Waffenentwicklung Anfang 20. Jhd

Hallo zusammen,

ich mag es mir einbilden, aber es kommt mir so vor, als wenn die Entwicklung militärischer Waffentechnologie um die Jahrhunderwende zum 20. Jahrhundert iGz. den Jahrhunderten davor plötzlich einen riesen Sprung gemacht hätte. Wenn man den 1. Weltkrieg im Hinblick auf Massenvernichtungswaffen, Opfer und Zerstörungen mit zB. dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 vergleicht, scheinen mir hier Welten dazwischen zu liegen.
Oder etwa bis vor kurzem schoss man auf See wie Jahrhunderte lang noch mit Holzboten aufeinander und plötzlich gab es stählerne Kriegsschiffe. Man kämpfte mit MGs, Handgranaten, schwerer Artillerie, Gas, etc.

Hingegen kommt mir der Entwicklungssprung zwischen 1. und 2. WK wiederum nicht so groß vor.

War das wirklich eine Zeit besonderer technischer Entwicklungen? Und wenn ja, warum? Dass durch die Industrialisierung vor allem Massenwaren hergestellt werden konnten, ist klar, aber auch gleich ein solcher technischer Fortschritt?
Zudem dachte ich, dass Entwicklungen in der Waffentechnik in Kriegszeiten (zB. 2. WK) oder drohenden Kriegszeiten (kalter Krieg) am häufigsten sind. Zwischen 1871 und 1914 mag mir das aber, trotz der Konkurrenz der Nationalstaaten, nicht ganz einleuchten.

Wäre für Hinweise dankbar.
Gruß,
Dea

Hallo !

DIE Entwicklung vom Holzschiff zum Kriegsschiff moderner Bauart war die britische „Dreadnought“.

1906 wurde sie in Dienst gestellt und es wurden sehr viele Schwesterschiffe gebaut.
Dieses Schiff war die Umwälzung im Kriegsschiffbau. Das Deutsche Reich baute sofort diesen Typ nach und es kam damit zum Wettrüsten UK-Deutsches Reich.

Die Luftwaffen der einzelnen Staaten entwickelten sich während des 1.WK von Aufklärungseinheiten zu Bomber- und Kampfflugzeugeinheiten. Erst dieser Krieg zeigte den kriegsführenden Staaten, was man alles mit Flugzeugen machen konnte.

Die Briten brachten zum erstenmal Panzer an die Front und diese wurden sofort vom Deutschen Reich in ähnlicher Form nachgebaut. Maschinenwaffen und großkalibrige Geschütze gab es schon vor dem 1.WK. Sie wurden nur verbessert.
Langrohrgeschütze für große Reichweiten wurden vom Deutschen Reich entwickelt und eingesetzt.

Die größte und umwälzendste Entwicklung im Kriegswesen war also die „Dreadnought“. Gleichzeitig aber auch die, die am wenigsten Schaden anrichtete. Im Krieg. Ohne das Wettrüsten um diesen Typ durch das Deutsche Reich und Großbritannien, wäre es vielleicht nicht zum 1.WK gekommen.

mfgConrad

Hallo zusammen,

ich mag es mir einbilden, aber es kommt mir so vor, als wenn
die Entwicklung militärischer Waffentechnologie um die
Jahrhunderwende zum 20. Jahrhundert iGz. den Jahrhunderten
davor plötzlich einen riesen Sprung gemacht hätte. Wenn man
den 1. Weltkrieg im Hinblick auf Massenvernichtungswaffen,
Opfer und Zerstörungen mit zB. dem deutsch-französischen Krieg
von 1870/71 vergleicht, scheinen mir hier Welten dazwischen zu
liegen.

