Hallo zusammen,
ich mag es mir einbilden, aber es kommt mir so vor, als wenn
die Entwicklung militärischer Waffentechnologie um die
Jahrhunderwende zum 20. Jahrhundert iGz. den Jahrhunderten
davor plötzlich einen riesen Sprung gemacht hätte. Wenn man
den 1. Weltkrieg im Hinblick auf Massenvernichtungswaffen,
Opfer und Zerstörungen mit zB. dem deutsch-französischen Krieg
von 1870/71 vergleicht, scheinen mir hier Welten dazwischen zu
liegen.
Es liegen übrigens auch Welten zwischen dem krimkrieg und dem Krieg von 1870…
das problem lag in den Feuerwaffen: Die Muske wurde von vorne geladen und hatte einen glatten lauf, was bei der damals üblichen Kugelstärke (die ein klein wenig kleiner war als der Laufdurchmesser)eine geringe Reichweite und eine miserable Zielgenauigkeit ergab. Mit perfektem Drill konnten Musketenschützen etwa 4 mal in der Minute eine Salve loslassen…
Gewehre musste ebenfalls von vorne geladen werden, aber wegen des gezogenen laufs musste die Kugel mit einem Hammer hineingehauen werden… was die ladezeiten massiv erhöhte (ein Schuss alle 2 Minuten und so…) War also eher was für den Spezialisten.
Hinterlader waren schwierig, da es am Verschluss haperte.
Die rasante militärische Entwicklung setzte im Amerikanischen Bürgerkrieg bzw kurz vorher ein.
Durch die Entwicklung geeigneter Stähle sowie der Patrone mit war es möglich, zunächst Hinterlader zu bauen (also Gewehre, mit zwei löchern) bei denen die Kugeln tatsächlich meistens vorne rauskamen.
damit konnte man schnellfeuernde Gewehre bauen, die naturgemäß eine viel höhere Reichweite hatten.
Eine ähnliche Entwicklung fand bei der Artillerie statt.
Der eigentliche Durchbruch war das Gewehr mit Magazin, sowie die Entwicklung des Maschinengewehrs in den 80 gern des vorletzten Jahrhunderts.
Oder etwa bis vor kurzem schoss man auf See wie Jahrhunderte
lang noch mit Holzboten aufeinander und plötzlich gab es
stählerne Kriegsschiffe.
Stählerene kriesgsschiffe sind eine Erfindung des Amerikanischen bürgerkrieges, dort wurde mit dem Monitor (US) und der ebenfalls Schwergepanzerten „Virginia“ das erste Duell zwischen gepanzerten Schiffen ausgetragen…
Die Monitor wuerde zum Urtyp aller späteren kampfschiffe mit Rohrartillerie…
Sehr wichtig ist auch die Verbesserung in der Transporttechnologie. Durch die Eisenbahn war es möglich, Truppen viel schneller zu transportieren und mit Nachschub zu versorgen. Man konnte also mit wesentlich höheren Truppenkonzentrationen auf dem Schlachtfeld erscheinen als früher.
Insgesamt stellt imho der Amerikanische Bürgerkrieg den übergang zum „modernen“ Krieg dar.
man experimentierte mit Neuartigen Schiffstypen, verbesserte kontinuierlich die Bewaffnung, setzte Eisenbahn strategisch und taktisch ein (und den Flusstransport mit Dampfschiffen)
Setzte Raketen, U-Boote, Handgranaten (mit Perkussionszünder) ein, experimentierte mit neuen Taktiken (was oft genug in die Hose ging) und setzte, insbesondere auf der Seite der Nordstaaten, auf die Massenproduktion von Kriegswaffen in industrieähnlicher Manier.
Hingegen kommt mir der Entwicklungssprung zwischen 1. und 2.
WK wiederum nicht so groß vor.
waren ja auch blos 20 jahre dazwischen 
Der unterschied zwischen WK 1 und WK 2 lag in der entwicklung modernen Kommunikationstechnik, um Truppen effizienter zu führen, sowie in den neuartigen Panzertaktiken und der massiven Einsatzes der Luftwaffe.
Fazit:
Die militärische Revolution zwischen 1850 und 1900 ist zurückzuführen auf:
- allgemeinen Technologischem Fortschritt, insbesondere auf dem Gebiet der Metallurgie.
- Brauchbare, kleine Dampfmaschienen für den Einsatz auf Schiffen und Eisenbahnen.
- Industrialisierung, die eine Massenproduktion auch auf dem Waffensektor ermöglichte und somit mehr und bessere Waffen für weniger Geld erbrachte.
Die Einzelerfindung, die wohl am wichtigsten war, ist die Erfindung der modernen Patrone aus Treibladung, Zünder und Geschoss.
Gruß
Mike