Ob euer Waffelteig ruhen sollte oder nicht, hängt von den einzelnen Zutaten ab. Gerade Mehl, Eier und Milch vertragen sich nicht direkt miteinander. Räumt ihr dem Teig dann etwas Ruhezeit ein, kann er quellen. Das glutenhaltige Mehl hat dann genügend Zeit, um alle Zutaten perfekt miteinander zu verbinden. So wird der Waffelteig stabiler und geschmeidiger. Stellt ihn hierzu einfach abgedeckt in den Kühlschrank und lasst ihn für 30 Minuten ruhen, bevor ihr das Waffeleisen anwerft.
Achtung: Das gilt nicht für Waffelteig, der Backpulver oder Mineralwasser enthält! In dem Fall solltet ihr den Teig zügig verarbeiten.
Da streiten sich nun die Gelehrten …
Ich habe meinen Teig auch immer ruhen lassen, aber das Backpulver erst direkt vor dem Ausbacken dazu gegeben, weil es sonst seine Triebkraft verliert
Das Waffelrezept, das mir vorliegt, lautet wie folgt: Waffelteig herstellen:
· 300 g Mehl und 10 g Backpulver zusammen in eine Schüssel geben.
· Eine Mulde formen und Salz, 75 g Zucker, 100 g geschmolzene Butter sowie 2 Eier hineingeben.
· Nach und nach 0,5 l Milch dazugießen.
· Teig eine Stunde ruhen lassen.
Mir scheint, am vernünftigsten ist, das Backpulver erst mal wegzulassen und erst nach einer Ruhezeit, vor dem Backen im Waffeleisen, zuzufügen, wie Du empfiehlst.
Danke, Michael, für Deine Antwort.
Wie auf der Webseite “foodboom” zu lesen, geht es auch ohne Backpulver,
aber dann sollte man wohl z.B. vorher das Ei schaumig schlagen.
das ist weniger ein Erfahrungsding, sondern vielmehr Physik bzw. Chemie.
Fangen wir mal mit der Hefe an: hier handelt es sich um einen biologischen Backtrieb und wie das auch bei Mensch und Tier ist, braucht die Hefe halt Zeit, um in Wallung zu kommen.
Backpulver hingegen verursacht einen chemischen Trieb, d.h. das Backpulver schäumt bei Kontakt mit Flüssigkeit auf und dieses Aufschäumen lässt dann irgendwann nach, wenn die sauren und basischen Bestandteile durchreagiert haben, d.h. quasi aufgebraucht sind. Dazu folgt gleich das große Aber.
Von daher ist Deine Faustformel prinzipiell richtig. Nur haben wir bisher zwei Faktoren ausgelassen. Das eine ist dieser hier:
Der zweite Faktor ist relativ unbekannt, obwohl die „Technik“ seit weit über hundert Jahren bekannt ist und eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um eine zweite Triebphase des Backpulvers, die beginnt, wenn das Backpulver Hitze ausgesetzt wird (also im Backofen oder im Waffeleisen). Hierfür sind bestimmte Phosphate oder Sulfate Bestandteile des Backpulvers (also zusätzlich zum „klassischen“ Natriumhydrogencarbonat, das für erste Phase zuständig ist). Wenn - in diesem Fall - der Waffelteig in das Waffeleisen kommt, „zündet“ diese zweite Phase (also der zweite chemischen Trieb) und die Waffel wird fluffig, obwohl die erste Phase während der Quellphase bereits vollständig durchlaufen wurde.
ja, mein Rezept ist ein solches, bei dem man das Eiweiß getrennt schlägt. Ich finde die daraus hergestellten Waffeln sehr lecker. Durch das getrennte Schlagen des Eiweißes ist es natürlich etwas aufwendiger. Dafür muss es aber nicht ruhen.
und auf die Trennung der beiden kömmt es an - mit diesem Ansatz
kriegt man nie und nimmer einen steifen Eischnee hin, der als Grundlage für den Teig benötigt wird, wenn man Eierteige ohne Triebmittel macht, wie sie für Waffeln anompfirsich „selbstverständlich“ sind.