Es liegen übrigens auch Welten zwischen dem krimkrieg und dem Krieg von 1870…

das problem lag in den Feuerwaffen: Die Muske wurde von vorne geladen und hatte einen glatten lauf, was bei der damals üblichen Kugelstärke (die ein klein wenig kleiner war als der Laufdurchmesser)eine geringe Reichweite und eine miserable Zielgenauigkeit ergab. Mit perfektem Drill konnten Musketenschützen etwa 4 mal in der Minute eine Salve loslassen…

Gewehre musste ebenfalls von vorne geladen werden, aber wegen des gezogenen laufs musste die Kugel mit einem Hammer hineingehauen werden… was die ladezeiten massiv erhöhte (ein Schuss alle 2 Minuten und so…) War also eher was für den Spezialisten.

Hinterlader waren schwierig, da es am Verschluss haperte.

Die rasante militärische Entwicklung setzte im Amerikanischen Bürgerkrieg bzw kurz vorher ein.
Durch die Entwicklung geeigneter Stähle sowie der Patrone mit war es möglich, zunächst Hinterlader zu bauen (also Gewehre, mit zwei löchern) bei denen die Kugeln tatsächlich meistens vorne rauskamen.
damit konnte man schnellfeuernde Gewehre bauen, die naturgemäß eine viel höhere Reichweite hatten.
Eine ähnliche Entwicklung fand bei der Artillerie statt.

Der eigentliche Durchbruch war das Gewehr mit Magazin, sowie die Entwicklung des Maschinengewehrs in den 80 gern des vorletzten Jahrhunderts.

Oder etwa bis vor kurzem schoss man auf See wie Jahrhunderte
lang noch mit Holzboten aufeinander und plötzlich gab es
stählerne Kriegsschiffe.

Stählerene kriesgsschiffe sind eine Erfindung des Amerikanischen bürgerkrieges, dort wurde mit dem Monitor (US) und der ebenfalls Schwergepanzerten „Virginia“ das erste Duell zwischen gepanzerten Schiffen ausgetragen…
Die Monitor wuerde zum Urtyp aller späteren kampfschiffe mit Rohrartillerie…

Sehr wichtig ist auch die Verbesserung in der Transporttechnologie. Durch die Eisenbahn war es möglich, Truppen viel schneller zu transportieren und mit Nachschub zu versorgen. Man konnte also mit wesentlich höheren Truppenkonzentrationen auf dem Schlachtfeld erscheinen als früher.

Insgesamt stellt imho der Amerikanische Bürgerkrieg den übergang zum „modernen“ Krieg dar.
man experimentierte mit Neuartigen Schiffstypen, verbesserte kontinuierlich die Bewaffnung, setzte Eisenbahn strategisch und taktisch ein (und den Flusstransport mit Dampfschiffen)
Setzte Raketen, U-Boote, Handgranaten (mit Perkussionszünder) ein, experimentierte mit neuen Taktiken (was oft genug in die Hose ging) und setzte, insbesondere auf der Seite der Nordstaaten, auf die Massenproduktion von Kriegswaffen in industrieähnlicher Manier.

Hingegen kommt mir der Entwicklungssprung zwischen 1. und 2.
WK wiederum nicht so groß vor.

waren ja auch blos 20 jahre dazwischen :smile:
Der unterschied zwischen WK 1 und WK 2 lag in der entwicklung modernen Kommunikationstechnik, um Truppen effizienter zu führen, sowie in den neuartigen Panzertaktiken und der massiven Einsatzes der Luftwaffe.

Fazit:
Die militärische Revolution zwischen 1850 und 1900 ist zurückzuführen auf:

  • allgemeinen Technologischem Fortschritt, insbesondere auf dem Gebiet der Metallurgie.
  • Brauchbare, kleine Dampfmaschienen für den Einsatz auf Schiffen und Eisenbahnen.
  • Industrialisierung, die eine Massenproduktion auch auf dem Waffensektor ermöglichte und somit mehr und bessere Waffen für weniger Geld erbrachte.

Die Einzelerfindung, die wohl am wichtigsten war, ist die Erfindung der modernen Patrone aus Treibladung, Zünder und Geschoss.

