Wahl des Bundespräsidenten - ein paar Gedanken
Guten morgen,
welche Möglichkeiten bestehen eigentlich, diesen Stümpern
(oder auch: Politikern) die Wahl des Bundespräsidenten zu
entreißen?
eine Direktwahl durch das Volk macht nur dann Sinn, wenn man dem Amt mehr Macht gibt. Also echte Kompetenzen bei der Personalbestimmung und im Gesetzgebungsverfahren. Das dürfte sich angesichts der Erfahrungen von vor rd. 70 Jahren in Deutschland so bald nicht mehr durchsetzbar sein.
Aber was war denn eigentlich das Problem? Auf irgendwelchen Pfaden kam vor ein paar Wochen der Name Stoiber ins Spiel. Der sah sich angesichts der sechsjährigen Schwächephase der aktuellen Übergangsregierung, die derzeit allerdings sogar für diese Regierung erstaunliche Ausmaße annimt, vorzeitig um alle Chancen um den Posten des Bundes kanzlers gebracht. Naheliegende Reaktion: „Ich doch nicht, nehmt den da [den Schäuble].“
Dumm nur, daß einige Politiker ein besseres Gedächtnis haben als die Wähler und so fiel einigen Leuten ein, daß der Schäuble mal in irgendwas drin war, was inzwischen buchmäßig durch Frau Baumeister verarbeitet worden ist. Der Zeitpunkt für die Veröffentlichung dieses Werkes, das ja ob des spannenden Themas, wer denn da von wem was genommen hatte, schon lange erwartet wurde.
Wie dem auch sei: Der Schäuble kam natürlich nicht infrage. Bei der Union und den Gelben hat man inzwischen von den Bunten gelernt, wie man denn am effektivsten Politik macht, nämlich indem man beteuert, intern zu diskutieren aber gleichzeitig jeden Zwischenstand dieser Diskussion in alle verfügbaren Mikrophone vermeldet. Effektiv deshalb, weil man auf diese Weise anhand des Medienechos feststellen kann, wie denn die Medien- und Volkesmeinung zu diesem Thema aussieht.
Da die Reaktion nicht eindeutig war und Westerwelle als Vertreter der Politnutte seltsamerweise eine eigene Meinung hatte, mußte man jemand anderen nehmen. Wie man dann auf Köhler kam, ist mir absolut schleierhaft. Er ist zwar jemand, mit dem niemand gerechnet hatte, d.h. über den sich noch niemand das Maul zerrissen hat. Aber er hat auf seinen bisherigen Positionen gute Arbeit geleistet, was somit nicht wirklich dafür spricht, ihn in ein Amt zu hieven, wo er weder seine bisherige Arbeit in irgendeiner Form weiterführen kann, noch sonst irgendeinen maßgeblichen Einfluß hat.
Naja, irgendeinen Seppel für seine bisherige Stelle wird man schon finden.
Gruß,
Christian