)
Die Mauern vom Bad, die wir hochgezogen haben, sind mit 12er Vollklinker gemauert. Darauf sollen ja dann noch Fliesen kommen. Von außen wollten wir die Dämmung anbringen. Eigentlich soll das ja den Heizenergieverbrauch niedriger machen und nicht höher. Und wieso aufnässen? das verstehe ich auch nicht. Styropor ist doch Wasserabweisend, oder?
Kannst du mir das alles etwas näher erklären? Für einen absoluten Nichtfachmann?
Deine Links sind sehr interessant und mir bestimmt noch in manchen Fällen nützlich. Die muß ich mir aber mal echt in Ruhe zu Gemüte ziehen und mit meinem Mann zusammen.
Sehr geehrte Bianca,
eine weitere Projektberatung überschreitet meine hier gegebenen Möglichkeiten. Sie finden eigentlich die Antworten auf Ihre Grundsatzfragen auf den angegebenen Links weiter detailliert. Und umfangreiche und vor allem kostenlose Architekten ist auf wer-weiss-was.de und ebenso kammerrechtlich nicht angesagt, dafür gibt es andere Wege.
Mit der Bitte um Verständnis
Konrad Fischer
Dipl.-Ing. Architekt BYAK
Ich verstehe. Ist auch okay. Sie haben mir schon mal sehr geholfen. Ich schaue mir grad mal die Video´s vom Link an. Demzufolge ist die Dämmung ja nur Lug und Trug. Ich will mir ja nicht das Haus ruinieren. Es steht schon seit 1880 und soll auch noch viel länger stehen.
Ich entnehme dem bisher gesehenen, dass ich mir die Dämmung schlichtweg sparen kann. Sie bringt nicht so viel wie versprochen wird und ruiniert mir am Ende nur das Mauerwerk.
Ich danke ihnen ganz sehr für die kurze, aber effektive Schulung.
Ganz liebe Grüße
Bianca
Hallo Tschaki, ob die Wärmedämmung außen und dein Badeofen (ich nehme an wie früher mit einem Kupferkessel) für ausreichende Temperatur reicht um angenehm zu baden; kann ich ihnen nicht sagen. Solche Berechnungen wird ein Energieberater vom Verbraucherschutz gegen
Gebühr machen können, aber warum stellen Sie nicht einfach noch einen richtigen „Allesbrand“ Ofen dazu, dann sind sie sich sicher das sie gemütlich dort baden können.
PS. als abgehärteter Saunagänger wird es vieleicht auch so klappen.
Mit freundlichem Gruß hagüme
gerne. Hast Du Dir mal den link zu www.u-ert.net angesehen?
Da kannst Du deine Wand-Aufbauten prüfen und sehen was sie bringen. Vor allem auch vor dem Hintergrund der Tauwasserbildung. Ich würde auf alle Fälle mal alle realen Wand-, Decken- und Bodenaufbauten eingeben, um zu sehen ob irgendwo Schimmelgefahr droht. Zumal ein Bad immer mit hohen Luftfeuchtigkeiten zu kämpfen hat.
Ich schon wieder. Sorry!
Ich hab noch eine kleine Frage: Da für mich Dämmung um mein Bad gestorben ist, frag ich mich, ob die 12er Wand noch ausreichend ist, oder besser eine 36er mit Klinker? Was raten Sie mir da? Und die Decke-die wollte ich ja ursprünglich auch dämmen. Wie oder mit was mache ich das da jetzt? Denn bei reinen Dielenbrettern geht ja wirklich die Wärme voll nach oben raus. Bitte, bitte noch diese Tips von Ihnen Dann laß ich Sie auch in Ruhe.
Lieben lieben Dank und liebe Grüße
Bianca
Sehr geehrte Bianca,
so leid es mir tut, die Veränderung von konstruktiven Bauteilen setzt eine ganzheitliche Betrachtung voraus. Das geht leider nicht ohne weitere Auseinandersetzung mit dem Gesamtbauwerk. Alles andere wäre unseriös und würde Ihnen nicht wirklich helfen.
Mit der Bitte um Verständnis
Konrad Fischer