Gruß
Mike

Danke! owT

…ein, experimentierte mit neuen Taktiken (was oft genug in die
Hose ging) und setzte…

Hi,
hast du für diese (mißlungenen und damit wohl nie wieder angewandten) Taktiken auch Beispiele auf Lager??? würde mich brennend interessieren.

schönen Abend noch,
servus

GröUEiK: größte und umw. Entw. im Kriegswesen

DIE Entwicklung vom Holzschiff zum Kriegsschiff moderner
Bauart war die britische „Dreadnought“.

[…]

Die größte und umwälzendste Entwicklung im Kriegswesen war
also die „Dreadnought“. Gleichzeitig aber auch die, die am
wenigsten Schaden anrichtete. Im Krieg. Ohne das Wettrüsten
um diesen Typ durch das Deutsche Reich und Großbritannien,
wäre es vielleicht nicht zum 1.WK gekommen.

Die Dreadnought war zwar eine bemerkenswerte technische Leistung und hat auf Jahre die technische Entwicklung im Großschiffbau beeinflusst, aber von der „größten und umwälzendsten Entwicklung im Kriegswesen“ zu sprechen ist barer Unsinn.

Im Gegenteil, das Schiff zementierte die seit Jahrhunderten eingefahrenen strategischen und taktischen Prinzipien der Seekriegsführung. Nur eben citus, alitus, foritus.
Und DIE Entwicklung des Kampfschiffes war sie auch nicht. Es sei denn, man lässt die gesamte Entwicklung von 1805 bis 1905 unter Tisch fallen und kuckt erstaunt von der Nelsons Victory auf die Dreadnought herauf.

Es gab zwar in der Seekriegsführung einige bahnbrechende Entwicklungen, die die Weise der Kampfführung komplett umgekrempelt haben. Z. B. Einführung der Panzerung, des Dampfantriebes, der Explosivgeschosse, oder aber der Drehtürme (alles 19. JH). Und auch die entwicklungen, die gesamte Seekriegsführung neu definiert haben (z. B. starke U-Boot-Waffe oder Fugzeuge und Flugzeugträger).

Von solchen Wendepunkten ist Dreadnought in ihrere Bedeutung weit weit
entfernt.

Aber auch diese Durchbrüche haben das Kriegswesen insgesamt weniger tangiert, als Einführung und massenhafte Verwendung von Maschinenwaffen, Panzern, Flugzeugen, durchgehender Motorisierung, Fernmeldewesen und später Massenvernischtungswaffen.

MfG

C.

Hallo

Hier ein Auszug aus einem Werk über die Geschichte der Kriegsschiffentwicklung.
(„Waffen auf See“ von Peter Padfield, Delius Klasing).

H.M.S. „Dreadnought“, im Oktober 1905 auf Stapel gelegt und in unglaublicher Geschwindigkeit im Dezember des folgenden Jahres fertiggestellt, rief in ihren Tagen eine Sensation als der umwälzende neue Typ des Großkampfschiffes hervor, durch die alle früheren Entwürfe überholt waren.
Sie stellte das endgültige Ergebnis der wissenschaftlichen Artillerierevolution dar und war der Prototyp aller weiteren Großkampfschiffe.
Ihr Name wurde zum Markstein für alle Entwrfe und man unterschied nach ihrer Fertigstellung zwischen Dreadnoughts, Pre-Dreadnoughts und Super-Dreadnoughts.

mfgConrad

Hallo,
ohne mir anmaßen zu wollen auf diesem Gebiet ein Experte zu sein, stelle ich mal die Frage in den Raum.
Könnte dieser Technologieschub etwas mit der 18xx(60?) eingeführten Schulpflicht und mehr Bildung für die breite Bevölkerung zu tun haben?
Gruss D.K.

Hallo !

So viel Wirbel um ein einfaches Schiff ?

