Wag dich ja nicht!

Hallo!
Ich habe was Kompliziertes mit „dare“ zu übersetzen und bei der Suche in LEO stoße ich auf das hier:
http://dict.leo.org/forum/viewWrongentry.php?idThrea…

Das „dare“ beiseite - „wag dich (nicht)“ im Sinne von „wag’s ja nicht“, „untersteh dich“ ist schlechtes Deutsch oder Dialekt oder nicht? Mir fällt ein, dass ich das auch im Gespräch schon öfter gehört und immer gestutzt habe.

Gruß,
Eva

Hi,
Ich halte „Untersteh’ dich“ gefolgt von einem Infinitiv durchaus für gängiges und akzeptables Deutsch. Zumal es ja wohl in einem Dialog von einer Person gesagt wird.
Blah

Hallo, Eva,

„wag dich (nicht)“ im Sinne von „wag’s
ja nicht“, „untersteh dich“ ist schlechtes Deutsch oder
Dialekt oder nicht?

„wag dich nicht“ statt „wag es nicht“ ist umgangssprachlich, wohl in Anlehnung an „trau dich nicht“.

Zum reflexiven Gebrauch:

„sich (an einen Ort, an etwas) w. den Mut haben (an einen Ort zu gehen, etwas zu beginnen); sie wagt sich nicht aus dem Haus; der Hund wagt sich nicht in seine Nähe; sich an eine schwere Aufgabe w.“

Gruß
Kreszenz

Hallo!
An „untersteh dich!“ habe ich ja auch nichts auszusetzen, es geht mir um dieses „wag dich“ :smile:
Gruß,
Eva

Hallo,
Es passt nicht ganz zu deiner Frage, sondern eher ins Dialektbrett, aber hier in Leipzig sagt man „Wag’s dir!“ im Sinne von „Wehe!“ oder „Wag es ja nicht!“. Das scheint mir Dialekt zu sein.
Deinen Satz hab ich hier daheim in Leipzig noch nie gehört. Könnte also gut Dialekt sein, oder vllt. auch sehr selten.

Grüße,

  • André

Hallo,

Deinen Satz hab ich hier daheim in Leipzig
noch nie gehört. Könnte also gut Dialekt sein, oder vllt. auch
sehr selten.

ich kenn’s von meiner Mutter. Anhaltischer Regiolekt.

Gruß,
Ralf

Hallo!

„wag dich nicht“ statt „wag es nicht“ ist
umgangssprachlich, wohl in Anlehnung an „trau dich nicht“.

Zum reflexiven Gebrauch:

„sich (an einen Ort, an etwas) w. den Mut haben
(an einen Ort zu gehen, etwas zu beginnen)
; sie
wagt sich nicht aus dem Haus; der Hund wagt sich nicht in
seine Nähe; sich an eine schwere Aufgabe w.“

Zu „WAGEN (verb.) IV 3“ im GRIMM (Bd.27, Sp. 412):
„[…] sich wagen ist in der heutigen sprache, mit ausnahme der fälle, wo sich ein richtungsbestimmung anschließt […], veraltet. die wendung ist aber bis in den anfang des 19. jahrh. in vollem umfang gebräuchlich gewesen und läszt sich nicht allein aus KLOPSTOCK, LESSING, WIELAND, VOSS, KANT, sondern auch aus GÖTHE, SCHILLER, PLATEN, GRILLPARZER belegen“
Es wird sich also um einen in Dialekten erhaltenen älteren Sprachgebrauch handeln.
Gruß!
H.

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