Die Dreadnought-Klasse
Beschleunigung, Geschwindigkeit und Feuerkraft wurden im Rahmen der zunehmend auf Konfrontation ausgerichteten europäischen Rüstungspolitik vor 1914 zu den entscheidenden Kriterien auch im Bereich der Kampfschiffe.
Im britischen Kriegshafen Portsmouth lief am 10. Februar 1906 die „Dreadnought“ („Fürchtenichts“) vom Stapel, deren Bau noch unter der alten konservativen Regierung in Auftrag gegeben worden war. Der durch die „Flottengesetze“ des deutschen Staatssekretärs im Reichsmarineamt, Alfred von Tirpitz, eingeleitete Rüstungswettlauf erhielt durch diesen modernen, hochgerüsteten Schiffstyp eine neue Qualität: Großbritannien hatte die Herausforderung Deutschlands angenommen und setzte nun seinerseits neue Maßstäbe im Marinebereich.
Die „Dreadnought“ deklassierte mit 17.500 Bruttoregistertonnen und ihrer Bewaffnung mit zehn 30,5-cm-Geschützen alle existierenden Kriegsschiffe, deutsche wie britische. Das Reichsmarineamt mußte nachziehen, der deutsche Rüstungsetat erheblich erhöht werden. Durch Investitionen, die schon im Vorfeld des Baus größerer Schiffe getätigt werden mußten (Kanalerweiterungen, Werft- und Hafenausbau) geriet Deutschland bald in massive finanzielle Schwierigkeiten.
Entscheidend war, daß die Dreadnought aus einer größeren Entfernung auf andere Schiffe feuern konnte als ihre Gegner. Die amerikanische und die deutsche Regierung sahen sich veranlaßt, ihre Flottenprogramme abzubrechen und ebenfalls Schiffe der nunmehr etablierten Dreadnought-Klasse zu bauen, wodurch die Rüstungsspirale vor dem Ersten Weltkrieg eine weitere Umdrehung vollführte.

(Quelle: Spiegel Retrospect)

mfgConrad

…ein, experimentierte mit neuen Taktiken (was oft genug in die
Hose ging) und setzte…

Hi,
hast du für diese (mißlungenen und damit wohl nie wieder
angewandten) Taktiken auch Beispiele auf Lager??? würde mich
brennend interessieren.

Im Amerikanischen Bürgerkrieg tauchten folgende Probleme auf.

  • Angriff gegen eingegrabene Stellungen, die von relativ Schnell feuernden Schützen verteidigt wurden.
    Frontalangriffe waren ungeheuer blutig, und führten zu eher unklaren Ergebnissen. (Ein besonders abschreckendes Beispiel hierzu ist Gettysburg oder „The Widlderness“)
    Lösung im Amerikanischen Bürgerkrieg: man versuchte solche Punkte auszuflankieren, was in den weiten Räumen der USA auch funktionierte.
    In Europa funktionierte es dann, wie der 1. WK gezeigt hat, nicht…

  • Unterschätzung der Möglichkeiten, durch schnelle Truppenverlegung per Eisenbahn und Flußschiffahrt schwache Punkte zu Verstärken. Passierte auf beiden Seiten (Z.B. 1. Schlacht von Manassas, 3. Schlacht von Chattanooga) Dieser Punkt wurde übrigens in Europa sehr genau studiert und führte mit zur Bildung von Eisenbahnabteilungen beim Militär.

  • Übel war die Anwendung alter Taktiken, wo nur mit Batallionen und Regimentern operiert wurde, bei den viel grösseren Heeren. Die Potomac-Armee der Union hatte über 100 000 Mann. meist führte dieses stückweise Rumgekämpfe zu unentschiedenen Kampfausgängen und entsetzlichen Verlusten… und nachdem in der ersten Kriegsphase die Conföderierten Generäle eher auf den einsatz grösserer Einzelverbände setzten, gelang es ihnen, die meist wesentlich grösseren Unionsarmeen sozusagen „häppchenweise“ zu schlagen. In der Endphase des Krieges wurden von beiden Seiten ganze Divisionen operativ eingesetzt…

  • Am schlimmsten war der Mangel an Kommunikation zwischen den Einheiten auf dem Schlachtfeld. Dadurch wurde die ausführung komplizierter manöver wie zeitlich abgestimmter Umgehungsmanöver usw sehr schwierig. Dadurch waren gut aufeinander eingespielte Kommandeure wie Lee und „Stonewall“ Jackson stark im Vorteil, da die wussten, was der andere wollte. Dies zeigt sich insbesondere bei Chancellorsville.

Mangel an Kommunikation führte zu der ungeheuerlichen Stümperei bei Antietam und Fredericksburg, dem Verlust von Vicksburg am Missisippi und so weiter, die ganze Geschichte des Bürgerkrieges ist voll mit ungeheuerlichen Versagern auf beiden Seiten, die auf das Fehlen einer brauchbaren und schnellen Kommunikation auf dem Schlachtfeld zurückzuführen ist.

Das Problem wurde erst mit der Einführung transportfähiger Funkgeräte sowie von Verschlüsselungsmaschinen gelöst (Ab 1930)

Gruß
Mike

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Viel Wirbel um wenig: GröUEiK

So viel Wirbel um ein einfaches Schiff ?

[…]

Entscheidend war, daß die Dreadnought aus einer größeren
Entfernung auf andere Schiffe feuern konnte als ihre Gegner.

Lächerlich.
Schon dieser Satz qualifizert den ganzen Text als Gequassel ab (was man bei technischen Themen auch vom Spiegel erwarten sollte).

Ich wiederhole:
bei allen technischen Großtaten hat die Dreadnought weder die Kriegsführung allgemein, noch die Seekriegsführung im Besonderen grundlegend geändert. Die Art der Handlungen um die Jahrhundertwende 19./20. wurde nach der Einführung von Dreadnougt und Folgemodellen überhaupt nicht tangiert. Einzig die Geschwindigkeit und Entfernungen im Gefecht haben etwas zugenommen. Dreadnougt hin oder her, die grossen Seeschlachten des 1. WK unterschieden sich kaum von den Seeschlachten vor und um die Jahrhundertwende (Beispiel: Tsuschima).

Wohingegen die wirksame Einführung des U-Bootes im 1. WK sowohl die Operationen der Großschiffe, als auch die allgemeine Schiffahrt empfindlich tangierte, was sowohl zu Einführung von neuen Schiffsklassen und Typen (zahlreiche Abarten von Begleitschiffen zum Schutz von Konvois oder Großschiffverbänden) als auch zu Einführung von ganz neuen Strategien und Taktiken (Geleitzugsystem und Notwendigkeit des Schutzes von Großschiffen durch U-Jagd-fähige Einheiten) geführt hat.

Wenn man von Schiffen reden möchte, die die (See-)kriegsführung nachhaltig geändert haben, dan sollte man mit diesen Mustern anfangen:
Einführung des Dampfantriebes (kann leider keinen Namen von Kriegssschiffen nennen) - die größte Umwälzung im Seekriegswesen seit Einführung der Artillerie
Einführung der Explosivgeschosse
La Gloire (1. Panzerschiff)
Warrior (1. Ganzeisen-Panzerschiff)
Monitor (1. Drehturm, Vollpanzerung)
Devastation (1. gr. Kriegschiff ohne Hilfsbesegelung)
und viele andere.

Die Merkmale dieser Schiffe wurden, evolutionär variiert, im Laufe der 2. Hälfte des 19. JH immer wieder neu gemischt, mit teilweise interessanten, teilweise kuriosen (siehe Rückschlüsse nach der Schlacht von Lissa) Ergebnissen. Die Entwicklung ging so schnell voran, daß die meisten Großschiffe schon direkt bei Indiesntstellung veraltet waren. Erst gegen Ende des 19. kam so etwas, wie der Konsens, wie ein Linienschiff ungefähr zu bauen sei. Die Dreadnouht ist die konsequente technische Umsetzung dieses Konsenses.

Wobei Neuheitswert sich ausschiesslich auf die Technik beschränkte. Was Einsatz betrifft, war man noch auf Jahre geistig tief in der Lehre von der Kiellinie einbetoniert.

Im 20. JH waren die grössten Umwälzungen wiederum die U-Boote und Flugzeugträger. Und nach dem 2. WK kamen Lenkwaffen und nuklerargetriebene U-Boote (auch als strategische Träger von Kernwaffen) hinzu. DAS waren Änderungen und Revolutionen.

Die Dreadnught hingegen war nur eine (für sich alleine gesehen sicherlich grosse) Evolution.

MfG

C.

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Nicht Spiegel, sondern Spiegel „Retrospect“. Das ist ein Geschichtswerk. Hat mit der Zeitschrift wenig zu tun.
Aber, das kannst Du ja nicht wissen.
Ähnliches passiert täglich mit der Verwechslung der beiden „Springer-Verlage“. Einmal die Bildzeitung, andernmal der hochqualifizierte Wissenschaftsverlag.

Und der Engländer Peter Padfield ist sicher ein größerer Experte, als wir hier alle zusammen.

mfgConrad

Nicht Spiegel, sondern Spiegel „Retrospect“. Das ist ein
Geschichtswerk. Hat mit der Zeitschrift wenig zu tun.
Aber, das kannst Du ja nicht wissen.

Was tut das zur Sache?
Unsinn bleibt Unsinn.

Und der Engländer Peter Padfield ist sicher ein größerer
Experte, als wir hier alle zusammen.

Was immer aufs Neue beweist, daß auch Experten sich gelegentlich heftige Schnitzer leisten. Wie dieser:
"Entscheidend war, daß die Dreadnought aus einer größeren Entfernung auf andere Schiffe feuern konnte als ihre Gegner. "
(Falls diese Aussage wirklich vom o.g. Experten stammt)

Denn der Satz so, wie er da steht, ist Unsinn und bleibt Unsinn.

Es wäre noch die Urheberschaft des noch grösseren Unsinns festzustellen:
Zitat Conrad:
"DIE Entwicklung vom Holzschiff zum Kriegsschiff moderner Bauart war die britische „Dreadnought“.
[…]
Die größte und umwälzendste Entwicklung im Kriegswesen war also die „Dreadnought“.
Zitat Ende.

Das ist ebenfalls Unsinn. Dreadnought war zwar zur Zeit der Indienststellung das bis dato stärkste Linienschiff. Sie blieb es aber nicht lange. Man kann zwar streiten, ob deutsche Nassau-Klasse ihr ebenbürtig war, aber schon Texas und New York (1912) und vor allem die englische Queen-Elisabeth-Reihe (Fertigstellung ab 1915) waren der Dreadnought deutlich überlegen. Die Qualität dieses Musters belegt die Tatsache, daß alle fünf Einheiten dieser Klasse auch noch Jahrzehnte später modern genug waren, um erfolgreich am gesamten 2. WK teilzunehmen.

Lange Rede, kurzer Sinn: die Dreadnought kann kaum als eine Umwälzung im Kriegswesen bezeichnet werden. Und schon gaaaaar nicht als _die_ _grösste_ Umwälzung.

Ich empfehle, sich etwas genauer mit der Entwicklung der Kriegsschiffe im Laufe des ges. 19. und zu Anfang des 20. JH zu befassen. Das könnte vor einigen voreiligen Schlüssen schützen.

MfG

C.

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Meine ostfriesische Oma hätte jetzt gesagt :

Wer so aggressiv und wütend argumentiert, hat Unrecht.

mfgConrad

Meine ostfriesische Oma hätte jetzt gesagt :

Wer so aggressiv und wütend argumentiert, hat Unrecht.

Ich wütend und aggressiv? Wo?
Junge, Du hast mich noch nicht wütend gesehen.

BTW wenn ich etwas als Unsinn bezeichne, dan ist das eine Feststellung, und kein Anzeichen von Wut.

Und im Unterschied zu meinem Widersacher habe ich zumindest Argumente angeführt. Ich habe Schiffstypen, Merkmale, Jahreszeiten genannt.
Von Deiner Seite aber kamen (bis auf zwei sehr dürftige Allgemeinaussagen) gar keine Argumente.

Es wiederholt sich einfach die Geschichte vom Propellerunterbrecher - keine Ahnung, keine Argumente, aber dafür vollkommene Faktenresistenz.

Ich warte also auf Fakten und Argumente. Und nicht auf Wiederholung alten Unsinns mit neuen Quellenangaben.

MfG

C.

danke!!! + sternchen owt
owt

Kleine Anmerkung

Stählerene kriesgsschiffe sind eine Erfindung des
Amerikanischen bürgerkrieges, dort wurde mit dem Monitor (US)
und der ebenfalls Schwergepanzerten „Virginia“ das erste Duell
zwischen gepanzerten Schiffen ausgetragen…

Kleine Anmerkung zu ansonsten interessanten Ausführungen:
Es ist zwar wahr, daß der erste Kampf zwischen gepanzerten Schiffen ebendieses Gefecht Virginia (ex-Merrimack) vs. Monitor (09.03.1862) gewesen ist.

Aber:

  1. Diese Schiffe waren nicht stählern, sondern holzern (insbesondere Virginia, aber auch Monitor hatte einen Holzunterbau) und mit Eisenplatten gepanzert. Virginia wurde auf einem umgebauten Restrumpf einer ausgebrannten Holzfregatte errichtet.
  2. Das erste Panzerschiff (über Wasserlnie Eisenplatten auf Holzrumpf) war französische La Gloire (1859)
  3. Das erste aus Eisen gebaute Kriegsschiff war die englische Warrior (1860)

Die amerikanischen Bastel- & Behelfslösungen sind erst später gekommen.

Die Monitor wuerde zum Urtyp aller späteren kampfschiffe mit
Rohrartillerie…

Zumindest was die Unterbringung der geschütze in Drehtürmen angeht.

waren ja auch blos 20 jahre dazwischen :smile:
Der unterschied zwischen WK 1 und WK 2 lag in der entwicklung
modernen Kommunikationstechnik, um Truppen effizienter zu
führen, sowie in den neuartigen Panzertaktiken und der
massiven Einsatzes der Luftwaffe.

Der Untershied zwischen Beginn und Ende des WK 2 war IMHO grösser, als der Unterschied zwischen Beginn des 1. und Beginn des 2. WK.

MfG

C.

Aber:

  1. Diese Schiffe waren nicht stählern, sondern holzern
    (insbesondere Virginia, aber auch Monitor hatte einen
    Holzunterbau) und mit Eisenplatten gepanzert. Virginia wurde
    auf einem umgebauten Restrumpf einer ausgebrannten
    Holzfregatte errichtet.

da hast Du nun auch wieder Recht…
Wieder mal zu hudelig geschrieben

  1. Das erste Panzerschiff (über Wasserlnie Eisenplatten auf
    Holzrumpf) war französische La Gloire (1859)
  2. Das erste aus Eisen gebaute Kriegsschiff war die englische
    Warrior (1860)

Die amerikanischen Bastel- & Behelfslösungen sind erst später
gekommen.

Wobei die Monitor ja nicht unbedingt eine „Behelfslösung“ war, entworfen vom rennomierten Schiffbauer John Ericsson, stellte sie das erste Kriegsschiff dar, das ohne Besegelung unterwegs war, und der drehbare Tur mar Revolutionär.
Die la Gloire und die Warrior waren ja mit der konservativen Schiffsarchitektur und den fixierten Kanonen noch sehr der alten Schiffbautechnik verbunden.

Generell ist der Amerikanische Bürgerkrieg im Europäischen Bewusstsein etwas unterrepräsentiert, was seine Bedeutung in der Umstellung vom „frühneuzeitlichen Krieg“ zum „modernen Krieg“ anbelangt.

Gruß
Mike